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Netzwoche 08/2017

22 People Live: Swiss

22 People Live: Swiss Digital Transformation Award – Swisstopo grafischen Landschaftsmodell in ein digitales kartografisches Modell überführt. Anschliessend werden aus dem digitalen Höhenmodell die Höhenkurven und die Senken abgeleitet und es werden gewisse Objekte symbolisiert. Diese vektoriellen Daten werden mit den Rasterdaten des Höhenmodells und denen der Geländedarstellung (Fels, Relief, Sonnenton) der Landeskarte 1:25 000 kombiniert. Wie wichtig ist dabei das Thema Open Data bei Swisstopo? Gestützt auf die Open-Government-Data-Strategie des Bundesrates wäre Swisstopo gerne bereit, seine Geobasisdaten – teilweise oder vollständig – als Open Data zu veröffentlichen. Damit wäre jedoch ein erheblicher Einnahmenverlust für den Bund verbunden. Unsere Daten sind qualitativ sehr hochstehend, flächendeckend vorhanden und aktuell verfügbar. Diese hohen Standards sind aufwändig und müssen finanziert werden. Auch bei einer gebührenfreien Abgabe müsste sichergestellt sein, dass das heutige Qualitätslevel beibehalten werden kann. Grundsätzlich ist es eine politische Frage, ob der Bund diesen Einnahmenverlust durch Steuergelder decken will. Dabei ist zu beachten, dass Swisstopo bereits heute fast 50 Datensätze frei verfügbar zur Verfügung stellt und seit letztem Jahr der Datenaustausch zwischen dem Bund und bisher 18 Kantonen ohne gegenseitige Abgeltung erfolgt. Die Schweiz hat das beste Kartenmaterial der Welt. Einverstanden? Wir sind sicher an der Weltspitze mit dabei, obwohl auch andere Länder sehr gute und qualitativ hochstehende Karten produzieren können. Wir sind auch mit den neuen Landeskarten bestrebt, die hohe kartografische Qualität, für welche die Schweiz seit der Dufourkarte berühmt ist, im digitalen Zeitalter beizubehalten. Verschiedene Auszeichnungen, die wir mit der neuen Landeskarten gewinnen konnten, zeigen, dass uns dies gelungen ist. Auch Google bietet digitale Karten an. Ist der Konzern für Swisstopo ein Konkurrent oder ein Partner? Google ergänzt Swisstopo in sehr vielen Bereichen. Zudem ist es das grosse Verdienst von Google, dass das Unternehmen Geoinformationen «populär» gemacht hat und ein Grossteil der Bevölkerung heute geografische Daten regelmäs sig nutzt. Von dieser breiten Nutzung profitiert auch Swisstopo. Ihr Kartenmaterial braucht wohl riesige Mengen an Speicherplatz. Wie viele Terabyte oder Petabyte nutzt Swisstopo? Und wo liegen all die Daten? Unser Datenbestand umfasst rund 1,8 Petabyte. Die jährliche Zunahme beträgt aktuell rund 180 Terabyte. Die « Der einzige noch analoge Arbeitsschritt ist der Druck der Karten. » Fridolin Wicki, Direktor des Bundesamts für Landestopografie Swisstopo grössten Datenmengen ergeben sich durch die digitalen Luftbilder und die daraus resultierenden Produkte wie etwa die Orthofotos. Unsere Daten liegen in Wabern bei Swisstopo und an einem zweiten Standort ausserhalb unseres Hauses. Swisstopo verwendet auch die Cloud. Wofür? Die Cloud nutzen wir, um performante und skalierbare Dienste anzubieten – insbesondere auf unserer Plattform map.geo.admin.ch. Ohne diese Lösungen wären wir nicht in der Lage, Spitzenzugriffe, wie sie beispielsweise nach Medienberichten regelmässig auftreten, abfangen zu können. Welche Kollaborationstools setzt Swisstopo ein? Mit Confluence betreiben wir ein Tool, in dem kleine Teams oder ganze Bereiche von Swisstopo Wissen und Erfahrungen ablegen und austauschen können. Für die Softwareentwicklung setzen wir Jira ein. Dieses Jahr wird auch bei Swisstopo die Festnetztelefonie abgelöst, sodass wir in Zukunft Instant Messaging, Video-/Audiokonferenzen und Desktop- beziehungsweise Applicationsharing nutzen können. Für die Zusammenarbeit mit externen Partnern kommt bei Bedarf eine Sharepoint-Lösung zum Einsatz, die durch das BIT angeboten wird. Welche weiteren Digitalisierungsinitiativen sind geplant? Momentan setzen wir uns sehr stark mit den Bedürfnissen des Nutzers der Zukunft auseinander. Wir sind uns bewusst, dass die heutigen Jugendlichen Informationen nicht mehr so nutzen und konsumieren, wie wir dies aus der Vergangenheit gewohnt sind. Somit gilt es, unsere bestehenden Daten und Produkte in eine Form zu bringen, dass sie auch in Zukunft den Bedürfnissen der Gesellschaft gerecht werden. Zu erwähnen sind hier beispielsweise die Bereitstellung gewisser Daten als Linked Data, deren Verwendung in Augmented- oder Virtual- Reality-Anwendungen oder die Steigerung der Aktualität unserer Daten. i ÜBER SWISSTOPO Das Bundesamt für Landes topografie vermisst die Schweiz. Es produziert raumbezogene Daten zu Landschaft und Untergrund. Wichtige Produkte sind Landschafts- und Höhenmodelle, Luftbilder, Orthofotos, geologische Daten und Karten, Referenzdaten und die bekannten Landeskarten. Swisstopo koordiniert auf Bundesstufe Geoinformation und Geologie und hat die Oberaufsicht über die amtliche Vermessung sowie den Kataster der öffentlich-rechtlichen Eigentums beschränkungen. Zusammen mit Kantonen, Gemeinden und der Privatwirtschaft koordiniert Swisstopo die Harmonisierung der schweizerischen Geodaten. www.swisstopo.ch « Wir sind sicher an der Weltspitze mit dabei, obwohl auch andere Länder sehr gute und qualitativ hochstehende Karten produzieren können. » Fridolin Wicki, Direktor des Bundesamts für Landestopografie Swisstopo 08 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

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