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Netzwoche 11/2016

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Bild: Fotolia Focus

Bild: Fotolia Focus Start-UPS Die Welt verändern gsa. Das Gründerfieber grassiert in der Schweiz: Hackathons, Start-up- Weekends und Gründer-Seminare an Hochschulen animieren immer mehr Studierende, aber auch Arbeitnehmer dazu, ihr eigenes Ding zu machen. Und wer einmal damit angefangen hat, der kann mit der Hilfe von Inkubatoren und Accelatoren sein Baby in einer behüteten Kinderstube heranziehen, bis es reif genug für den freien Markt ist. Zuletzt waren es Fohlen, die zu besonderen Pferden heranwuchsen, zu sogenannten Einhörnern. Junge Unternehmen, die rasch eine hohe, oft milliardenschwere Bewertung erhielten. Doch Einhörner verschwinden auch rasch wieder von der Bildfläche. Gefragt seien Start-up-Modelle, die mit beiden Füssen auf dem Boden stehen, sagen Christoph Birkholzer, Gründer des Impact Hub Zürich, und Tim Lehmann, Gründer von Pro Journo. «Kakerlaken» gehöre daher die Zukunft, wie die Gründer in ihrem Fachbeitrag schreiben. Diese robusten Jungunternehmen dürften künftig auch mehr Chancen auf eine Kooperation mit einer grossen Firma haben. Diese schätzen die Innovationskraft kleiner agiler Unternehmen, die ein bestimmtes Problem lösen helfen. Weitere Vorteile beschreibt Penny Schiffer, Leiterin Start-up Engagement bei Swisscom. Schiffer zeigt auch auf, was es zu beachten gilt, damit aus einer Zusammenarbeit eine fruchtbare Partnerschaft wird. Abschliessend zeigt Carsten Dreyer, Business Solution Strategist, VMware auf, wie die Start-up-Kultur die Entwicklung von IT lenkt und welchen Einfluss dies auf künftige Geschäftsmodelle hat. 11 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Focus Start-ups 33 Die Schweiz auf dem Weg zum Top- Start-up-Standort? Die Schweizer Start-up-Szene kann auf dem Weg zur Spitze von der eigenen Landesgeschichte lernen. In stürmischen Zeiten technologischer Innovationen und des internationalen Wettbewerbs um das nächste Unicorn bedarf es einer widerstandsfähigen Wettbewerbsstrategie für die Schweizer Start-ups-Kooperation nach innen und aussen. die autoren Christoph Birkholz Gründer, Impact Hub Zürich Tim Lehmann Gründer, Pro Journo Der Hype des Silicon Valleys lässt viele Länder den kalifornischen Traum träumen. Um sich im Wettbewerb abzuheben, wetteifern sie um immer höhere Bewertungen ihrer Start-ups. Waren es 2015 noch die Unicorns, schwappt nun die nächste Welle aus dem Valley herüber. Der hohe Mittelzufluss stachelte wenig nachhaltige Start-up-Modelle an, die Gefahr laufen, schnell wieder zu verschwinden. 2016 sollen es die widerstandsfähigen «Cockroaches» (Kakerlaken) richten. Gefragt sind Start-up-Modelle, die mit beiden Beinen im Markt stehen, um ihr Wachstum in stürmischen Finanzierungs- und Innovationszeiten zu sichern. Inhalte und Substanz sind jetzt bei Investoren gefragt. Diese lebhafte Trendwende kommt der Schweiz als Brutstätte substanzieller Innovationen zugute. Die Schweiz ist Innovationsführer, bringt Präzisionstechnologien hervor, hat einen starken KMU-Sektor und wird zunehmend Mittelpunkt einer lokalen und internationalen Start-up- Szene. Als eng vernetzte und offene Wertegemeinschaft bietet die Schweiz vielfältige Möglichkeiten, den digitalen Wandel verantwortlich mitzugestalten. Und dieser Wandel hat einen Paradigmenwechsel zur Folge, der es in sich hat. Konkurrenzdenken war gestern. In Zukunft werden nur Standorte vorne mitmischen, die Zusammenarbeit und Wettbewerb als Coopetition ideal über Industrie- und Sektorgrenzen ausbalancieren. Die Schweiz mit kurzen Kommunikationswegen und vielen persönlichen Verbindungen hat hier grosse Vorteile. Kooperation statt Wettbewerb Grossunternehmen kooperieren in Initiativen, ob bei Twint und Paymit, Digital Zurich 2025 oder im Kickstart Accelerator, wo Branchenriesen wie UBS und Credit Suisse sowie Migros und Coop ihre Kräfte bündeln statt miteinander zu konkurrieren. Mit Kickstart Accelerator entsteht Europas grösster Start-up Accelerator, Seite an Seite mit Hack Zürich, dem erfolgreichsten Hackathon in Europa. Beide Formate bringen Grossunternehmen und Start-up-Projekte zusammen. Ähnliche Entwicklungen zeichnen sich beim Impact Hub in Zürich, Bern und Genf, bei Venture Kick und der Startup Factory ab. Doch Zusammenarbeit ist nicht gleich Zusammenarbeit. Persönliche Beziehungen können in Form von Vetternwirtschaft auch hinderlich sein, wenn Aufträge nicht mehr nach dem Leistungsprinzip vergeben werden. Lokalpatriotismus lässt uns diskutieren, ob nun Zürich oder Lausanne mehr Start-ups hervorbringt, wobei ein gemeinsames Auftreten gefragt ist. Personen und Organisationen müssen ihr «Ego» zurückstellen und für das gemeinsame Ziel eines führenden Innovations- und Start-up-Standorts zusammenkommen. Tech-Start-ups eröffnen Schweiz neue Perspektiven Im Vergleich zu Kalifornien sind in der Welt der Tech-Startups die meisten Länder noch eher aufstrebende Emporkömmlinge. Kooperation statt Wettbewerb lässt auch hier neue Sichtweisen zu, um von anderen zu lernen, die bisher nicht auf dem Plan der Wirtschaft standen. Als aufstrebender Start-up-Standort werden auf einmal Tech-Start-up- Hubs von Mexiko, Ruanda, Indien oder den Philippinen interessant für die Schweiz. Jedoch nur, wenn Wettbewerb und Paternalismus hinten angestellt werden und Austausch auf Augenhöhe gepflegt wird. Das Journalismus- Start-up Pro Journo versucht, dies gemeinsam mit dem Economist Media Lab und dem globalen Impact Hub Netzwerk auch journalistisch und digital zu beleuchten. Die Schweiz als weltweit anerkannter Start-up-Standort wird greifbar, wenn innerhalb und ausserhalb der Schweiz ein gemeinsames Ziel gelebt wird. Das Ökosystem rund um den Impact Hub versucht, genau dieses Bewusstsein für Zusammenarbeit in Form eines Co-Manifests in der Szene zu verankern – am liebsten zusammen mit der Konkurrenz. Bild: iStock www.netzwoche.ch © netzmedien ag 11 / 2016

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