Aufrufe
vor 2 Jahren

Netzwoche 11/2016

  • Text
  • Unternehmen
  • Schweiz
  • Schweizer
  • Webcode
  • Netzmedien
  • Entwickler
  • Laut
  • Apps
  • Entwicklung
  • Swiss

24 Web Event

24 Web Event Urheberrechtsgesetz und Büpf belasten die IT-Branche Anfang Juni hat der Verband Simsa zur Diskussionsrunde nach Zürich geladen. Das Urheberrechtsgesetz und das Büpf standen auf der Agenda. Der Tenor: Beide Revisionen sind inakzeptabel. Autor: David Klier Rolf Auf der Maur, Vize präsident des Simsa­ Verbands, lobte den Code of Conduct des Verbands und kritisierte das neue Urheberrechtsgesetz. Simsa lud nicht nur Gegner ein. Lorenz Haas sprach als Geschäftsführer des Verbands der Schweizer Musiklabel. Haas ist wie Auf der Maur Jurist. Die Selbstregulierung funktioniere, sagte er. Doch man müsse ein Fragezeichen dahintersetzen. Denn die Simsa-Mitglieder, die sich an den Code of Conduct halten, seien kein Problem für die Rechteinhaber. Diejenigen Anbieter, die nicht dabei seien, bereiteten die Probleme. Sogenannte One-Click-Hoster etwa. «Das sind Services, die für Produzenten und Künstler sehr grossen Schaden anrichten», sagte Haas. « Der Gap zwischen den Parteien ist nicht zwischen rechts und links, sondern zwischen Jung und Alt. » Jean-Marc Hensch, Geschäftsführer, Swico Die Vernehmlassungsphase für das neue Urheberrechtsgesetz ist vorbei. Seit dem 31. März. Es dürfte aber noch eine Weile dauern, bis es vonseiten des Bundes Neuigkeiten gibt. Zum Ende der Frist gingen über 1300 Vernehmlassungen ein, wie Rolf Auf der Maur am Simsa Provider Day Anfang Juni sagte. Auf der Maur ist Vizepräsident des Verbands und Partner der Anwaltskanzlei Vischer. Im Zunfthaus zur Saffran im Zürcher Niederdorf referierte er vor etwa 25 Vertretern aus der Branche. Er lobte den Code of Conduct des Verbands und kritisierte das neue Urheberrechtsgesetz. Wen betrifft das? Die Provider. Doch wer sind die Provider? Laut Auf der Maur gibt es eigentlich nur zwei Arten. Die Access-Provider und die Hosting-Provider. Gesetzesentwurf führt neuen Begriff für Provider ein Die Access-Provider bieten Zugang zum Internet. Die Hosting-Provider stellen Speicherplatz für Onlineplattformen bereit. Und: Sie sind selbstreguliert unter dem Code of Conduct, wie Auf der Maur betonte. Mit der Revision des Urheberrechtsgesetzes sei nun ein weiterer Begriff aufgetaucht. «Anbieter abgeleiteter Kommunikationsdienste.» Der Begriff entstamme dem Büpf. Laut Auf der Maur ist der Begriff zu schwammig und hat im Urheberrecht nichts zu suchen. Der schwammige Begriff steht vielleicht sinnbildlich für die ganze Revision des Gesetzes. Denn bei der Ausarbeitung des Gesetzesentwurfs lief von Anfang an so einiges schief, wenn man Auf der Maur Glauben schenken darf. Büpf-Referendum noch nicht am Ende Der Simsa Provider Day 2016 bot auch den Gegnern der Büpf-Revision eine Plattform. Das Thema leitete allerdings der Vischer-Anwalt Thomas Steiner ein. Das bestehende Bundesgesetz betreffend die Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs, wie das Büpf in voller Länge heisst, sei seit dem 1. Januar 2002 in Kraft. Es definiere den Organisationsablauf von richterlich genehmigten Überwachungsvorgängen, sagte Steiner. Dabei gehe es nicht um nachrichtendienstliche Tätigkeiten. Bislang fielen nur Telekommunikations- und Internet-Access-Provider unter das Gesetz. Sie müssten im Falle einer genehmigten Überwachung mit den Behörden zusammenarbeiten. Gemäss Steiner gibt es heute aber neue, innovative Kommunikationsmittel, die man mit den gegebenen Möglichkeiten nicht überwachen könne, sagte er und machte Platz für den Swico-Geschäftsführer Jean-Marc Hensch. «Das neue Büpf ist ein Innovationskiller», sagte Hensch. Unternehmen, die etwa eine neue Software entwickelten, die in irgendeiner Form über Kommunikationsfähigkeiten verfüge, müssten diese dem Üpf sechs Monate vor Marktstart melden. Das sei unzumutbar und unrealistisch. Die Einschleusung von Staatstrojanern in die Produkte von IT-Anbietern berge ausserdem enorme Risiken für die Datensicherheit. Die Köpfe hinter der Gesetzesrevision wüssten offenbar zu wenig über IT. «Der Gap zwischen den Parteien ist nicht zwischen rechts und links, sondern zwischen Jung und Alt.» Also zwischen denen, die wüssten, was IT ist, und denen, die es nicht wüssten. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode 8525 11 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Web App-Projects 25 Ihr App-Projekt in der Netzwoche Haben Sie eine App umgesetzt, ein Redesign vorgenommen oder neue Technologien implementiert? Informieren Sie die Redaktion per E-Mail an desk@netzmedien.ch – mit etwas Glück stellen wir Ihr App-Projekt vor. Wir brauchen folgende Angaben: URL, Datum der Aufschaltung, Kontaktperson, beteiligte Unternehmen (Auftraggeber, Auftragnehmer, Partner) und die genutzten Technologien. Wir freuen uns auf Ihre Eingaben! Autorin: Gianna Crivelli Neue APPS LiveGuide Auf der Strecke zwischen Luzern und Interlaken können Reisende einen digitalen Begleiter zur Hand nehmen. Die von der Zentralbahn lancierte App «Live­ Guide» bietet Usern Hintergrundinformationen zur Zentralbahn, zur Strecke und zu Sehenswürdigkeiten. Auf einer Karte sehen die Nutzer, wo sie sich gerade befinden. Sobald sie sich einem Highlight nähern, liefert die App automatisch und GPS-gesteuert die entsprechenden Angaben dazu. Die Reisenden können sich die Informationen nicht nur über Text und Bild einholen, sondern auch per Audiofile. Text und Audio sind in Deutsch, Englisch und Chinesisch verfügbar. Die App kann ohne Internetverbindung genutzt werden. WRIO Das Start-up iCoaching aus Basel hat eine neue Tastatur konzipiert. Als Alternative zur QWERTZ-Tastatur soll die App WRIO («write it once») das Schreiben auf Smartphones so einfach und schnell wie möglich gestalten. Nutzer sollen damit laut iCoaching 20 bis 70 Prozent schneller tippen können. Beim Keyboard von WRIO sind die Tasten grösser und hexagonal angeordnet. Dadurch seien sie für die Finger einfacher zu treffen. Zwei Leerschlagtasten und zwei Sonderzeichen sind zentral auf der Tastatur platziert, damit sie besser erreichbar sind, wie iCoaching verspricht. WRIO bietet einige Zusatzfunktionen via Touch-Gesten. Für Grossbuchstaben etwa reicht es, nach oben zu wischen. Gottardo-App Zur Eröffnung des Gotthard-Basistunnels haben die SBB ein Update der «Gottardo 2016»-App zur Verfügung gestellt. Sie erweiterten die App, die ein Tunnelspiel umfasst, mit Virtual-Reality(VR)-Anwendungen. Im Ganzen stehen den Nutzern drei verschiedene VR- Szenarien zur Verfügung. Bei «Direttissima» können sie den Gotthard überfliegen und so den Streckenverlauf des Tunnels aus der Luft nachverfolgen. Die Funktion «Race» zeigt den Usern einen Vergleich zwischen der alten Bahnroute, der Autobahnstrecke und der Route durch den neuen Basistunnel. Und schliesslich lädt eine Galerie die Besucher auf eine virtuelle Tour durch den Tunnel ein. Die App gibt es in vier Sprachen. Auftraggeber: ZB Zentralbahn, Stansstad Auftragnehmer: Netcetera, Zürich Technologie: Magnolia 5 Verfügbar seit: Juni 2016 Auftraggeber: iCoaching, Binningen Auftragnehmer: iCoaching, Binningen Technologien: Swift (iOS), Java (Android) Verfügbar seit: Mai 2016 Auftraggeber: SBB, Bern Auftragnehmer: SBB, Bern, Bitforge, Zürich Technologien: Unity3D, C#, .net Verfügbar seit: Juni 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 11 / 2016

Archiv