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Netzwoche 08/2016

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02 SPECIAL

02 SPECIAL Business-Software-Studie 2016 In Kooperation mit der FHNW Schweizer KMUs stellen ihrer Business- Software ein sehr gutes Zeugnis aus Die Business-Software-Studie 2016 befasst sich mit der Bedeutung von Business-Software für Schweizer KMUs. Das Institut für Wirtschaftsinformatik der Fachhochschule Nordwestschweiz führt die Befragungen alle zwei Jahre durch. In dieser Studie stehen der Nutzen der Business-Software und die Zufriedenheit der KMUs im Vordergrund. dIE autoren Uwe Leimstoll, Professor und Dozent für Wirtschaftsinformatik und E-Business am Institut für Wirtschaftsinformatik, Kompetenzschwerpunkt E-Business, FHNW Michael H. Quade, Dozent für Wirtschaftsinformatik und E-Business am Institut für Wirtschaftsinformatik, Kompetenzschwerpunkt E-Business, FHNW Business-Software (auch: betriebswirtschaftliche Anwendungssoftware) wird in kleinen und mittleren Schweizer Unternehmen fast flächendeckend eingesetzt – teilweise in Form spezifischer prozessbezogener Softwaremodule, teilweise als funktionsübergreifende Enterprise-Resource-Planning-Systeme (ERP-Systeme). Kleinstunternehmen sind in der Nutzung noch nicht ganz so weit. Aber immerhin setzen rund 60 Prozent von ihnen mindestens ein Business-Software-Modul ein, am häufigsten in der Finanzbuchhaltung und im Controlling. Doch inwiefern trägt Business-Software zum Erfolg eines Unternehmens bei? Ist Business-Software schon ein «Must-have», um Prozesskosten tief zu halten und im Wettbewerb zu bestehen und erfolgreich zu sein? Oder kann ein KMU auch ohne umfangreichen Einsatz von Business-Software im Wettbewerb bestehen? Beitrag von Business-Software für Geschäftsprozesse Mit diesen zentralen Fragestellungen befasst sich die Business-Software-Studie 2016. Die Studie soll die Auswirkungen der Business- Software auf die Effektivität und Effizienz der Geschäftsprozesse in Schweizer KMUs analysieren. Sie soll darüber hinaus aufzeigen, welche Erweiterungen der Prozessunterstützung geplant sind. Dabei kommt auch die Nutzung von Smartphones und Tablets sowie von Software-as-a-Service-Angeboten zur Sprache. Schliesslich soll die Zufriedenheit mit der Software detailliert untersucht werden, einerseits anhand der Qualität der Software, andererseits anhand des im Unternehmen erzielten Nutzens. Die Qualität der Software wiederum kann gemessen werden anhand der Informationsqualität, der Systemqualität und der Servicequalität. Die der Studie zugrunde liegenden Daten wurden in 925 Schweizer Kleinstunternehmen und KMUs im Herbst 2015 systematisch erhoben. Die DemoSCOPE AG führte wie schon für die vorangegangenen Business-Software-Studien die Telefoninterviews durch. Erstmals konnten die Befragten auch einen Onlinefragebogen benutzen. Zusätzliche Details zur Durchführung der Studie sind im Infokasten auf dieser Seite beschrieben. Die vorliegende Studie zur Erfolgsrelevanz von Business-Software setzt die empirische Studienreihe der FHNW zum Einsatz von Business-Software in Schweizer KMUs fort. Die einzelnen Studien behandeln wechselnde Schwerpunktthemen, die in unmittelbarem Bezug zu Business-Software stehen. Das Ziel besteht darin, relevante und aktuelle Marktdaten auf einer zuverlässigen Basis wissenschaftlich fundiert und mit umfassender Stichprobe zu erheben. Die Fragen werden jeweils gemeinsam mit Forschungspartnern aus der Wirtschaft erarbeitet, um die Praxisrelevanz und Aktualität der Themen gewährleisten zu können. Die Autoren danken an dieser Stelle ihren Partnern für die Zusammenarbeit. Die Forschungspartner kommen in diesem Special selbst zu Wort und geben auf Seite 8 ihr Statement zu den Studienergebnissen ab. Ein besonderer Dank gebührt den anonymen Führungskräften der befragten Unternehmen. Ohne ihre Bereitschaft, sich Zeit für das Interview zu nehmen und ihre Einschätzungen weiterzugeben, wäre die Durchführung solcher Studien nicht möglich. Die Studie Die Business-Software-Studie 2016 bezieht Unternehmen und andere Schweizer Organisationen mit 1 bis 250 Beschäftigten (gemessen in Vollzeitäquivalenten (FTE)) der Wirtschaftssektoren Industrie und Dienstleistungen ein. Von der Untersuchung ausgenommen sind einzelne Wirtschaftszweige, die nicht im Fokus der Studie liegen (NOGA-Codes D, E, O, P, S). Diese Grundgesamtheit umfasst 227 397 (1 bis 9 FTE) und 52 722 (10 bis 250 FTE) Unternehmen (Quelle: Bundesamt für Statistik BFS, Statnet 2013). Auf Basis einer nach Unternehmensgrösse und Branche geschichteten Stichprobe wurden 6000 Unternehmen zunächst schriftlich kontaktiert und über die Studie informiert. Den standardisierten Fragebogen mit überwiegend geschlossenen Fragen beantworteten daraufhin 298 Unternehmen spontan online und 236 nach telefonischer Rekrutierung. 391 Unternehmen bevorzugten ein Telefoninterview. Die telefonische Rekrutierung und die Telefon interviews (CATI) führte die DemoSCOPE AG, Adligenswil, durch. Die Befragung wurde in der Deutschschweiz und der Westschweiz durchgeführt und erstreckte sich über den Zeitraum von Mitte August bis Mitte Oktober 2015. Zielpersonen waren Führungskräfte, insbesondere Geschäftsführer und IT-Verantwortliche. Die präsentierten Ergebnisse sind in der Regel nach Unternehmensgrösse oder Branche gewichtet. Das Ziel der Gewichtung besteht darin, die Häufigkeitsverhältnisse in der Stichprobe an diejenigen in der Grundgesamtheit anzupassen. Dies erlaubt es, Aussagen über die Grundgesamtheit in der Schweiz zu machen. Dabei ist zu beachten, dass die Aussagen nur für die Wirtschaftszweige gelten, die in der Untersuchung eingeschlossen sind. Werden in den Auswertungen einzelne Grössenklassen unterschieden, folgt die Aufteilung nur teilweise dem allgemein Üblichen. Eine separate Gruppe bilden die Kleinstunternehmen mit 1 bis 5 FTE, die deutlich seltener Business-Software einsetzen als grössere Unternehmen. Weitere Gruppen umfassen Unternehmen mit 6 bis 19, 20 bis 49, 50 bis 99 und 100 bis 250 FTE. So entstehen etwa gleich grosse und relativ homogene Grössenklassen. 08 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

In Kooperation mit der FHNW Business-Software-Studie 2016 SPECIAL 03 Ausgewählte Ergebnisse der Business- Software-Studie 2016 Stets aktuelle Daten, stabile Systeme und gute Serviceleistungen bei Wartung und Support kennzeichnen die Qualität der Business-Software und ihrer Anbieter. KMUs profitieren davon in erste Linie durch eine höhere Produktivität und Entscheidungsqualität. Autoren: Uwe Leimstoll und Michael H. Quade Nicht zuletzt im Zuge des aktuellen Hypes um die digitale Transformation wächst in den Schweizer KMUs die Bedeutung der Informatik. In den Unternehmen mit 10 oder mehr Beschäftigten sagen mittlerweile 83 Prozent der Befragten, dass es für die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens wichtig sei, die Potenziale der Informatik auszuschöpfen (Bild 2). Das sind fast 10 Prozent mehr Unternehmen als noch in der Business-Software-Studie 2013. Je grösser das Unternehmen ist, desto grösser ist die Bedeutung der Informatik: In gut 70 Prozent der kleinsten und in 90 Prozent der grössten Unternehmen wird dem Ausschöpfen der Informatikpotenziale ein hoher Stellenwert bescheinigt. Eine mögliche Ursache für diese grosse Bedeutung liegt offensichtlich im Verhalten der Wettbewerber begründet: Rund 70 Prozent der Unternehmen sehen sich in ihrer Branche mit dem Druck konfrontiert, immer mehr Informatikmittel einsetzen zu müssen. Demgegenüber nutzen aber nur 60 Prozent der KMUs neueste Informatiktechnologie, um sich von den Wettbewerbern abzuheben. Hier existiert also offenbar noch ein gewisser Nachholbedarf. Konkret nimmt der Datenaustausch entlang der Wertschöpfungskette an Bedeutung zu, was sich in der Zusammenarbeit mit Lieferanten und Kunden zeigt: Immer mehr Kunden und Lieferanten erwarten, dass Daten elektronisch ausgetauscht werden. Die Zustimmung zu dieser Aussage liegt beim Datenaustausch mit Kunden bei etwa 75 Prozent und damit etwas höher als beim Datenaustausch mit Lieferanten mit leicht unter 70 Prozent. Die Aussage wird unabhängig von der Unternehmensgrösse relativ einheitlich beantwortet. Lediglich von den kleinsten Unternehmen (1 bis 5 FTE) wird die elektronische Unterstützung unternehmensübergreifender Prozesse etwas seltener erwartet. Hohe Diversität der Prozessunterstützung Nach derzeitigem Erhebungsstand wird spezifische Business-Software in Unternehmen aller Grössenklassen eingesetzt, aber natürlich in sehr unterschiedlichem Umfang. Die Nutzung von Office-Produkten wurde in der Befragung bewusst ausgeschlossen. Eine gewisse Schwelle bei der Nutzung ist bei den Unternehmen mit 6 und mehr Beschäftigten zu erkennen. Kleinere Unternehmen setzen deutlich seltener spezielle Business-Software-Module ein. Dies ist der Grund, weshalb bei einigen Auswertungen die kleinsten Unternehmen (1 bis 5 FTE) in eine separate Grössenklasse abgespaltet wurden. Auch wenn bei den Unternehmen mit mehr als 5 Beschäftigten von einer weit fortgeschrittenen, quasi flächendeckenden Nutzung BESCHrEIBUNg der StICHProbe Die Ergebnisse der Studie stützen sich fast ausschliesslich auf Aussagen von Personen in leitender Funktion (knapp 95 Prozent der Befragten). In den kleineren Unternehmen sind es überwiegend Geschäftsführer (CEOs), in den grösseren Unternehmen überwiegend IT-Leiter (CIOs) oder Führungskräfte in anderer Funktion. Die Umsatzspanne der Unternehmen reicht von unter 0,5 Millionen Franken (20 Prozent der Unternehmen) bis über 250 Millionen Franken (1 Prozent der Unternehmen) pro Jahr. Knapp ein Viertel der Unternehmen erzielt einen Umsatz von 15 Millionen Franken oder mehr. Die Gewinnentwicklung über die letzten drei Jahre verlief bei mehr als der Hälfte der Unternehmen stabil (plus/minus 2 Prozent pro Jahr). Die restlichen Unternehmen verzeichnen doppelt so viele positive Gewinnentwicklungen wie negative. In knapp 90 Prozent der Unternehmen blieb der Umsatz somit stabil oder er stieg an. In der Tendenz entwickelte sich der Umsatz in den grösseren Unternehmen besser als in den kleineren. Für einige Auswertungen werden fünf Grössenklassen gebildet, auf die sich die befragten Unternehmen relativ gleichmässig verteilen (Bild 1). Die Gruppe der kleinsten Unternehmen mit 1 bis 5 Beschäftigten (gemessen in FTE) ist mit 250 Unternehmen etwas grösser. Grund dafür ist ein sogenannter Boost: Aufgrund der Heterogenität der Kleinstunternehmen mit 1 bis 9 FTEs wurde eine erhöhte Anzahl dieser Unternehmen befragt (330). Die Verteilung der Unternehmen nach Branchen gestaltet sich in der Stichprobe mit wenigen Ausnahmen ähnlich wie in der Grundgesamtheit. Im Verarbeitenden Gewerbe, der zahlenmässig grössten und zudem sehr heterogenen Branche, wurde ebenfalls ein Boost durchgeführt. von Business-Software gesprochen werden kann, bedeutet das nicht, dass immer alle Prozessbereiche unterstützt werden. Selbst bei den grössten Unternehmen mit 100 bis 250 FTE werden einzelne Prozessbereiche von bis zu 25 Prozent der Unternehmen nicht unterstützt. Insgesamt am häufigsten unterstützt wird die Finanzbuchhaltung, am seltensten der Bereich Einkauf und Beschaffung. In Letzterem setzen rund 40 Prozent der Unternehmen keine spezifische Business-Software ein. Ob Unternehmen planen, die Prozessunterstützung auszubauen, zu erneuern oder anderweitig zu verändern, hängt stark von der Unternehmensgrösse ab. Je grösser die Unternehmen, desto änderungsfreudiger sind sie. Nur 3 bis 10 Prozent (je nach Prozessbereich) der kleinsten Unternehmen (1 bis 5 FTE) planen Änderungen – selbst in Prozessbereichen, die heute noch nicht mit Business-Software SPECIAL online auf www.netzwoche.ch Webcode 7808 Je grösser die Unternehmen, desto änderungsfreudiger sind sie. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 08 / 2016

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