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Netzwoche 07/2017

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40 SPECIAL Datacenter In

40 SPECIAL Datacenter In Kooperation mit Green Datacenter Retarus bezieht Rechenzentrum bei Green Als weltweiter Anbieter von «Informationslogistik» sorgt Retarus für einen sicheren und effizienten Informationsfluss. Mit dem Ziel, seine Datacenter-Infrastruktur zu modernisieren, evaluierte das Unternehmen einen neuen Partner. Die Projektverantwortlichen ziehen Bilanz. DER AUTOR Adrian Meyer Leiter Service & Operation bei der Green Datacenter AG Green Datacenter Zürich-West in Lupfig Bild: Green Datacenter Der effiziente Austausch von Informationen ist essenziell für Geschäftsprozesse. Ob von Mensch zu Mensch, zwischen Mensch und Anwendungen oder automatisiert in der Machine-to-Machine- Kommunikation. Retarus sorgt dafür, dass Informationen in und zwischen Unternehmen schnell und sicher fliessen. Dass der Informationsfluss einer absolut sicheren IT-Umgebung bedarf, versteht sich von selbst. Zur Kundschaft von Retarus zählen anspruchsvolle Unternehmen aller Branchen, darunter Adidas, Bayer, Continental, DHL und viele weitere. Um seinen Kunden einen reibungslosen globalen Informationsaustausch zu bieten, betreibt das Unternehmen mehrere Rechenzentren in Europa, Amerika und Asien. Die Schweizer Niederlassung befindet sich in Kloten. Die Herausforderung Das Geschäftsmodell von Retarus bringt es mit sich, dass vielfach hochsensible Informationen bearbeitet werden müssen. Aus rechtlichen Gründen ist es deshalb erforderlich, dass Retarus die Speicherung und Bearbeitung der Daten seiner Kundschaft – seien es nun schweizerische Unternehmen oder hiesige Niederlassungen internationaler Firmen – nur in der Schweiz sicherstellen kann. Bislang betrieb Retarus ein kleineres Datacenter mit eigener Hardware-Ausstattung im Rechenzentrum eines Telekommunikationsunternehmens. Aus einer grundsätzlichen strategischen Überlegung heraus entschied sich Retarus jedoch für die Suche nach einem carrierneutralen Rechenzentrum. « Von drei Angeboten auf einer Shortlist entschied sich Retarus schliesslich für dasjenige von Green. » Florian Korhammer, Director Delivery, Retarus Group Die Evaluation In der zweiten Jahreshälfte 2015 startete die Evaluation. Ausser der Carrierneutralität gab es eine Vielzahl technischer und kommerzieller Kriterien, die in die Entscheidung einflossen: So sollte das Rechenzentrum eine Ausstattung nach Tier-III- oder Tier-IV-Standard sowie die wichtigsten Zertifikationen für den Betrieb sensibler Infrastrukturen aufweisen. Darüber hinaus sollte es redundant angelegt, hochverfügbar und umweltverträglich sein. Auch eine geringe Latenzzeit war gefragt. Aus einer Shortlist von drei Angeboten entschied sich Retarus im November 2015 schliesslich für eine Colocation im Green Datacenter Zürich-West in Lupfig. «Das Green Datacenter Zürich-West ging sowohl in technischer Hinsicht als auch aus kommerziellen Überlegungen aus der Evaluation als Sieger hervor», begründet Anita Szilagyi, Projektverantwortliche bei Retarus, die Entscheidung. Hilfreich sei zudem gewesen, dass Green bereits eine Vielzahl von Referenzkunden aus der Finanzindustrie vorweisen konnte. Die Umsetzung Bereits im Januar 2016 begann die Implementierung. Die Migra tion der Anlagen und Daten aus dem ersten Rechenzentrum übernahm ein Technikerteam aus dem Retarus-Hauptquartier in München. «Green war sehr bemüht, uns in allen Belangen entgegenzukommen, damit die Implementierung rechtzeitig abgeschlossen werden konnte», sagt Szilagyi. Schliesslich konnte Retarus sein neues Datacenter schon im Februar, innerhalb der zugesicherten sechs Wochen, in Betrieb nehmen. Zusätzlich zur reinen Rechenzentrumsfläche bezieht Retarus auch Local Access von Green. Über den Glasfaserring von Green wird damit eine IP-Transitleitung zwischen Lupfig und dem internationalen Datacenter-Partner von Retarus in Zürich gelegt. Den Betrieb und Support des eigenen Equipments übernimmt Retarus selbst. Für gewisse kleinere oder sehr dringende Arbeiten greift man aber auch gerne auf den Remote-Hands-Service von Green zurück. 07 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

In Kooperation mit Green Datacenter Datacenter SPECIAL 41 «Wir wurden von Green vorbildlich unterstützt» Der Kommunikationsspezialist Retarus betreibt sein Rechenzentrum bei Green Datacenter. Welche Hürden die Techniker beim Umzug meistern mussten und welche Vorteile das Outsourcing bringt, erklärt Florian Korhammer, Director Delivery bei Retarus. Interview: George Sarpong Weshalb kann Retarus die Daten seiner Kunden nur in der Schweiz sicher verarbeiten? Europäische Rechenzentrumsanbieter verfügen über vergleichbare Datenschutz-Standards. Florian Korhammer: Retarus verarbeitet Daten immer dort, wo Kunden dies wünschen: Für Schweizer Kunden innerhalb der Schweiz, für amerikanische Kunden direkt in den USA und so weiter. Neben dem Schweizer Standort verfügen wir weltweit über zahlreiche weitere Rechenzentren – in Deutschland etwa in München und Frankfurt. Durch diese global verteilte Infrastruktur sind wir in der Lage, Unternehmen die Datenverarbeitung nach den jeweiligen nationalen Bestimmungen vertraglich zuzusichern. So können Kunden darauf vertrauen, dass ihre Daten stets innerhalb der vereinbarten Processing-Domain verbleiben. Welche weiteren Vorteile ergeben sich für Retarus? In erster Linie bietet sich für uns am Green-Standort eine perfekte Infrastruktur. Dazu zählen Dinge wie Netzanbindung, Redundanz und Hochverfügbarkeit, aber auch etwa die umweltfreundliche Stromversorgung. Für unsere unternehmenskritischen Messaging- Dienste ist zudem eine möglichst geringe Latenzzeit von grosser Bedeutung. Viele Retarus-Kunden kommen aus den Bereichen Healthcare und Finance. Für eine so sensible Datenverarbeitung ist die Einhaltung branchenspezifischer Zertifizierungen zwingend erforderlich: Dies gilt sowohl für Retarus und den Betrieb an eigenen Standorten als auch für unsere Colocation-Anbieter wie Green. Was waren die grössten Herausforderungen des Projekts? Durch unser Global Delivery Network haben wir bei Retarus eine gewisse Übung in derartigen Infrastrukturprojekten – schliesslich betreiben wir die gesamte Hardware unserer Infrastruktur selbst. Natürlich kommt es bei einem Vorhaben dieser Grössenordnung immer wieder zu kleineren Planänderungen. Im Fall Zürich-West waren etwa zunächst Racks in einer gemeinsam genutzten Zone vorgesehen. Im Laufe des Projekts wurde aber bald klar, dass zur besseren Absicherung unserer hochsensiblen Daten ein eigener «Cage» benötigt wurde. Wie haben Sie das gelöst? Das Projekt musste durch diese veränderten Anforderungen kommerziell noch einmal neu gerechnet werden. Dadurch entstand natürlich ein gewisser Zeitdruck für die technische Umsetzung. Dank der guten Zusammenarbeit mit dem Team von Green konnten wir dies allerdings problemlos innerhalb des Zeitplans meistern. Die Migration der Anlagen aus dem bisherigen Rechenzentrum übernahm ein Technikerteam des Retarus-Hauptsitzes in München. Unsere Kollegen wurden von Green in jeglicher Hinsicht vorbildlich unterstützt. Inwieweit konnten Sie mit dem Outsourcing Kosten einsparen? Der Kostenaspekt stand bei diesem Projekt für uns nicht im Vordergrund. In erster Linie ging es darum, einen Anbieter mit möglichst idealer Infrastrukturanbindung an die nationalen Telekommunikationsnetze zu finden. Wir profitieren vor allem von der Carrier- Neutralität und den redundanten und ausfallsicheren Leitungen des Green-Standorts. Grundsätzlich haben jedoch die Energieeffizienz und somit letztlich auch die Energiekosten einen hohen Stellenwert bei der Auswahl unserer Colocation-Partner. Was würden Sie anderen Unternehmen raten, die ein Outsourcing in ein Colocation Center planen? Pauschale Ratschläge sind natürlich immer schwierig, schliesslich sind die Grundvoraussetzungen bei jedem Unternehmen und für jedes Projekt unterschiedlich. Eine umfassende Evaluation ist aber in jedem Fall unerlässlich: Vor der Wahl eines Anbieters sollten sich Unternehmen etwa über vorhandene Referenzen für ihre Branche informieren. Im Fall von Green war es für uns sehr hilfreich, dass man bereits eine Vielzahl von Kunden aus der Finanzindustrie vorweisen konnte. « Wir profitieren vor allem von der Carrier- Neutralität und den redundanten und ausfallsicheren Leitungen des Green-Standorts. » Florian Korhammer, Director Delivery, Retarus Group www.netzwoche.ch © netzmedien ag 07 / 2017

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