Aufrufe
vor 2 Jahren

Netzwoche 07/2017

  • Text
  • Unternehmen
  • Swiss
  • Netzmedien
  • Ticketfrog
  • Schweizer
  • Schweiz
  • Agenturen
  • Webcode
  • Agentur
  • Digital

38 DOSSIER KOMPAKT

38 DOSSIER KOMPAKT Cloud-Lösungen In Kooperation mit Nutanix Public Cloud: Himmel auf Erden oder Wolkenkuckucksheim? Die Nachfrage der Unternehmen nach öffentlichen Cloud-Lösungen scheint nur eine Richtung zu kennen: nach oben! Eine repräsentative Umfrage des Marktforschers Forsa zeichnet demgegenüber ein gemischtes Stimmungsbild und lädt dazu ein, genauer hinzuschauen und zu differenzieren. DER AUTOR Florian Köppli Country Manager Schweiz bei Nutanix Das Marktforschungsunternehmen Forsa hat im November vergangenen Jahres 100 Unternehmen der Privatwirtschaft in Deutschland ab 200 Mitarbeitern in Sachen Cloud-Nutzung befragt. Überraschendes Ergebnis: Drei Viertel der Unternehmen (76 Prozent) antworteten auf die Frage, ob sie für ihre Anwendungen oder Workloads in ihren Rechenzentren die öffentliche Cloud und insbesondere deren Flexibilität unbedingt benötigen, mit einem klaren Nein. Andererseits nutzt ein Drittel (33 Prozent) SaaS-Angebote, setzen 21 Prozent auf die private Cloud als Managed Service, ist bei der grossen Mehrheit der Befragten die Cloud Teil der IT-Strategie. Wie erklärt sich dieser vordergründige Widerspruch? Offenbar wollen die Unternehmen in den Genuss der Vorteile der öffentlichen Cloud kommen, suchen aber immer noch nach Möglichkeiten, diese im eigenen Rechenzentrum zu realisieren. Nach Aussage der Befragten zählen zu diesen Vorteilen die flexible und schnelle Bereitstellung von Anwendungen und Diensten (59 Prozent), lineare Skalierbarkeit (47 Prozent) und Kostentransparenz (40 Prozent). Jeweils gut ein Drittel der Unternehmen sieht in der geringeren Komplexität in der IT-Umgebung (38 Prozent), der höheren Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit von Anwendungen und Diensten (36 Prozent) sowie dem einfacheren Management der IT-Umgebung (34 Prozent) zentrale Pluspunkte. Öffentliche Cloud: Datenschutz und Kosten grösste Hindernisse Unabhängig vom jeweiligen Cloud-Modell – Software-as-a-Service REPRÄSENTATIVES STIMMUNGSBILD Das Meinungsforschungsunternehmen Forsa hat im November des vergangenen Jahres in Deutschland 100 zufällig ausgewählte Vertreter von Unternehmen mit 200 und mehr Mitarbeitern zum Thema Cloud-Nutzung befragt. Die Umfrage erfolgte im Auftrag des Unternehmens Nutanix, eines Spezialisten für Enterprise Cloud Computing. Aufgrund der Stichprobengrösse – die Grundgesamtheit beträgt mehrere tausend Unternehmen – ergibt sich bei den Ergebnissen eine Schwankungsbreite von zirka plus und minus 10 Prozent. Dadurch bedeutet etwa ein Umfragewert von 50 Prozent Zustimmung zu einer bestimmten Aussage, dass dieser Wert bezogen auf die Grundgesamtheit mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 Prozent bei 50 Prozent plus oder minus 10 Prozent, also zwischen 40 und 60 Prozent liegt. Die Umfrageergebnisse stellen folglich begründete Trendaussagen dar. (SaaS), Platform-as-a-Service (PaaS), Infrastructure-as-a-Service (IaaS) und Private Cloud als Managed Service – ergibt sich ein konsistentes Bild, was aus Sicht der deutschen Unternehmen die grössten Barrieren auf dem Weg in die öffentliche Cloud anbelangt. An erster Stelle der Bedenken rangiert das Thema Datensouveränität und Sicherheit (48 Prozent bei SaaS, 50 Prozent bei PaaS, 46 Prozent bei IaaS und 54 Prozent bei Private-Cloud-Nutzern), gefolgt von Kostenerwägungen (32 Prozent bei SaaS, 31 Prozent bei PaaS, 36 Prozent bei IaaS und 28 Prozent bei der Private Cloud). Es ist wenig verwunderlich, dass diese Hindernisse die Art und Weise der Cloud-Nutzung massgeblich beeinflussen. So verzichten immerhin 30 Prozent der Befragten auf jegliches öffentliche Cloud- Angebot, während 32 Prozent angaben, aus Datenschutzgründen einen hybriden Ansatz zu verfolgen, also eine Kombination aus eigenem Rechenzentrum und öffentlichem Cloud-Angebot zu nutzen. Ferner stimmten 65 Prozent der Aussage zu, dass sich das Rechenzentrum des öffentlichen Cloud-Anbieters in Deutschland befinden muss, während 49 Prozent fordern, dass der Sitz des öffentlichen Cloud-Anbieters in Deutschland sein sollte. Die befragten Unternehmen sind sich zudem stark der einzelnen Kostenfaktoren bewusst, die eine öffentliche Cloud-Nutzung mit sich bringt. So nannten diejenigen Unternehmen (31 Prozent), die bereits eine Rentabilitätsrechnung zur öffentlichen Cloud- Nutzung angestellt haben, an erster Stelle die für Dienste und Schnittstellen anfallenden Kosten, gefolgt vom Anpassungsaufwand für die Netzwerkanbindung und -infrastruktur, den Kosten für Datenvolumen, Anwalts- und Vertragskosten, Abonnementgebühren und andere. Öffentliche Cloud: Marktpotenzial begrenzt? Die Wachstumsraten bei der Nutzung öffentlicher Cloud-Angebote durch deutsche Unternehmen war in den vergangenen zwei Jahren zwar beeindruckend. Doch die Befragung ergab, dass das weitere Wachstumspotenzial angesichts der genannten Barrieren offenbar beschränkt ist. So planten zusätzlich zu den 33 Prozent SaaS-Abonnenten nur weitere 11 Prozent, diese Angebote wahrzunehmen, während 53 Prozent ganz darauf verzichten wollten. Bei den übrigen Nutzungsmodellen fällt dieser Trend ähnlich aus: Während nur zusätzliche 9 Prozent die Private Cloud als Managed Service in Zukunft nutzen wollen, verfolgen 67 Prozent bewusst keine entsprechenden Pläne. Bei PaaS stehen magere 5 Prozent potenzieller Nutzer 71 Prozent nicht interessierten Studienteilneh- 07 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

In Kooperation mit Nutanix Cloud-Lösungen DOSSIER KOMPAKT39 Vorteile einer Public Cloud für das Unternehmen Der Hauptvorteil einer Public Cloud liegt in der flexiblen und schnellen Bereitstellung von Anwendungen und Diensten Flexible und schnelle Bereitstellung von Anwendungen und Diensten Lineare Skalierbarkeit Kostentransparenz Weniger Komplexität in der IT-Umgebung / mehr Standardisierung Höhere Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit von Anwendungen und Diensten Hat Ihr Unternehmen bereits Rentabilitätsrechnungen zur Nutzung der öffentlichen Cloud aufgestellt? N=100, an 100% fehlende Angabe – k. A. Ja Teilweise Nein n=100, Mehrfachnennungen, Top-5-Nennungen 31,5 % 59 % 47 % 40 % 38 % 36 % 56 % 12,5 % Quelle: Forsa / Nutanix Quelle: Forsa / Nutanix mern gegenüber, bei IaaS lauten die entsprechenden Zahlen 6 Prozent versus 72 Prozent. Cloud Computing im eigenen Rechenzentrum Das Stimmungsbild, das diese Umfrage zeichnet, differenziert so manche verallgemeinernde Aussage im Markt. So wird die öffentliche Cloud offenbar nicht uneingeschränkt als sicher, einfach und kostengünstig wahrgenommen. Noch spiegelt eine zögerliche Haltung gegenüber der öffentlichen Cloud angesichts des starken Bewusstseins über die damit verbundenen Kostenfaktoren und Datenschutzproblematiken automatisch das Verschlafen eines Trends wider. Vielmehr sehen und wollen die Befragten die Vorteile der öffentlichen Cloud. Sie wissen, dass sie die Cloud für die digitale Transformation brauchen. Und sie nutzen sie, soweit es ihnen möglich ist. Was offenbar noch fehlt, ist das Bewusstsein dafür, dass es Angebote wie zum Beispiel rein softwaregesteuerte Infrastrukturlösungen für Cloud Computing gibt, mit denen sich diese Vorteile in den Rechenzentren der Unternehmen selbst realisieren lassen. So antworteten nicht weniger als 52 Prozent der Unternehmen auf die Frage, ob ihnen sogenannte hyperkonvergente Infrastrukturlösungen zumindest dem Namen nach bekannt seien, mit Nein. Solche Lösungen bilden jedoch die Grundlage für Plattformen, die man als Enterprise Clouds bezeichnen könnte und die das Paradigma des Cloud Computings in den Rechenzentren der Unternehmen verwirklichen helfen. Der Schlüssel zu einer solchen Plattform ist die Softwaresteuerung. Dabei werden sämtliche ehemals getrennten Infrastrukturkomponenten wie Rechenleistung, Speicher, Netzwerk und Hypervisorumgebungen als reine Funktionalitäten bereitgestellt. Die Infrastruktur selbst wird somit aus Administratorensicht gleichsam unsichtbar, ist hoch automatisiert und lässt sich zentral verwalten, inklusive der nicht virtualisierbaren Komponenten einer Rechenzentrumsumgebung. Gleichzeitig lassen sich mit einer solchen Plattform die Grenzen zwischen dem eigenen Rechenzentrum und Infrastrukturen ausserhalb, zum Beispiel einem IaaS-Angebot in der öffentlichen Cloud, durch passende Konnektoren und Funktionalitäten wie der Migration von Applikationen überwinden. Ferner können IT-Experten mit einer Enterprise-Cloud-Plattform schon bei der Bereitstellung von Applikationen für die nötige Sicherheit sorgen. Die Zukunft wird hybrid sein Hinzu kommt: Eine solche Enterprise-Cloud-Plattform erlaubt es den Firmen, Unternehmensanwendungen wie ERP-Systeme zu konsolidieren und kostengünstiger sowie mit weniger Verwaltungsaufwand zu betreiben. Sie unterstützt damit auch Anwendungen und Workloads, welche die Unternehmen aus den genannten Bedenken gegenüber der öffentlichen Cloud weiterhin im eigenen Rechenzentrum betreiben werden. Spiegelbildlich zu den differenzierten Aussagen der von Forsa befragten Unternehmen wird die Entscheidung für oder wider die öffentliche Cloud kein Alles oder Nichts sein, sondern ein Sowohlals-Auch. Die Unternehmen werden Cloud Computing nutzen, sowohl im Rahmen öffentlicher Angebote als auch im eigenen Rechenzentrum. Die IT-Zukunft wird somit hybrid sein. Auf jeden Fall aber werden IT-Teams der Unternehmen mithilfe einer Enterprise Cloud von Verwaltern der Infrastruktur zu echten Gestaltern von Innovationen. Das Stimmungsbild zeigt, dass die öffentliche Cloud offenbar nicht uneingeschränkt als sicher, einfach und kostengünstig wahrgenommen wird. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 07 / 2017

Archiv