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Netzwoche 10/2019

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10 Business Event Huawei kontert Donald Trump Huawei Schweiz hat am Enterprise Day in Zürich sein Angebot für Firmenkunden vorgestellt. Das chinesische Unternehmen kam jedoch nicht umhin, auch zum aktuellen Streit mit den USA Stellung zu nehmen. Autor: Oliver Schneider In Zürich ist am 22. Mai der Huawei Enterprise Day über die Bühne gegangen. Der chinesische IT-Hersteller nutzte den Event, um den Besuchern sein Angebot für Unternehmen vorzustellen. Dass er dabei aktuelle Probleme nicht ausklammert, demonstrierte Kevin Liu Kai, General Manager Enterprise von Huawei Schweiz, schon gleich zu Beginn. Huawei sei gegen das jüngste Vorgehen der USA. Deren Präsident Donald Trump erklärte Mitte Mai den Technologie-Notstand und ordnete US-Firmen an, ihre Geschäftsbeziehungen mit Huawei zu beenden. Google und andere taten dies kurze Zeit später. Huawei setze dagegen auf Kooperation und eine funktionierende Supply Chain, sagte Liu Kai. Und das Unternehmen sei durch seine Expertise im «Business Continuity Management» auf eventuelle Probleme vorbereitet. «Machen Sie sich keine Sorgen darüber, ob wir unsere Kunden weiterhin mit Produkten versorgen können», sagte der B2B-Chef von Huawei Schweiz. Wegweiser durch die digitale Transformation Neben der Weltpolitik drehte sich der Event im Hotel Kameha Grand um die digitale Transformation von Unternehmen. Moderator und Autor Thomas Köhler zeigte zunächst, wie sich unser Alltag durch die Digitalisierung in den vergangenen Jahren veränderte und warum Start-ups plötzlich an gestandenen Unternehmen vorbei ziehen. Um als Unternehmen in einer Welt des digitalen Wandels bestehen zu können, brauche es eine Balance zwischen den neuen digitalen Möglichkeiten und manuellen Kompetenzen der Mitarbeiter. Auch müssten Firmen sich der Realität stellen, dass die Zyklen der Veränderung immer kürzer würden. Die digitale Infrastruktur spiele dabei eine wichtige Rolle. Ebenso müssten neue Formen der Zusammenarbeit von Mensch und Maschine gefunden werden. Um erfolgreiches Management in der digitalen Transformation ging es im Referat von Sunnie Groeneveld, Managing Partner der Beraterfirma Inspire 925. Mit digitaler Technologie sei es heute möglich, enorm viele Kunden in kurzer Zeit zu erreichen. Das Telefon habe 75 Jahre benötigt, um 50 Millionen Nutzer zu erreichen. Pokémon Go habe das in 19 Tagen geschafft. Diesen Drive machten sich erfolgreiche Start-ups zunutze. Am Ende sei es aber nicht nur die Technologie, die über Erfolg oder Misserfolg in der digitalen Transformation entscheiden, sagte Groeneveld. Ebenso wichtig seien engagierte Mitarbeiter und eine « Machen Sie sich keine Sorgen darüber, ob wir unsere Kunden weiterhin mit Produkten versorgen können. » Kevin Liu Kai, General Manager Enterprise, Huawei Schweiz Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch neue Unternehmenskultur. Die typischen Tugenden von Schweizer Firmen seien in der Digitalisierung dagegen weniger tauglich, wie Groeneveld in einer Studie untersuchte. Um sich zu bewegen, braucht es laut Groeneveld «Digital Leader». Diese müssten: ·· ein gutes Technologieverständnis haben und dieses vermitteln können ·· sich als Coach sehen, die ihre eigenen Grenzen kennen und Kollaboration anregen ·· risikofreudiger sein, auch wenn es der Firma heute noch gutgeht ·· andere für mehr Flexiblität und Wandel begeistern ·· aufzeigen, was die Möglichkeiten sind, statt vor den Gefahren zu warnen ·· die Bereitschaft besitzen, ständig dazuzulernen ·· und eine Kultur des Vertrauens fördern, in der Fehler gemacht werden dürfen. Neben Tipps für das Management der digitalen Transformation erfuhren die Besucher des Huawei Enterprise Day auch, was das chinesische Unternehmen für sie im Angebot hat. Roland von Arx, Vice President Sales von Huawei Enterprise Schweiz, und Ron Raffensperger, Global CTO Enterprise, stellten das Sortiment in den Bereichen Netzwerk, Plattformen, Compute und Storage vor. 10 / 2019 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business Fachbeitrag 11 Multi-Cloud versus Hybrid Cloud – der feine Unterschied In einer Multi-Cloud-Lösung nutzt ein Unternehmen mehrere verschiedene Cloud-Services, oft von mehreren Anbietern. Die Multi-Cloud bietet Flexibilität und Wahlmöglichkeiten, führt aber auch zu Komplexität. Die «richtige» Cloud-Lösung für die meisten Unternehmen ist jedoch weder public noch private, sondern beides, eine sogenannte Hybrid Cloud. Viele Cloud-Anwender verlassen sich derzeit auf die Public Cloud beziehungsweise auf Dienste entlang der Public Cloud. Diese werden von externen Anbietern entwickelt und betrieben. Unternehmen bringen Cloud Computing auch intern mit einem privaten Cloud-Modell ein, oft um Sicherheits- und Governance-Probleme zu lösen. Eine Private Cloud nutzt Virtualisierung sowie automatisierte Bereitstellung und Orchestrierung, um Cloud-Services bereitzustellen, die im Unternehmen intern entwickelt und betrieben werden. Die «richtige» Cloud-Lösung für die meisten Firmen ist jedoch weder public noch private, sondern beides, eine sogenannte Hybrid Cloud. Daneben ist auch ein neues Bereitstellungsmodell entstanden, das mehrere Arten von Cloud-Services nutzt, die Multi-Cloud. Die Begriffe Multi- Cloud und Hybrid Cloud werden oft fälschlicherweise synonym verwendet. Dabei gibt es einen klaren Unterschied. In einer Multi-Cloud-Lösung nutzt ein Unternehmen mehrere verschiedene Cloud-Services, oft von mehreren Anbietern. Die unterschiedlichen Clouds können für diverse Aufgaben genutzt werden, um Best-of-Breed-Ergebnisse zu erzielen oder die Bindung an den Anbieter zu reduzieren. Der Vorteil ist, dass verschiedene Cloud-Services von unterschiedlichen Anbietern die Anforderungen der einzelnen Bereiche im Unternehmen besser erfüllen können. Eine Multi-Cloud setzt sich entweder aus mindestens zwei Public Clouds oder zwei Private Clouds zusammen. Eine Hybrid Cloud besteht immer mindestens aus einer Public und einer Private Cloud. Sie ist eine einzelne Einheit aus Private-Cloud- und Public-Cloud-Umgebungen. Dies kann eine beliebige Kombination aus SaaS, IaaS, PaaS oder jeder anderen «As-a-Service-Umgebung» sein. Eine Multi-Cloud hingegen ist von Natur aus kein «einzelnes Ding», sondern eine Reihe von unabhängigen Dingen, die unter eine zentrale Verwaltung gestellt werden. Daten und Prozesse neigen dazu, sich in einer hybriden Umgebung zu vermischen und zu kreuzen, während in einer Multi- Cloud-Situation die Nutzung typischerweise im Silo der «eigenen» Cloud bleibt. Die Multi-Cloud bietet Flexibilität und Wahlmöglichkeiten, führt aber auch zu Komplexität. Die Multi-Cloud ermöglicht es, für jede Anwendung zwischen verschiedenen Cloud-Optionen zu wählen. Daher wird in einer Multi- Cloud-Welt mehr Zeit mit der Verwaltung von Service-Levels, der Überwachung der Konnektivität an verschiedenen Standorten und der Navigation durch die verschiedenen verfügbaren Tools verbracht. Darüber hinaus spielt das Thema Governance und darin insbesondere die Data Governance eine wichtigere Rolle. Abgesehen von der Wahl der Clouds und der Cloud-Services ist es wichtig, auch den damit notwendigen Paradigmenwechsel im Unternehmen zu berücksichtigen. Cloud- Services werden nicht nur durch ihre technische Architektur definiert, sondern sind zentrales Element in der Transformation der Art und Weise, wie mit IT umgegangen wird, und sie treiben die Innovationskraft des Unternehmens an. Diese notwendige Transformation wird mithilfe eines Cloud Target Operating Models (TOM) definiert und umgesetzt. Ein TOM definiert den Zielmodus, in dem ein Unternehmen mit Cloud-Services interagiert, und kann folgende Dimensionen umfassen: Vision, Governance, Prozesse, Organisation, Mitarbeiter, Skills und Mindset oder Tools wie Continuous Integration. Ein gutes Beispiel für TOM ist DevOps, denn die Anwendung von DevOps zieht sich durch alle Dimensionen eines TOM durch. Grundsätzlich gehört die Transformation der IT-Organisation bei der Nutzung jeglicher Cloud Dienste dazu. Ganz besonders wichtig ist sie jedoch in Multi-Cloud Umgebungen, da diese eine höhere Komplexität aufweisen und die Vorteile nur optimal genutzt werden können wenn das TOM darauf ausgerichtet ist. Der Unterschied zwischen Multi-Cloud und Hybrid Cloud Multi-Cloud Nutzung mehrerer verschiedener Cloud-Services, oft von unterschiedlichen Anbietern Public Cloud DIE AUTOREN Stella Gatziu Grivas Leiterin Kompetenzschwerpunkt Cloud Computing, Digitalisation & Transformation, Fachhochschule Nordwestschweiz Marco Bösch Gastdozent für Cloud Strategie, Fachhochschule Nordwestschweiz Hybrid Cloud Private Cloud Einzelne Einheit aus Private-Cloud-Umgebungen und Public-Cloud-Umgebungen www.netzwoche.ch © netzmedien ag 10 / 2019

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