Aufrufe
vor 2 Jahren

Netzwoche 11/2017

24 Web Fachbeitrag

24 Web Fachbeitrag Webtrends, die unsere Welt verändern Das Web verändert die Welt. Es beeinflusst unser Verhalten und die Erwartungen, die wir in Bezug auf Geschwindigkeit, Kommunikation und das Produktangebot haben. Wie sehr das Web in Zukunft Nutzererlebnis, Produktentwicklung, Gesellschaft und sogar die Denkweise von Unternehmen wandelt, zeigen die vier folgenden Trends. DER AUTOR Jürg Stuker Partner und CEO von Namics Das Internet verändert Wirtschaft und Gesellschaft. Umgekehrt beeinflussen die Nutzer die Entwicklung neuer Webtechnologien. Diese Wechselwirkung beschleunigt derzeit vier Entwicklungen. Anwender: User Centered Design Gute Kommunikation allein reicht nicht aus. Unternehmen müssen hochwertige Benutzererlebnisse schaffen. Dabei steht die konsequente Konzeption der Produkte und Leistungen als solche im Vordergrund – entlang der Bedürfnisse des vernetzen Users. Wichtiger Treiber ist die Personalisierung von Dienstleistungen und deren Skalierung, damit ehemals exklusive und teure Angebote jedem zugänglich werden. Um ein ideales Erlebnis für den User zu gestalten, muss deren Motivation technologieneutral verstanden und adressiert werden. Zum Beispiel möchte im Prinzip jeder offline und online sicher bezahlen können, ohne sich Kontonummern, Benutzername oder Passwort merken zu müssen. Die digitale Ergänzung der alten Welt der Bankkarten als Teil eines «Bankpakets», ist nicht das, was Menschen heute erwarten. Es sind bessere Antworten gefordert. Produkt: Security by Design Durch die wachsende Vernetzung wird es immer wichtiger, Produkte und Dienstleistungen inklusive aller Prozesse von Beginn an sicher zu gestalten. Das hat zwei Gründe. Einerseits lässt sich «Sicherheit» nur bedingt auf ein bestehendes Angebot nachrüsten, und andererseits verschlechtern später ergänzte Sicherheitslösungen den Lösungsraum und damit auch deren Erfolg. Im Rahmen von Security by Design sind Produkte, Verfahren und Prozesse gefragt, die grundlegend sicher sowie nutzergerecht gestaltet sind. Dazu zählen etwa Zugangssysteme ohne Passwort, niederschwellige Authentifizierung mit zwei Faktoren oder auch Systeme, die Transaktionen mit dem Ziel validieren, Missbrauch zu erkennen und nachträglich zu korrigieren. Gesellschaft: It’s an API World Plug-and-play lautet das Credo: Man steckt etwa eine Maus an den PC und sie funktioniert sofort und ohne Probleme. Auch im Web ist dieses simple und anwenderfreundliche Vorgehen gewünscht. Anfänger sollen mit leistungsfähigen Diensten sofort umgehen können. Positive Beispiele hierfür sind reichweitenstarke Kartenanwendungen inklusive Navigation, einfach nutzbare, multimediale Streaming-Plattformen oder Gratiskommunikation auf jedem Gerät weltweit. All diese Dienste existieren aber nicht nur für sich selbst, sondern lassen sich über Schnittstellen auch einfach in eigene Anwendungen integrieren. Es kommt kaum jemanden in den Sinn, eine Anwendung wie Google Maps nachzubauen, man nutzt diese einfach mit und profitiert von deren Qualität. Somit ist es auch an der Zeit, Reichweite nicht nur mit eigenen Plattformen zu erzielen, sondern die eigene Funktionalität auch über Programmierschnittstellen Dritten anzubieten. Die Bereitstellung von APIs (Applications Progam Interface) zum eigenen Angebot wird künftig ein immer wichtigeres Wettbewerbselement. Denkweise: Konzentration auf das Nichtautomatisierbare Bilderkennung, Sprachsteuerung oder das selbstfahrende Auto zeigen eindrucksvoll, was heutzutage alles möglich ist. Robotik und die Mächtigkeit des maschinellen Lernens lassen jedoch auch die Befürchtung aufkommen, dass Menschen durch Maschinen ersetzt werden. Es ergibt daher Sinn, über menschliche Eigenschaften nachzudenken, die genau in dem Umfeld an Wichtigkeit gewinnen werden: Es braucht in Zukunft kreative und kommunikative Leute, die Bots humanisieren, die Teams orchestrieren oder die im Chaos Muster erkennen: Kreative, Kommunikationsgurus und Teamplayer. Wir müssen uns folglich auch auf das Nichtautomatisierbare konzentrieren. Nur so können wir den Wert unseres Beitrags langfristig hochhalten und uns gegenüber den Maschinen positionieren. Menschliche Eigenschaften und Leistungen als Differenzierung für Firmen. So auch im Web. 11 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Web Event 25 Die Highlights der WWDC 2017 für Entwickler Vom 5. bis 9. Juni hat Apple seine Apple Worldwide Developers Conference abgehalten. Ausser dem Assistenz-Lautsprecher Homepod, neuen Macbooks und einem neuen iMac Pro hatte Apple auch für Entwickler viele Neuheiten in petto. Es hiess, früh aufzustehen, wenn man sich einen Platz in den vorderen Rängen bei der WWDC-Keynote ergattern wollte. Diese fand erstmals im «San Jose Convention Center» in San Jose statt, rund eine Zugstunde von San Francisco entfernt. Präsentiert wurde viel neue und verbesserte Hardware, etwa der Homepod, iPad Pros oder iMac Pro. Auch auf Softwareseite gab es viel Spannendes. Während der Konferenztage hatten wir die Möglichkeit, zahlreiche Sessions und Labs zu besuchen und Fragen mit Apple-Entwicklern zu diskutieren. Die Highlights für Anbieter und Entwickler von Apps in der Übersicht. Augmented Reality Mit iOS11 wird das «ARKit» SDK lanciert. Das Framework, bietet – zusammen mit anderen Frameworks wie SpriteKit und SceneKit – zahlreiche Möglichkeiten, um 3-D- oder auch 2-D-Objekte in der realen Welt darzustellen. Dazu nutzt Apple die Kamera des iPhone oder iPad. Beeindruckend dabei sind die Fortschritte bei der Auflösung, Qualität und Performance. Apple gelang damit ein grosser Schritt in die AR-Welt. Machine Learning Ebenso spannend ist das «MLKit». Mit diesem lassen sich Lernmechanismen in Apps implementieren. Ab nun ist es etwa möglich, mit «Text Prediction» bei der Eingabe von Texten Vorschläge anzuzeigen sowie «Handwriting Recognition» für die Erkennung von Symbolen zu verwenden. Mit dem neuen «Vision Framework» können dank Gesichtserkennung Fotos und Videos erkannt werden. Zudem besteht neu auch die Möglichkeit, Fotos und andere Daten mit «Natural Language Processing» (NLP) zu «erkennen», was beispielsweise für die Suche nach Objekten in Fotos oder Videos hilfreich ist. NFC wird (teilweise) geöffnet Ein erster Schritt ist getan: Apple öffnet die NFC-Schnittstelle zumindest partiell. Mit dem «Core NFC Framework» können Apps NFC-Tags (NDEF-Daten) lesen, um den Nutzern mehr Informationen über ihre physische Umgebung Die gesamte Intelligenz im Xcode wird mit dem neuen, in Swift geschriebenen, Code-Editor massiv verbessert. und die realen Objekte zu geben. Dies können etwa Informationen über Produkte in Geschäften oder über Objekte in Museen und Ausstellungen sein. Daten können aber nur gelesen und nicht gesendet werden. Zudem gilt dies nur ab dem iPhone 7 beziehungsweise iPhone 7 Plus. WatchOS: SiriKit-Integration und mehr SiriKit kann nun auch bei WatchOS 4 verwendet werden. Damit können Funktionen über Siri in Apps ausgeführt werden. Mit der «Siri watchface» erhält der Anwender zudem eine auf ihn abgestimmte Timeline für den ganzen Tag. Spannend ist auch, dass sich künftig Anwendungen von Drittherstellern, wie etwa Blutzucker-Messgeräte, direkt über Bluetooth ansteuern lassen. Zudem bietet das WatchOS 4 ein neues Design für Watch-Apps im Dock. Neue Möglichkeiten im App-Store Deployment Der neu gestaltete App-Store soll nicht nur Anwendern, sondern auch App-Anbietern neue Möglichkeiten bieten. Zum Beispiel können nun bei jedem neuen App-Release Reviews von älteren App-Versionen beibehalten werden. Das kann von Vorteil sein, wenn man nur einen kleineren Bugfix-Release einreichen möchte. Neu kann zu Testzwecken einer neuen App-Version die Anzahl Downloads limitiert werden. Zudem lassen sich die App-Marketing-Möglichkeiten verbessern, etwa mit bis zu drei möglichen App-Videos. Verbesserte Entwickler-Umgebung Apple vereinfacht das Entwicklerleben. Xcode 9 bietet nun die Möglichkeit für ein sprachenübergreifendes Refactoring. Seit der Einführung von Swift ist dies nicht mehr möglich. Die gesamte Intelligenz im Xcode wird mit dem neuen, in Swift geschriebenen Code-Editor massiv verbessert. Auch das Debuggen von Apps wird effizienter, da sich mehrere Simulatoren gleichzeitig öffnen lassen und endlich auch kabelloses Debugging möglich wird. Swift 4.0 hingegen bringt keine gros sen Änderungen, was den Schluss nahelegt, dass sich die Syntax von Swift mittlerweile stabilisiert hat. DER AUTOR Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_45022 Yves Landert Co-Founder, Head of Innovation & Technology, Appculture www.netzwoche.ch © netzmedien ag 11 / 2017

Archiv