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Netzwoche 11/2017

30 Technology Aktuell

30 Technology Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH VBS passt Cyberabwehr an gsa. Das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) überarbeitet seine Cyberabwehr- Strategie. Dies berichten verschiedene Schweizer Medien unter Berufung auf einen internen Revisionsbericht des Departements. Dem VBS wird von den Revisoren empfohlen, eine Koordinationsstelle für Cybersicherheit zu schaffen. Auf diese Weise soll das VBS Doppelspurigkeiten vermeiden. ▸ Webcode DPF8_42633 Bakom startet Vergabe der 5G-Frequenzen cgr. Das Bundesamt für Kommunikation hat eine Konsultation zur Vergabe der 5G-Frequenzen gestartet. Vom 31. Mai bis zum 31. Juli können sich interessierte Kreise zum Vergabeverfahren äussern. Betroffen sind die Frequenzbänder 700 MHz, 1400 MHz und 3400 bis 3800 MHz. Ab dem Jahr 2019 sollen Telkos diese für den Mobilfunk der nächsten Generation nutzen können. ▸ Webcode DPF8_43172 Computex findet zurück zu den PC-Wurzeln tsc. Die Veranstalter der Computex 2017 haben ihren Abschlussbericht zur diesjährigen Ausgabe der grössten IT- Messe im asiatischen Raum veröffentlicht. Im Vergleich zum Vorjahr sei die Besucherzahl in Taipeh um 1 Prozent gestiegen, heisst es in der Mitteilung. Die Veranstalter nannten jedoch keine absoluten Zahlen. Im vergangenen Jahr zählte die Messe laut Bloomberg insgesamt 135 000 Besucher. Immer mehr Besucher kämen aus Ländern wie Thailand, Indonesien, Indien, Vietnam und Russland, heisst es weiter. Leistungsfähige Computer für VR und Gaming standen im Zentrum der Computex 2017. Schwerpunkte: KI, IoT, VR und High-End-PCs Die Computex 2017 fokussierte Themen wie künstliche Intelligenz (KI), Internet of Things (IoT) und Virtual Reality (VR). Ebenfalls im Blickpunkt standen Hochleistungsrechner. Um solche Technologien wie etwa VR nutzen zu können, brauchen die Anwender immer leistungsfähigere PCs. Intel eröffnete die Messe entsprechend mit dem neuen i9-Prozessor 7980XE mit 18 Kernen und mehr als 1 Teraflops. Acer und Asus stellten leistungsstarke Spieler- Notebooks sowie Bildschirme mit hohen Bildwiederholraten vor. Und Dell zeigte den ersten Inspirion-Gaming- Desktop und zwei All-in-One-PCs. Mit dem Themenschwerpunkt High-End-PCs fanden die Veranstalter der Computex wieder zurück zu ihren Wurzeln, wie Forbes schreibt. In den vergangenen Jahren waren Themen rund um Smartphones und Tablets gemäss Forbes in den Vordergrund gerückt. Wie lange der momentane Trend um High-Performance-PCs noch anhalte, sei allerdings unklar, schreibt das Wirtschaftsmagazin weiter. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_43904 MÜLLERS KLEINES ABC R wie Rating Christopher Müller Inhaber und CEO von Die Ergonomen Usability AG. Theorie: Eigentlich heisst Rating ja Bewertung, aber weil der Buchstabe B schon mit «Blocksatz» belegt ist, bedienen wir uns für einmal gern des Denglischen. Gemeint ist übrigens die grassierende Bewerterei von allem und jedem im Web. Der Sinn dahinter sollte wohl sein, die Qualität eines Produkts, einer Dienstleistung oder eines Inhalts für den Rest der Welt transparent zu machen. Realität: Schauen wir mal auf die Webshops – deren Kundschaft soll ja ganz verrückt nach Bewertungen sein. Allgemein durchgesetzt hat sich hier das Fünf-Sterne-System. Damit wird alles benotet, von der Zahnbürste bis zur Multi-Room-Beschallungsanlage. Nun mögen die Sternchen bei einfachen Gütern noch funktionieren. Sobald es aber um komplexere geht – sagen wir mal um Handys –, sind sie so gut wie wertlos. Was wurde denn beurteilt? Das Design, der Funktionsumfang, die Akkulaufzeit oder alles zusammen und noch viel mehr? Wer sich also für ein Handy interessiert, braucht schon etwas mehr Informationen. Hilfreich wäre es etwa, zu wissen, was am Produkt im Alltag aufgefallen ist, im Guten wie im Schlechten. Dumm ist nur, dass brauchbarer Klartext hierzu recht dünn gesät ist. Das rührt daher, dass es den meisten Shops bei den Bewertungen um Menge und nicht um Qualität geht. Deshalb erlauben sie auch das unkommentierte Verteilen von Sternchen. Sicher, das senkt die Hemmschwelle bei den Nutzern und kommt dem Spieltrieb im heutigen Jekami-Netz entgegen. Natürlich sieht es auch toll aus, wenn drei Tage nach Verkaufsstart schon 200 Bewertungen eingegangen sind. Den Kaufinteressenten hilft das aber wenig. Fazit: Wer wirklich das Wohl der Kunden im Sinne hat, akzeptiert das Verteilen von Sternchen nur, wenn gleichzeitig ergänzender Text abgeliefert wird. Damit sich die Leute beim Schreiben aber nicht unnötig schwertun, gibt man ihnen eine Struktur vor – beispielsweise im Sinn von Pros und Kontras. Das schafft Ordnung, hilft bei der Orientierung und hält obendrein jene fern, die bloss Schindluder treiben wollen. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_45088 11 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Aktuell 31 Alles neu an der Cebit 2018 mur. Die Cebit geht nächstes Jahr mit einem neuem Konzept an den Start. Aus der geschlossenen Business-to-Business- Messe wird laut den Veranstaltern ein offenes «Innovationsfestival der Digitalisierung» mit Event-Charakter. Auch das Datum der Cebit ist neu, sie findet vom 11. bis 15. Juni statt. Die Messeleitung schaltete am 9. Juni zudem eine neue Website auf. Auch das Logo ist neu. Die Cebit kämpft um Aussteller und Besucher. Als Bill Gates Windows 95 vorstellte, pilgerten über 750 000 Menschen nach Hannover. Letztes Jahr belegte die Messe noch 14 von 27 Hallen und hatte nur knapp 200 000 Besucher. Die neue Cebit soll diesen Trend umkehren. Der Event besteht neu aus vier Elementen, allesamt ein Verbrechen an der deutschen Rechtschreibung: d!conomy, d!talk, d!campus und d!tec. Die d-Ausrufezeichen-conomy (sic!) soll Lösungen für die Digitalisierung präsentieren, Leads für das Business generieren und zum Leit-Event für CIOs und IT-Professionals werden. Am d!talk wird es Workshops mit «Vor- und Querdenkern» aus der ganzen Welt geben. An der d!tec, die Themen wie Blockchain, Chatbots und Machine Learning abdeckt, sollen Start-ups auf Investoren und Forscher auf Strategen treffen. Dann gibt es noch den d!campus, das «emotionale Herzstück» der Cebit. «Der d!campus definiert das Business- Networking neu, weil er alle Sinne anspricht», heisst es in ICT-Switzerland fordert rasche Einführung der E-ID jor. Die Vernehmlassungsfrist zum Gesetz für eine elektronische Identität (E-ID) ist Ende Mai abgelaufen. Der Bundesrat sprach sich dafür aus, dass in der Schweiz nur wenige Anbieter staatlich anerkannte Lösungen für die E-ID herausgeben sollen. ICT-Switzerland unterstützt das Ziel des Rates, Rahmenbedingungen für die Einführung eines elektronischen Schweizer Passes zu schaffen, wie der Dachverband mitteilt. ICT-Switzerland stellt drei Forderungen: 1. Alle Einwohner der Schweiz sollen die Möglichkeit erhalten, eine anerkannte und sichere E-ID zu beziehen. Nicht nur Schweizer Bürger sollen von der elektronischen Identität profitieren. Auch hohe Kosten für den Nutzer seien zu vermeiden. Die Lösungen sollen möglichst einfach zu bedienen und untereinander kompatibel sein. 2. Die Einführung soll möglichst rasch erfolgen. 3. Die E-ID soll im Kontakt mit Behörden obligatorisch sein. Die E-ID müsse gleichwertig mit der Identitätskarte und dem Pass akzeptiert werden. einer Präsentation der Messeleitung. «Virtuelle Welten werden sichtbar, interaktive Elemente machen Technologien spürbar, DJs und Live-Bands sorgen für Musik, Streetfood- Courts für internationalen Duft und Geschmack.» Neu ist auch der Digital Friday für «Digital Citizens, Developer, Coder & Hacker, Blogger & Studenten». Das Angebot richtet sich laut Präsentation an Gestalter und Treiber der Digitalisierung in Wirtschaft und Gesellschaft. Das Preismodell ist ebenfalls neu. Dauertickets an der Kasse oder online kosten je nach Buchungszeitpunkt 25 bis 200 Euro. Aussteller bezahlen 250 Euro pro Quadratmeter, inklusive Marketingbeitrag und Eckzuschläge. Der Mitausstellerpreis liegt bei 1250 Euro. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_45692 Das ist das neue Logo der Cebit. Innerhalb des Dachverbandes ist allerdings umstritten, ob der Staat die E-ID herausgeben oder ob die Aufgabe an Private delegiert werden soll. Aus diesem Grund verzichtet ICT-Switzerland auf eine Vernehmlassungsantwort und verweist auf die Stellungnahmen seiner Mitglieder, wie es in der Mitteilung heisst. Asut, der Verband der Schweizer Telekommunikationsanbieter, fordert in seiner Stellungnahme ein «gutes Zusammenspiel von Staat und Wirtschaft». Der Staat soll gemäss Asut selbst eine E-ID anbieten. Auf diese Weise könne der Bund das Vertrauen der Bevölkerung in die elektronische Identität schaffen. Laut Asut genügt dies jedoch nicht. Der Verband begrüsse daher, dass auch private Unternehmen, die staatlich zertifiziert sind, eine E-ID am Markt anbieten können. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_42980 KOLUMNE Ignoranz wird teuer! Ransomware, IoT-Botnetze oder staatlich organisierte Hacker: Die Schlagzeilen der letzten Monate halten Sicherheitsexperten auf Trab. Und es wird ihnen auch künftig kaum langweilig werden. Das reaktive Verhalten der Wirtschaft, die Risikofreude der Industrie für maximalen Profit und die verbesserungswürdige Fachkräfteausbildung werden das Hamsterrad der Sicherheitsvorfälle weiter antreiben. Mit dem Einzug der künstlichen Intelligenz in unseren Alltag dürfte zudem manches futuristische Desaster-Szenario Realität werden. Wir sind den Gefahren aber nicht hilflos ausgeliefert: Firmeneigene Bug-Bounty-Programme, Security-Events wie «Defcon» oder «Pwn2Own» zeigen, wo Gefahren liegen. Die Events zeigen auch, wie bedeutend im Bereich IT-Security die Vorsorge ist. Hierzu zählt ein vorgelagertes Cyber- Risk-Management, was für viele noch kein Begriff ist. Stattdessen setzen manche auf Ignoranz. Vor kurzem sagte man zu mir: «Da zahle ich lieber die 300 Dollar Lösegeld an den Ransomware-Erpresser. Das ist immer noch günstiger als ein Cyber-Risk-Management.» Doch was ist beim nächsten Mal? Ich hoffe nur, dass die nächste Generation Ransomware nicht «Eraseware» heissen wird. Das könnte dann nicht nur Geld kosten. Orkan Yoksulabakan ist für ITSENSE tätig. Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_45105 Orkan Yoksulabakan www.netzwoche.ch © netzmedien ag 11 / 2017

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