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Netzwoche 08/2016

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06 SPECIAL

06 SPECIAL Business-Software-Studie 2016 In Kooperation mit der FHNW Bild 5: Einschätzung der Nützlichkeit der Business-Software n (max.) = 529, alle Branchen, Ergebnisse gewichtet nach Grösse und Branche; 10 bis 250 FTE stimme voll zu stimme eher zu stimme eher nicht zu stimme nicht zu Bild 6: Nutzung von Software-as-a-Service nach Grössenklassen n = 779, Anzahl der Beschäftigten in fünf Kategorien, gewichtet nach Branche in keinem Prozessbereich in einem Prozessbereich Die Business-Software erhöht die Qualität von Entscheidungen und Arbeitsergebnissen, n = 528 Die Business-Software ermöglicht es uns, Geschäftsprozesse wirksamer (effektiver) zu gestalten, n = 529 Die Business-Software erhöht die Produktivität der Mitarbeitenden, n = 529 Die Business-Software erhöht die Flexibilität und Reaktionsfähigkeit der Mitarbeitenden, n = 525 0 % 20 % 40 % 60 % 80 % 100 % 100 % 80 % 60 % 40 % 20 % 0 % in einigen Prozessbereichen in den meisten Prozessbereichen 1 – 5 FTE 6 – 19 FTE 20 – 49 FTE 50 – 99 FTE 100 – 250 FTE ten sowie die Flexibilität und Reaktionsfähigkeit der Mitarbeitenden zu erhöhen. Diese Effekte können durchaus als erfolgsrelevant betrachtet werden. Sie sind es vielleicht nicht im Sinne einer strategischen Positionierung des Unternehmens. Die Business-Software trägt aber zur Effektivität und Effizienz der KMUs bei. Sie bildet darüber hinaus eine zentrale Basis für eine weitergehende Digitalisierung in verschiedenen Unternehmensbereichen, so etwa für den genannten elektronischen Datenaustausch, den immer mehr Kunden und Lieferanten von einem Grossteil der Schweizer KMUs erwarten. Dazu zählt auch der Versand elektronischer Rechnungen, den bisher je nach Grössenklasse nur 5 bis 15 Prozent der KMUs realisiert haben. Letztlich trägt die Business-Software mit den erzielbaren Effekten zur Nutzung der Potenziale der Informatik bei, was wie beschrieben von einer grossen Mehrheit der Unternehmen als wettbewerbsrelevant eingestuft wird. Software-as-a-Service wird auch von KMUs genutzt Mittlerweile nutzt bereits eine nennenswerte Anzahl von Unternehmen Business-Software, die von einem Dienstleister im Internet betrieben wird (Software-as-a-Service, SaaS). Rund 40 Prozent der Unternehmen, die Business-Software einsetzen, sagen aus, dass die Software mindestens eines Prozessbereichs extern betrieben wird (Bild 6). Das bedeutet, dass in vielen Unternehmen nur Teile der Business-Software als SaaS bezogen werden. In den meisten Unternehmen, die SaaS nutzen, sind das «einige» Prozessbereiche. Nur 15 bis 17 Prozent der Unternehmen setzen SaaS für die «meisten» Prozessbereiche ein. Die Unterschiede nach der Unternehmensgrösse sind gering, das heisst, SaaS wird in kleinen und grossen KMUs gleichermassen genutzt. Zukünftig könnte sich die Nutzung von SaaS in KMUs deutlich erhöhen. Unternehmen, die SaaS bisher noch nicht nutzen, haben allerdings unterschiedliche Einstellungen dazu – je nachdem, ob sie bereits Business-Software einsetzen oder nicht. Unternehmen, die dies tun, äussern sich eher zurückhaltend. Je nach Grössenklasse würden knapp 20 bis knapp 40 Prozent SaaS nutzen, sofern die Rechnersysteme von einem Schweizer Anbieter betrieben werden. Unternehmen, die noch keine Business-Software einsetzen, aber sich dies für die Zukunft wünschen oder schon geplant haben, antworten sehr uneinheitlich. Dies kann an der relativ geringen Anzahl von Unternehmen liegen. Insgesamt ist aber zu sehen, dass die Einstellung zum Outsourcing deutlich positiver ausfällt als bei den Unternehmen, die bereits Business-Software einsetzen. Von den 55 antwortenden KMUs (ungewichtet) stimmen 13 (24 Prozent) der Aussage voll zu, sie würden Business-Software als SaaS-Dienst von Schweizer Anbietern nutzen. 25 KMUs (45 Prozent) stimmen der Aussage eher zu. Damit können sich rund 70 Prozent dieser Unternehmen vorstellen, SaaS zu nutzen. In dieser Durchführung der Studie wurde erstmals das Alter der Befragten erhoben – dies um zu prüfen, ob es zwischen den Generationen unterschiedliche Einstellungen zu einzelnen Themen gibt. Die Einstellung zum Outsourcing lässt eine Abhängigkeit vom Alter der befragten Personen erkennen (Bild 7). Jüngere Befragte würden eher SaaS nutzen als ältere Befragte. Dabei wird deutlich häufiger mit «stimme eher zu» geantwortet als mit «stimme voll zu». Die Entscheidung für oder gegen SaaS ist teilweise also auch eine Generationenfrage, und es bestehen weiterhin grosse Unsicherheiten hinsichtlich dieser Entscheidung. Smartphones und Tablets auf dem Vormarsch Die Nutzung von Smartphones und Tablets macht auch vor Business- 08 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

In Kooperation mit der FHNW Business-Software-Studie 2016 SPECIAL 07 Software nicht Halt. Allerdings ist der prozentuale Anteil der Smartphone- und Tablet-Nutzer an den Nutzern der Business-Software insgesamt noch gering. Gefragt wurde hierzu direkt nach der Nutzung der Business-Software mit Smartphones und Tablets. In rund 80 Prozent der befragten KMUs wird die Business-Software mit dem Smartphone gar nicht genutzt. Zwischen 65 und 80 Prozent nutzen die Software auch nicht mit dem Tablet. Eine lineare Abhängigkeit der Nutzung von Smartphones und Tablets vom Alter kann nicht beobachtet werden. Dennoch ist eine offensichtliche Abhängigkeit vorhanden: Die jüngsten und ältesten Befragten schätzen den Anteil der Mobile-Nutzer höher ein als die Befragten mittleren Alters. Bei den jüngsten Befragten könnte die Affinität zu mobilen Geräten eine Rolle spielen, bei den ältesten Benutzern die Zeit, die sie sich aufgrund ihrer Erfahrung nehmen (oder es sich leisten können), um sich mit innovativen Themen zu beschäftigen. Die Nutzung von Business-Software mit Smartphones und Tablets wird künftig deutlich zunehmen. Insgesamt plant ein stattlicher Anteil der KMUs, die Business-Software künftig sehr intensiv auch mit Smartphones und Tablets zu nutzen. Von den Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten sind dies 40 Prozent der Unternehmen. In kleineren Unternehmen sind es etwas weniger. Zusammenfassung und Fazit Die Zeiten, in denen die Meinung vorherrschte, Business-Software sei nur etwas für grössere Unternehmen, scheinen endgültig vorbei zu sein. Die Business-Software-Studie 2016 zeigt, dass selbst Kleinstunternehmen mit nur 1 bis 5 Beschäftigten Business-Software einsetzen und damit sehr häufig ihre Produktivität, Effektivität, Flexibilität und Entscheidungsqualität steigern können. Diese Effekte werden sogar in kleineren Unternehmen häufiger erreicht als in grösseren Unternehmen. Auch wenn die Zufriedenheit mit der eingesetzten Business- Software durchweg extrem hoch ist, gibt es vor allem unter den grösseren Unternehmen etliche, deren Anforderungen von der Software nicht voll abgedeckt werden. Auch auf eine mangelnde Usability weisen relativ viele der grösseren Unternehmen hin. Eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Softwareprodukte ist damit angesagt – nicht nur seitens der Hersteller, sondern auch seitens der Unternehmen, die die Software einsetzen. Welche Prozesse in den KMUs mit Business-Software unterstützt werden, ist sehr unterschiedlich. Trotz der schon weit fortgeschrittenen Durchdringung mit Business-Software planen etliche Unternehmen Erweiterungen oder Veränderungen, wobei es sich häufiger um Erweiterungen bereits vorhandener Module handelt. Dies zeigt, dass die KMUs auch die bereits vorhandene Prozessunterstützung punktuell ausbauen. Der Bezug von Business-Software in Form von SaaS-Diensten scheint sich nun definitiv etabliert zu haben. Zum einen nutzen schon relativ viele KMUs SaaS für einzelne Prozessbereiche, zum anderen kann sich ein Teil der bisherigen Nicht-Nutzer vorstellen, SaaS zukünftig zu nutzen. Dennoch wird es weiterhin Unternehmen geben, die ihre Systeme selbst betreiben wollen. Es ist also weiterhin eine Vielfalt der Betriebs- und Bezugsmodelle angesagt. Smartphones und Tablets, die mittlerweile privat wie geschäftlich Alltagsgeräte von zentraler Bedeutung sind, finden nun auch Bild 7: Einstellung zu Software-as-a-Service (SaaS) von Unternehmen, die SaaS noch nicht nutzen, nach Alter der Befragten n = 437, Alter der Befragten in zehn Kategorien, ungewichtet Wir würden Business-Software einsetzen, die auf Rechnersystemen von Schweizer Anbietern im Internet betrieben wird. stimme voll zu stimme eher zu stimme eher nicht zu stimme nicht zu über 65 61 – 65 56 – 60 51 – 55 46 – 50 41 – 45 36 – 40 31 – 35 26 – 30 unter 25 0 % 20 % 40 % 60 % 80 % 100 % den Zugang zur Business-Software. Heute ist ihre Nutzung in diesem Kontext noch gering. Aber zukünftig wird sich der Einsatz dieser Geräte zur Nutzung der Business-Software in den Schweizer KMUs etablieren. Das bereits hohe Niveau der Software-Unterstützung und ihrer positiven Effekte könnte damit vor allem hinsichtlich der Flexibilisierung und Mobilisierung von Arbeitsprozessen weiter vorangetrieben werden. Quellen •• Bundesamt für Statistik BFS: Statistik zur Unternehmensstruktur STATNET 2013 – Anzahl Arbeitsstätten nach Wirtschaftsbranchen und nach Grössenklassen. Stand: 11.08.2015. •• Leimstoll, U.; Quade, M. H.: Special Business-Software- Studie 2011. In: Netzwoche, Netzmedien AG, Zürich, 28.9.2011, 17, S. 1 – 8 (Special). •• Leimstoll, U.; Quade, M. H.: Special Business-Software- Studie 2013. In: Netzwoche, Netzmedien AG, Zürich, 9.10.2013, 18, S. 1 – 8 (Special). ImprESSUM Die Business-Software-Studie 2016 wurde vom Kompetenzschwerpunkt E-Business des Instituts für Wirtschaftsinformatik IWI der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW konzipiert und durchgeführt. Adresse: Peter Merian-Strasse 86, Postfach 4002 Basel Kontakt: iwi.wirtschaft@fhnw.ch www.fhnw.ch/iwi/bss © 2016 Netzmedien AG, FHNW www.netzwoche.ch © netzmedien ag 08 / 2016

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