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Netzwoche 11/2016

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26 Technology Aktuell

26 Technology Aktuell www.netzwoche.ch IT-Verband für Legal-Tech gegründet gsa. IT verändert bestehende Geschäftsmodelle. Auch die Juristenbranche wird durchgeschüttelt. Um den aufstrebenden Unternehmen in der Branche eine Stimme zu geben, haben zwei Vertreter der Legal-Tech einen Verband ins Leben gerufen. Die Swiss Legal Tech Association (SLTA) will ein neutraler Non-Profit- Verband sein, wie «Startupticker» mitteilt. SLTA wurde von Christoph Küng und Antoine Verdon gegründet. ▸ Webcode 8538 Swisscom fördert Fintech gcr. Swisscom will vermehrt Fintech-Start-ups unterstützen, um Digital-Banking-Services voranzutreiben. Dazu gründete das Unternehmen einen Fintech-Cluster. Dieser soll die Zusammenarbeit mit Fintech-Start-ups institutionalisieren, wie Swisscom mitteilt. Ausserdem wird Swisscom Ventures um einen neu geschaffenen Fintech-Fund von über 10 Millionen Franken ergänzt. ▸ Webcode 8545 Ständerat: Welche Folgen hat ein digitaler eu-Binnenmarkt? gsa. Die EU ist der wichtigste Wirtschaftsraum für die Schweiz. Derzeit bereitet die EU die Schaffung eines digitalen Binnenmarktes vor. Dies wirft laut Ständerat Beat Vonlanthen (CVP/FR) die Frage auf, welche Auswirkungen dies auf die Schweizer Wirtschaft und die Konsumenten haben wird, wie die SDA schreibt. Verschiedene Massnahmen könnten unter Umständen dazu führen, dass Schweizer Marktteilnehmer in einem Bereich isoliert würden, der für ihre zukünftigen Wachstumschancen von zentraler Bedeutung sei, zitiert die SDA Vonlanthen. Die Schweiz könnte in Rückstand geraten Aus Sicht Vonlanthens drohe die Schweiz in Rückstand zu geraten. Denn die EU-Kommission habe bereits vor einem Jahr eine Agenda für die Schaffung eines digitalen Binnenmarktes verabschiedet. Darin sollen bis Ende des Jahres dem EU-Parlament sowie den Mitgliedstaaten 16 Massnahmen unterbreitet werden, um die 28 nationalen Märkte zu einem einzigen digitalen Binnenmarkt zusammenzuführen. Konkret geht es um den grenzüberschreitenden elektronischen Handel, der insbesondere für KMUs erleichtert werden soll. Der Ständerat überwies deshalb ein Postulat an den Bundesrat. Dieser wurde beauftragt, in einem Bericht die Auswirkungen eines solchen digitalen EU-Binnenmarktes auf die Schweizer Wirtschaft zu analysieren. Der Ständeratssaal im Bundeshaus in Bern. Bundesrat gegen Postulat Der Bundesrat beantragte die Ablehnung des Postulats, stimmte dem Anliegen aber inhaltlich zu. «Ich gebe zu: Wir haben die vierte industrielle Welle bis Anfang des Jahres unterschätzt. Nun sind aber verschiedene Berichte in Arbeit», sagte Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann. Die Forderung Vonlanthens werde also auch bei einem Nein zum Vorstoss erfüllt werden. Die kleine Kammer überwies den Vorstoss dennoch, wenn auch sehr knapp, mit 18 zu 17 Stimmen bei einer Enthaltung. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode 8489 müllers kleines ABC M wie Marketing-Blabla Christopher Müller Inhaber und CEO von Die Ergonomen Usability AG. Theorie: Der Mensch im Allgemeinen und der Kunde im Speziellen sind kommunikationsmässig sehr visuell geprägt, sagt man. Er schaut nur hin, wenn die Botschaft peppig verpackt und in dezenten Häppchen serviert wird. Der Inhalt selbst ist sekundär – auffallen und gefallen hingegen ist alles. Realität: Diese Auffassung hat sich im Marketing breit festgesetzt. Egal, ob nun eine Broschüre oder eine Website gebaut wird – als Erstes werden stets viele bunte Layouts produziert. Dass die bis kurz vor Schluss noch nur mit Blindtext gefüllt sind, stört niemanden sonderlich. Schliesslich gibt es ja gewiefte Texter, die einem die vorgegebenen Container ruckzuck und zeichengenau mit Inhalten füllen. Dumm ist nur: Vielen dieser Texte merkt man an, dass sie bloss als Beilage zum Grafischen gedacht sind. Oder schlimmer: Das hübsche Layout muss im Nachhinein zertrümmert werden, weil doch noch jemandem auffällt, dass sich darin nun wirklich keine sinnvolle Botschaft transportieren lässt. Um solches zu vermeiden, müsste früh im Projekt festgelegt werden, was wem wie mitgeteilt werden soll. Das ist natürlich unbequem, weil man sich mit so langweiligen Dingen wie Inhalt, Tonalität, Informationshierarchie, Verdichtung beschäftigen müsste. Und ja, dann sollten die Textmuster auch noch vom Chef genehmigt werden – wo der doch gar nicht gerne liest. Da legt man ihm doch lieber nette Layouts und bunte Navigationskonzepte hin. Fazit: Wer erfolgreich kommunizieren will, der definiere zuallererst die Zielgruppe, formuliere dann die «nackte» Botschaft und halte fest, was sie beim Empfänger auslösen soll. Ist das alles klar, dann dürfen auch die Gestalter zu den Workshops stossen. Wie die Erfahrung zeigt, werden auch sie die klaren Vorgaben zu schätzen wissen und sich von der prägnanten Botschaft inspirieren lassen. Und am Ende spart das richtig Zeit, Geld und Nerven. Artikel online: auf www.netzwoche.ch Webcode 8551 11 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Research 27 Big Data gehört zu den Topthemen Nur noch etwas weniger als 5 Prozent (2014 waren es noch mehr als 10 Prozent) stufen Big Data als reines Hypethema ein. Für mittlerweile 34 Prozent der Unternehmen hat Big Data einen Topstatus auf der Agenda eingenommen. Dies ergab die Umfrage zu unserer neuen Big-Data-Studie zur Entwicklung im Schweizer Markt. der autor Philipp A. Ziegler Geschäftsführer, MSM Research AG Stellenwert und Bedeutung von BIG DATA Welchen Stellenwert, welche Bedeutung hat das Thema Big Data für Sie? Mehrfachantworten möglich. (n = 61) Ist eng mit dem Thema IoT und Digitalisierung verbunden Gehört für mich zu den derzeitigen Topthemen 34,4% 36,1% Hat für mich nur geringe Bedeutung 32,8% Ist eher ein Thema für die grossen Unternehmen 19,7% Wieder nur ein neuer Hype, kein Thema für uns 4,9% Quelle: MSM Research Das reibungslose Ineinandergreifen von Business Analytics und Digitalisierung kommt einem komplizierten Mechanismus gleich. Obwohl der Schweizer Markt 2014 insgesamt noch ein eher kleineres Projektvolumen (Infrastruktur, Services und Software) mit einem Anteil von marginalen 2 Prozent am ICT- Gesamtmarkt aufweist, zählt Big Data zu den Topthemen der kommenden Jahre. Zudem ergab die Befragung zur Studie auch, dass für 36 Prozent der Unternehmen das Thema Big Data eng verbunden ist mit dem «Internet der Dinge». Diese enge Beziehung wird die Entwicklung und das Wachstum in den beiden Marktsegmenten massgeblich beeinflussen. Kaum ein grösseres «Internet der Dinge»-Projekt wird ohne Big-Data-Lösung auskommen. Es ist zumindest wenig sinnvoll, grössere Digitalisierungsprojekte ins Auge zu fassen, wenn eine Transformation der anfallenden Daten zu wettbewerbs- und geschäftsprozessrelevanten Informationen nicht geplant und integriert ist. Zusammenspiel von Business Analytics und Digitalisierung Die Schnittstellen der beiden Welten und Lösungen sowie das reibungslose Ineinandergreifen von Business Analytics und Digitalisierung kommt einem komplizierten Mechanismus gleich. Der Grad an «Reibungslosigkeit» des Zusammenspiels beider Systeme wird aber über Erfolg und das Mass der Ausschöpfung des wettbewerbsrelevanten Potenzials entscheiden. Mehr als die Hälfte der Unternehmen erwarten durch die Nutzung einer entsprechenden Big-Data-Lösung mehr Transparenz respektive eine Optimierung der Wertschöpfungskette oder auch einen verstärkten Kundenfokus, das heisst, die Möglichkeit, in kürzester Zeit massgeschneiderte Produkte und Dienstleistungen anzubieten. Ohne die Echtzeitanalyse komplexer Datenmengen und Informationen, ohne die Simulation und virtuelle Erprobung neuer Produkte und Services lassen sich keine Trendanalysen und Entscheidungsgrundlagen für die weitere Entwicklung und Verbesserung des Leistungsportfolios durchführen. Den Fokus verlagern Auf den ersten Blick nicht überraschend steht beim Einsatz einer Big-Data-Lösung die Zielsetzung, Kosten zu senken. Vielleicht sollte der Blick aber verstärkt in die andere Richtung gehen, weg vom schwergewichtigen Fokus auf interne Belange. Der Erfolg im Unternehmen hängt nicht nur von tiefen Kosten ab, sondern im zumindest gleichen Masse von der Fähigkeit, neue Märkte und Kundensegmente mit neuen Produkten und Dienstleistungen anzugehen. Und hier setzt das Potenzial der Digitalisierung und der Nutzung von Big-Data-Lösungen an. Das Rennen um die Wettbewerbsvorteile und neuen Märkte ist eröffnet. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode 8552 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 11 / 2016

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