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Netzwoche 11/2019

22 People Live « Ich

22 People Live « Ich glaube, dass wir in zehn Jahren sagen können, dass es in Bezug auf E-Health ein Vorher und ein Nachher gab – und dass diese Zäsur gerade jetzt stattfand. » Vincent Turgis, CIO, Ferring Sie haben die Frage der IT-Sicherheit angesprochen. Was sind die wichtigsten Cyberrisiken für ein Pharmaunternehmen? Da gibt es einige. Beim Schutz vertraulicher Informationen besteht ein Risiko, insbesondere im Zusammenhang mit Innovationen, die noch nicht patentiert sind. Es stellt sich auch die Frage der Integrität, denn in unserem Geschäft müssen wir beweisen können, dass die Daten nicht verändert wurden. Und es gibt auch das operative Risiko, wenn man bedenkt, was für einen Schaden die Malware «NotPetya» angerichtet hat. Solche Vorfälle können die Liefer- oder Produktionskette eines Unternehmens über mehrere Wochen hinweg blockieren. Es ist eine sehr grosse Verantwortung, wenn man lebensrettende Medikamente herstellt und diese nicht geliefert werden können. Daher ist es notwendig, die wichtigsten Daten und Systeme zu verstehen und zu schützen. Wie schätzen Sie das Risiko eines IT-Sicherheitsvorfalls ein? Ich gehöre nicht zu denen, welche die Sicherheit unter dem Vorwand vernachlässigen, dass absoluter Schutz nicht möglich ist und dass wir auf jeden Fall gehackt werden. Aber es ist kompliziert. Ich denke zum Beispiel an Disaster-Recovery-Pläne. Wir sind darauf vorbereitet, dass ein, zwei Systeme ausfallen. Aber wir wären wohl kaum bereit, wenn plötzlich alle Systeme auf einmal ausfielen und wir notfallmässig tausende Computer und Server kaufen und installieren müssten. Die Webbranche hat Techniken entwickelt, um widerstandsfähiger zu sein. Die Webbranche hat uns weit vorangebracht. Und sie leistet beeindruckende Arbeit. Für uns ist es schon eine Herausforderung, vier Releases pro Jahr umzusetzen, wohingegen manche Softwareunternehmen wöchentlich oder sogar kontinuierlich ausrollen. Wie verändert sich die Pharma-Informatik? Die IT der Pharmabranche steckt in einer spannenden Phase, wo wir die Potenziale neuer Technologien nutzen, von der künstlichen Intelligenz bis hin zum Internet der Dinge. Aber um diese Potenziale auszuschöpfen, müssen wir uns von schnellen Entwicklungsmethoden inspirieren lassen, sei es Agilität oder DevOps. Die Veränderungen, die wir heute an unserer Architektur vornehmen, müssen uns auf die Zukunft vorbereiten. Was genau kommt auf die Branche zu? Ich glaube, wir erleben im Bereich E-Health etwas Ähnliches wie im Web um die Jahrtausendwende. Das sieht man insbesondere an den massiv steigenden Investitionen. Ich glaube, dass wir in zehn Jahren sagen können, dass es in Bezug auf E- Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch Health ein Vorher und ein Nachher gab – und dass diese Zäsur gerade jetzt stattfand. 11 / 2019 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

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