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Netzwoche 10/2017

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Bild: iStock FOCUS SOCIAL MEDIA Social-Media-Trends 2017 gsa. Verschiedene Agenturen spüren regelmässig den Trends bei der Social-Media-Nutzung nach. Wie etwa Xeit. Die Zürcher Agentur befragte zwischen Februar und März dieses Jahres rund 1100 Personen in der Schweiz zu ihrer Nutzung sozialer Netzwerke. Der Umfrage zufolge bleibt Whatsapp die beliebteste Messenger-App der Schweizer Konsumenten. Zudem ergab die Studie, dass zwei Drittel der Befragten mindestens ein Mal pro Monat im Internet einkaufen. Dies sei einfach und bequem, schreibt Xeit. Was diese Trends bedeuten und wie sie das Business voranbringen können, zeigt der aktuelle Focus zum Thema Social Media auf. Die Berater Frank Heuer und Oliver Giering der Experton Group erläutern die Marktentwicklung im Bereich des Social Business. Zwei Treiber stechen in ihrer Analyse heraus: Collaboration, also die Kommunikation über Social-Media- Anwendungen wie Messenger, und Commercial, der Einsatz von Social-Media-Werkzeugen und Prozessen für den Verkauf und die Betreuung von Kunden. Luca Bino, Business Developer Workstream Collaboration bei Swisscom, erläutert wie der Mobile-Trend zusammen mit Social-Media-Tools wie Whatsapp die Kommunikation innerhalb von Teams und Unternehmen verändert. Manche Entwicklungen sind nicht im Sinn der IT-Abteilung, da über private Chat-Lösungen möglicherweise sensible Daten nach aussen gelangen können. Bino zeigt Alternativen auf. Andrea Iltgen, Managing Partnerin bei der Agentur Xeit, erklärt in ihrem Fachbeitrag, wie Unternehmen mittels Social-Media-Marketing die Kaufentscheidungsprozesse ihrer Kunden begleiten und steuern können. 10 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Focus Social Media 31 So wird Social Business ein Erfolg Social Business ist längst nicht mehr nur ein Hype, sondern ist in der Schweiz angekommen. Dies unterstreichen eindrucksvoll sowohl das Volumen als auch das rasante Wachstum des Schweizer Social-Business-Marktes. Aktuelle Trends verdeutlichen, warum der Markt so stark wächst. DIE AUTOREN Frank Heuer Senior Advisor, Experton Group Oliver Giering Advisor, Experton Group Zwischen 2017 und 2019 werden die Investitionen und Ausgaben Schweizer Unternehmen für Social-Business- Produkte und -Services von 641 Millionen auf 896 Millionen Franken wachsen. Dies bedeutet ein durchschnittliches jährliches Wachstum von rund 18 Prozent – eine Dynamik, die derzeit nur wenige andere ICT-Themen erreichen. Social Business umfasst sowohl professionelle Lösungen für die moderne, effiziente Zusammenarbeit im Unternehmen (Themenbereich «Collaboration») als auch das Spektrum an Lösungen für den Erfolg in sich zunehmend dynamisch wandelnden Märkten (Themenbereich «Commercial»). Mit den beiden im Folgenden beschriebenen Trends wollen wir die Dynamik dieses Marktes verdeutlichen. Collaboration: Social meets Realtime für mehr Effizienz Die Lösungskategorie, die gern als «Facebook fürs Büro» beschrieben wird, steht für professionelle Software- und Serviceangebote, welche die Zusammenarbeit im Unternehmen auf den Ebenen Informations-, Identitäts- und Beziehungsmanagement unterstützen. In der Vergangenheit wurde mit ihnen die Erwartung verbunden, die «klassische» Kommunikation und Zusammenarbeit mit Werkzeugen wie etwa E-Mail beziehungsweise Groupware ganz abzulösen. Experton Group identifiziert jedoch eher eine konvergente Entwicklung: Das Schwarz-Weiss-Denken von Social Collaboration einerseits und «klassischer» Zusammenarbeit andererseits weicht zunehmend der Kombination des Besten aus beiden Welten – für mehr Effizienz. Mit der zunehmenden Popularität von Messengern wie Whatsapp findet diese Form der Kommunikation auch im professionellen Nutzerumfeld wachsendes Interesse. Entsprechend ist inzwischen ein Angebot verfügbar, das auch den Compliance- und Security-Anforderungen von Firmenkunden genügt. Die häufig im Umfeld der «Schatten-IT» genutzten Consumer-Lösungen können diese Anforderungen oft nicht erfüllen. Commercial: Das unverzichtbare Rüstzeug für den Markterfolg Im Zuge der digitalen Transformation wandelt sich der Konsumentenmarkt rasant. Angesichts von E-Commerce und Diskussionen über Produktanbieter in sozialen Netzwerken wie Facebook sind (potenzielle) Kunden immer weniger über die traditionellen Kanäle zu erreichen und zu verstehen. Der Kunde will zeitgemäss begleitet und adressiert werden. Die gefürchteten «Shitstorms» können darüber hinaus bei nicht rechtzeitigem Erkennen und Gegensteuern die Reputation eines Unternehmens nachhaltig gefährden. Diese massiven Herausforderungen verdeutlichen die wachsende Bedeutung von entsprechenden Social-Business-Lösungen für den zukünftigen Markterfolg von Unternehmen, die den Endkundenmarkt adressieren. Anbieter dieser Commercial-Lösungen können von der zunehmenden Relevanz profitieren, indem sie sich erfolgreich positionieren. Ein Beispiel in diesem Umfeld ist der Markt für Social Communitys. Kunden in modernen Konsumgesellschaften wollen häufig nicht mehr einfach nur Käufer sein. Sie wollen sich beteiligen, wertgeschätzt und wahrgenommen, bisweilen sogar mit einer Marke identifiziert werden (Stichwort «Apple-Jünger»). Zugleich müssen Onlineshop- Betreiber eine zeitgerechte User Experience bieten können, welche die Markenloyalität der Kunden stärkt. Social Communitys versprechen hierbei Abhilfe. Sie verknüpfen etwa starre beziehungsweise nicht auf moderne Interaktion ausgelegte Websites mit Tools respektive Plattformen für den dynamischen Austausch zwischen Kunden und Partnern im Web. Der Auftraggeber beziehungsweise Betreiber der Plattform bindet auf diese Weise Kunden besser an das Unternehmen und kann sogar mittels Foren die Service- und Supportkosten senken. Darüber hinaus dient der User-Input der Produkt- und Serviceentwicklung, sodass man das eigene Marketing näher als der Wettbewerb am schnelllebigen und zunehmend digitalen Markt ausrichten kann. Social Business zeigt eine Dynamik wie derzeit nur wenige andere ICT-Themen. Bild: iStock www.netzwoche.ch © netzmedien ag

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