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Netzwoche 10/2019

46 Management & Career

46 Management & Career Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH Grundstein für Switzerland Innovation Park gelegt lba. Seit zwei Jahren ist der Switzerland Innovation Park Biel/Bienne mit dem Fokus auf Industrie 4.0 erfolgreich unterwegs. Der Neubau, der rund 45 Millionen Franken kostet und Ende 2020 eröffnet wird, ist ein Zentrum für Technologietransfer. Bundesrat Parmelin wohnte der Grundsteinlegung des neuen Gebäudes bei und hob die «nationale und internationale Ausstrahlung» des Projekts hervor, wie «Startupticker» berichtet. Die ETH erhält ihr erstes Einhorn lba. Das ETH-Spin-off «Get- YourGuide» hat mit einer Mitte Mai abgeschlossenen Kapitalaufnahme einen geschätzten Wert von 2 Milliarden Franken erreicht. Damit habe die Reiseplattform für Aktivitäten im Bereich Freizeit und Tourismus als erstes ETH- Spin-off den Status eines Unicorns erreicht, heisst es bei «ETH-News». Doktorierende gründeten «GetYourGuide» im Jahr 2009. Digitalisierung erschwert die Jobsuche jor. Schweizer Unternehmen klagen immer wieder über den Fachkräftemangel. Doch auch Arbeitnehmer haben zunehmend Mühe, einen passenden Job zu finden, zeigt eine Umfrage des Personalvermittlers Robert Half. «Dieser Aspekt geht in der Diskussion um die Entwicklungen am Arbeitsmarkt völlig unter», schreibt Zerrin Azeri, Associate Director bei Robert Half in Zürich, in einer Mitteilung und ergänzt: «Wir sollten diese Problematik mehr in den Vordergrund rücken und so Lösungen für beide Seiten – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – ausarbeiten.» Jobsuche dauert immer länger 60 Prozent der befragten Schweizer Arbeitnehmer geben an, dass die Suche nach einem geeigneten Job heute schwieriger sei als vor fünf Jahren. Das zeigt auch die Dauer der Stellensuche: Über ein Drittel der Befragten (36 Prozent) benötigte laut Umfrage vier bis zwölf Wochen für den letzten Jobwechsel. Fast jeder Fünfte habe sich bis zu einem halben Jahr und etwa jeder Siebte noch länger um einen neuen Job bemüht. Nur 28 Prozent der wechselwilligen Schweizer hätten schneller einen Job gefunden. Die Digitalisierung schaffe zwar neue, spannende Berufe, erklärt Azeri die Ergebnisse. Viele Arbeitnehmer seien aber unsicher, welche Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch Anforderungen für diese Jobs zu erfüllen seien und ob ihre Qualifikationen für ihre bisherigen Tätigkeiten Bild: Friedberg / Fotolia.com noch ausreichten. Zudem hätten Arbeitsuchende oft den Eindruck, jüngere, digital versiertere Bewerber seien im Vorteil. Azeris Ratschlag lautet: Wer den Job wechseln will, sollte sich genau erkundigen, welche Anforderungen für die gewünschte Stelle zu erfüllen sind und gegebenenfalls über eine zusätzliche Qualifizierung nachdenken. Das Marktforschungsinstitut Yougov führte die Befragung im Auftrag von Robert Half im März 2019 durch. 250 Arbeitnehmer in der Schweiz wurden dazu befragt. DIGITALE TRANSFORMATION DER IT Die gute Nachricht ist, dass heutzutage jeder auf agil steht. Die schlechte Nachricht ist, dass sich die meisten Organisationen zwar als agil bezeichnen, ohne jedoch zu wissen, was das konkret bedeutet. Was man mit Bestimmtheit weiss, ist, dass man es sich heute schlicht nicht leisten kann, nicht agil zu sein. Und so eignet man sich am besten gleich auch das richtige Wording an, um die Zugehörigkeit zur neuen Welt zu demonstrieren. Eines dieser Begriffe ist das DoD – das Definition of Done. Nicht einfach Akzeptanzkriterien – nein, das klare Bekenntnis dazu, was zum Minimum Viable Product (MVP) gehört, nicht mehr und auch nicht weniger. Nur – wer sagt denn konkret, was alles unter diesem Definition of Done zu verstehen ist. Und aus welcher Sicht ist etwas «Done»? Ist es der Produkt-Owner und das Scrum-Team, die ihr Produkt-Backlog abarbeiten und ihren Codecommit bis zur Auslieferung bereitstellen? Oder ist es das DevOps-Team, das den Code vollständig gemäss DoD testet, paketiert und in die Produktion ausliefert? Oder etwa das Betriebsteam, das dafür sorgen muss, dass die Lösung auch stabil funktioniert. Was ist mit dem Service-Desk-Team, das die Die Kolumne finden Sie online unter www.netzwoche.ch verstörten Kundenanrufe entgegennimmt und die übertölpelten Anwender des Produkts beschwichtigen muss? Und was sagt der Security Officer zur Definition of Done? Hat auch der Datenschutzverantwortliche seinen Teil von DoD einbringen können? Oder etwa der Compliance-Verantwortliche? Bestimmt hat auch noch das Architektur- Gremium seinen Input hinsichtlich Definition of Done einbringen können. Was sagen eigentlich die beteiligten Cloud-Provider oder Sourcing- Partner über die Definition von «Done»? Nun – das ist das Tolle am agilen Vorgehen. Es kann von allen Seiten Input in das Backlog geliefert werden. Letztlich gilt es, die Anforderungen als Ganzes zu beurteilen und das Wichtige vom weniger Wichtigen abzugrenzen und so zu priorisieren, dass es ein MVP und eben nicht überladen wird. «Done» ist so bloss eine inkrementelle Sicht. Aus dieser Optik gibt es nie ein definitives «Done». Es ist sozusagen ein ständig veränderter Zustand, was gerade zum aktuellen Zeitpunkt als wichtig in Bezug zu «Done» betrachtet worden ist. Das ist eben auch agil – was kümmert uns die Anforderung von gestern? Ich habe eine andere Vision von «Definition of Done». «Done» ist es aus meiner Sicht erst, wenn der Kunde restlos zufrieden und der Mehrwert für das Unternehmen geschaffen worden ist. Alles andere ist nun mal nicht «done». «Done» ist doch mehr als eine halbwegs vollständige Spezifikationsliste. «Done» ist, wenn sich IT und Business in die Augen schauen und sagen können: Wir haben es gemeinsam geschafft! Definition of Done Martin Andenmatten Gründer und Geschäftsführer, Glenfis 10 / 2019 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Management & Career Nachgefragt 47 « Schlechte Beleuchtung bringt die innere Uhr durcheinander » Licht hat grossen Einfluss auf Schlafrhythmus und Befinden. Wer am Tag zu wenig und in der Nacht zu viel Licht abbekommt, dessen innere Uhr gerät durcheinander. Oliver Stefani vom Zentrum für Chronobiologie an den Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel verrät, wie eine gute Beleuchtung am Arbeitsplatz aussieht und welche Leuchtmittel sich dafür am besten eignen. Interview: Leslie Haeny Welchen Einfluss hat eine schlechte Beleuchtung auf Produktivität und Gesundheit? Oliver Stefani: Gutes Licht ist nicht nur essenziell für das Sehen, sondern auch für die Gesundheit. Schlechte Beleuchtung wie zu wenig oder falsches Licht am Tag und künstliche Beleuchtung mit hohen Blauanteilen am Abend und in der Nacht können die innere Uhr durcheinanderbringen. Folge davon sind typischerweise Schwierigkeiten einzuschlafen und morgens ohne Wecker aufzustehen. Eine gut mit dem Tageslicht synchronisierte innere Uhr ist Voraussetzung für eine hohe Schlafqualität und wirkt sich positiv auf unsere Gesundheit aus. Wie sieht das optimal beleuchtete Büro aus? Das ist ein sehr komplexes Thema. Die «Technischen Regeln für Arbeitsstätten – Beleuchtung, ASR3.4» behandeln dieses Thema beispielsweise. Sehr wichtig ist meiner Ansicht nach eine ausreichende Tageslichtzufuhr. Schliesslich verbringen wir bis zu 90 Prozent unserer Zeit in geschlossenen Räumen. Tageslicht ist für Menschen unverzichtbar. Eine gute Tageslichtversorgung kann sich positiv auf die Stimmung, Leistungsfähigkeit und sogar auf die Gesundheit auswirken. Weiterhin trägt Tageslicht massgeblich dazu bei, den Energieverbrauch für elektrische Beleuchtung gering zu halten. Welche anderen Faktoren gilt es bei der Arbeitsplatzbeleuchtung zu beachten? Beispielsweise die Vermeidung von Blendung. Sie kann durch schlecht abgeschirmte und zu helle Lichtquellen oder durch störende Spiegelungen auf glänzenden Oberflächen entstehen. Ein weiteres Beispiel sind ausreichende Beleuchtungsstärken. Die ASR3.4 empfiehlt mittlere Beleuchtungsstärken im Umgebungsbereich eines Arbeitsplatzes von mindestens 200 Lux. Bei Arbeitsplätzen, die mit 500 Lux oder mehr zu beleuchten sind, muss die mittlere Beleuchtungsstärke im Umgebungsbereich mindestens 300 Lux betragen. Das sind Empfehlungen, die wichtig für gutes Sehen sind. Licht wirkt aber auch nichtvisuell. Der natürliche Wechsel von Tag und Nacht hat in uns biologische Uhren entstehen lassen, die ihre physiologischen Rhythmen mit dem Tageslicht synchronisieren. Diese Uhren regulieren fast die Hälfte aller Gene im Körper. Die Synchronisation findet direkt über das Auge und das Gehirn statt. Natürliche Morgen- und Abendlichtsignale und auch eine hohe Lichtdosis am Tag und Dunkelheit in der Nacht sind entscheidend für präzise laufende innere Uhren. 200 Lux sind hierfür zu wenig am Tag und zu viel in der Nacht. Selbst das Licht von Tablets und Bildschirmen kann am Abend schon zu viel sein. Welche Leuchtmittel eignen sich besonders für den Arbeitsplatz? LEDs haben wegen ihrer hohen Energieeffizienz mittlerweile andere Leuchtmittel abgelöst. Eine gute Farbwiedergabe bei der Beleuchtung ist wichtiger als bisher angenommen. Aufgrund der Ergebnisse unserer kürzlich veröffentlichten Studie «Effect of daylight LED on visual comfort, melatonin, mood, waking performance and sleep» empfehlen wir Leuchtmittel mit einer sehr guten Farbwiedergabe, die dem Tageslicht ähnlicher sind als herkömmliche Leuchtmittel. Eine künstliche Beleuchtung kann das Tageslicht jedoch nicht ersetzen. « Jüngere Mitarbeiter benötigen nicht so viel Licht wie ältere Kollegen. » Oliver Stefani, Zentrum für Chronobiologie an den Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch www.netzwoche.ch © netzmedien ag 10 / 2019

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