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Netzwoche 11/2016

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Wie immer an der Area41

Wie immer an der Area41 gab es auch dieses Jahr wieder einen ganz speziellen Konferenz-Badge. «Wir müssen die Stimme der Vernunft sein » Die Area41 ist anders als andere Konferenzen. Ein Badge mit integriertem Wi-Fi-Chip, ein Publikum voller Tech-Experten, Shorts und T-Shirts statt Business-Look. Die Redaktion war an der nach Angaben der Veranstalter wichtigsten technischen Sicherheitskonferenz der Schweiz vor Ort. Autor: Marcel Urech Am 10. und 11. Juni hat im Komplex 457 die Area41 stattgefunden. Der Schweizer Defcon-Ableger DC4131, den es seit 2008 gibt, organisierte die Konferenz. DC4131 hat laut defcon-switzerland.org folgende Bedeutung: DC steht für Defcon, 41 ist der Schweizer Länder-Code und 31 die Vorwahl für Bern. Die Area41, die früher Hashdays hiess, lockte rund 350 Teilnehmer nach Zürich. Wie immer an der Area41 gab es auch dieses Jahr wieder einen ganz speziellen Badge: Er bestand aus zwei AA-Batterien, einem ESP8266-12E-Wi-Fi-Chip und zwei Buttons mit lustig blinkenden RGB-LEDs. Selbstverständlich inklusive versteckten Easter Eggs. «Ein witziges Gerät für das Internet der Dinge, das blinkt», scherzen die Organisatoren auf der Event-Website. Die Teilnehmer konnten den Badge aber auch nutzen, um während der Vorträge die Qualität der Referate zu bewerten. Wissenschaft statt Unvernunft Die Eröffnungsrede hielt Joshua Corman, Gründer von iamthecavalry.org und Ex-Mitarbeiter von Akamai und IBM. Er referierte über gute und böse Hacker, den Security- Albtraum namens Internet der Dinge und Software, die heute überall drinstecke und alles angreifbar mache. Corman sprach zudem über Regierungen und Gerätehersteller, die auch im 21. Jahrhundert immer noch Angst vor der Hacker-Community hätten, anstatt mit ihr zusammenzuarbeiten und von ihr zu profitieren. «Wir müssen die Stimme der Vernunft sein», sagte Corman zu den anwesenden White Hats. Denn die Reaktion auf bösartige Hackerangriffe sei absehbar: Noch mehr Überwachung, noch stärkere Einschränkungen unserer Freiheit, noch massivere Eingriffe in Lehre und Forschung. «Keep calm and science the shit out of it», riet Corman, den die Menge mit grossem Applaus verabschiedete. «Ein Paradies für Hacker» Einen weiteren spannenden Vortrag hielt Axelle Apvrille, Sicherheitsforscherin bei Fortinet. Sie demonstrierte den Hack einer Bluetooth-Zahnbürste, einer Smart-Brille und eines Alarm- und Überwachungssystems für das eigene Heim. Reverse Engineering sei bei Geräten für das Internet der Dinge (IoT) schwierig. Die Communitys im Internet seien klein, Dokumentationen nur schwer zu finden oder gar nicht vorhanden. Und es gebe sehr viele unterschiedliche Protokolle, Dateiformate und Betriebssysteme. «Oder habt ihr schon mal etwas von Contiki, Brillo und TinyOS gehört?», fragte Apvrille. Nur wenige Zuschauer machten sich bemerkbar, was ihren Standpunkt untermauerte. Apvrille riet den Anwesenden, sich beim Reverse Engineering von IoT-Geräten auf Mobile-Apps zu konzentrieren. Diese würden den Hackern viel verraten. Sie demonstrierte, wie sie vorging, um eine Bluetooth-Zahnbürste zu hacken, wobei die dazugehörige Mobile-App der Schlüssel zum Erfolg war. Hackern kann es so gelingen, an persönliche Daten zu gelangen, etwa Namen, Adresse und Alter der Käufer einer Zahnbürste. Das ermögliche neuartige Viren und Ransomware, die uns schon bald nerven würden. Die Hersteller nehmen das Thema Sicherheit laut Apvrille zu wenig ernst. «Das Internet der Dinge ist ein Paradies für Hacker», sagte Apvrille. «Und wir stehen erst am Anfang der Entwicklung.» Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode 8621 « Das Internet der Dinge ist ein Paradies für Hacker. » Axelle Apvrille, Sicherheitsforscherin bei Fortinet 11 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Konferenz 29 PTC bringt VR und AR ins Internet der Dinge Die Parametric Technology Corporation, kurz PTC, hat zur Konferenz Liveworx nach Boston geladen. Mit Virtual und Augmented Reality will das Unternehmen einen neuen Meilenstein im Internet der Dinge (IoT) setzen. Dafür gibt es eine neue IoT-Plattform. Autor: Christoph Grau Die Konferenz Liveworx von Parametric Technology Corporation (PTC) hat Anfang Juni in Boston das Internet der Dinge (IoT) ins Zentrum gestellt. PTC hat seine Wurzeln in der Visualisierung von Gegenständen über Computer- Aided Design (CAD). In den letzten Jahren wandelte sich das Unternehmen zu einem der wichtigsten IoT-Player im Businessbereich. Um diese Stellung zu behaupten, wartete PTC an seiner Hausmesse mit vielen Ankündigungen auf. Dem Unternehmen zufolge soll der Einsatz von Vir tual Reality (VR) und Augmented Reality (AR, erweiterte Realität) ganz neue Geschäftsmöglichkeiten im IoT bieten. « Es braucht ein neues Verständnis vom IoT. » Jim Heppelmann, CEO und Präsident, PTC Potenziale von AR und VR nutzen Die Eröffnungsrede hielt PTC-CEO und -Präsident Jim Heppelmann. Wenig überraschend bezeichnete er den Einsatz von IoT im Geschäftsalltag als Gamechanger. Grosse Veränderungen stünden an und die Potenziale seien enorm. Laut Heppelmann braucht es jedoch ein «neues Verständnis vom IoT». Das gehe nur über eine Ausweitung der menschlichen Erfahrung mit VR und AR. Daher habe PTC in den letzten Jahren massiv in diesen Bereich investiert. In der Folge zeigte Heppelmann, wie sich das Unternehmen das vorstellt. Zunächst trat Terri Lewis, Director Solutions and Technology von Caterpillar, auf die Bühne. Sie präsentierte eine mobile Generatoreinheit, Genset genannt. Am Beispiel dieser Maschine zeigten die Referenten neue Lösungen wie die Plattform «Vuforiastudio». Sie soll AR zum «Mainstream» machen, wie Heppelmann sagte. Sie funktioniert so: Zunächst scannt man mit einem Tablet einen speziell entwickelten QR-Code, Thingmark genannt. Hält man nun das Tablet über das Gerät, werden zusätzlich Parameter zum Videobild auf dem Tablet dargestellt. Beispielsweise die Umdrehungszahl eines Generators oder die Leistung einer Batterie. Auch auf Störungen wie etwa ein defekter Luftfilter wird hingewiesen. Zudem lassen sich Gegenstände im Raum positionieren, um ihre Dimensionen abzuschätzen. Neue IoT-Plattform soll das Entwickeln vereinfachen Ein weiterer Schritt in der Vereinfachung des Baus von Anwendungen soll die vorgestellte IoT-Plattform von PTC sein. Ermöglicht wurde sie gemäss Rob Gremley, Group President Technology Platform Group bei PTC, durch die jahrzehntelange Erfahrung des Unternehmens in der Softwareentwicklung, der Integration zentraler Produkte von PTC wie auch zahlreichen Zukäufen in den letzten Monaten und Jahren. Als Vergleich für die Idee hinter der Plattform nannte Gremley das Erstellen einer Website. Diese könne über Plattformen wie Wordpress kinderleicht gemacht werden, ohne dass man die Technologie dahinter verstehe. Man müsse nicht erst ein Programm schreiben, sondern könne sich gleich um die Details wie Farbgestaltung, Layout oder Schriftarten kümmern. Gleich soll es im Bereich IoT laufen. Auf der Plattform stünden die Tools bereit, die nur noch auf die Bedürfnisse angepasst werden müssten. «Wir arbeiten an all den schwierigen Dingen, damit Sie es nicht machen müssen», fasste Gremley den Anspruch dahinter zusammen. Damit sollen sich Entwickler voll auf die Entwicklung der speziellen Lösung konzentrieren können, ohne viel Zeit mit anderen Aufgaben zu verlieren. Das neue Logo und seine Bedeutung Um seine Ambitionen zu untermauern, überarbeitete PTC auch sein Logo. Neu zieren die stilisierten Buchstaben P und D das Logo. Diese sind in der Form von Yin und Yang angeordnet. Dabei stehe P für «Physical» und D für «Digital», was die Verbindung der Bereiche durch das IoT unterstreichen soll, sagte Heppelmann. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode 8507 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 11 / 2016

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