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Netzwoche 11/2017

26 DOSSIER Thema In

26 DOSSIER Thema In Kooperation mit xxxxxxx Bild: iStock Dossier IPv6 In Kooperation mit Boll Engineering Auf dem Weg zu IPv6 cgr. Die Umstellung von IPv4 auf IPv6 ist in der Schweiz ins Stocken geraten. Nachdem die Schweiz viele Jahre weltweit den ersten Platz im Ranking von Akamai belegte, stagniert der Wert nun bei rund 20 Prozent. Inzwischen hält Belgien mit rund 40 Prozent den ersten Platz. Auch Griechenland und die USA sind inzwischen an der Schweiz vorbeigezogen. Die IPv4-Adressen werden aber immer knapper. Durch das Internet der Dinge werden immer mehr Geräte an das Netz angeschlossen, die eine eigene IP benötigen. Laut Gartner sollen es in drei Jahren schon 20 Milliarden IoT-Geräte sein. IPv6 wurde schon Ende der 1990er- Jahre als Lösung eingeführt. Der Standard vervielfacht die Zahl der Adressen auf 340 Sextillionen, dies entspricht einer 1 mit 21 Nullen. Die Umstellung ist jedoch nicht so einfach. Denn es braucht IPv6-fähige Hardware. Das ist eine Investition, vor der viele Unternehmen zurückschrecken. Walter Benz, Product Manager für A10 Networks bei Boll, empfiehlt daher eine gestaffelte Einführung. In der Zwischenzeit muss die Kommunikation zwischen den beiden Standards durch die Netzwerkinfrastruktur sichergestellt werden. Neue Projekte sollten von Beginn an auf IPv6 umgesetzt werden. 11 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

In Kooperation mit Boll Engineering IPv6 DOSSIER27 IPv4 und IPv6 – die grosse Herausforderung Die Transition zwischen IPv4 und IPv6 stellt Unternehmen und Serviceprovider vor enorme Aufgaben. Eine integrierte Plattform mit vielfältigen Übersetzungs- und Tunneling-Technologien stellt die Koexistenz zwischen den beiden Welten sicher und ermöglicht einen reibungslosen Übergang. DER AUTOR Walter Benz Product Manager für A10 Networks, Boll Engineering Im Internet herrscht Adressknappheit, jedenfalls was die herkömmlichen IPv4-Adressen anbelangt. Zwar bietet der IPv4-Adressraum Platz für mehrere Milliarden Teilnehmer, und bisher hat es immer irgendwie gereicht. Jetzt aber wird die Problematik wirklich akut: Internet-Service- Provider erhalten von den offiziellen Vergabestellen keine neuen IPv4- Adressen mehr, und auf dem Graumarkt werden die wenigen verbleibenden Adressblöcke zu exorbitanten Preisen gehandelt. Gerade die unzähligen kleineren Provider können sich das nicht leisten. In Zukunft wird sich die Adressknappheit weiter zuspitzen. Die Population der Mobilgeräte wächst ungebremst und verlangt für Dienste wie Streaming nach jederzeit verfügbaren, gleichmässig stabilen Verbindungen. Geradezu explosionsartig verbreitet sich das Internet der Dinge – die von Gartner für 2020 prognostizierten 20 Milliarden IoT- Geräte sind fast schon sprichwörtlich. Und jedes einzelne Device braucht seine eigene IP-Adresse. Mit IPv6 steht in der Theorie bereits seit 1998 eine neue Version des Internetprotokolls bereit, die mit 340 Sextillionen möglichen Adressen vermutlich für alle Zeiten genügend Kapazität für neue Geräte bietet. In der Praxis ist die IPv6-Einführung jedoch aufwendig und kostspielig. Sie setzt Investitionen in neue, IPv6-fähige Hardware und mühsame Konfigurationsanpassungen voraus. Nicht zuletzt aus diesem Grund empfiehlt sich im Allgemeinen eine gestaffelte Einführung. Bestehende Systeme können zum Beispiel auf IPv4 belassen werden, während man neue Projekte von Anfang an auf IPv6-Basis umsetzt. Die Adressknapp heit wird sich weiter zuspitzen. Zwei Welten Doch die IPv6-basierte Infrastruktur versteht sich nicht von Haus aus auf die Kommunikation mit der bestehenden IPv4-Umgebung: IPv4 und IPv6 sind von Grund auf unterschiedliche Welten. Eine Koexistenz beider Protokolle ist nur möglich, wenn ein Gateway existiert, das den IPv6- Verkehr nahtlos und in Echtzeit in die IPv4-Welt übersetzt. In besonderem Mass ist dies für Serviceprovider relevant: Während die interne Serverinfrastruktur relativ problemlos auf IPv6 umgestellt werden kann und die Backbone-Anbindung IPv6 bereits unterstützt, sind die Geräte der Kunden oft nicht IPv6-fähig oder sie sind nicht für IPv6 konfiguriert – und viele Kunden sind kaum in der Lage, die nötigen Anpassungen selbst vorzunehmen. Privatkunden und kleinere Unternehmen verfügen ja nicht über eine eigene IT-Abteilung. Aber auch grössere Organisationen mit eigener Netzwerkinfrastruktur sind auf eine Lösung angewiesen, die IPv4 und IPv6 in Einklang bringt. Ein guter Teil der aktuellen IoT-Geräte – vom einfachen Sensor bis zum kompletten Home-Automation-System – sind zudem überhaupt nicht IPv6-tauglich – dies ist besonders kritisch angesichts der langen Einsatzdauer solcher Devices. Technologien für die Transition Für den Aufbau konvergenter IP-Infrastrukturen, in denen IPv4 und IPv6 nahtlos koexistieren, stehen verschiedene Technologien zur Verfügung: ·· Server Load Balancing with Protocol Translation (SLB-PT) macht die eigenen Server, egal ob IPv4- oder IPv6-basiert, für alle externen Clients zugänglich, und zwar unabhängig davon, ob die Clients selbst aus der IPv4- oder IPv6-Welt kommen. Die Übersetzung zwischen den Protokollen ist transparent, die Clients und ihre Nutzer merken nichts davon. ·· NAT64/DNS64 ermöglicht IPv6-Clients den Zugang auf IPv4- Serverinfrastrukturen und deren Inhalte. ·· Tunneling erlaubt es, IPv4-Verkehr über eine IPv6-Verbindung zu leiten – oder umgekehrt. Die Pakete des einen Protokolls werden dabei jeweils in Pakete des anderen Protokolls verpackt. So kann der IPv6-Verkehr zum Beispiel über einen Router – der selbst keine IPv6-Weiterleitung beherrscht – ins IPv6-Internet gelangen. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 11 / 2017

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