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Netzwoche 08/2016

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04 SPECIAL

04 SPECIAL Business-Software-Studie 2016 In Kooperation mit der FHNW Bild 1: Unternehmen nach Unternehmensgrösse in fünf Kategorien Anzahl der Beschäftigten in fünf Kategorien 1 – 5 FTE 6 – 19 FTE 20 – 49 FTE 50 – 99 FTE 100 – 250 FTE n = 925, ungewichtet 17,62 % 163 27,03 % 250 vollzieht sich die Software-Unterstützung also recht dynamisch, vielerorts erfolgen laufende Anpassungen. Die Hitliste der aufzurüstenden Prozessbereiche unterscheidet sich ebenfalls nach der Unternehmensgrösse: Kleinstunternehmen (1 bis 9 FTE) planen oder wünschen sich Änderungen am häufigsten in Marketing/Vertrieb/CRM, am seltensten in der Produktion. KMUs (10 bis 250 FTE) stehen Änderungen am häufigsten im Controlling bevor, gefolgt von Datenmanagement, Produktion und Marketing/ Vertrieb/CRM, am seltensten in Kundenservice und Personal/Lohn. 17,95 % 166 16,86 % 156 20,54 % 190 Etablierte Anbieter weiterhin vorn Die Business-Software-Studie 2011 zeichnet ein detailliertes Bild über die Marktanteile der zahlreichen Hersteller nach Prozessbereichen. Die aktuelle Studie hat dieses Thema nur am Rande aufgegriffen, um eventuelle Veränderungen im Top-Ranking aufzuzeichnen. Im Ergebnis stellt sich heraus, dass die Unterschiede zwischen der Situation im Jahr 2011 und 2015 eher gering sind. Die grössten Marktanteile im Bereich Business-Software erreichen weiterhin Abacus, Sage, SAP und Microsoft. Je nach Grössenklasse der Anwenderunternehmen sind die Marktanteile freilich unterschiedlich hoch. Bild 2: Einschätzung der Situation des Unternehmens n (max.) = 594, alle Branchen, Ergebnisse gewichtet nach Grösse und Branche; 10 bis 250 FTE stimme voll zu stimme eher zu stimme eher nicht zu stimme nicht zu Für unsere Wettbewerbsfähigkeit ist es wichtig, die Potenziale der Informatik auszuschöpfen, n = 594 Immer mehr Kunden erwarten, dass wir Daten elektronisch zur Verfügung stellen und austauschen (z. B. Bestell- und Rechnungsdaten), n = 590 Immer mehr Lieferanten erwarten, dass wir Daten elektronisch zur Verfügung stellen und austauschen (z. B. Bestell- und Rechnungsdaten), n = 593 Wir nutzen neueste Informatiktechnologie, um uns von unserer Konkurrenz abzuheben, n = 589 0 % 20 % 40 % 60 % 80 % 100 % unterstützt werden. Bei den grössten Unternehmen (100 bis 250 FTE) sind es hingegen je nach Prozessbereich bis zu 40 Prozent, die Änderungen planen oder wünschen. Dabei geht es nicht nur um die Ausstattung von bisher nicht mit Business-Software unterstützten Bereichen, sondern – und das ist der häufigere Fall – um Veränderungen an bestehender Software. In den grösseren Unternehmen Hohe Zufriedenheit mit der Business-Software Die Ergebnisse zur Zufriedenheit insgesamt mit der Business-Software sind so eindeutig und einheitlich, dass getrost gefolgert werden kann, die Schweizer KMUs sind «glücklich» – zumindest mit der Unterstützung ihrer Prozessbereiche durch die Business-Software. Bild 3 zeigt anschaulich den hohen Grad an Zustimmung über alle Prozessbereiche hinweg. Befragt wurden hierzu nur Unternehmen, die in den jeweiligen Prozessbereichen bereits Business-Software einsetzen. Etwas detaillierter betrachtet sagen bis zu 50 Prozent der Befragten, sie seien mit der Business-Software «sehr zufrieden», bis über 90 Prozent sind «sehr zufrieden» oder «zufrieden». Es gibt fast keine Unternehmen, die mit «nicht zufrieden» antworteten. Die Unterschiede zwischen den Prozessbereichen sind gering. Nur gerade vier Bereiche fallen auf, mit deren Unterstützung die Unternehmen am häufigsten eher nicht zufrieden sind: Controlling, Marketing und Vertrieb, Datenmanagement sowie Warenlogistik und Lagerhaltung. Die Unterschiede nach der Unternehmensgrösse sind deutlicher: Die kleineren Unternehmen sind häufiger zufrieden als die grösseren. Bei den grössten Unternehmen (100 bis 250 FTE) sagen immerhin bis zu 20 Prozent aus, dass sie «eher nicht zufrieden» seien. Das betrifft die ersten drei der genannten Prozessbereiche. Aus diesen Beobachtungen lässt sich ableiten, dass es heute Business-Software gibt, die sehr gut für den Einsatz auch in kleinen Unternehmen geeignet ist. Die adäquate Unterstützung der höheren Komplexität bei grösseren Unternehmen durch Business-Software ist offensichtlich die grössere Herausforderung. Hohe Datenverfügbarkeit und stabile Systeme Die Zufriedenheit der Nutzer mit einer Software oder einem Informationssystem insgesamt kann mittels einer Einschätzung der Nutzer über die Informationsqualität, die Systemqualität und die Servicequalität erhoben werden. Bild 4 zeigt die Antworten zu neun 08 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

In Kooperation mit der FHNW Business-Software-Studie 2016 SPECIAL 05 Kriterien der Rubriken Informationsqualität und Systemqualität. Insgesamt fällt wieder der hohe Grad an Zustimmung auf, sodass die Qualität der Business-Software insgesamt als sehr hoch eingestuft werden kann. Ähnlich wie bei der Zufriedenheit wird die Qualität umso besser beurteilt, je kleiner die Unternehmen sind. Der Aussage etwa, dass die Business-Software alle Anforderungen vollständig erfüllt, stimmen mehr als 80 Prozent der Unternehmen mit bis zu 49 Beschäftigten voll oder eher zu. Dies zeigt wieder, dass die Anforderungen an die Software in den meisten kleineren Unternehmen zu einem sehr hohen Grad abgedeckt werden. An erster Stelle der Bewertungen liegen in den Unternehmen ab 6 Beschäftigten über alle Branchen hinweg die Aktualität der Daten, die Verfügbarkeit der Daten und die Stabilität der Systeme. Insgesamt findet zwischen den qualitätsbezogenen Aussagen aber nur eine relativ geringe Differenzierung statt. Sie ist umso stärker ausgeprägt, je grösser die Unternehmen sind. So wird dann spätestens in den Unternehmen mit 100 und mehr Beschäftigten deutlich, dass die Erfüllung der Anforderungen und die einfache und intuitive Bedienbarkeit der Software abfallen. Vor allem der Aussage zur Usability, dass sich die Business-Software sehr einfach und sehr intuitiv bedienen lässt, stimmen fast 40 Prozent der grösseren Unternehmen eher nicht oder nicht zu. Dieses Kriterium liegt bei den Firmen ab 20 Beschäftigten an letzter Stelle. Hier lassen sich also durchaus Ansatzpunkte für eine Weiterentwicklung der Software identifizieren. Die mit zunehmender Unternehmensgrösse abnehmende Abdeckung der Anforderungen kann wieder mit der höheren Komplexität der Organisation zusammenhängen. Sie kann aber auch darauf hinweisen, dass ein Verbesserungspotenzial bei der Evaluation der Systeme besteht und laufende Anpassungen erforderlich sind. In den eher kleinen Unternehmen mit 1 bis 19 Beschäftigten fällt auf, dass dem Kriterium, Daten aus verschiedenen Prozessbereichen gemeinsam nutzen zu können, am häufigsten (von rund 20 Prozent der Unternehmen) nicht oder eher nicht zugestimmt wird. Das mag darin begründet liegen, dass Unternehmen dieser Grösse oft nur einzelne Module einsetzen und Daten deshalb nicht prozessübergreifend zur Verfügung stehen. Höhere Produktivität und Entscheidungsqualität Der letzte Aspekt bezüglich Zufriedenheit mit der Prozessunterstützung durch Business-Software befasst sich mit der zentralen Frage, welchen Nutzen die Software am Ende stiftet und ob sie für den Erfolg eines Unternehmens relevant sein kann. Auch die Antworten auf diese Frage fallen überraschend einheitlich und positiv aus – sowohl was die verschiedenen Nutzenaspekte im Vergleich betrifft als auch die Bewertung von Unternehmen unterschiedlicher Grösse. Insgesamt stimmen rund 80 Prozent der Unternehmen voll oder eher zu, dass Nutzeneffekte wie eine Verbesserung der Entscheidungsqualität, eine Erhöhung der Produktivität oder gar eine effektivere Gestaltung von Geschäftsprozessen erreicht werden (Bild 5). Die kleinsten Unternehmen (1 bis 5 FTE) stufen den Nutzen dabei noch etwas höher ein als grössere Unternehmen. Einschränkend ist darauf hinzuweisen, dass die häufigste Antwort «stimme eher zu» lautet, das heisst rund die Hälfte der Unternehmen die Nutzeneffekte nur teilweise realisiert. Ihre volle Zustimmung erteilen um die 30 Prozent der Unternehmen. Rund ein Drittel der Firmen ist also von den positiven Nutzeneffekten überzeugt. In den kleinsten Unternehmen (1 bis 5 FTE) wird am häufigsten die Produktivität der Mitarbeitenden erhöht, in den grössten Unternehmen (ab 50 FTE) die Qualität der Entscheidungen und Arbeitsergebnisse. Den Unternehmen gelingt es aber auch, mithilfe der Business-Software die Geschäftsprozesse effektiver zu gestal- Bild 3: Zufriedenheit mit der Unterstützung durch Business-Software nach Prozessbereichen n (max.) = 501, alle Branchen, Ergebnisse gewichtet nach Grösse und Branche; 10 bis 250 FTE sehr zufrieden eher zufrieden eher nicht zufrieden nicht zufrieden Personalwesen, Lohnbuchhaltung, n = 468 Kundenservice, Wartung, n = 331 Auftragsabwicklung, Projektabwicklung, n = 409 Finanzbuchhaltung, n = 501 Produktion, Leistungserstellung (bei Dienstleistungsunternehmen), n = 338 Einkauf, Beschaffung, n = 312 Warenlogistik, Lagerhaltung, n = 270 Datenmanagement, Dokumentenablage, Archivierung, n = 379 Marketing, Vertrieb, CRM (Customer Relationship Management), n = 311 Controlling, Reporting, Geschäftsdatenanalyse, n = 405 0 % 20 % 40 % 60 % 80 % 100 % Bild 4: Einschätzung der Qualität der Business-Software n (max.) = 549, alle Branchen, Ergebnisse gewichtet nach Grösse und Branche; 10 bis 250 FTE stimme voll zu stimme eher zu stimme eher nicht zu stimme nicht zu Unsere Daten können mit der Business-Software stets aktuell gehalten werden, n = 548 Die Business-Software stellt uns die notwendigen Daten zur Verfügung, n = 548 Die Business-Software läuft sehr stabil, wir haben praktisch keine Ausfälle, n = 549 Unsere Daten werden von der Business-Software in sehr verständlicher Form dargestellt, n = 548 Die Business-Software reagiert sehr schnell auf Eingaben, n = 545 Mit der Business-Software lassen sich unsere Prozessbereiche optimal steuern, n = 533 Daten aus versch. Prozessber. können durch die Bus.-Softw. gemeinsam genutzt werden, n = 538 Die Business-Software erfüllt alle unsere Anforderungen vollständig, n = 548 Die Business Software lässt sich sehr einfach und sehr intuitiv bedienen, n = 547 0 % 20 % 40 % 60 % 80 % 100 % www.netzwoche.ch © netzmedien ag 08 / 2016

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