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Netzwoche 08/2017

32 Technology Aktuell

32 Technology Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH Baidu öffnet Plattform für selbstfahrende Autos cgr. Mit dem Projekt «Apollo» will der chinesische Suchmaschinenbetreiber Baidu den Markt für selbstfahrende Autos aufmischen. Den Projektnamen entlehnte Baidu aus dem Mondprogramm der Nasa, wie es in einer Mitteilung heisst. Anders als etwa Google oder Tesla setze Baidu auf eine offene Plattform und ein kollaboratives Ökosystem. Nach eigenen Angaben ist Baidu das erste gros se Technologieunternehmen, das seine Technologie gegenüber Partnern öffnet. Die Apollo-Plattform besteht aus Fahrzeugen, Hardware, Software und Cloud-Diensten. ▸ Webcode DPF8_36900 Intels Entwicklerkonferenz ist Geschichte dkl. Intel hat seiner Entwicklerkonferenz «Intel Developer Forum» den Todesstoss versetzt. Die jährliche Konferenz sollte eigentlich vom 15. bis 17. August 2017 stattfinden. In einem Blogpost, bestehend aus drei Sätzen, erklärte Intel, dass es Zeit sei, weiterzuziehen und bedankte sich für beinahe 20 Entwicklerkonferenzen. Wer Informationen und Ressourcen rund um Intel benötige, finde die auf intel.com und im Ressource and Design Center. ▸ Webcode DPF8_36585 Schweizer Erfolg bei EU- Forschungsprogramm cgr. Der Europäische Forschungsrat (ERC) hat 540 Millionen Euro Fördergelder für 231 Forschungsprojekte vergeben. Die Fördersumme der sogenannten «ERC Advanced Grants 2016» beträgt je Projekt bis zu 2,5 Millionen Euro, wie der ERC mitteilt. Insgesamt 25 Forschungsvorhaben an Schweizer Hochschulen gewannen. Im Ländervergleich belegt die Schweiz damit den dritten Platz. Unter den Siegerprojekten waren auch fünf mit ICT-Bezug. Sie kommen mehrheitlich von den ETHs. ▸ Webcode DPF8_36279 Schicksalstage für Facebook gsa. Facebook hat zu seiner Entwicklerkonferenz geladen. Über 4000 Menschen reisten nach San José, um sich über die Neuheiten des Webkonzerns aus erster Hand zu informieren. An der F8 («Fate», zu Deutsch: Schicksal) zeichnete Gründer und CEO Mark Zuckerberg die Roadmap für Facebook vor. Der nächste Halt: Augmented Reality. VR – das neue grosse Ding nach dem PC und Smartphone Für Facebook gilt Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) als die grossen Themen nach dem PC. Ziel von Facebook sei es, mithilfe von AR das Sehen und Hören von Menschen zu verbessern, sagte Michael Abrash, Chief Scientist bei Oculus Research. Im nächsten Jahrzehnt biete AR das Potenzial, beinahe jeden Aspekt des täglichen Lebens zu revolutionieren. Künftig seien transparente Brillen ähnlich der Hololens nötig. Nur auf diese Weise liessen sich AR-Dienste im Alltag nutzen, vermutet Abrash. Wisekey plant Blockchain-Zentrum in Zug Im Kanton Zug ensteht das Cryptovalley. Bild: Wikimedia Mark Zuckerberg setzt auf Virtual and Augmented Reality. Bild: Facebook Facebooks Area 51 – Building 8 Mit VR- und AR-Strategien wandelt sich Facebook von einem Web- zu einem Hightech-Unternehmen. Hierfür schuf Facebook die Abteilung Building 8. Diese soll neue Technik und Produkte schaffen, die in grossem Umfang ausgeliefert werden können. Zwei Projekte wurden an der F8 angerissen. Eines klingt nach Star Trek, wird aber bereits an Hochschulen erforscht und könnte die Lebensqualität von gelähmten Menschen drastisch erhöhen. Neue Interfaces sollen es Menschen ermöglichen, mit ihren Gedanken Wörter zu tippen. Facebook hat sich zum Ziel gesetzt, ein lautloses Sprachsystem zu entwickeln, das in der Lage ist, 100 Wörter pro Minute zu tippen. Das soll direkt vom Gehirn aus geschehen und fünf Mal schneller als heutiges Tippen auf dem Smartphone sein. In Zukunft sollen Menschen nicht nur mittels Gedankenkraft schreiben. Bald könnten wir auch über die Haut hören. Facebook kündigte an, dass seine Ingenieure an der entsprechenden Soft- und Hardware arbeiteten. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_36894 gsa. Das in der Schweiz ansässige IT-Security-Unternehmen Wisekey will in Zug ein Kompetenzzentrum für Internet of Things und Blockchain-Technik aufbauen. Wisekey will von seinem Zentrum aus ab dem dritten Quartal dieses Jahres eine Entwicklungsplattform für US-Unternehmen anbieten, die an Blockchain-Anwendungen interessiert sind, wie Wisekey mitteilt. Das Security-Unternehmen will in seinem Kompetenzzentrum auch an Sicherheitslösungen für das Internet der Dinge arbeiten. Hierfür arbeiten Wisekeys Ingenieure auch an Lösungen auf Basis der künstlichen Intelligenz. Diese könnten etwa Sensordaten mit Codes für die Authentifizierung versehen. Im Raum Zug sind verschiedene Firmen aktiv, die Anwendungen auf Basis der Blockchain-Technik entwickeln. Zug fördert diesen Bereich aktiv und vermarktet sich als Cryptovalley. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_37009 08 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Research 33 Der ICT-Betrieb der Zukunft ist hybrid Wir werden in Zukunft kaum mehr ICT-Umgebungen antreffen, die ausschliesslich auf den Betrieb in den eigenen vier Wänden setzen. Der Druck aus den Businessbereichen der Unternehmen nimmt zu. Cloud-Services und Plattformen bieten heute auf breiter Basis entsprechende Lösungen an. Ohne Cloud Computing wird künftig nichts mehr gehen. Und mehr noch, die Cloud gilt als eigentlicher Motor der digitalen Transformation. Diese Entwicklung hat auch grossen Einfluss auf die Planung und den Betrieb entsprechender Infrastrukturen. Bei der Entwicklung und Evaluation neuer, innovativer ICT-Betriebskonzepte stellen sich vereinfacht zwei Fragen: Was verbleibt als Infrastruktur im Haus und was wird weiterhin selbst betrieben? Ein diesbezüglicher Entscheid muss zwei Kriterien berücksichtigen: Einerseits gilt es, einen optimalen Kompromiss und smarten Mix aus Sicherheit respektive Kontrolle mit Blick auf geschäftskritische Anwendungen zu finden, andererseits die Agilität und Flexibilität bezüglich Entwicklung und Implementierung neuer innovativer Lösungen sicherzustellen. Klassifizierung businesskritischer Daten und Prozesse Die Klassifizierung businesskritischer Daten und Prozesse bildet hier ein zentrales Entscheidungskriterium zur Beantwortung wichtiger Kernfragen: Wo betreiben wir welche Workloads? Mit welchen Tools managen wir hybride Umgebungen? Wo lagern welche Daten? Welche neuen Anwendungen beziehen wir aus welcher Cloud? Die Zielsetzungen zeigen immer in die gleiche Richtung: hin zu einer finanzierbaren, sicheren, skalierbaren und schnellen ICT-Betriebsumgebung, die eine digitale Transformation nicht nur ermöglicht, sondern antreibt. Wir werden in Zukunft kaum mehr ICT-Umgebungen antreffen, die ausschliesslich auf den Betrieb in den eigenen vier Wänden setzen. Der Druck aus den Businessbereichen der Unternehmen nimmt zu. Sie fordern Infrastrukturen und Anwendungen, die es ermöglichen, rasch und agil neue Ideen in wettbewerbsfähige Businessmodelle umzusetzen. Zeit ist hier ein entscheidender Faktor – unabhängig davon, ob neue Modelle darauf abzielen, prioritär Prozesskosten zu senken oder neue Kundensegmente und Märkte anzugehen. Cloud-Services und Plattformen bieten heute auf breiter Basis entsprechende Lösungen an. Sie verhindern hastig in Angriff genommene Eigenentwicklungen, die allenfalls wieder in einem Silo-Sumpf enden. Allerdings stellt das heutige Cloud-Angebot auch ein Nährboden für die Fachbereiche dar, auf eigene Faust Lösungen aus der Cloud aufzusetzen. Eine ausufernde Schatten-IT wäre die Folge und daraus resultierend eine steigende Heterogenität, komplizierte Umgebungen und komplexe Schnittstellenprobleme. Die eigene IT-Abteilung so auszuhebeln wäre fatal. Mehr als 70 Prozent haben hybriden Ansatz Unsere Research-Arbeit der letzten Monate hat gezeigt, dass heute nur noch knapp 30 Prozent der Unternehmen auf einen reinen Eigenbetrieb ihrer ICT setzen, mehr als 70 Prozent fahren bereits auf der hybriden Schiene, und dies mit steigender Tendenz. Das Management hybrider Umgebungen wird ebenso zunehmend zu einem kritischen Erfolgsfaktor. Die Planung, Implementierung und der Betrieb von Anwendungen und Infrastrukturen (Server, Storage und Connectivity) auf der Basis einer gemischten Umgebung stellt höchste Herausforderungen an die Verantwortlichen. Allerdings wird es ohne die Agilität sowie hohe und sichere Verfügbarkeit einer entsprechend aufgestellten ICT schwierig sein, den Sprung in die digitale Transformation zu meistern und sich den zwingenden Vorsprung zu sichern. Die Zukunft der ICT ist hybrid. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_37802 EIGENBETRIEB VS. HYBRIDBETRIEB Entwicklung der hybriden ICT-Umgebungen in der Schweiz (% der Unternehmen) Reiner Eigenbetrieb Quelle: MSM Research AG 55,0 45,0 Hybridumgebung 70,5 2013 2017 DER AUTOR 29,5 Philipp A. Ziegler Geschäftsführer, MSM Research AG www.netzwoche.ch © netzmedien ag 08 / 2017

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