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Netzwoche 10/2017

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10 Business Nachgefragt «Wichtiger als die Grösse ist der Digitalisierungsgrad eines Unternehmens» Es gibt Unternehmen, die verdoppeln jährlich ihre Datenmengen. Doch was können sie damit anfangen? Am Big Data & Analytics Forum 2017 zeigen Experten von Atos Lösungen auf. Weshalb sich ein Besuch lohnt, erklärt Alex Halbeisen, Consultant / Business Development Big Data bei Atos in der Schweiz. Interview: George Sarpong « Business Analytics sind die wichtigsten Treiber für künftiges Unternehmenswachstum. » Alex Halbeisen, Atos Schweiz Welche Zielgruppe sprechen Sie mit dem Big Data & Analytics Forum an? Alex Halbeisen: Macher, Entscheider, Visionäre, die um den Wert von Daten wissen und ihre Geschäftsmodelle darauf ausrichten. Ihnen können wir mit unserem profunden und weltweiten Know-how zur Seite stehen, von der Beratung bis zur Unterstützung im Betrieb entsprechender Lösungen. Inwieweit lohnt sich ein Besuch von Entscheidern kleiner und mittlerer Unternehmen? Schliesslich geht es bei der Analyse von Big Data um kostspielige Systeme für die Analytik grosser Datenmengen. Die Big-Data-Analytics-Plattformen, die Atos auch aus der Cloud heraus anbietet, sind heute bezahlbar geworden, insbesondere wenn man die entstehenden Kosten in Relation zum erzielenden Wettbewerbsvorteil setzt. Wichtiger als die Unternehmensgrösse ist der Digitalisierungsgrad, der darüber entscheidet, ob genügend Daten über einen relevanten Zeitraum hinweg vorhanden sind, damit die Analytics-Modelle greifen. Am Forum geben wir entsprechende Denkansätze und Beispiele. Was sind die diesjährigen Highlights des Forums? Marktleader Sinequa und Nvidia beleuchten Themen rund um Cognitive Search und Deep Learning anhand von Praxisbeispielen. MSM Research betrachtet den Big-Data- Markt Schweiz, und auch der Bund stellt seine Sicht auf die Digitalisierung vor. Highlight ist zudem die Vorstellung von «Atos Codex», unserem Analytics-Framework, das als ganzheitlicher Ansatz von der Beratung über die Entwicklung einer digitalen Strategie bis hin zur Definition von relevanten Use Cases zu verstehen ist. Wir bringen darin auch unsere Expertise für die Datenanalyse, unsere Umsetzungskompetenz bei der Anwendung agiler Analysemethoden und unsere Erfahrung im Projektmanagement ein. Anhand von Kunden-Cases zeigen wir Faktoren für den erfolgreichen Abschluss von Projekten dieser Art auf. Was war der Beweggrund, ein solches Forum ins Leben zu rufen? Business Analytics ist der wichtigste Treiber für künftiges Unternehmenswachstum. Ein solches Forum ist somit ein Gebot der Stunde. Zudem können wir aufzeigen, dass Atos gemeinsam mit strategischen Partnern über die Kompetenz und Erfahrung verfügt, in Unternehmen aus Daten smarte Insights zu generieren. Wir freuen uns darauf, am Forum zahlreiche Teilnehmer zu interessanten und zukunftsweisenden Gesprächen über verschiedene Branchen und Unternehmensbereiche hinweg zusammenführen zu können. Welche Trends sehen Sie in den Bereichen Big Data und Analytics in der Schweiz? Da will ich Herrn Ziegler von MSM Research und seiner Präsentation nicht vorgreifen und lade Sie und Ihre Leserschaft gerne ein, unser Forum zu besuchen. Mit welchen Entwicklungen sollten sich IT-Entscheider im Bereich Big Data und Analytics derzeit auseinandersetzen? Die Businessabteilungen sind im Experimentiermodus und bestrebt, Erfolg versprechende Use Cases ohne grossen Initialaufwand auszutesten. Diesem Bedürfnis muss sich die IT stellen und einen geeigneten Rahmen dafür schaffen, etwa einen Inkubator innerhalb des Unternehmens. Externe Unterstützung kann hilfreich sein, wie das Atos auch mit eigenen Analytics Appliances und Cloud- Lösungen bieten kann. So vermeidet die IT «Schattenprojekte» und behält die Kontrolle über die für den Unternehmenserfolg relevante Thematik auf einer hochperformanten und skalierbaren Architektur. 10 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business Event 11 Citrix will eine IT-Security-Firma sein Der Virtualisierungsspezialist Citrix positioniert sich unter dem neuen CEO Kirill Tatarinov als IT-Security-Firma. An seiner Hausmesse Synergy präsentierte das Unternehmen Updates rund um den digitalen Arbeitsplatz der Zukunft. Dieser soll mobil, sicher und produktiv sein. Autor: Marc Landis Nach 2016 in Las Vegas hat die Citrix-Hausmesse Synergy dieses Jahr wie schon 2015 wieder in Orlando, Florida, stattgefunden. Es war die zweite Synergy, an der Kirill Tatarinov als Citrix-CEO auf der Bühne stand. Tatarinov hatte im Januar 2016 die Nachfolge von Langzeit-CEO Mark Templeton angetreten, der das Unternehmen auf Druck des Investmenthauses Elliott Management Corporation verlassen musste. Der toughe Ex-Microsoft-Mann Tatarinov kam, um das operative Geschäft zu straffen, Margen beziehungsweise Rentabilität zu verbessern und das Unternehmen mit einer tragfähigen Kapitalstruktur auszustatten. Zudem sollte sich Citrix wieder auf sein Kerngeschäft konzentrieren, etwa mit den Produkten XenApp, XenDesktop, XenMobile, ShareFile und NetScaler. Die Go-To-Produktfamilie hatte Citrix im Sommer 2016 an Logmein für 1,8 Milliarden US-Dollar verkauft. Die Transaktion wurde Ende Februar abgeschlossen. Fokussierung auf Kerngeschäft trägt Früchte CEO Tatarinov hat in den letzten 16 Monaten die Reorganisation von Citrix und die Fokussierung des Produktportfolios forsch vorangetrieben. Tatarinov ist zufrieden mit dem, was er bisher mit Citrix erreicht hat, wie er an der Synergy im Gespräch zur Netzwoche sagte: «2016 und auch das erste Quartal 2017 waren sehr gut für Citrix. Wir haben sehr grosse Fortschritte gemacht bei Vision, Strategie und Firmenkultur. Gleichzeitig sind wir auch in unserem Kerngeschäft profitabel gewachsen.» An seiner Hausmesse Synergy in Orlando präsentierte Citrix nun neue Lösungen und Services für den mobilen, sicheren und produktiven digitalen Arbeitsplatz. Vor allem das Thema Sicherheit schreibt sich Citrix ganz gross auf die Fahne. «Wir sind eine neue Art von Sicherheitsunternehmen», rief Tatarinov den rund 5000 Besuchern der Synergy an seiner Eröffnungskeynote zu. Mit Secure Browser Essentials, Secure Digital Workspace, Analytics Service und Security Practice als Teil der Consulting Services setzt Citrix einen starken Fokus auf Security. «Dabei ist Security gar nichts Neues für Citrix. Unsere Produkte haben immer dazu beigetragen, die IT sicherer zu machen», sagte der CEO zur Netzwoche. «Es gibt keine bessere Methode, ein Endgerät sicher zu machen, als wenn Sie den Arbeitsplatz als VDI bereitstellen. Da gibt es keine lokalen Daten auf dem Gerät.» Auch verwendete Tatarinov den Begriff des Software-defined Perimeter im Zusammenhang mit neuen Security- Services, die Citrix anbieten will. Software-defined Perimeter trägt den IT-Sicherheitsanforderungen im Cloud-Zeitalter Rechnung und bindet Sicherheitsfeatures an die Identität des jeweiligen Users der Citrix Digital Secure Workspace Platform. Dabei bietet Citrix ein neues Sicherheits-Framework an, das den Zugriff auf und die Kontrolle von Anwendungen und Daten einfacher und sicherer machen soll. Dank Single-Sign-on seien mobile, SaaS- und Windows- Anwendungen sowie Dokumente alle an einem Ort über ein modernes Frontend verfügbar. Übernahmegerüchte Auch machten an der Hausmesse einmal mehr Übernahmegerüchte die Runde. Microsoft etwa könnte daran interessiert sein, Citrix zu kaufen. Citrix-CEO Tatarinov kommentierte das an der Hausmesse allerdings nicht. Ihm zufolge ist Citrix stark genug, um selbstständig zu überleben. Allerdings weiss die Finanznachrichtenagentur Bloomberg, dass Citrix seinen eigenen Verkauf zumindest prüft und die Investmentbank Goldman Sachs damit beauftragt hat, einen Käufer zu finden. Sollte Citrix verkauft werden, ist es aber wahrscheinlicher, dass eine Private-Equity-Firma das Technologieunternehmen übernimmt. Citrix hat, seit Tatarinov am Ruder ist, auf jeden Fall an Profil gewonnen, und der neue CEO ist dabei, die Braut für einen möglichen Käufer schön zu machen. Citrix-CEO Kirill Tatarinov will den Virtualisierungsspezialisten zum Sicherheitsanbieter umbauen. Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_42521 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 10 / 2017

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