Aufrufe
vor 3 Jahren

Netzwoche 08/2016

  • Text
  • Unternehmen
  • Schweizer
  • Netzmedien
  • Schweiz
  • Software
  • Kmus
  • Swiss
  • Webcode
  • Agentur
  • Unic

36 Focus Information

36 Focus Information Governance Einheitliche Regeln für die Sicherheit! Der Schweizer IT fehlt ein einheitliches Label für die Datensicherheit. Bezügern würde es helfen, den richtigen Schutz einzufordern, Anbieter könnten sich dadurch auszeichnen. Wer macht den ersten Schritt? der autor Kaspar Geiser ist Geschäftsleiter des Hosting-Anbieters Aspectra. Sinnvoll wäre ein Label mit Klassifizierung ähnlich der bekannten Energieetikette. Der Schweizer IT fehlt ein einheitliches, anerkanntes Label für die Sicherheit von Daten. In der Öffentlichkeit fehlt das Bewusstsein dafür: Wir diskutieren über Staatstrojaner, aber nicht darüber, wie Unternehmen im Alltag Daten sichern, lagern und bewirtschaften. Statt eines offiziellen Labels existieren zahlreiche private. Diese schaffen aber nicht mehr, sondern im schlimmsten Fall sogar weniger Sicherheit. Denn kaum jemand hat den Überblick über ihre Bestimmungen. Die wesentlichen Fragen stellen sich wenige: Was regelt ein Label? Und wer steht dahinter? SSL-Zertifikate etwa bürgen für sichere Verbindungen mit einer existierenden und geprüften Firma. Doch ob der Server dahinter über alle nötigen Sicherheitseinstellungen verfügt und in welchem Land sich der Server befindet, erkennt man nicht. Firmen sind auf sich gestellt Wenn Firmen bestimmen, welchen Schutz ihre Daten (und jene ihrer Kunden) benötigen, sind sie also auf sich gestellt. Für sinnvolle Governance-Richtlinien fehlt aber vielen das Know-how. Branchenstandards wie ISO 27001 oder die Rundschreiben der Finma bieten Richtlinien, aber nicht mehr. Das Resultat sind Sicherheitslücken – und viel Aufwand bei der Vergabe von Aufträgen an externe IT-Dienstleister. Abhilfe schaffen nur einheitliche, verbindliche Standards, die den Umgang mit Daten verständlich und transparent regeln. Wer macht den ersten Schritt? Der Föderalismus und die verschiedenen Interessen von Wirtschaft und Staat erschweren das Verfassen einer solchen Etikette. In verschiedenen Branchen sind Ansätze dafür zu erkennen: Das Bundesgesetz über das elektronische Patientendossier (EPDG) enthält wohl die am weitesten fortgeschrittene Regelung für technische Umsetzungen. Unabhängig vom EPDG könnte die Gesundheitsdirektorenkonferenz Empfehlungen für die IT-Sicherheit verfassen, durchsetzen müssten dies dann aber die Kantone. Im E-Commerce ist die Situation komplizierter: Es ist unklar, wer solche Anforderungen für E-Shops oder Seiten mit zahlungspflichtigen Inhalten erlassen könnte. Der Verband des Schweizerischen Versandhandels (VSV) wäre ein Partner, jedoch nur für Onlineshops und nicht für Medien mit Bezahlinhalt. Ein branchenübergreifender Standard für die Klassifizierung und den Schutz von Daten kann wohl am besten Für sinnvolle Governance-Richtlinien fehlt vielen Unternehmen das nötige Know-how. Bild: Fotolia der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB) erlassen. Um eine breit abgestützte Akzeptanz zu erreichen, muss sich aber die Wirtschaft, etwa via Verbände, an dieser Definition beteiligen. Auch wäre es sinnvoll, andere Behörden wie die Finma oder das Bundesamt für Polizei (FEDPOL) mit an Bord zu haben. Klassifizierung statt Vorschriften Der neue Standard dürfte nicht bloss aus Vorgaben für IT- Dienstleister bestehen. Sinnvoll wäre ein Label mit Klassifizierung ähnlich der bekannten Energieetikette. Die «IT- Sicherheitsetikette» enthielte eine Definition, für welche Dienstleistungen welche Anforderungen gelten. Abhängig von der Art der Daten gilt ein anderer Sicherheitsstandard. Dem Servicebezüger bietet eine solche Etikette Orientierung, sie hilft ihm, die richtige Leistung einzukaufen. Denn nicht jede Anwendung erfordert gleich die höchste Sicherheitsstufe. Produktinformationen eines Onlineshops erfordern nicht dieselben Vorkehrungen wie Patientendaten. Für Letztere wäre geregelt, ob Daten in der Schweiz gespeichert sind, wie gut Server überwacht werden müssen oder ob ein Back-up in einem zweiten Rechenzentrum vorhanden sein muss. IT-Anbieter profitieren davon, weil sie ihre Leistungen anhand des Rasters positionieren können. Ausschreibungen wären weniger umfangreich, weil Anbieter ihre Standards regelmässig von Prüfgesellschaften auditieren lassen. Und Dienstleister wie Banken, Pensionskassen oder Versicherungen erhielten ein Gütesiegel für ihren Umgang mit Daten. 08 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Products Neuheiten 37 Ein Projektor macht auf Tablet tjo. BenQ hat einen neuen Beamer vorgestellt. Der MW883UST verfügt über Windows-Gesten-Steuerung, wie der Hersteller mitteilt. Dadurch soll sich die Projektion wie ein grosses Tablet bedienen lassen: Apps auswählen, Fotos vergrössern, hoch- und runterscrollen – alles per Fingerdruck. Das funktioniert an der Wand oder auf einem Tisch. Laut Hersteller eignet sich das Gerät für grosse wie für kleine Räume. Denn der Beamer ist ein Ultrakurzdistanz- Projektor. Mit 12 Zentimeter Abstand projiziert das Gerät ein Bild mit über 95-Zoll-Diagonale. Mit der Dual-Screen- Funktion lassen sich ausserdem zwei Projektionen zu einer grossen zusammenfügen, wie es vonseiten BenQ heisst. Hands-on: Huawei Mate 8 Das Huawei Mate 8 überzeugt durch eine lange Akkulaufzeit. Der MW883UST reagiert wie ein Touchscreen auf Berührung. 3300 ANSI Lumen und WXGA-Auflösung Wahlweise kann man die Pointwrite-U-Technologie dazukaufen. Hiermit sollen mehrere Teilnehmer Anmerkungen oder Skizzen in die Projektion schreiben können. Deshalb eigne sich der Beamer besonders für Schulen. Kurze Reaktionszeiten würden für ein natürliches Schreibgefühl sorgen. Der MW883UST löst mit 1280 x 800 Pixeln im Verhältnis 16:10 auf. Die Lichtstärke gibt BenQ mit 3300 ANSI Lumen und einem maximalen Kontrast von 10 000:1 an. Der Beamer ist für 2279 Franken im Fachhandel erhältlich. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode 7578 dkl. Die Redaktion hat das seit Januar in der Schweiz erhältliche Huawei Mate 8 getestet. Am meisten beeindruckte der Akku, der im Test durchschnittlich 36 Stunden durchhielt. Doch nicht nur der Akku, auch die Verarbeitungsqualität des Mate 8 ist herausragend. Das Display selbst überzeugt durch grosse Helligkeit und eine hohe Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln. Der 2,3-Gigahertz-Octacore namens Kirin 950 sowie 3 Gigabyte Arbeitsspeicher machen das Mate 8 sehr schnell. Der Wechsel zwischen Apps läuft flüssig und geschieht augenblicklich. Die 16-Megapixel-Kamera auf der Rückseite macht zudem ausgezeichnete Bilder. Man kann sie jedoch nur benutzen, wenn man ihr Zugriff auf den Standort des Geräts erlaubt. Mehr Smartphone für weniger Geld gibt es kaum Grundsätzlich ist das Huawei Mate 8 ein sehr gutes Smartphone. Die hochwertigen Materialien und die Grösse des Geräts machen es allerdings etwas schwer. Wer bislang ein 4-Zoll-Gerät benutzte, dem dürfte der Umstieg schwerfallen. Wen die Grösse und die Restriktionen nicht stört, fährt mit dem Mate 8 gut. Das Mate 8 gibt es in einer Version mit 32 Gigabyte für 599 Franken und in einer Version mit 64 Gigabyte für 699 Franken. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode 7609 www.NETZwoCHE.ch Zyxel bringt neuen Powerline-Adapter tjo. Der Netzwerkspezialist Zyxel hat mit dem PLA5456 einen neuen Powerline-Adapter vorgestellt, wie Zyxel-Distributor Studerus mitteilt. Mit dem Adapter lasse sich jede beliebige Steckdose in einen Internetzugang umwandeln, mit Datenraten von bis zu 1800 Megabit pro Sekunde. Der Powerline-Adapter funkt zusätzlich Daten über sein WLAN-Modul mit MIMO-Technik. Das Starter-Kit enthält zwei Adapter und kostet gemäss Studerus 199 Franken. ▸ Webcode 7707 HP verbessert seine Z-Workstations tjo. HP hat in den Modellen Z840, Z640 und Z440 schnellere Speicher verbaut und die Systemerweiterbarkeit erhöht, wie der Hersteller mitteilt. Im Inneren stecken Intel-Prozessoren der Xeon- E5-2600-V4-Reihe. Diese ermöglichen den Workstations Speichergeschwindigkeiten von bis zu 2400 Megahertz. Dabei werden bis zu 44 physische Kerne pro Workstation unterstützt. Die Workstations können zudem mit weiteren HDDs und SSDs erweitert werden. ▸ Webcode 7689 Pionierpreis geht an Digitalkamera tjo. Der diesjährige Pionierpreis des Technoparks Zürich und der Zürcher Kantonalbank geht an Nomoko, wie der Technopark mitteilt. Nomoko entwickelte eine Digitalkamera und eine dazugehörige Software, welche die Bilder in 3-D- Modelle umwandelt. Die Bilder haben eine Auflösung von 1000 Megapixeln und enthalten durchschnittlich 50 Mal mehr Informationen als vergleichbare Aufnahmen. Daraus würden bis zu 70 Mal bessere 3-D-Modelle entstehen, als bisher ohne manuelle Bearbeitung möglich gewesen sei. ▸ Webcode 7645 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 08 / 2016

Archiv