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Netzwoche 10/2017

38 Service

38 Service Verbandsnachrichten ASUT Arbeit ohne Grenzen Welchen Platz nimmt der Mensch ein in einer zunehmend digitalisierten Welt? Unter dem Jahresmotto «Homo digitalis» setzt sich der Schweizerische Verband der Telekommunikation (Asut) mit dieser Frage auseinander. Und zwar sowohl am Swiss Telecommunication Summit 2017, der am 29. Juni im Berner Kursaal stattfindet, als auch das ganze Jahr über im Asut-Bulletin. Dessen aktuelle Nummer ist den neuen Arbeitswelten gewidmet. Autorin: Christine D’Anna-Huber Asut, der Schweizerische Verband der Telekommunikation, repräsentiert heute die Telekommunikations branche und sämtliche Wirtschaftszweige sind in ihm vertreten. Die Schweiz soll sich durch fairen, freien und dynamischen Wettbewerb als Land mit dem weltbesten Kommunikationsnetz und mit First-Class-Services positionieren, durch resiliente Systeme und smarte Infrastrukturen differenzieren und als ein auf die digitale Gesellschaft und Wirtschaft zugeschnittener Bildungs- und Forschungsplatz etablieren. www. asut.ch i INFO Den vollständigen Beitrag lesen Sie im Asut-Bulletin 3 / 2017 «Neue Arbeitswelten» unter www.asut.ch Die Digitalisierung krempelt unsere Welt um. Das gilt auch und gerade für die Arbeitswelt. Dabei löst sich die Grenze zwischen Angestellten und selbstständig Erwerbenden zunehmend auf. Es entstehen auch neue Jobprofile. Dies fördert die Eigenverantwortung und führt zu mehr Beweglichkeit und Kreativität. Gleichzeitig besteht die Gefahr der Selbstausbeutung und der vollständigen Entgrenzung der Arbeit, die dann immer und überall stattfindet und doch nicht zum Leben reicht. So wie in der zynischen Werbung, mit der die globale Arbeitsvermittlungsplattform Fiverr kürzlich ein wahres digitales Sklavenleben zu verherrlichen schien: «Wenn dein Mittagessen aus einer Tasse Kaffee besteht. Wenn du dein Ding solange durchziehst, bis du dein Ding durchgezogen hast. Wenn Schlafentzug deine Lieblingsdroge ist – dann bist du ein Macher.» Ist das wirklich die Zukunft der Arbeit? Flexibilität zahlt sich aus Ohne die Exzesse der sogenannten Gig-Economy beschönigen zu wollen, geht das neuste Asut-Bulletin den Chancen nach, die die Digitalisierung der Arbeitswelt eröffnet. Denn die Veränderungen und Unsicherheiten einfach auszuhocken, ist keine Option, wie die Arbeitsweltspezialistin Barbara Josef im Interview sagt: Für sie bringt das digitale Zeitalter die Chance mit sich, Arbeit neu zu denken und neu zu erhandeln, so dass alle davon profitieren können. Warum Homeoffice und eine flexiblere Arbeitsorganisation kein gnädiges Entgegenkommen grosszügiger Arbeitgeber sind, sondern vielmehr ein Mittel zur Produktionssteigerung, erklärt Microsoft Schweiz Chefin Marianne Janik. Auch sie ist überzeugt, dass die digitale Transformation jede Organisation und jeden Arbeitsplatz, unabhängig von Region und Branche, verändern wird und es deshalb unabdingbar sei, «besser heute als morgen Zeit und Energie in modernste Technologien zu investieren und sich mit deren Einfluss auf die Arbeitswelt aktiv auseinanderzusetzen». Verschiedene Studien kommen zu ganz ähnlichen Schlüssen: Richtig verstandene und klug umgesetzte Flexibilität zahlt sich für Unternehmen aus. Wie das in der Praxis konkret aussehen kann, zeigen etwa Swisscom und Die Mobiliar. Stolpersteine vermeiden Doch was ist mit den Risiken? Werden Arbeitsplätze durch die Digitalisierung, oder genauer durch Automatisierung und künstliche Intelligenz verschwinden? Oder werden neue Technologien dazu beitragen, dass neue Jobs geschaffen werden und der Arbeitskräftemangel durch die Pensionierung der Babyboomer abgefedert wird? Es gibt viele Schätzungen, aber eine schlüssige Antwort weiss darauf heute niemand. Was sich hingegen schon jetzt abzeichnet, ist, dass die Digitalisierung mit den Hilfsmitteln, die sie uns zur Verfügung stellt und der Mobilität, die sie ermöglicht, Arbeitsmodelle, Arbeitsweisen, Anforderungen und Ansprüche verändert – nicht zuletzt die Ansprüche an die Bildung. Jens O. Meissner, Professor für Organisation, Innovation und Risikomanagement an der Hochschule Luzern, setzt sich mit den Stolpersteinen der digitalisierten Arbeitswelt auseinander und gibt Tipps, wie diese vermieden werden können: Auch für ihn gehört «sich ständig weiterqualifizieren und dies auch finanzieren» zum Survival-Kit in der flexiblen Arbeitswelt von morgen. Die Gewerkschaft syndicom schliesslich ist überzeugt, dass nur sozial verträgliche technologische Entwicklungen auch wirtschaftlich nachhaltig sein können und hat dazu ein Manifest verfasst. Zentral darin die Forderung nach einer Wirtschaft und einer Technik, die dem Menschen dienen – und nicht umgekehrt. 10 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Service Verbandsnachrichten 39 «Homo digitalis – der Mensch in der digitalen Wirtschaft» Swiss Telecommunication Summit: Das 43. Asut-Seminar findet am 29. Juni 2017 im Kursaal Bern statt. CEOs führender Unternehmen, Politiker und Direktoren aus der Verwaltung diskutieren über die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt und auf das Privatleben. i DER AUTOR INFO Peter Grütter ist Präsident der Asut, Schweizerischer Verband der Telekommunikation Weitere Informationen und Anmeldung unter https://events.asut.ch Welchen Platz nimmt der Mensch ein in einer zunehmend digitalisierten Welt, in der immer mehr Aufgaben immer lernfähigeren Systemen überlassen werden können? Wie verändern sich Arbeit, Konsum, Freizeit und das gesellschaftliche Zusammenleben und was ist zu tun, damit die Entwicklung mehr Gewinner als Verlierer hervorbringt? Mit solchen Fragen setzt sich Asut 2017 unter dem Jahresmotto «Homo digitalis» vertieft auseinander. Eigentlich wissen wir es schon lange: Eine erfolgreiche digitale Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft ist nicht nur das Resultat neuer Technologien, smarter Geräte oder intelligenter Algorithmen. All das braucht es natürlich auch und noch viel mehr, wie Bildung, Forschung oder Unternehmertum. Der zentrale Erfolgsfaktor ist jedoch der Mensch, sind Arbeitnehmende, Bürgerinnen und Bürger oder Konsumentinnen und Konsumenten. Sie stehen im Zentrum der digitalen Transformation und müssen sich in einer rasch wandelnden Welt immer wieder neu orientieren. Dies erfordert Zuversicht, Offenheit, Veränderungsbereitschaft und eine breite gesellschaftliche Akzeptanz für diesen fundamentalen Wandel im Arbeitsalltag und Privatleben. Die aktuellen Debatten über Datenschutz und Privatsphäre, über die Zukunft der Arbeit oder über die Besteuerung von Robotern in der Industrie zeigen deutlich, dass wichtige Fragen noch nicht beantwortet sind. Aber wie verändern sich nun die Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern und zwischen den Produktionsfaktoren Arbeit, Kapital und Ressourcen. Welche Erwartungen und Sorgen müssen die Protagonisten der Digitalisierung adressieren, damit die Bevölkerung und die Politik den Wandel mittragen können? Brauchen wir gar einen neuen digitalen Gesellschaftsvertrag? Swiss Telecommunication Summit 2017 Am Swiss Telecommunication Summit 2017 werden CEOs führender Unternehmen, Direktoren von Bundesämtern und Politiker diese Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven und kontrovers diskutieren. Zudem bietet die Veranstaltung einen idealen Rahmen für Gespräche und Kontakte mit Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung sowie mit Branchenvertretern und Kunden. Swiss Telecommunication Summit: Das 43. Asut-Seminar 08.30 – 09.15 Uhr Empfang 09.15 – 09.30 Uhr Begrüssung Peter Grütter, Präsident Asut 09.30 – 10.00 Uhr 10.00 – 10.30 Uhr 10.30 – 11.00 Uhr «The skills imperative: Die Arbeit von morgen und die Wichtigkeit der Kompetenzen» Alain Dehaze, CEO The Adecco Group «Und wo bleibt der Kunde in der Digitalisierung?» Hansueli Loosli, Präsident Verwaltungsräte Swisscom AG und Coop-Gruppe «Der Mensch im Mittelpunkt der sicherheitsrelevanten Herausforderungen in der digitalisierten Gesellschaft» Bundesrat Guy Parmelin, Vorsteher Eidg. Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport VBS 11.00 – 11.30 Uhr Pause & Networking 11.30 – 12.00 Uhr 12.00 – 12.40 Uhr «Kundennähe als Geschäftsgrundlage» Dr. Patrik Gisel, Vorsitzender Geschäftsleitung Raiffeisen Schweiz «Roboter, Big-Data, gläserner Kunde – Wie viel Digitalisierung erträgt der Mensch?» Christoph Brand, Head of Classifieds & Marketplaces Tamedia AG, André Golliez, Präsident Opendata.ch, Dr. Marianne Janik, General Manager Microsoft Schweiz GmbH, Dr. Adrian Lobsiger, Eidg. Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter (EDÖB), Marc Sier, COO Admeira 12.40 – 14.15 Uhr Lunch & Networking 14.15 – 14.35 Uhr 14.35 – 15.00 Uhr 15.00 – 15.25 Uhr 15.25 – 15.50 Uhr 15.50 – 16.30 Uhr «Die Zukunft des Menschen» Dr. Ludwig Hasler, Publizist, Philosoph und Physiker «6 Elements for Cyber Security» John Suffolk, President and Global Cyber Security & Privacy Officer Huawei Technologies Co., Ltd. «Digitalpolitik in der Schweiz – nachhaltig in die Zukunft» Philipp Metzger, Direktor Bundesamt für Kommunikation Bakom «From code to culture – Warum die datenbasierte Wirtschaft mehr Menschenverstand braucht» Dr. Stephan Sigrist, Gründer und Leiter Think Tank W.I.R.E «Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft – Welche Rolle spielt die Politik?» Thomas Aeschi, Nationalrat und Vizepräsident SVP Schweiz, Petra Gössi, Nationalrätin und Präsidentin FDP.Die Liberalen, Christian Levrat, Ständerat und Parteipräsident SP Schweiz, Dr. Gerhard Pfister, Nationalrat und Parteipräsident CVP Schweiz Schlusswort Peter Grütter, Präsident Asut Apéro & Networking www.netzwoche.ch © netzmedien ag 10 / 2017

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