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Netzwoche 07/2018

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32 DOSSIER KOMPAKT

32 DOSSIER KOMPAKT Dedicated Private Cloud In Kooperation mit Everyware Mythos Public Cloud: Nicht alles, was glänzt, ist Gold Dedizierte Private-Cloud-Plattformen mit zugeordneten Compute-, Storage- und Netzwerk-Nodes bieten Enter prisekunden viele Vorteile gegenüber Multi-Tenant-Public-Cloud-Systemen mit shared Ressourcen für alle Kunden. Die Vorteile sind nicht nur mehr Sicherheit und Performance, sondern auch tiefere Kosten. DER AUTOR Kurt Ris CEO und Gründer, Everyware nanuvision / Fotolia.com Cloud-Services im Bereich von IaaS und PaaS können heute entweder im Rahmen von shared oder Multi-Tenant-Umgebungen bezogen werden oder dediziert, beziehungsweise als Single-Tenant- Plattform. Lange galt Multi-Tenancy als einzige Bereitstellungsmethode für Cloud-Plattformen. Für Cloud-Anbieter war dies besonders attraktiv, da grosse Skaleneffekte auf der Infrastruktur ebene erzielt und Verwaltungsaufgaben zentral konsolidiert werden können. System-Updates können in kürzerer Zeit ausgerollt und Ressourcen flexibel auf die verschiedenen Mandanten zugewiesen und verteilt werden. Aber diese Vorteile nützen eigentlich vor allem dem Anbieter; für den Kunden ist dies nicht nur vorteilhaft. Erhöhtes Sicherheitsrisiko Im Bereich Sicherheit werden bei Cloud-Plattformen fortlaufend grosse Fortschritte gemacht. Trotzdem sind Kunden von Public Clouds einem erhöhten Risiko ausgesetzt, da sie die Ressourcen mit anderen Kunden teilen und via Public Internet darauf zugreifen – vor allem auch bei Cybercrime-Attacken, bei denen jeder zusätzliche Access Point ein potenzieller Schwachpunkt sein kann. Selbst wenn die Isolation von Mandanten, die Regelung des Zugriffs und das Speichern von Datensätzen State of the Art umgesetzt sind, ist die Wahrscheinlichkeit eines Sicherheitsleaks durch einen internen Fehler oder externen Hack weit höher als bei getrennten, vollständig dedizierten Systemen. Für das Security Management ist auch zu berücksichtigen, dass bei Public Clouds die vollständigen Log- und Audit-Trails auf Netzwerk- und Hostebene nicht zur Verfügung stehen. Insbesondere regulierte Branchen sind mit dedizierten, sicheren Private- Cloud-Systemen – on premise oder extern bei einem Cloud-Provider, der den Sicherheits- und Compliance-Anforderungen genügt – besser bedient. Das Unternehmen hat die volle Kontrolle darüber, wer zugreifen darf, wer aktuell zugreift und verfügt über vollständige Logfiles auf allen Ebenen. Kontrolle von Services und Upgrades Bei Public-Cloud-Diensten mit shared Ressourcen sind die Konfigurations- und Customizing-Möglichkeiten begrenzt, da die Leistungen und Services mit anderen Cloud-Kunden geteilt werden müssen. Ein Update auf Plattformebene etwa wird geplant, angekündigt und durchgeführt, auch wenn es Auswirkungen auf die individuellen Geschäftsprozesse eines einzelnen Kunden haben könnte. Durch die Wahl eines dedizierten Cloud-Modells können sich Unternehmen in Bezug auf Struktur und Prozesse viel mehr Kontrollrechte innerhalb der Cloud sichern. Nicht immer kostensparend Es ist ein verbreiteter Mythos, dass mit einer Public Cloud in jedem Fall Kosten gespart werden. Bei einer genaueren Analyse resultiert jedoch, dass nur einige Unternehmen tatsächlich sparen, andere unter dem Strich viel mehr Geld ausgegeben. Der Schlüssel liegt darin, Kostentransparenz für den tatsächlichen Workload zu schaffen sowie dessen Charakteristik zu typisieren. Insbesondere bei IT-Infrastrukturen mit konstantem Load und einem Sizing von mehreren Compute-Host sind Private Clouds sehr kosteneffizient. Dedicated-Cloud-Modell lohnt sich Unternehmen sollten insbesondere bei Anwendungen mit sensitiven Daten nach einer Cloud-Lösung suchen, die ihre Daten sicher und geschützt hält und trotzdem die nötige Flexibilität hinsichtlich rascher Veränderungen von Geschäftsprozessen sowie Geschwindigkeit und Performance bietet. In einer dedizierten Cloud-Umgebung erhalten Organisationen dieselben Vorteile wie in einer Multi-Tenant-Public-Cloud-Umgebung, jedoch mit zusätzlichen Vorteilen wie optimierter Bandbreite, Templates, hoher Flexibilität bei der Anpassung an Geschäftsprozesse, Kontrolle über Wartung und Updates sowie höhere Sicherheit. 07 / 2018 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

In Kooperation mit Everyware Dedicated Private Cloud DOSSIER KOMPAKT33 « Die Art, wie User oder Devices auf Daten zugreifen, ist entscheidend » Viele IT-Entscheider stehen vor der Frage, ob sie auf die Public oder Private Cloud setzen sollen. Im Interview erklärt Kurt Ris, CEO und Gründer von Everyware, für welche Anwendungen die Private Cloud von Vorteil ist. Es kommt nicht nur auf die Art der Workloads an, sondern auch darauf, wer wie auf die Daten zugreift. Interview: Christoph Grau In Ihrem Fachbeitrag sprechen Sie ausführlich über die Nachteile der Multi-Tenant-Public-Cloud. Warum haben Anbieter wie beispielsweise AWS viel Erfolg mit ihren Angeboten? Kurt Ris: Der Fachbeitrag fokussiert auf Unternehmen mit einer mittleren IT-Landschaft von über hundert Servern. Im Markt der Cloud-Plattformen gibt es unterschiedliche Segmente – wie auf anderen Märkten auch. AWS zielt erfolgreich auf kleinere Cloud- Implementierungen mit weniger als hundert Servern und eher tiefen Sicherheitsanforderungen sowie auf Enduser, die über das Public-Internet zugreifen. Dies ist ein sehr grosses Marktsegment. In einem solchen Fall ist das Preis-Leistungs-Verhältnis einer Public Cloud attraktiv, und eine dedizierte Lösung ist zu teuer, da die minimale Grösse nicht erreicht wird. Die Nutzung einer Dedicated Private Cloud schliesst nicht aus, dass ein Teil der Applikationen auf einer Public Cloud implementiert wird. Es lohnt sich, zu differenzieren und die unternehmensspezifischen Anforderungen zu berücksichtigen. « Das Wichtige ist die Erkenntnis, dass Public- Cloud-Modelle nicht per se günstiger sind und Private Cloud-Modelle nicht per se teurer. » Kurt Ris, CEO und Gründer, Everyware Inwieweit sollte die Art der Daten berücksichtigt werden, wenn ein Unternehmen vor der Entscheidung für eine Public, Private oder Hybrid Cloud steht? Nicht nur die Art der Daten spielt eine Rolle, sondern auch, wie die User oder Devices darauf zugreifen und mit welcher Häufigkeit. Core-Applikationen, die von strategischer Bedeutung für das Business und nur internen Mitarbeitern zugänglich sind, sollten eher nicht aus der Hand gegeben werden. Anders verhält es sich mit Applikationen und Daten, die nicht der Kernleistung des Unternehmens dienen und auch nicht besonders schützenswert sind. Welche Kriterien sollten bei der Wahl des Cloud-Modells berücksichtigt werden? Ausser Kriterien wie Sicherheit, Effizienz der bestehenden IT-Plattform, intern vorhandenen IT-Mitarbeiter-Ressourcen sowie Netzwerk- und Datentransfer-Komponenten sollten sich IT-Entscheider auch der Grösse und der zeitlichen Verteilung des eigenen Workloads bewusst sein. Viele Unternehmen haben einen hohen Anteil an konstantem IT-Workload, der an die Tätigkeiten und Arbeitszeiten der internen Mitarbeiter gekoppelt ist und sich für dedizierte Cloud-Modelle eignet. Daneben existieren Peak-Applikationen, die unberechenbar sind und hohe Peaks erreichen können. Bei Unternehmen mit einer bestimmten Mindestgrösse der Plattform führen hohe Skaleneffekte zu tiefen, effizienten Kosten. Andererseits gilt, je schneller der IT-Load wächst, umso schwieriger ist es, eine kosteneffiziente, dedizierte Plattform zu bauen und zu betreiben. Zum Beispiel ist für Start-ups die Multi-Tenant-Public-Cloud ideal, da hier ein stabiler Basisload noch fehlt. Inwiefern sind die Kosten-Nutzen-Rechnungen der Anwender realistisch? Sie sprechen in Ihrem Beitrag von geringeren Kosten bei einer Private Cloud. IT-Entscheider sollten die tatsächlichen TCOs für ihr Environment und ihre Anforderungen berechnen, um Transparenz zu erhalten. Das Wichtige ist die Erkenntnis, dass Public-Cloud-Modelle nicht per se günstiger sind und Private-Cloud-Modelle nicht per se teurer. Greifen wir hier wiederum die Kriterien Workload und IT-Plattform- Grösse heraus: Für konstante Workloads, bei denen die Anforderungen an die Infrastruktur im Durchschnitt bekannt sind, hat eine interne oder externe dedizierte Private Cloud einer mittleren Grösse (ab 2000 GB RAM und 400 vCore) bedeutende Kostenvorteile. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 07 / 2018

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