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Netzwoche 10/2017

36 Management & Career

36 Management & Career Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH Schweizer Team gewinnt Start-up-Wettbewerb mur. Bearingpoint hat den Start-up-Wettbewerb «Be an Innovator 2017» durchgeführt. Skipper aus der Schweiz gewann das Finale in Berlin. Insgesamt waren zehn Teams von Hochschulen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Rumänien am Start. Das Skipper-Team eroberte Platz 1 und erhielt dafür 8000 Euro und ein Jahr Betreuung durch Bearingpoint. Die Studenten der Uni St. Gallen entwickelten eine Lösung für höhere Preistransparenz und Benchmark- Möglichkeiten in der Logistik. ▸ Webcode DPF8_41810 Zertifikatsstudiengang für Industrie-4.0-Manager cgr. Die Universität Liechtenstein hat in Zusammenarbeit mit dem Forschungs- und Innovationszentrum Rheintal (Rhysearch) den Zertifikatsstudiengang «Industrie 4.0 Management» lanciert. Der Studiengang soll Unternehmensentscheider dabei unterstützen, die sogenannte vierte industrielle Revolution zu meistern, teilt die Hochschule mit. Die Universität Liechtenstein startet den Studiengang im Oktober dieses Jahres. Die Studiengebühr beträgt 8000 Franken. ▸ Webcode DPF8_41824 Kanton Freiburg packt digitale Transformation an gsa. Der Staatsrat des Kantons Freiburg baut seine IT-Organisation (ITA) um. Die Kantonsregierung werde in den kommenden Monaten ein neues Organigramm umsetzen, heisst es in einer Mitteilung. Der Reorganisation werden Stellen zum Opfer fallen. Sechs Arbeitsplätze werden gestrichen oder neu gestaltet. Vier Arbeitsverträge ohne Stellengarantie werden voraussichtlich aufgelöst. Zum Vergleich: Der Kanton unterhält 137 Vollzeitäquivalente, wie der Staatsrat schreibt. ▸ Webcode DPF8_41423 ETH-Rat beruft fünf neue IT-Professoren cgr. In seiner Sitzung am 17. Mai hat der ETH-Rat 18 neue Professoren für die Eidgenössischen Technischen Hochschulen ernannt. Darunter auch fünf mit IT-Bezug. Ulrik Brandes kommt von der Universität Konstanz und wird ordentlicher Professor für Soziale Netzwerke. Mit seinem interdisziplinären Ansatz soll er im Departement Geistes-, Sozial- und Staatswissenschaften die Schwerpunkte Soziale Netzwerke und Computational Social Science stärken, wie es in der Mitteilung heisst. Francesco Corman wird Tenure-Track-Assistenzprofessor für Transportsysteme. Er beschäftigt sich mit der Echtzeit optimierung von Fahrplänen. An der ETH will er sich der Weiterentwicklung von Verkehrssystemen im kommenden Zeitalter autonomer Fahrzeuge widmen, wie es heisst. Zudem soll er Synergien zwischen den Feldern Informatik, Mathematik und Robotics schaffen. Torsten Hoefler wird vom Tenure-Track-Assistenzprofessor zum ausserordentlichen Professor für Skalierbares Parallelrechnen berufen. Hoefler forscht im Bereich Hochleistungsrechnen. Sein Ziel sei es, die Benutzungseffizienz dieser Systeme um ein Vielfaches zu verbessern, heisst es in der Mitteilung. Dabei nutze er Programmiermodelle, um höhere Abstraktionsebenen zu verkörpern. Joshua Payne steigt vom Gruppenleiter an der Universität Zürich zum Assistenzprofessor für Computergestützte Biologie auf. Zu seinen Forschungsgebieten zählten «grundlegende Fragestellungen der Evolution von Komplexität». Amazon und Zalando zählen zu den beliebtesten Arbeitgebern cgr. Das Karriereportal Linkedin hat eine Liste der beliebtesten Arbeitgeber in den USA und einiger europäischer Länder veröffentlicht. IT- und Technologiefirmen stehen ganz weit oben. Die Erhebung trägt den wenig bescheidenen Titel: «Top Companies 2017: Where the world wants to work now.» Als Basis des Rankings dienten Interaktionen der rund 500 Millionen Mitglieder des Karriereportals. Linkedin und Microsoft wurden in der Erhebung nicht erfasst. Die beliebtesten Arbeitgeber in den USA sind: ·· Alphabet ·· Amazon ·· Facebook ·· Salesforce ·· Uber Mithilfe von computergestützten Modellen wolle er hier mehr Klarheit schaffen. Eftychia Vayena wechselt von der Universität Zürich als ordentliche Professorin für Bioethik zur ETH Zürich. «Speziell interessiert sie die zunehmende Bedeutung der persönlichen Daten, die über Smartphone-Sensoren erhoben werden», heisst es in der Mitteilung. Vayena soll die Kompetenzen der ETH Zürich im Bereich der Gesundheitsethik stärken. Ein strategischer Forschungsfokus wird der Bereich Big Data sein. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_41434 Leicht andere Gewichtung in Europa Für Europa sieht das Ranking ähnlich aus, auch wenn etwas mehr europäische Firmen vorne mitmischen. In Deutschland liegt etwa Zalando auf Platz 1 und Rocket Internet auf Platz 3. Alphabet und Amazon folgen auf den Rängen 4 und 5. SAP schaffte es auf Platz 9. Die Handelsfirma John Lewis Partnership ist der beliebteste Arbeitgeber in Grossbritannien. Die Internetfirma Asos kommt auf Platz 2. Die UPC-Mutter Liberty Global landet auf Platz 5, Facebook auf Platz 8 und Alphabet auf Platz 10. In Frankreich liegen die Luxusfirmen LVMH, Chanel und Richmont an der Spitze. Die IT-Firma Alten schaffte es auf Rang 7. Für die Schweiz gibt es kein Ranking. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_41824 10 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Management & Career Fachbeitrag 37 ICT-Nachwuchs: Studium in der Firma Das Praxisintegrierte Studium (PiBS) ist eine Alternative zum Campus Recruiting und ein probates Mittel gegen den Fachkräftemangel. Statt Marketing an den Hochschulen zu betreiben, prägen die Unternehmen den praktischen Teil der Ausbildung mit und stellen so ihren eigenen ICT-Nachwuchs sicher. Digitalisierung und Globalisierung prägen die Arbeitswelt zunehmend. Die Nachfrage nach Hochschulabsolventen steigt. Immer öfter bewerben sich deshalb Firmen bereits an der Quelle um künftige Mitarbeitende: Das Hochschulmarketing boomt. Die Fachhochschulen können allerdings nur so viele Absolventen «hervorbringen», wie es studienwillige Berufsmaturanden und Absolventen Höherer Fachschulen gibt. Ein Grund mehr, Personalaufbau und -entwicklung nicht nur auf das Campus Recruiting zu beschränken, sondern neue Optionen der Personalausbildung zu erwägen. Know-how und Profilbildung nach Mass Ein duales Studium bietet die Möglichkeit, die zukünftigen IT-Fachexperten in Zusammenarbeit mit einer Fachhochschule intern, von Studienbeginn an und auf die eigenen Bedürfnisse hin auszubilden. Die Fernfachhochschule Schweiz (FFHS) hat dieses Studienmodell mit dem Input der Schweizerischen Post und von Swisscom entwickelt und verzahnte dabei die Zielsetzungen der Hochschulbildung mit denen eines Unternehmens. Mittlerweile profitieren 15 Praxispartner von den Vorzügen des Praxisintegrierten Studiums (PiBS). Sie definieren die Praxisausbildung und haben ein Mitspracherecht beim Angebot der Wahlpflichtmodule und Vertiefungsrichtungen. Besonders gefragt sind die Vertiefungen Data Science und IT-Sicherheit, die sich von den klassischen Berufslehreprofilen abheben und vertieftes Wissen verlangen. Die Zusammenarbeit stösst auf positive Resonanz bei den Praxispartnern. Gabriela Thalmann, HR Consultant bei Schindler, ist überzeugt: «Der Bildungsgang wurde von der FFHS stetig reflektiert. Die Bedürfnisse von Unternehmen, Studierenden und Dozenten werden laufend erfasst, ausgewertet, und gemeinsam wird entschieden, was den Lehrgang stärkt. Wir können uns als Unternehmen einbringen.» Produktivität und Flexibilität für Unternehmen und Studierende Im Vergleich zum Campus Recruiting, das primär eine Aufgabe des HR-Marketings ist, nehmen beim PiBS die operativen IT-Abteilungen die Betreuung der Studierenden wahr. Dies verursacht Kosten, es entsteht aber auch ein Nutzen durch die Leistung und Mitarbeit der Studierenden. So analysieren und bearbeiten etwa die Studierenden firmeninterne Probleme aus einer wissenschaftlichen Perspektive und überraschen dabei nicht selten mit spannenden Lösungen. Unternehmen sollen PiBS-Studierende möglichst flexibel einsetzen können: Die Kurse an der Hochschule finden konzentriert an einem Tag der Woche statt, sodass Firma und Studierende die übrigen Wochentage mit Arbeit und Selbststudium belegen können. Die exklusiven Klassen stellen die individuelle Betreuung der Studierenden sicher. Lohnt sich die interne Karriereschmiede? Natürlich benötigt das duale Studium im Unternehmen Planungszeit, ein Konzept, ein Budget und Sorgfalt bei der Durchführung. Marc Marthaler, Leiter Next Generation Swisscom, bringt es folgendermassen auf den Punkt: «Unsere PiBS-Studenten wachsen täglich an den Herausforderungen des Business, denn sie arbeiten an realen Kundenbedürfnissen und leisten damit Umsatzbeiträge. Selbstorganisiertes Lernen und hohe Eigenmotivation zeichnen diese Fachkräfte von morgen aus.» Und was sagen die Studierenden? Marius Giger, PiBS- Student im vierten Semester, ist begeistert. «Als eher praxisversierte Person kam mir ein Studium, bei dem Praxis und Theorie ineinander verzahnt sind, sehr gelegen. Das Knowhow, das ich mir im Unternehmen erarbeiten kann, ist sowohl für mich als auch für den Arbeitgeber sehr wertvoll.» DIE AUTORIN Anja Bouron Manager Corporate Relations, Fernfachhochschule Schweiz (FFHS) Bild: Fotolia www.netzwoche.ch © netzmedien ag 10 / 2017

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