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Netzwoche 11/2019

26 Technology Aktuell

26 Technology Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH Schweiz ist bei 5G Spitzenreiterin osc. Ookla, die Betreiberfirma von Speedtest.net, hat eine 5G-Karte online gestellt. Sie verzeichnet Orte, an denen die neue Mobilfunkgeneration bereits verfügbar ist, wie es auf der Website heisst. Laut Ooklas Karte gibt es hierzulande 225 Orte, an denen sowohl 5G-Empfang möglich ist, wie auch entsprechende Geräte erhältlich sind. Damit landet die Schweiz auf Platz 1. Die weltweite Nummer zwei folgt mit riesigem Abstand: In Australien seien bislang 10 Orte mit 5G-erschlossen. Kameras unter dem Handybildschirm lba. Oppo hat ein Smartphone komplett ohne Notch und Rahmen am Display präsentiert. Auf Twitter veröffentlichte der chinesische Hersteller ein Video eines Prototyps, bei dem die Frontkamera unsichtbar unter dem Bildschirm verbaut ist. Xiaomi reagierte prompt auf die Veröffentlichung und setzte selbst ein Video eines entsprechenden Prototyps ins Netz. Das Unternehmen stellt darin ein Smartphone mit komplett ausgefülltem Bildschirm einem Handy mit Kamera-Einkerbung gegenüber. Selbstfahrender Bus fährt E-Bike-Lenkerin an mur. In Neuhausen am Rheinfall ist seit über einem Jahr ein selbstfahrender Bus im Einsatz. Nun verursachte dieser einen Unfall. Laut SRF der erste mit Verletzungsfolge, seit in der Schweiz Pilotversuche mit selbstfahrenden Autos laufen. Der Bus sei in eine E-Bike-Lenkerin geprallt, die wegen des Unfalls verletzt ins Spital musste. Der Bus habe die 72-Jährige überrascht, als er bei einer Haltestelle plötzlich losgefahren sei, schreibt die Schaffhauser Polizei in einer Mitteilung. Laut SRF haben die Verkehrsbetriebe Schaffhausen den Busbetrieb vorläufig eingestellt. Schweizer Studis enthüllen Lieferroboter osc. Die Roboter kommen. Anders als in so vielen Büchern und Filmen wollen sie die Menschheit nicht ausrotten, sondern uns zur Hand gehen – und zwar wortwörtlich. Dies gilt zumindest für Adero: ein schnuckeliger Lieferroboter, der von 15 angehenden Ingenieuren der ETH Zürich und Design-Studierenden der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) entwickelt wurde, wie Watson schreibt. Lieferung vom Lager zum Pick-up-Point Konkret soll Adero in weitläufigen Einkaufshäusern online bestellte Waren selbstständig vom Lager zu einem Pick-up- Point bringen. «Nach der Bestellung wird der Roboter von einem Mitarbeiter beladen und auf seine Reise geschickt», sagt Kira Erb, Maschinenbau-Studentin an der ETH Zürich. Am vorbestimmten Abholort wartet Adero, bis der Kunde die Bestellung abholt. Dieser bekommt bei der Bestellung einen QR-Code zugeschickt, mit dem sich der Roboter öffnen lässt. Den Weg zurück ins Warenlager findet Adero ebenfalls selbstständig. Ende Mai präsentierte das 15-köpfige Adero-Team ihren finalen Prototyp. Ein Robo, der Zeit und Nerven spart? Jelmoli unterstützte das Studenten-Projekt finanziell. Mit der neuen Filiale am Flughafen Zürich, die 2020 eröffnet wird, prüft das Warenhaus auch einen autonomen Lieferservice. «Das Ziel ist es, dass der Roboter im Sommer 2020 Das WEF will Vorschläge für die IT-Regulierung machen osc. Das World Economic Forum (WEF) hat die Gründung von sechs Räten bekannt gegeben. Die Gremien sollen Vorschläge für die Regulierung von neuen Technologien im Sinne des Gemeinwohls machen und so das Vertrauen in die IT wiederherstellen, wie es in einer Mitteilung heisst. Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft hätten der Gründung in San Francisco beigewohnt. Das Ziel der Initiative besteht laut dem WEF darin, Politik und Unternehmen Richtlinien für die Förderung neuer Technologien und den Umgang mit damit einhergehenden Herausforderungen zu geben. So soll eine Balance zwischen Chancen und Risiken der IT gefunden werden. Studenten der ETH-Zürich und der ZHdK präsentieren den Adero. Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch in Zusammenarbeit mit Jelmoli autonom Waren am Flughafen ausliefert», sagt Erb. Für Warenhäuser sind autonome Lieferroboter ein zusätzlicher und vermutlich relativ kostengünstiger Vertriebskanal. Aber was hat der Kunde davon? Dieser erspare sich «unangenehmes Einkaufen in einem übervollen Einkaufszentrum und anstrengendes Schleppen der schweren Einkaufstaschen», glaubt Erb. Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch Globale Konferenz geplant Jeder Rat widme sich einem IT-Feld: künstliche Intelligenz (Global Artificial Intelligence Council), autonomes Fahren (Global Autonomous and Urban Mobility Council), Blockchain (Global Blockchain Council), Drohnen (Global Drones and Aerial Mobility Council), Internet der Dinge (Global Internet of Things Council) und Präzisionsmedizin (Global Precision Medicine Council). Deren Arbeit umfasst laut WEF den Austausch von Erfahrungen mit Regulierung über Landesgrenzen hinweg, die Identifizierung von Lücken in der öffentlichen und privaten Regulierung zusammen mit verschiedenen Interessengruppen, die Entwicklung eines gemeinsamen Verständnisses von guter Politikpraxis, um eine bessere Koordination innerhalb und zwischen den Ländern zu ermöglichen, und die Vorbereitung eines «Global Technology Governance Summit» mit Spitzenpolitikern und Top-Managern, der im April 2020 über die Bühne gehen soll. 11 / 2019 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Research 27 Das IoT ist erwachsen geworden Das Thema Internet der Dinge (IoT) gehört heute zu den Big-Eight-Themen auf unserem Research-Radar. IoT hat von seinem Hype-Status längst in die reale Welt gewechselt und feiert dieses Jahr sein 20. Jubiläum. Der britische Technologie pionier Kevin Ashton, der den Begriff am Massachusetts Institute of Technology 1999 erstmals erwähnte, konnte sich wohl kaum vorstellen, welche Entwicklung das IoT durchlaufen würde. UNTERSTÜTZUNG DURCH EXTERNEN DIENSTLEISTER In welchen Bereichen rechnen Sie bezüglich IoT-Lösungen mit dem grössten Unterstützungsbedarf durch einen externen Dienstleister? Mehrfachantworten möglich Lösungsberatung / Businessmodelle Sicherheit und Datenschutz Integration und Implementierung, Projektmanagement Entwicklung neuer Produkte und Services Customizing von IoT-Plattformen KI und Business Analytics Connectivity Plattformen 13 % 16 % 16 % 20 % 20 % 36 % 40 % 44 % Quelle: MSM Research AG Vor vier Jahren hat sich die Mehrzahl der im Rahmen unserer ersten Studienarbeit zum Thema IoT befragten Unternehmen die Frage gestellt, ob das Internet der Dinge alle vertikalen Märkte erfassen und Einfluss auf traditionelle Businessmodelle haben wird oder nicht. Diese Frage stellt sich nicht mehr, die Realität und die aktuelle Entwicklung in den meisten Branchen haben die Antwort darauf geliefert. Die aktuell bedeutendere Frage lautet, wie viel Zeit den Unternehmen für den Einstieg zur Verfügung steht. Heute rechnet jedes zweite Unternehmen damit, dass die Auswirkungen in der jeweiligen Branche in den kommenden zwei Jahren voll zum Tragen kommen. Und nur noch jedes dritte Unternehmen sieht die Entwicklung gelassen, mit Auswirkungen auf ihr Unternehmen und ihre Branche rechnen sie erst in drei bis fünf Jahren. 2015 dachte dies noch mehr als die Hälfte. Die Gelassenheit von damals hat heute einer realistischeren Sichtweise auf die Dinge Platz gemacht. Und damals wie heute gilt: Späteinsteiger könnten das Nachsehen haben, die Folgen verpasster Chancen fatal ausfallen. Es geht um mehr als die reine Automatisierung Unsere aktuelle Studie zeigt, dass das IoT für viele Unternehmen in erster Linie kein technisches Thema oder zumindest prioritär keine technologische Herausforderung darstellt und sein darf. Es dreht sich alles um neue Geschäftsmodelle und ein neues Prozessdenken. Wenn etwa der Getränkeautomat oder das Verkaufsregal leer sind und über das Netz oder Internet den Leerbestand meldet oder selbstständig nachbestellt, müssen alle damit zusammenhängenden Prozesse, von der Bestellung über die Rechnungsstellung bis zur Auslieferung, das heisst das gesamte Geschäftsmodell entsprechend ausgerichtet sein. Ohne die Neuausrichtung, ohne dieses neue Paradigma ändert sich nichts. Es geht um mehr als reine Automatisierung, es geht um strategische Vorteile, Reaktionszeiten und Individualisierung. Innovative Inputs sind gefragt Um aus innovativen, kreativen Ideensammlungen und ersten Lösungsansätzen praktische, wettbewerbsfähige und kommerziell sinnvolle Business Cases realisieren zu können, sind neben technologischen und sicherheitstechnischen Herausforderungen eine ganze Reihe Fragen zum Businessmodell und der Transformation zu beantworten. Unterstützung dabei bieten den Unternehmen heute spezialisierte Dienstleister mit Branchen- und Business-Expertise. Einen wertvollen Beitrag können aber auch Verbindungen zu Start-ups, Forschungseinrichtungen und Hochschulen bieten. Sie sind in der Lage, im Rahmen von IoT-Vorhaben eine unbelastete, neutrale Perspektive und aktuelles Wissen für die Umsetzung der Transformation und die Schaffung neuer Businessmodelle einzubringen. Gerade Start-ups vermitteln mit ihrer iterativen, kreativen und vom eigenen internen Denken und Schaffen losgelösten Arbeit einen entscheidenden Input für erfolgreiche Projekte. Die Nutzung von Ökosystemen kann damit künftig eine entscheidende Rolle spielen. Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch DER AUTOR Philipp A. Ziegler Geschäftsführer, MSM Research AG Gerade Start-ups vermitteln mit ihrer iterativen, kreativen und vom eigenen internen Denken und Schaffen losgelösten Arbeit einen entscheidenden Input für erfolgreiche Projekte. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 11 / 2019

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