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Netzwoche 07/2018

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10 Business

10 Business EU-Datenschutz-Grundverordnung Unternehmen tun sich schwer mit der Cybersicherheit Die jährliche Studie von IBM zur Cyber-Resilienz zeigt, dass Unternehmen trotz häufigerer und stärkerer Angriffe noch nicht bereit sind, Cyber-Sicherheitsvorfällen entschlossen entgegenzutreten. Dies, obwohl ab dem 25. Mai die neuen Vorschriften der EU-DSGVO gelten. Autor: Charles Foucault-Dumas, Übersetzung: Oliver Schneider Dossier online auf www.netzwoche.ch/eu-dsgvo Das Ponemon Institute hat für IBM zum dritten Mal eine Studie zur Cyber-Resilienz von Unternehmen durchgeführt. Im Zentrum stand dabei «die Fähigkeit einer Organisation, ihren primären Zweck und ihre Integrität angesichts von Cyberangriffen aufrechtzuerhalten», wie die Autoren schreiben. Die Studie ergab, dass 77 Prozent aller Unternehmen immer noch keinen vordefinierten Reaktionsplan für den Fall eines Sicherheitsvorfalls haben. Die Hälfte der 2800 weltweit befragten Sicherheits- und IT- Experten gab an, dass ein Notfallplan entweder nur informell oder gar nicht existiere. Die Ergebnisse der Studie fielen seit Jahren ähnlich aus, heisst es weiter. Zwischen 2016 und 2017 stieg der Anteil der Befragten, die sagten, sie hätten «einen unternehmensweit einheitlichen Response-Plan» für Sicherheitslecks, von 26 auf 27 Prozent. Gleichzeitig stieg der Anteil der Unternehmen ohne «Cyber Security Incident Response Plan» von 23 auf 24 Prozent. Die andere Hälfte der befragten Unternehmen befinde sich also dazwischen, wobei deren Interventionspläne vage oder uneinheitlich seien. Fehlende Investitionen Die Studie ergab auch, dass die Investitionen der Unternehmen zur Bekämpfung von Cyberbedrohungen zur Hälfte in die Prävention und zu einem Viertel in die Erkennung der Angriffe fliessen, sodass nur ein kleiner Teil des Budgets für die Eindämmung, Behebung und Bewältigung eines Vorfalls zur Verfügung steht (Grafik 2). Die neuen Datenschutzbestimmungen der Europäischen Union (EU- DSGVO), die am 25. Mai 2018 in Europa in Kraft treten werden, verlangen jedoch von den Organisationen einen umfassenden Notfallplan. Geld spielt beim Cyberwar eine zentrale Rolle. Eine Mehrheit der Befragten (60 Prozent) weist laut Studie auf den Mangel an Investitionen in künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen hin. Nur 31 Prozent von ihnen sind der Meinung, dass ihre Unternehmen über ein angemessenes Budget für ihre Cyber-Resistenz verfügen. 77 Prozent bedauern die Schwierigkeiten bei der Rekrutierung und Bindung von qualifiziertem Personal. Ein Mangel an Mitteln, der zweifellos die Ursache für die langen Reaktionszeiten nach einer Cyberattacke ist (57 Prozent, Grafik 1). Gleichzeitig beklagt eine grosse Mehrheit der befragten Fachleute immer zahlreichere (64 Prozent) und schwerwiegendere (65 Prozent) Angriffe. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_88213 GRAFIK 1 Wie hat sich die Zeitdauer verändert, in der Sie auf Cyberattacken reagieren? Sie hat deutlich zugenommen Sie hat zugenommen Sie ist unverändert geblieben Sie hat sich verringert Sie hat sich deutlich verringert 32 % 9% 3% 31 % 26 % GRAFIK 2 Investitionen in Reaktionen bei Cybersicherheitsvorfällen 50 45 40 35 30 25 20 15 10 5 44% 47% 26% 25% 15% 15% 11% 10% 0 Vorbeugung Erkennung Eindämmung Wiederherstellung 2016 2017 4% 3% Reaktion nach einem Angriff Quelle: IBM/Ponemon Institute | Bildquelle: ibrandify / Freepik.com; makyzz / Freepik.com 07 / 2018 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business Porträt 11 Beltronic – die nächste Generation übernimmt Statt nur Produkte zu verkaufen, satteln Reseller auf Services und Lösungen um. Die Firma Beltronic aus Bülach bewältigte diesen Wandel schon vor rund 30 Jahren. Ein neues, junges Führungsduo packt nun die Zukunft des Unternehmens an. Autor: Joël Orizet « Die typisch schweizerische Zurückhaltung gegenüber der Cloud ist verflogen. » André Frischknecht, Geschäftsführer von Beltronic Der Weg nach oben kann kurz sein. Ausbildung, Militär, erster Job, dann ins Kader. Was sich einfach anhört, haben André Frischknecht und Michael Fischer mit viel Fleiss erreicht. Vor knapp zehn Jahren absolvierten sie ihre Informatikerlehre und heuerten beim Bülacher IT-Dienstleister Beltronic an. Sie starteten fast gleichzeitig, machten ihr Hobby zum Beruf. «Dann schaukelten wir uns gegenseitig hoch», schmunzelt Fischer. Tatsächlich stellten die beiden ihre Leidenschaft unter Beweis, pushten sich gegenseitig und stiegen im vergangenen Jahr zu Geschäftsführern auf. Sie übernahmen das Ruder von Mitgründer Werner Kaiser. Er brachte Beltronic auf Wachstumskurs, nachdem das Unternehmen 1978 in einem Markt gestartet war, der erst später aufblühte und heute schon als abgegrast gilt. Vom Assemblierer zum Integrator Beltronic hatte als Assemblierer begonnen, lange bevor Computer die Haushalte eroberten. Kaiser sattelte jedoch früh um. Mitte der 1980er-Jahre gab er das Zusammenschrauben von Industrierechnern auf und setzte auf ein neues Geschäftsmodell. Fortan machte sich Beltronic als Systemintegrator einen Namen. Kamen neue IT-Trends auf, bewies Kaiser den richtigen Riecher. Als etwa die Virtualisierung durchstartete, preschte Beltronic hierzulande als Pionier in diesem Bereich vor, wie Fischer erklärt: «Wir zählten in der Schweiz zu den ersten Enterprise-Partnern von VMware», sagt er. Beltronic hatte deswegen Michael Fischer (l.) und André Frischknecht leiten die Ge schäfte von Beltronic. schon viele Virtualisierungsprojekte gestemmt, als die Technologie noch in den Kinderschuhen steckte. Ein Strauss an Lösungen und Managed Services Heute deckt Beltronic ein ganzes Spektrum an IT-Lösungen ab. Mit 18 motivierten Mitarbeitern konzipieren, realisieren und betreiben die beiden Geschäftsführer Speicher-, Netzwerk-, Security- und UCC-Lösungen. Hinzu kommen virtualisierte Server und Desktop-Umgebungen. «Wir finden für jede Anforderung die passende Lösung», sagt Frischknecht. Cloud-Services ergänzen Beltronics Repertoire. Sie reichen von der Migration in die Public Cloud über den Aufbau von Private Clouds bis hin zu Infrastructure-as-a-Service. Beltronic bietet auch Hosting und Housing in Rechenzentren in Zürich und Umgebung an. Die Angst vor der Cloud verfliegt Vor zwei, drei Jahren hätten viele Kunden bei der Frage nach der Cloud noch gezögert, sagt Fischer. «Die typisch schweizerische Zurückhaltung ist nun aber verflogen.» Die Nachfrage nach Cloud-Services nehme derzeit stark zu. Auch deswegen, weil die Preise der grossen Anbieter unter Druck geraten sind, wie Fischer erklärt. Eines sei den Kunden jedoch wichtiger als der Preis. «Sie wollen wissen, wo ihre Daten lagern, wer sie hostet und deren Verfügbarkeit garantiert», sagt Frischknecht. «Genau darin liegt der Mehrwert unserer Services.» Zwei, die sich ergänzen Die neuen Chefs verkörpern ebenso eingespielte wie gegensätzliche Charaktere. «Anfangs sind wir selten gleicher Meinung», merkt Fischer an. Doch schliesslich fänden sie immer einen gemeinsamen Nenner. «Was wir entwickeln, hat Hand und Fuss», fügt Frischknecht lächelnd hinzu. Beltronic bedient einen breit gefächerten Kundenkreis, der sich über das ganze Land erstreckt. Die meisten Kunden stammen aber aus dem Grossraum Zürich. Ausser dem technischen Know-how, dem Erfindergeist und der Erfahrung habe das Unternehmen auch andere Trümpfe in der Hand, sagt Frischknecht und ergänzt: «Persönlicher Kontakt und Vertrauenswürdigkeit: das ist es, was unsere Kunden schätzen, was uns wachsen lässt.» www.netzwoche.ch © netzmedien ag 07 / 2018

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