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Netzwoche 07/2017

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10 Business Fachbeitrag

10 Business Fachbeitrag Von Daten zu Insights in Echtzeit Daten sammeln ist das eine. Doch deren Auswertung ist das Entscheidende. Ausser einer performanten und skalierbaren Infrastruktur ist vor allem auch eine ganzheitliche Herangehensweise an Big-Data-Analytics-Projekte erfolgsentscheidend. DER AUTOR Alex Halbeisen Consultant Big Data & Analytics, Atos Gemäss den Marktforschern von IDC werden bis 2020 diejenigen Unternehmen, die das Potenzial von Big Data ausschöpfen, rund eine halbe Billion US-Dollar mehr erwirtschaften als ihre weniger innovativen Mitbewerber. Die Firmen sind in ihren Auswertungsmethoden noch sehr unterschiedlich weit fortgeschritten: Noch überwiegen deskriptive Analysen. Vorausschauende Auswertungen legen zu. Doch bislang nutzt nur ein kleiner Teil die Möglichkeiten der präskriptiven Nutzung der Daten. Diese höchste Stufe der Nutzbarmachung von Daten beinhaltet nicht nur Prognosen, sondern auch begleitende Handlungsempfehlungen. Optimierte Customer Experience mittels konsequenter Analyse Die Praxis zeigt bereits konkrete Umsetzungen und Vorteile von faktenbasierten Managemententscheiden in Echtzeit. Diese erstrecken sich auf die vier Bereiche: Optimierung von Prozessen, Verbesserung der Kundenerfahrung, Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, Produkte und Services sowie Sicherheit inklusive Compliance. Handelsunternehmen können etwa ihren Bedarf an Waren besser koordinieren, die produzierende Industrie minimiert mit Predictive Maintenance Maschinenausfälle oder Logistikunternehmen verplanen ihre Flotten effizienter. Für Banken, Versicherungen und Telekomunternehmen ist insbesondere bei Fraud Detection die Echtzeitanalyse gros ser Datenmengen für die Erkennung von Auffälligkeiten von höchster Relevanz. Letztlich geht es bei allen möglichen Use Cases darum, die Effizienz zu steigern, Risiken zu minimieren und das Kundenerlebnis durch Erfüllung von Erwartungen und ergänzende Services zu steigern. Investitionen in die richtige Infrastruktur müssen gut überlegt sein Die Investitionsbereitschaft in Big-Data-Technologien ist hoch. Laut einer IDC-Prognose werden die Ausgaben für diesen Bereich jährlich um 23 Prozent steigen. Denn sowohl für die Hard- als auch die Software sind die Anforderungen enorm: Mehr Rechenleistung, mehr Datenspeicher, mehrere Appliances für Business Intelligence oder ERP, In-Memory und hohe Skalierbarkeit – im Idealfall alles perfekt aufeinander abgestimmt, integriert, flexibel erweiterbar und professionell unterhalten. Denn es ist nicht damit getan, einfach eine Lösung ab Stange zu kaufen. Es braucht Applikations-, Integrationsund Installations-Know-how über alle Projektphasen: von der Definition der Anforderungen der unterschiedlichen Anwendungen an die neue Architektur über deren Dimensionierung bis hin zur Installation und Zertifizierung des Gesamtsystems. Von Best Practices lernen Gleichwohl darf ein Big-Data-Projekt nicht in einem langwierigen Grossprojekt mit aufwändigen und komplexen Spezifizierungen oder zeitintensiven Implementierungen ausarten. Wertvolle Zeit für Innovation kann so verloren gehen. Von Vorteil ist es daher, agil und flexibel heranzugehen, damit rasch «Quick Wins» sichtbar werden. Startet man mit einem kleineren, überschaubaren Projekt, lässt sich dieses schrittweise ausbauen und auf andere Bereiche übertragen. Denn je schneller ein Big-Data-Projekt umgesetzt wird, desto eher entfaltet sich sein ROI. Für eine erfolgreiche Realisierung sollte man sich daher für eine Plattform entscheiden, die nahtlos wachsen kann, damit auch beim späteren Ausbau des Projekts alle Elemente zusammenpassen und einen entsprechenden Investitionsschutz bietet. Schnelligkeit ist bei der Datenanalyse Trumpf; wenige Millisekunden können beim Trading oder E-Shopping über zum Teil enorme Gewinne oder Verluste entscheiden. Für extrem zeitkritische Use Cases müssen solche Plattformen entsprechend hochperformant sein. i 360° – SMART DATA Am 13. Juni 2017 findet das Big Data & Analytics Forum 2017 unter dem Titel «360° – Smart Data» im Radisson Blu Hotel am Zürcher Flughafen statt. Themen der Veranstaltung sind unter anderem, ▪▪ welchen Stellenwert Big Data & Analytics in Schweizer Unternehmen aktuell einnehmen, ▪▪ wie grosse Datenvolumina schnell, kosteneffizient und sicher ausgewertet werden können, ▪▪ wie dank Cognitive Search die Datenauswertung abteilungsübergreifend und in verschiedenen Branchen funktioniert, ▪▪ wie dank Analytics von Atos die Zahlungsausfälle eines Unternehmens markant verbessert werden konnten, ▪▪ warum Deep Learning eigentlich nichts Neues, aber dennoch revolutionär ist und ▪▪ welche Herausforderungen darüber hinaus mit der Digitalisierungswelle einhergehen Anmeldung unter: ch.atos.net/bigdataforum 07 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business Nachgefragt 11 «Wie Code veröffentlicht wird, sagt wenig über Sicherheit und Qualität aus» Max Moser ist Mitgründer der auf IT-Sicherheit spezialisierten Firma Modzero. Seine Spezialgebiete sind Protokollanalysen, Forschung und Penetrationstests komplexer Umgebungen. Er wird am 16. Mai die Keynote am Hacking Day halten. Im Interview äussert er sich zu Fragen der IT-Sicherheit und sagt, was die Teilnehmer bei Digicomp erwartet. Interview: Marcel Urech Sie halten die Keynote am Hacking Day. Was dürfen wir erwarten? Max Moser: Die Teilnehmer haben die Möglichkeit, sich in kurzer Zeit über verschiedene Bereiche der IT-Security zu informieren. Es stehen insgesamt vier Tracks zur Verfügung, die parallel geführt werden. Zwei mit Fokus auf technische Themengebiete und zwei aus dem Bereich des Security Managements und Organisation. Ich werde in der Keynote über Malvertising sprechen – dies ist das gezielte Verteilen von Schadcode mittels eines Werbenetzwerks. Wird Programmatic Advertising zu einem Schlaraffenland für Erpresser und autoritäre Regimes führen? Viele Teile eines modernen Newsportals beinhalten Elemente und Code aus nicht vertrauenswürdiger Quelle. Während wir heute kaum noch über die Gefahren von Phishing-Mails oder Cross-Site-Scripting-Schwachstellen diskutieren müssen, werden die Gefahren durch eingebetteten Code in Websites stillschweigend hingenommen. Heute werden diese Werbenetzwerke dazu missbraucht, Schadsoftware in der Masse zu verbreiten oder gezielt zu platzieren. Dank der immer ausgeklügelteren Verfahren von Werbenetzwerken können Zielgruppen und Personen gezielt mit Inhalten beliefert werden, wobei hier Inhalte nicht nur Werbung, sondern auch ausführbarer Code, also möglicherweise Schadcode, sein können. Nehmen Schweizer Unternehmen IT-Sicherheit ernst genug? Ja und nein. Ich gehe davon aus, dass viele Firmen ihre eigene Sicherheit ernst nehmen. Manche sind jedoch gar nicht in der Lage, die Komplexität ihrer Strukturen und Datenflüsse im Auge zu behalten und zu ermessen, wie sich eine neue Schwachstelle oder ganz generell eine neue Komponente in deren IT-Ökosystem auswirken wird. Bild: modzero.ch Was sind die grössten IT-Sicherheitsprobleme in Unternehmen? Absolute Sicherheit gibt es nicht und wird auch nicht erreichbar sein. Daher sollte sich Firmen darüber im Klaren sein, was zu schützen ist und sich darauf fokussieren, wie im Schadensfall die Auswirkungen auf ein erträgliches Mass reduziert werden können. Tatsächlich sehe ich hier die fundamentalsten Probleme. Die teilweise ignorante Grundhaltung gegenüber Sicherheitsrisiken und Schutzmassnahmen zeigt sich in diversen technischen und organisatorischen Problemen, wie etwa Passwortqualität, Systemarchitektur und Gadgetwahn. Man hat heute oft das Gefühl, das Unternehmen ihre Produkte vor dem Release gar nicht mehr richtig testen. Täuscht das? In manchen Branchen kann man diesen Eindruck durchaus gewinnen. Natürlich führen Preisdruck und kurze Releasezyklen immer wieder dazu, dass Fehler gemacht und nicht vor der Veröffentlichung erkannt werden. Insgesamt würde ich aber behaupten, dass die Qualität der Software gestiegen ist. Heutige Betriebsysteme und Programmierumgebungen haben mehr Sicherheitsfunktionen als jemals zuvor. Medien berichten vermehrt über erfolgte Attacken, dies unterstützt dieses Gefühl ebenfalls. Wären die Produkte sicherer, wenn die Hersteller stärker auf Open Source und offenen Quellcode setzen würden? Eher nein. Die Art und Weise der Veröffentlichung von Programmcode sagt wenig über die Sicherheit und Qualität des Programmcodes aus. Natürlich hat die Quelloffenheit Vorteile, wenn es um die Analyse von Programmcode oder die Wiederverwendung von bewährten und geprüften Code-Elementen geht. « Manche Firmen sind gar nicht in der Lage, die Komplexität ihrer Strukturen und Datenflüsse im Auge zu behalten. » Max Moser, IT-Sicherheitsexperte i HACKING DAY 2017 Am 16. Mai wird bei Digicomp in Zürich der Hacking Day 2017 stattfinden. Thema dieser Ausgabe ist Cyber Security. Die Teilnehmer dürfen sich auf 20 Sessions mit Referaten und auf viele wertvolle Tipps und Tricks von IT-Experten freuen. Am Nachmittag bietet die Veranstaltung die Möglichkeit, in der Hands-on-Session den Titel «Switzerland’s Bug Bounty Hacker 2017» zu holen. Es winkt ein Security- Training! Weitere Infos unter: www.digicomp.ch/hackingday Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_35819 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 07 / 2017

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