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Netzwoche 08/2016

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26 Technology Aktuell

26 Technology Aktuell Anzeige www.netzwoche.ch Atomare Magneten tjo. Forscher der ETH, EPFL und von IBM haben einen Ein- Atom-Magneten aus einem einzigen Kobaltatom auf einer hauchdünnen Magnesiumoxid-Oberfläche geschaffen. Er sei so stark und stabil wie physikalisch überhaupt möglich, teilt die ETH mit. Die Miniaturisierung von Magneten sei besonders für neue Speichertechnologien wichtig. ▸ Webcode 7684 Big-Data-Lab an der HSLU mur. Die Softwareplattform X-Lab der Hochschule Luzern (HSLU) soll Experimente mit sehr grossen Datenmengen erlauben. Das X-Lab ist für Studierende, Dozierende und Externe zugänglich, wie die HSLU mitteilt. Das X-Lab ermögliche die Entwicklung datenbasierter Anwendungen und Lehrmaterialien. Ein Partner ist der Softwarehersteller SAS. ▸ Webcode 7665 Fintech-Start-ups top cgr. Mit drei Fintech-Start-ups ist die Schweiz auf der «Fintech50 2016»-Liste vertreten. Jährlich kürt eine Jury die besten Jungunternehmen Europas und veröffentlicht diese online. Unter den Besten sind die Zuger Blockchain-Startups Monetas und Ethereum sowie der Versicherungsbroker Knip aus Zürich. ▸ Webcode 7569 IT Services und Managed Print Services – IT Services und Managed alles aus Print einer Services Hand! – alles IT Services aus einer Hand! und Managed Print Services – alles aus einer Hand! Mit Bildersuche auf Verbrecherjagd cka. Eine forensische Software aus Luzern soll Schurken das Handwerk legen – über deren Schuhe. Das Programm mit dem Namen «Fast» (Find and Share Tracks ) analysiert und vergleicht Schuhspuren an Tatorten und soll so die Polizei auf die richtige Fährte lenken. Es entstand aus einer Zusammenarbeit des Unternehmens Forensity, der Hochschule Luzern und der Universität Basel. «Schuhspurenbilder sind sehr schwierig zu interpretieren», sagt Thomas Stadelmann, CEO von Forensity auf Anfrage. Stadelmann war früher selbst Kriminaltechniker bei der Kantonspolizei Schwyz. «Aufgrund der unbeschränkten Anzahl geometrischer Formen auf Schuhsohlen ist es für den Computer anspruchsvoll, diese Muster zu lernen.» Mensch und Maschine «Fast» leistet deshalb mehr. «Wir suchen nicht direkt in den Bildern, sondern über die Merkmale des Schuhs», sagt Thomas Koller vom Kompetenzzentrum Distributed Secure Software Systems der Hochschule Luzern. Das Programm könne auch dann noch Treffer finden, wenn sich die Merkmale durch Verschleiss verändern. Die Software braucht dazu jedoch einen menschlichen Anwender, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Alle Merkmale und Attribute, die der Anwender auf der Spur erkennt, kann er in das System eingeben und so die Suche verbessern. Die Abdrücke werden in einer Referenzdatenbank gesammelt. So hilft die Software gemäss Koller auch bei interkantonalen Delikten, den Schuh dem richtigen Täter zuzuordnen. Für die Datenbank arbeitet Forensity mit Schuhgrossisten zusammen. In der Schweiz steht das Unternehmen direkt mit den Polizeistellen in Kontakt. Im Ausland setzt Forensity auf lokale Vertriebspartner. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode 7772 ETH entwickelt Software für Roboter-Bastler cka. Die ETH Zürich hat in Zusammenarbeit mit Disney Research Zürich und der Carnegie Mellon University eine neue Software entwickelt. Mit dieser können auch Durchschnittsanwender ihre eigenen Roboter erschaffen, wie die ETH mitteilt. Der Nutzer erstellt mit der Software zunächst ein Skelett für den Roboter. Damit definiert er unter anderem die Anzahl Beine. Mit einfachen Befehlen wie «vorwärts bewegen» oder «seitwärts bewegen» generiert die Software anschliessend Bewegungsmodelle für den Roboter. Die Software kümmere sich um das Rechnen, sodass sich der Nutzer ganz auf die «kreativen Aspekte des Designs» konzentrieren könne, heisst es in der Mitteilung. Die Baupläne, die das Programm erstellt, können anschliessend am 3-D-Drucker ausgedruckt werden. Entstanden ist das Programm im Rahmen der Dissertation von Vittorio Megaro. Die von Megaro designten Roboter seien bewusst einfach gestaltet. Sie können nur die Gangarten annehmen, die vom Nutzer via Software anfänglich bestimmt wurden. Ein fünfbeiniger insektenähnlicher Roboter von Megaro etwa kann sich vorwärts und zur Seite bewegen. Er kann jedoch keine Hindernisse identifizieren, da keine Sensoren installiert sind. Bis jetzt war es laut Megaro schwierig, Roboter mit jeder gewünschten Morphologie zu entwickeln. Nun sei es auch Laien möglich, Roboter-Kreaturen nach ihren Vorstellungen herzustellen. Wie die ETH mitteilt, befindet sich die Software derzeit in Entwicklung und ist noch nicht frei zugänglich. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode 7761 Eine neue Software der ETH Zürich macht das Erschaffen von Robotern zum Kinderspiel. Bild: P. Rüegg / ETH Zürich www.graphax.ch www.graphax.ch 08 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag www.graphax.ch

Technology Research 27 Das Internet der Dinge materialisiert sich Das Internet der Dinge tritt aus dem Schatten eines reinen «Hype-Begriffs». Es gibt keinen Grund mehr, dem Thema nicht einen Platz ganz oben auf der Agenda in der Unternehmensplanung zu verschaffen. der autor Philipp A. Ziegler Geschäftsführer, MSM Research AG Internet der Dinge – Bedeutung des BegRIFFs – Assoziationen Was verbinden Sie am ehesten mit dem Begriff «Internet der Dinge»? Mehrfachantworten möglich, n=78 Maschinen kommunizieren miteinander Industrie 4.0 – die intelligente und automatisierte Fabrik und Produktion Die Digitalisierung des Lebens Innovation und neue Geschäftsmöglichkeiten 47 % 47 % 53 % 66 % Die globale Vernetzung 32 % Die Zukunft und Rolle des Internet 20 % Verbesserung des Kundenzugangs Betrifft Dinge und Nutzung im Privatbereich 10 % 7 % Quelle: MSM Research Es käme einer strategischen Naivität gleich, die Marktchancen nicht zu prüfen und damit Gefahr zu laufen, den Anschluss zu verpassen. Noch stehen wir im Schweizer Markt mit Blick auf das Internet der Dinge am Anfang, die derzeitigen Projektumsätze bewegen sich im Vergleich zum ICT-Gesamtmarkt noch in marginaler Höhe. Der Markt entwickelt sich aber exponentiell, das Neuland hat sich mehr als tragfähig erwiesen. Die Resultate unserer ersten Studie zum Thema Internet der Dinge im Schweizer Markt zeigen, dass die Mehrheit der befragten ICT-Verantwortlichen den Begriff des «Internet of Things» mit der Maschinenkommunikation M2M (66 Prozent) und der Industrie 4.0 (53 Prozent) verbinden. Dies ist nicht weiter überraschend, denn die Digitalisierung hat bereits seit längerem in der Fertigungs industrie Einzug gehalten. Die Automatisierung der Produktion und der Einsatz der Robotik sind keine neuen Schlagworte. Verschlankung der Abläufe, Individualisierung des Leistungsangebots, individuelle Fertigung auch kleinerer Serien und Verkürzung der Reaktionszeiten auf Veränderungen am Markt sind heute zwingende Parameter zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit. Das Internet der Dinge hat hier die Welt der traditionellen Businessmodelle längst auf den Kopf gestellt und schafft vollkommen neue Gesetzmässigkeiten. Es materialisieren sich viele neue Marktchancen und Wettbewerbsvorteile. Tektonische Verschiebungen im Markt Die Frage stellt sich heute nicht mehr, ob das Internet der Dinge auch Einfluss auf das Business in anderen vertikalen Märkten und auf die etablierten Modelle haben wird oder nicht, sondern in welchem Umfang es diese betrifft und ob die Unternehmen in diesen Branchen darauf vorbereitet sind. Das Momentum und die Pace der Innovation und zu erwartenden Veränderungen im Markt sind gross. Das Internet der Dinge verändert die Businessmodelle und unser Leben nachhaltig in seiner ganzen Diversität. Das, was die Digitalisierung und das Internet der Dinge in den kommenden Jahren auf breiter Basis auslösen werden, sind eigentliche tektonische Verschiebungen im Markt, denen kaum ein Marktteilnehmer entkommen kann. Es käme einer strategischen Naivität gleich, die Zeichen der Zeit, das künftige Potenzial und die Marktchancen nicht zu prüfen und Gefahr zu laufen, den Einstieg und Anschluss zu verpassen. Ein Start mit kleinen Schritten ist besser als Stillstand und staunendes Abwarten oder ein später und dann überhasteter Einstieg in unbekanntes Terrain. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode 7778 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 08 / 2016

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