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Netzwoche 07/2018

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34 XXXXXXXXXXX XXXXXXXXXXXX Illustration: kchungtw / iStock.com FOCUS INFRASTRUKTUR Vernetzung ist Trumpf osc. Ohne zuverlässige Vernetzung läuft heute nichts mehr in der IT. Unternehmen beziehen Public- oder Private-Cloud-Dienste über weite Distanzen hinweg. Geräte und Menschen tauschen immer mehr Daten über das Internet aus. Unternehmen kommunizieren intern oder mit ihren Partnern mittels digitaler Kanäle. Auf den folgenden Seiten zeigen drei Gastautoren ihre Sicht auf dieses Thema. Den Anfang macht Frank Boller, CEO von Green. Er plädiert für ein Nebeneinander von Mega-Clouds wie Azure oder AWS und lokalen Infrastructure-as-a-Service-Providern. Wenn die Schweizer Anbieter ihren Kunden eine Vernetzung mit den grossen Clouds anbieten und sich auf Lösungsdesign und Support konzentrieren, bleibt laut Boller für alle ein Stück vom Kuchen übrig. Um die nächste Generation der Kupfervernetzung geht es beim CTO von iWay, Matthias Cramer. Der Autor zeigt die Vorteile des neuen Übertragungsstandards «G.fast», weist aber auch darauf hin, dass seiner Verbreitung momentan noch Grenzen gesetzt sind. Es spreche aber viel dafür, dass der Standard in absehbarer Zeit für Unternehmen attraktiv werde. Michael Nösges, Regional Vice President von Salesforce Switzerland & Austria, schreibt zum Schluss über neue Entwicklungsmethoden. Anwender könnten mit diesen mittlerweile auch ohne echte Programmierkenntnisse eigene Apps erschaffen. Doch das sei für Firmen mit Risiken verbunden. Hier seien die IT-Abteilungen gefragt. Mithilfe von Cloud- Diensten könnten diese sicherstellen, dass Sicherheits- und Datenschutzrichtlinien eingehalten werden. 07 / 2018 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Focus Infrastruktur 35 Mega-Clouds und ihr Einfluss auf die lokalen IaaS-Provider Die grossen Cloud-Anbieter rücken mit neuen Rechenzentrumsstandorten immer näher an die Schweizer Kunden heran. Verlieren die lokalen IaaS-Provider damit ihre Daseinsberechtigung? Der weltweite Markt für Cloud-Lösungen wächst ungebremst weiter. Bereits 10 bis 15 Prozent der Unternehmensanwendungen laufen auf den grossen Public-Cloud-Plattformen wie Amazon Web Services, Google oder Microsoft Azure. Die grossen Drei führen den Magic Quadrant von Gartner an und haben sich zahlreiche Wettbewerbsvorteile erarbeitet. Auch wenn dieser Report die Schweizer IaaS-Provider nicht berücksichtigt, stellt sich doch eine Frage: Welche Zukunft haben die lokalen IaaS-Anbieter? Lokale und multinationale Clouds werden sich künftig ergänzen. Mega-Cloud – Mega-Business Schätzungen zufolge wuchs der IaaS-Markt im Jahr 2017 um 36,6 Prozent und bescherte den grossen Anbietern einen Umsatz von 35 Milliarden US-Dollar. Ein vielversprechendes Business also, das skaliert. Damit das Geschäftsmodell funktioniert, liefern die grossen Clouds hochstandardisierte Ressourcen und eine breite Palette an Tools für die Entwicklung, das Testing und die Bereitstellung von Applikationen. Und spätestens seit die Rechenzentren der Mega-Cloud-Anbieter näher an die Kunden heranrücken, erschliessen sie auch den Schweizer Markt besser. unerwarteten Konflikten führt. Die Mehrheit der Unternehmen verfolgt deshalb einen Cloud-first- statt einen Cloud-only-Ansatz. Dabei bieten die lokalen IaaS-Provider Unterstützung an. Selbst bei kleineren IT-Umgebungen werden individuell hybride Architekturen realisiert und mit kurzen Latenzzeiten lokal vernetzt. Die neue Cloud-Ökosphäre Sich für die Cloud zu entscheiden, bedeutet für Unternehmen keinesfalls, nur auf eine Cloud-Lösung zu setzen. Vielmehr werden sich lokale und multinationale Clouds künftig ergänzen. Das bedeutet zum Beispiel, dass Entwicklung und Funktionstests einer neuen Anwendung zu Fixpreisen in der Mega-Cloud stattfinden. Danach kann die aufgesetzte virtuelle Maschine in die produktive Umgebung verschoben werden – sei es in eine eigene Private Cloud, eine lokale Public Cloud oder eine Mega-Cloud. Um in diesem Szenario attraktiv zu sein, müssen die lokalen IaaS-Anbieter allerdings an die Mega-Clouds angebunden sein und ihren Kunden die Vernetzung der bestehenden IT-Infrastrukturen anbieten. Die Kernkompetenz der lokalen Provider muss dafür noch viel stärker im Lösungsdesign, in der Vernetzung und im lokalen Support liegen, damit die Kunden bei der schrittweisen Migration bereits von den Vorteilen der Cloud profitieren können. Dann, so glauben wir, bleibt im Cloud-Markt auch langfristig für alle ein grosses Stück vom Kuchen übrig. DER AUTOR Frank Boller CEO, Green Datacenter Der realistische Transformationsprozess Trotz des wachsenden Mega-Cloud-Angebots sind in den letzten zwei Jahren zahlreiche Schweizer IaaS-Angebote lanciert worden. Einzelne Datacenter-Betreiber, wie auch Green, haben eine eigene IaaS-Plattform gebaut und adressieren den lokalen Markt. Aber auch Systemintegratoren oder Softwarehäuser setzen auf eigene Lösungen – und sind damit erfolgreich. Dafür gibt es mehrere Gründe. Ein wesentlicher Punkt liegt im Transformationsprozess selbst. Die wenigsten Unternehmen migrieren ihre IT komplett in die Cloud. Der Prozess gleicht eher einer Evolution statt einer Revolution. Häufig sind Legacy-Systeme vorhanden, die noch nicht abgelöst werden können. Oder die Applikationen sind so ineinander verwoben, dass eine einzelne Migration zu www.netzwoche.ch © netzmedien ag 07 / 2018

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