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Netzwoche 07/2017

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44 Focus Infrastruktur

44 Focus Infrastruktur Vom Produkt zur Lösung: IT-Infrastruktur im Wandel Digitalisierung und das Internet of Things (IoT) sind Entwicklungen, denen sich IT-Anbieter und Kunden gleichermassen stellen müssen. Flexible und skalierbare Lösungen helfen Unternehmen, die Hürden der digitalen Transformation zu meistern. Bild: iStock DER AUTOR Wilhelm Petersmann Managing Director Fujitsu Österreich und Schweiz, VP Fujitsu Viele Kunden brauchen nach wie vor klassische IT-Umgebungen – oder Teile davon. Andererseits geht der Trend in Richtung Managed Services, Cloud und Digitalisierungsplattformen. Für einen Provider ist es von Vorteil, Hardwarehersteller (Produkt) als auch Serviceanbieter (Lösung) zu sein. Das Portfolio sollte also von Storage- und Serverprodukten über Referenzarchitekturen und hyperkonvergente Infrastrukturen bis hin zu leistungsfähigen Rechenzentren, Multi-Cloud- und Digitalisierungsplattformen alles bieten. Nur so können Kunden verschiedener Branchen und Grösse aus einer Hand gut betreut werden. Welche Architektur die richtige ist, hängt von den Anforderungen des Nutzers ab. Wer eine klassische Infrastruktur betreibt, muss auf neue Entwicklungen nicht verzichten. Beispiel Flash: Storage auf Basis von All-Flash bietet eine deutlich höhere Performance. Das gilt vor allem bei Applikationen wie Echtzeit-Anwendungen, virtuellen Desktops und Online- Transaktionsverarbeitungen. Zudem bieten Flash-Systeme Hochverfügbarkeits-, Disaster-Recovery- und Qualityof-Service-Funktionalitäten, die früher dem Enterprise- Umfeld vorbehalten waren. Beispiel Openstack: Die Lösung ist eine der am schnellsten wachsenden Plattformen für Cloud-Management. Integriert in Storage-Server-Systeme können Unternehmen so ihre bisherige IT-Infrastruktur einfach in eine On-Premises Privat Cloud migrieren. Anwender profitieren von der Flexibilität und den Kostenvorteilen einer cloudbasierten Plattform. Mit einer solchen Referenzarchitektur können Nutzer eine getestete Systemkonfiguration wählen, die ihren Bedürfnissen für eine private Cloud-In frastruktur entspricht. Dazu gehört auch die nötige Flexibilität, das System an unternehmensspezifische Bedürfnisse anzupassen – unter anderem bei der Ausfallsicherung für Hardware und Software oder beim Software-defined Networking. Multi-Cloud-Management Vor allem Grossunternehmen und grosse KMUs arbeiten heute mit (Managed-)Services, die vom Anbieter als Lösung zur Verfügung gestellt und durch ihn betrieben werden. Ziel sind flexible, skalierbare, preiswerte und mit Openstack- API ausgestattete Lösungen, mit denen sich alle Anforderungen an komplizierte IT-Ressourcen abbilden lassen. Eine Basis dafür sind Outsourcing und Cloud-Architekturen. Der Anbieter orchestriert das Zusammenspiel unterschiedlicher Cloud-Typen, von Organisationen, Systemen, Prozessen und Applikationen jeder Art und bietet Services auf allen Stufen: Infrastruktur (IaaS), Plattformen (PaaS) und Anwendungen (SaaS). Das passiert auf Grundlage automatisierter, leistungsfähiger Rechenzen tren, der Bereitstellung inklusive des Managements verschiedener Cloud- Typen, den ihnen immanenten As-a-Services- und Openstack-Schnittstellen zur Einbindung herstellerfremder Infrastrukturen. Der Anbieter muss vor allem über eine Lösung für Multi- Cloud-Management verfügen und ausserdem über eine Plattform für Digitalisierung, die etwa die Prozesse von Fast und Robust IT vereint. Aus Kundensicht vereinfacht sich so das Management von Alt-, Kern- und Entwicklungssystemen erheblich. Ausserdem sollte eine solche Architektur auch IoT-, Big-Data- und KI-Anwendungen integrieren. Bisher sind universelle Lösungen zwar vor allem für die komplexen Anforderungen von Grossunternehmen und grossen KMUs ausgelegt. Je nach Anforderung arbeiten diese mit unterschiedlichen Cloud-Modellen von Public über Virtual Private Hosted, Dedicated bis hin zu Dedicated On Premises. Aber ein Anbieter muss mittlerweile auch in der Lage sein, kleineren Unternehmen solche Angebote – etwa als Public-Cloud-Umgebung – zur Verfügung zu stellen. 07 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Focus Infrastruktur 45 Mit Netzwerkvirtualisierung das Business fördern Der Druck auf Unternehmen, Produkte und Dienstleistungen schneller auf den Markt zu bringen, erhöht auch die Erwartungen an die IT. Nachdem bereits bei Servern und Storages im Datacenter die Virtualisierung Einzug gehalten hat, folgt deshalb nun auch die Netzwerkinfrastruktur diesem Trend. Unternehmen müssen heutzutage mit zunehmender Geschwindigkeit neue Marktanforderungen erfüllen, um so ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Damit den Businessanforderungen zeitnah entsprochen werden kann, braucht es aber eine strukturelle Umorganisation der Netzwerkinfrastruktur. Die früher von Netzwerken erwarteten Leistungen in Sachen Kosten, Energieeffizienz und Hochverfügbarkeit werden nämlich den sich ändernden Gegebenheiten nicht mehr gerecht. Die Kunden der IT-Abteilung erwarten heute mehr und mehr eine flexible Handlungsweise, um die an sie gestellten Erwartungen in Sachen Mobilität, Agilität und Sicherheit gewährleisten zu können. Diese Forderung nach einer Verkürzung der «Time to Service», also neue Dienste und Applikationen schneller bereitzustellen, geht einher mit einer fortschreitenden Automatisierung im Bereich Netzwerk- und Informationssicherheit. Neue Services einzuführen kann je nach Projekt mehrere Wochen dauern – zu lange für das heute von den Märkten aller Branchen vorgegebene Tempo. Virtueller Layer über alle Netzgeräte Kommt heute aus einer Fachabteilung der Wunsch nach einem neuen Service, wird ein länger dauernder Prozess angestossen. Der Antrag gelangt zunächst an den Projektmanager, der die Angelegenheit an die IT weiterleitet. Dann muss das Projekt vom Netzwerk- und schliesslich vom Security-Team beurteilt und bearbeitet werden. Erst jetzt fängt die Feinarbeit an, indem die einzelnen Teile der Netzwerk-Hardware aufgesetzt oder neu konfiguriert werden. Ein solcher Prozess kann je nach Projekt mehrere Wochen dauern – zu lange für das heute von den Märkten aller Branchen vorgegebene Tempo. Die Antwort auf diese Forderungen liegt in der Virtualisierung des Netzwerks – eine Massnahme, die bei Serviceprovidern schon seit Längerem gang und gäbe ist. Dabei wird jetzt auch in Unternehmen das physische Netz in logische Einheiten zusammengefasst oder aufgeteilt und über das Ganze eine virtuelle Schicht gelegt. Das Vorgehen ist bereits von Virtual Local Area Networks (VLANs) bekannt. Im Gegensatz dazu lassen die neuen Technologien aber die lokalen Grenzen verschwinden. Zentrale Verwaltung von allem Netzwerk-Ingenieure müssen dabei nicht mehr einzeln auf den jeweiligen Geräten Kommandozeilen programmieren. Sie verwalten den Datenverkehr über eine zentrale Steuerungskonsole, die in From eines hochverfügbaren Managementservers, auch SDN-Controller (Software-defined Network) genannt, bereitgestellt wird. So können bequem von einem Standort aus alle Netzwerk- und Security-Geräte zentral verwaltet und Änderungen mit minimalem Zeitaufwand umgesetzt werden. Eingebettete Automatismen erleichtern dabei dem Netzwerkadministrator die tägliche Arbeit und steigern so die Effizienz. Dies erhöht zudem die Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit, sinkt doch durch den Wegfall der händischen Eingabe auch die Fehlerquote. So lässt sich das Netzwerk einfacher kontrollieren. Auch für KMUs interessant Die Virtualisierung von Netzwerken ist dabei längst nicht nur für Grossunternehmen ein geeignetes Mittel, um sich ändernde Anforderungen, auch bei neuen Anwendungen oder solchen mit schnell wechselnden oder unvorhersehbar auftretenden Lastspitzen, zu bewältigen. Auch mittelständische Firmen setzen vermehrt auf die Methode, um agiler in der Bereitstellung der Ressourcen zu werden und um den Betrieb der Rechenzentren auf Kostenseite zu optimieren. Selbstverständlich muss für die Bereitstellung eines neuen technologischen Konzepts auch ein gewisser Initialaufwand für das entsprechende Projekt in Kauf genommen werden. Der Aufwand macht sich allerdings schnell bezahlt, lassen sich doch im Grossen und Ganzen die Agilität des Unternehmens steigern, Betriebskosten senken und gleichzeitig technische Aspekte wie Leistungsfähigkeit, Zuverlässigkeit, Skalierbarkeit und Sicherheit verbessern. DER AUTOR Peter Meier Geschäftsführer, Axians GNS www.netzwoche.ch © netzmedien ag 07 / 2017

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