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Netzwoche 10/2018

30 Michael Baeriswyl,

30 Michael Baeriswyl, Head of Data, Analytics and AI bei Swisscom, zeigte die KI-Projekte von Swisscom. Daniela Stack von der Deutschen Messe stellte die neue Cebit vor. Wie die Schweiz an der neuen Cebit Lärm machen will ICT-Switzerland, die Deutsche Messe und T-Link haben in Zürich gezeigt, wie sich die Schweizer ICT-Branche an der neuen Cebit präsentieren will. Start-ups, Trends und der lockere Austausch sollen die Messe zum Business-Festival machen. Einen Vorgeschmack darauf gab es bereits. Autor: Oliver Schneider « Die Cebit soll eine B2B-Veranstaltung bleiben, aber nicht mehr mit Krawatte. » Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_93002 Daniela Stack, Marketing, Deutsche Messe Im Swisscom Pirates Hub in Zürich haben ICT-Switzerland, die Deutsche Messe und T-Link das Konzept für die kommende Cebit vorgestellt. Die IT-Messe, die vom 11. bis 15. Juni in Hannover über die Bühne geht, kommt 2018 in einer ganz neuen Form daher, wie Verena Stübner von der Handelskammer Deutschland Schweiz zur Begrüssung sagte. Auch der Schweizer Gemeinschaftsstand sei verändert worden. Rund 20 Aussteller aus der Schweiz seien in diesem Jahr mit dabei; sowohl unter dem Dach des rund 130 Quadratmeter grossen «Swiss Pavilion» in Halle 27 wie auch mit eigenen Ständen. Wieder sei ein starker Schweizer Auftritt an der Cebit geplant, sagte Stübner. Start-ups im Fokus Für die Präsenz an der Cebit 2018 seien vor allem die Schweizer Start-ups wichtig, sagte Carl Ziegler, Geschäftsführer des Messe-Organisators T-Link. Schweizer Jungunternehmen müssten sich im Ausland präsentieren, um langfristig erfolgreich zu sein. Dafür böte der Swiss Pavilion eine optimale Plattform. «Innovativ und quirlig» wolle sich die Schweiz in Hannover präsentieren, sagte Ziegler und fügte an: «Wir wollen an der Cebit Lärm machen – und das werden wir auch.» Am 13. Juni stehe ausserdem die Delegationsreise aus der Schweiz auf dem Programm. Sie soll Gelegenheit zum Besuch bei den Ausstellern und Networking bieten. Um zu zeigen, was die Cebit in diesem Jahr alles neu machen will, kam Daniela Stack von der Deutschen Messe nach Zürich. Die Cebit 2017 sei «sehr erfolgreich» gewesen, sagte sie. So wie die Digitalisierung die Unternehmen zur Veränderung zwinge, müsse sich auch die Cebit anpassen. Neue Technologien und eine jüngere Generation riefen nach einem neuen Format. Die Messe wolle 2018 frischer daherkommen, sich als Business-Festival und Erlebnis neu erfinden, sagte Stack. Dazu habe man die Veranstaltung auf vier Säulen gestellt. Unter dem Stichwort «d!conomy» – der neuen Form der klassischen Expo – sollen die zentralen Themen der digitalen Transformation eine Bühne bekommen, etwa künstliche Intelligenz (KI), das Internet der Dinge, Robotik oder Virtual Reality. Bei «d!talk» drehe sich alles um Konferenzen, Workshops und Vorträge. B2B ohne Krawatte Das Format «d!tec» soll neue Geschäftsmodelle und disruptive Technologien präsentieren, wobei Start-ups besondere Aufmerksamkeit zuteil werde, so Stack. Hier ist auch der Swiss Pavilion angesiedelt. Neues Gravitationszentrum des Messegeländes soll schliesslich «d!campus» werden. In diesem Bereich seien Attraktionen wie ein Riesenrad von SAP oder Eventbühnen zu finden. Mit Musik (Mando Diao, Jan Delay) und Showcases bis in den späten Abend will die Cebit dem Business-Networking einen neuen, lockeren Rahmen geben. «Die Cebit soll eine B2B-Veranstaltung bleiben, aber nicht mehr mit Krawatte», fasste Stack die Idee zusammen. Bevor der Abend mit einem Apéro einen Vorgeschmack auf die lockere Seite der neuen Cebit bot, rückten einige Schweizer Aussteller in den Fokus. Unter Anleitung des Start-up-Beraters Jean-Pierre Vuilleumier pitchen drei von ihnen in wenigen Minuten ihre Projekte. Die Kantonspolizei St. Gallen arbeitet momentan an mobilen Endgeräten für ihr Korps. An der Cebit will sie nach Technologiepartnern suchen. Raptor Compliance stellt eine Automatisierungslösung her, die Unternehmen bei der Umsetzung der DSGVO helfen soll. Shift Cryptosecurity will in Hannover die neue Version seiner «Bitbox» präsentieren. Dabei handle es sich um ein Gerät, auf dem sich kryptografische Schlüssel für Bitcoin und Co. speichern liessen. Das abschliessende Referat hielt Michael Baeriswyl. Der Head of Data, Analytics and AI bei Swisscom zeigte die Fortschritte im Bereich künstliche Intelligenz in der letzten Zeit und wo der Telko die Technologie selbst einsetzt. 10 / 2018 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Research 31 Den ICT-Markt gibt es nicht mehr Zugegeben, der Titel ist etwas provokativ und auf den ersten Blick vielleicht auch nicht ganz verständlich und nachvollziehbar. Natürlich gibt es einen ICT-Markt, aber nicht mehr «den» ICT-Markt. Der Begriff umfasst heute eine Vielzahl weitgehend eigenständiger Märkte, mit eigenem Charakter und individueller Dynamik. Der ICT-Markt ist heute kaum mehr vergleichbar mit dem in grossen Teilen geschlossenen, durch proprietäre Leistungsangebote geprägten EDV-Markt vor 30 Jahren. Der einst homogene und übersichtliche Markt mit wenigen dominierenden Teilsegmenten hat sich im Laufe der Zeit Jahre stark fragmentiert und disintegriert. Und aus dem EDV-Markt wurde der IT- oder auch ICT-Markt. Vom EDV-Markt zum ICT-Markt Der EDV-Markt von damals war in einige wenige grosse Segmente unterteilt, dominiert von den beiden grossen Bereichen der Rechner (Mainframes, Midrange-Systeme, Server, PCs und Workstations) und der Software (Systemsoftware und Anwendungen). Rund zwei Drittel der Projektausgaben und Investitionen der Schweizer Unternehmen entfielen zu dieser Zeit auf die Rechnerumgebungen und die dazugehörige Software. AUSGABEN FÜR DIE INDUSTRIE 4.0 Beispiel für neue Märkte Budgetstruktur für ICT-nahe Ausgaben in Prozent Sensoren und Netze (IoT) IT-Infrastruktur, Software & Professional Services Business Analytics / Big Data Consulting Die dazugehörigen Professional- und Support-Services machten im Vergleich zu heute gerade einmal knapp die Hälfte des Anteils am ICT-Budget aus. Heute entfallen auf die ICT-Services 62 Prozent der Ausgaben. Zusammengenommen bewegten sich die gesamten Ausgaben (B2B) im Schweizer EDV-Markt vor 30 Jahren noch deutlich im einstelligen Milliarden-Bereich, erst vor 20 Jahren überstiegen sie dann die 10-Milliarden- Franken-Grenze. Es war auch die Zeit des Aufbruchs der EDV in eine neue Ära, zu einem neuen Weltbild, in dessen Zentrum sich die Netze und das Internet als Drehscheibe der neuen E-Conomy ihren Platz eroberten. Die Investitionen bewegten sich zusehends weg vom Desktop hin zum Netz, die Bandbreite wurde wichtiger als die CPU-Leistung und die Information als Produktionsfaktor hat Einzug in die Strategieentwicklung der Unternehmen gehalten. Und auf der EDV-Betriebsseite entwickelte sich eine steigende Bereitschaft zur Auslagerung der Informatik. Der Big Shift nahm seinen Lauf. Die Digitalisierung schafft neue Strukturen Heute präsentieren sich unter dem Umbrella-Begriff des ICT-Marktes Segmente mit eigenständigen Ausprägungen, Regeln und Gegebenheiten. Dazu zählen wir beispielsweise den Security-Markt, die Mobility, Analytics oder auch die Industrie-4.0-Themen und Märkte, die nicht mehr nur gänzlich auf die ICT (Produkte und Lösungen) reduziert werden können. DER AUTOR Philipp A. Ziegler Geschäftsführer, MSM Research AG 31 % 11 % Blockchain, künstliche Intelligenz und Robotics – die Evolution und Disintegration der Märkte geht weiter. 39 % Quelle: MSM Research AG 19 % Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_94445 Gerade die Digitalisierung wirbelt die ehemals festgeschriebenen und klar umrissenen Grenzen des Marktes weiter durcheinander und schafft neue Strukturen und Segmente. Und im Kielwasser der Digitalisierung folgen neue Schwergewichte. Diese Schwergewichte sind die Topmärkte und mutmasslichen Kerntechnologien der kommenden Jahre: die Blockchain, künstliche Intelligenz und Robotics. Die Evolution und Disintegration der Märkte geht weiter. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 10 / 2018

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