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Netzwoche 10/2018

40 Focus Social Media

40 Focus Social Media Echter Erfolg bei Youtube entsteht durch Geschichten Für einen langfristigen Erfolg auf Youtube sollen die Videos nicht nur den aktuellen Trends folgen – der ganze Kanal muss eine einheitliche Geschichte erzählen. Doch wie können Unternehmen eine nachhaltige Kanalstrategie entwickeln und damit ihre gesetzten Ziele erreichen? DER AUTOR Jonathan Voigt Senior Consultant und Social Media Experte bei Namics Vorher-Nachher-Vergleich – Was Unternehmen für einen erfolgreichen Youtube-Kanal brauchen. Format 2 Vorher Inhalte des Unternehmens Format 3 Format 3 Hippe Trends, neue Kanäle und sich schnell ändernde Ansprüche der Nutzer machen es schwer für Unternehmen, bei Youtube Schritt zu halten. Bisher wurde die Videoplattform von Influencern oder Youtube-Stars genutzt, um Inhalte zu verbreiten. Inzwischen möchten auch Unternehmen von der Reichweite bei Youtube profitieren und müssen sich mit aktuellen Trends und Strategien auseinandersetzen. Youtube ist Kommunikation Ein Grundgedanke für erfolgreiche Kommunikation ist, dass ein Absender den Empfänger mit bedarfsgerechten Informationen versorgt. Das ist auch bei Youtube der Fall: Erfolgreiche Videos informieren oder unterhalten die Zuschauer. Dabei klicken die Nutzer häufig von Video zu Video und von Influencer zu Influencer, ohne einem Kanal besonders treu zu bleiben. Der Fokus liegt also eher auf Themen und Formaten als auf dem Absender. Bedürfnisse der Kunden Inhalte des Unternehmens Nachher Verständnis der ZG Gemeinsamer Absender Passgenaue Formate Eine Story Interaktion & Reach Bedürfnisse der Kunden Eine grosse Story bindet die Nutzer Die Nutzer an ein Unternehmen zu binden gelingt aber nur, wenn eine grosse, zusammenhängende Story erzählt wird. Diese Geschichte, bei der sich alles um ein Thema und eine Zielgruppe dreht, soll ausserdem zu Diskussionen einladen. So behalten die Nutzer eine Marke in Erinnerung. Für die Ausrichtung und den Aufbau einer zentralen Story sind drei Bereiche besonders wichtig: ·· Verständnis der Zielgruppe: Zuerst muss ein Unternehmen die jeweilige Zielgruppe untersuchen. Dabei gilt es herauszufinden, welche Bedürfnisse diese hat und wie sie Youtube nutzt. Bei sehr unterschiedlichen Zielgruppen ist es sinnvoll, mehrere Kanäle wie einen Corporate- oder HR-Kanal zu eröffnen, damit der jeweilige Fokus erhalten bleibt. ·· Ein gemeinsamer Absender: Gerade bei grossen Unternehmen gibt es viele Absender. Ob Unternehmenskommunikation, Produktmarketing oder Legal-Abteilung: Falls der Youtube-Kanal zu einer Sammelstelle für alle Unternehmensbereiche wird, ist das Erlebnis schnell fragmentiert und die Nutzer wandern ab. Stattdessen sollte der Kanal eine gemeinsame Geschichte erzählen, die sich am Leitmotiv der Firma anlehnt. Nike zum Beispiel erzählt emotionale Geschichten, in denen es immer darum geht, dass jeder über sich hinauswachsen kann. ·· Passgenaue Formate: Ist das zentrale Motiv gefunden, können daraus Inhalte erstellt werden. Durch das tiefere Verständnis der Zielgruppen ergibt sich der Stil und das passende Format. Ob lustige Videos für junge Bewerber oder informative Zusammenschnitte und Livestreams von Pressekonferenzen für erfahrene Journalisten: Die Entwicklung von Formaten wie Tutorials oder Vlogs sollte kreativ, aber nicht ausufernd sein. So gewinnen die Formate einen Wiedererkennungswert, der die Nutzer bindet. Spannende Formate und Interaktion der User als Erfolgsrezept Mit einer klaren Story, erzählt über spannende Formate, wird die Zielgruppe nicht nur immer wieder in den Bann gezogen, sondern auch zur Interaktion eingeladen. Wenn Nutzer auf einem Kanal diskutieren, steigt die Reichweite des Videos, und die Bekanntheit des Unternehmens wächst. So wird auch der Youtube-Kanal zum Erfolg und reiht sich als zentraler Baustein in den Online-Marketing- Mix ein. 10 / 2018 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Focus Social Media 41 Social Media Recruiting in Zeiten von New Work erfolgreich einsetzen Digitalisierung und soziale Medien verändern die Art und Weise, wie Unternehmen und Mitarbeitende zueinander finden. Wer folgende vier E-Recruiting-Trends für sich zu nutzen weiss, ist gut positioniert, um auf dem Arbeitsmarkt von morgen nachhaltig die besten Talente zu gewinnen. Willkommen im Zeitalter von New Work: Unsere Arbeitswelt und mit ihr unser Verständnis von Arbeit und Karriere verändern sich rasant. Zum einen sagen Studien voraus, dass jede dritte Stelle automatisiert wird, gleichzeitig fällt es Unternehmen immer schwerer, geeignete Mitarbeitende zu finden. Auch die Form der Arbeitsverhältnisse verändert sich: Laut Prognosen werden bis im Jahr 2020 vier von zehn Amerikanern ihren Lohn als Freelancer verdienen. Überlagernd schafft die Verbreitung sozialer Medien eine Vielzahl neuer Berührungspunkte, über die Unternehmen an künftige Mitarbeitende herantreten können. Folgende vier Trends werden E-Recruiting im Zeitalter von New Work nachhaltig prägen. 1. Trend: Technologie wird zum Treiber Dank selbstlernenden Systemen und der automatisierten Koordination verschiedener Kanäle entwickelt sich die Technologie vom Unterstützer zum eigentlichen Treiber eines erfolgreichen Recruitings. Komplexe Aufgaben, wie die Erstellung und Pflege von Kandidatenpools, können von modernen Anwendungen nicht nur einfacher gestaltet, sondern sogar vollständig übernommen werden. Erfolgreiches E-Recruiting setzt überall dort auf Automatisierung, wo Technologie einen echten Mehrwert schafft, und nutzt personelle Ressourcen gezielt für die persönliche Kontaktpflege. 2. Trend: Langfristige Beziehungspflege steht im Mittelpunkt Im Zeitalter von Social Media und Onlinenetzwerken darf die Personalbeschaffung nicht mehr als linearer Prozess verstanden werden, der mit der Einstellung eines Kandidaten abgeschlossen ist. Vielmehr erlauben soziale Medien den Aufbau nachhaltiger Beziehungen, die sich über verschiedene Abschnitte der beruflichen Laufbahn erstrecken können. Über die so entstehenden Netzwerke rekrutieren Unternehmen im Bedarfsfall sehr gezielt und oft mit grossem Erfolg neue Mitarbeitende, denn die Beziehung zum Kandidaten ist bereits etabliert. nutzen, und über ein aktives Engagement in beruflichen Onlinegruppen kann die Kompetenz und Glaubwürdigkeit des eigenen Unternehmens gezielt gefördert werden. Soziale Medien bergen das Potenzial, HR hinter dem Schreibtisch hervorzuholen und die Personalbeschaffung direkt in die Netzwerke der Kandidaten zu tragen. Auch jeder Mitarbeiter kann so zum Recruiter werden. 4. Trend: Erhöhte Transparenz schafft Chancen Dank sozialen Medien erhalten Kandidaten vertieften Einblick in Unternehmen, noch bevor sie ihre Unterschrift unter einen Arbeitsvertrag setzen. Gleichzeitig verfügen auch Unternehmen heute über ein viel detaillierteres Bild künftiger Mitarbeitender. Diese gegenseitige Transparenz können Arbeitgeber gewinnbringend nutzen, indem sie zum Beispiel bestehende Mitarbeitende dazu motivieren, positive Aspekte des Unternehmens aktiv nach aussen zu tragen. Den Herausforderungen unserer Arbeitswelt steht dank sozialen Medien und Onlineplattformen ein innovatives Instrumentarium gegenüber. Mit dem koordinierten Einsatz geeigneter Tools verschaffen sich Unternehmen entscheidende Vorteile, um im Zeitalter von New Work langfristig die besten Talente für sich zu gewinnen. DER AUTOR Yves Schneuwly Geschäftsführer, Xing Schweiz Illustration: cifotart / iStock.com 3. Trend: Das Recruiting rückt näher an die Kandidaten Mit modernen Tools lassen sich die persönlichen Netzwerke bestehender Mitarbeiter für die Kandidatensuche www.netzwoche.ch © netzmedien ag 10 / 2018

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