Aufrufe
vor 1 Jahr

Netzwoche 1/2019

28 Technology Aktuell

28 Technology Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH Vom LG-Fernseher, der auch ein Fenster sein will eca. LG hat in Südkorea den Prototyp eines Clear-TV- Geräts vorgestellt: ein durchsichtiges Display, das von einer Seite wie ein Fenster aussieht und von der anderen klare Bilder wie herkömmliche Monitore darstellt. Linus Sebastian von «Linus Tech Tips» hat die Display- Neuheit mit einem Gaming- PC vor Ort getestet, wie seinem You tube-Video zu entnehmen ist. ▸ Webcode DPF8_120512 Umweltbelastung wegen häufigem Handykauf lha. Schweizer Jugendliche kaufen sich durchschnittlich alle zwei Jahre ein neues Handy. Damit belasten sie die Umwelt weit mehr, als wenn sie das Gerät ein bis zwei Jahre länger verwenden würden. Forscher der ZHAW (Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften) berechneten, dass die Herstellung eines Handys 76 Prozent der Umweltbelastung des gesamten Lebenszyklus von Mobiltelefonen ausmacht. ▸ Webcode DPF8_120312 Postdrohnen fliegen über den Zürichsee lha. Postzustellungen per Drohne sind keine Zukunftsmusik mehr, zumindest nicht für das Zentrallabor Zürich. In dessen Auftrag liefert die Schweizerische Post seit dem 17. Dezember regelmässig Laborproben per Drohne aus. Dabei werden die Laborproben auf der 5,8 Kilometer langen Strecke zwischen der Hirslanden Klinik Im Park und dem Standort des Zentrallabors (ZLZ) an der Forchstrasse in Zollikon über den Zürichsee geflogen. Wie die Post mitteilt, benötigt die Drohne des Herstellers Matternet für die Strecke rund 7 Minuten und ist somit fünfmal schneller am Ziel als ein Auto oder Motorrad. ▸ Webcode DPF8_120017 Selbstfahrender Minibus in Zug Der Minibus «MyShuttle» darf nun auf die Strasse. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_120772 IBMs kommerzieller Quantencomputer eca. IBM hat ein integriertes Quantencomputer-System für Wissenschaftler und Unternehmer lanciert: «IBM Q System One». Nun stellten die Macher eine Nachbildung des 20-Qubit-Systems an der Consumer Electronics Show 2019 in Las Vegas vor. IBM werde zudem noch dieses Jahr ein kommerzielles Q-Quantencomputer-Zentrum in Poughkeepsie (New York, USA) eröffnen, teilt das Unternehmen mit. Noch steht nicht fest, wie viele Quantensysteme in diesem Zentrum stehen werden, wie Bob Sutor, Vice President von IBM Q Strategy & Ecosystems, sagt. Die grossen Herausforderungen beim Quantenrechnen: es brauche Entwickler für Qubits-Applikationen, kontinuierliche Kälte für die Systeme und neue Hardware architekturen. Entsprechend soll Q System One nur im As-a-Service- oder Cloud-Modell verfügbar sein. Quantenrechnen in den Rechenzentren von Unternehmen dürfte damit also vorerst Zukunftsmusik bleiben – und die Rentabilität bleibe ein kniffliges Unterfangen, bis die Technologie eine gewisse Marktreife erlange, sagt Sutor. Das Produkt sieht aus, als käme es aus einem Science-Fiction-Film. Das Q System One soll auch Vertrauen erwecken – Vertrauen in Quantenrechnen sowie Vertrauen in IBM. Dies alles sei jedoch nur ein flüchtiger Blick in die Zukunft. Gegenüber «The Verge» sagte kfi. Das Pilotprojekt um den selbstfahrenden Minibus «MyShuttle» tritt in die nächste Phase. Nach dem Mapping der Strecke und nachdem es sein eigenes Nummernschild und eine behördliche Fahrbewilligung erhalten hat, darf das selbstfahrende Gefährt nun auf die Strasse. Zwischen dem Metalli und dem Technologiecluster Zug, Industriestrasse 66, tuckert der Shuttle hin und her, wie die SBB in einer Mitteilung schreiben. Bei den Testfahrten seien auch Sicherheitsfahrer mit an Bord. In dieser Phase des Pilotprojekts werde der Einsatz von «MyShuttle» im Strassenverkehr getestet. Sollten sich die Probefahrten als erfolgreich erweisen, werde zunächst eine geschlossene Kundengruppe mit dem Minibus fahren. Diese Gruppe bestehe aus Mitarbeitern von V-Zug. Danach, wenn alles wie vorgesehen funktioniere, würde «MyShuttle» allen Zugern zur Verfügung stehen. «MyShuttle» ist Teil eines Pilotprojekts, das zeigen soll, wie selbstfahrende Shuttles sinnvoll in die Stadt Zug inte griert werden können, wie es im Bericht heisst. Beteiligt seien die SBB, Mobility, Zugerland Verkehrsbetriebe, die Stadt Zug und der Technologiecluster Zug. Das Q System One ist für Wissenschaftler und Unternehmen gedacht. Sutor: «Ich würde dies nicht als Durchbruch bezeichnen. Es ist aber ein produktiver Schritt in die Richtung des kommerziellen Quantenrechnens.» (Lesen Sie hierzu auch die Wild Card von Daniel Liebhart auf Seite 53.) Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_120892 01 / 2019 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Aktuell 29 5G und FTTH-Glasfasernetze werden sich ergänzen osc. Der Bundesrat will der Blockchain-Branche in der Schweiz einen neuen rechtlichen Rahmen geben. Grundlegende Anpassungen des Schweizer Rechtsrahmens – etwa durch ein spezielles Blockchain-Gesetz – seien nicht nötig, heisst es in einer Mitteilung. Ein solches strebt etwa Liechtenstein an. Stattdessen habe der Bundesrat das Eidgenössische Finanz- sowie das Justiz- und Polizeidepartement beauftragt, im ersten Quartal 2019 eine Vernehmlassungsvorlage zu erarbeiten. Diese verfolge folgende Ziele: ·· im Zivilrecht die Rechtssicherheit bei der Übertragung von Rechten mittels digitalen Registern zu erhöhen; ·· im Insolvenzrecht die Aussonderung im Konkurs von kryptobasierten Vermögenswerten weiter zu klären sowie eine Aussonderung von nicht vermögenswerten Daten zu prüfen; ·· im Finanzmarktrecht ein neues und flexibles Bewilligungsgefäss für blockchainbasierte Finanzmarkt-Infrastrukturen auszuarbeiten; kfi. Das Gemeinschaftsunternehmen Swiss Fibre Net (SFN) hat eine Studie zur Implementierung von 5G-Netzen in der Schweiz durchgeführt. Schwerpunkt war die Frage nach der Koexistenz von FTTH-Glasfasernetzen und 5G-Netzen, wie das Unternehmen in einer Mitteilung schreibt. Die Erkenntnisse von SFN beruhen auf Interviews mit Mobilfunkprovidern, 5G-Infrastrukturanbietern, Behörden und Verbänden, wie es dazu heisst. Alle Befragten seien überzeugt, dass die Einführung von 5G nicht so schnell vorangehen werde. Grund dafür seien die strengen Grenzwerte in der Verordnung über nichtionisierende Strahlung in der Schweiz, die den Bau eines flächendeckenden 5G-Netzwerks verzögern würden. Die vorerst wichtigste 5G-Technologie ist der Fixed Wireless Access (FWA). 5G werde Übertragungsgeschwindigkeiten von über 10 Gigabit pro Sekunde und im Vergleich zu 4G bis zu zehnmal geringere Latenzzeiten mit sich bringen. Solche Werte sähe man ansonsten nur bei FTTH-Glasfasernetzen, heisst es in der Studie. Damit werde dank FWA-Technologie der Breitbandzugang über Mobilfunk möglich. Gerade in Gemeinden, wo der Ausbau eines Glasfasernetzes wirtschaftlich nicht sinnvoll sei, würden Hochbreitbandanschlüsse über 5G ermöglicht. In mehr als fünf Jahren rechnen die Autoren der Studie mit der Einführung von Anwendungen für Industrie 4.0, Public Safety, Smart Agriculture und E-Health. In mehr als zehn Jahren werde dann die Einführung der 5G-Technologie für autonomes Fahren erwartet. In Städten und Agglomerationen werde weiterhin das Glasfasernetz dominieren, nur in dünn besiedelten Gebieten sei 5G für FWA wirtschaftlich sinnvoll. Zudem würden die Verbindungen zwischen Glasfasernetzen und Mobilfunkantennen besonders wichtig, wenn die Antennen zukünftig mit Bandbreiten von 10 Gigabit pro Sekunde senden sollen. Damit werden FTTH-Glasfasernetze von der Einführung von 5G profitieren. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_120317 Neue Regeln für Blockchain-Firmen ·· im Bankenrecht die bankinsolvenzrechtlichen Bestimmungen mit den Anpassungen im allgemeinen Insolvenzrecht abzustimmen; ·· im Geldwäschereirecht die heutige Praxis zur Unterstellung dezentraler Handelsplattformen unter das Geldwäschereigesetz expliziter zu verankern. Der Bundesrat will mit diesen Massnahmen laut eigenen Angaben «bestmögliche Rahmenbedingungen schaffen, damit sich die Schweiz als ein führender, innovativer und nachhaltiger Standort für Fintech- und Blockchain-Unternehmen etablieren und weiterentwickeln kann». Ebenso wolle er Missbräuche konsequent bekämpfen und die Integrität und gute Reputation des Finanz- und Wirtschaftsplatzes Schweiz gewährleisten. Der Bericht basiert gemäss Mitteilung auf den Arbeiten der Arbeitsgruppe «Blockchain/ICO». Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_119960 Bild: Geralt / Pixabay.com WWW.NETZWOCHE.CH EU will das IoT sicherer machen lha. Am 10. Dezember haben sich die EU und das Europäische Parlament auf ein neues Cybersecurity-Gesetz geeinigt. Dieses soll einen Zertifizierungsrahmen für die Sicherheit von Produkten, Verfahren und Dienstleistungen schaffen, wie «Golem.de» berichtet. Mit dem Gesetz wolle man die «Fragmentierung der Zertifizierungssysteme» verhindern. Für Hersteller sind die Zertifizierungen jedoch freiwillig. ▸ Webcode DPF8_119704 Bundesrat stellt sich gegen Robotersteuer jor. Die Robotisierung gefährdet keine Steuereinnahmen und soll vorerst nicht speziell besteuert werden. Dies geht aus einem Bericht zu einer Studie hervor, den der Bundesrat an seiner Sitzung vom 7. Dezember guthiess. Der Bericht kommt zum Schluss, dass die Digitalisierung der Wirtschaft zurzeit keine negativen Auswirkungen auf die Beschäftigungssituation und die Löhne in der Schweiz hat, wie der Bundesrat mitteilt. ▸ Webcode DPF8_119398 KI gewinnt Gottlieb- Duttweiler-Preis osc. Freut sich eine künstliche Intelligenz (KI) über einen Award? Die Antwort könnte am 7. Mai 2019 erfolgen, denn an diesem Tag will das Gottlieb-Duttweiler-Institut (GDI) seinen Preis an IBMs Watson verleihen. Zum ersten Mal seit Bestehen der Stiftung geht der Gottlieb-Duttweiler-Preis damit nicht an einen Menschen, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. IBM-Forschungsleiter John E. Kelly III werde den Preis in Rüschlikon entgegennehmen. Das GDI will damit einen kontroversen Beitrag zur Diskussion um Mensch und Maschine leisten, so Stiftungsratspräsidentin Sarah Kreienbühl. ▸ Webcode DPF8_119551 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 01 / 2019

Archiv