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Netzwoche 11/2019

32 Management & Career

32 Management & Career Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH Vier Schweizer reisen an die Informatik-Olympiade lha. Vier Schweizer Jugendliche haben an der Schweizer Informatik-Olympiade eine Goldmedaille ergattert: Nicolas Camenisch von der Kantonsschule Wettingen, Joël Huber von der Kantonsschule Freudenberg und Valentin Imbach und Christopher Burckhardt vom Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Gymnasium Rämibühl. Sie bilden damit die Schweizer Delegation am internationalen Informatikwettbewerb in Aserbaidschan, der vom 4. bis zum 11. August stattfindet. Die beliebtesten IT-Firmen für Schweizer Studenten osc. Die Personalberatungsfirma Universum hat ein Ranking der beliebtesten Arbeitgeber bei Schweizer Studenten veröffentlicht. An der Spitze der IT-Firmen steht Google. Das US-Unternehmen betreibt in Zürich einen der grössten Standorte ausserhalb der USA. Danach folgen Microsoft, IBM, Swisscom, UBS, das Cern, die SBB, Digitec Galaxus, Logitech und die Credit Suisse. Im Ingenieurwesen stehen ABB, Google und Siemens an der Spitze. Grafik: elenabs / iStock.com Klubschule Migros startet ersten Kurs in Robotic Process Automation für alle jor. Die Migros-Klubschule lanciert einen Grundlagenkurs in Robotic Process Automation (RPA). Die Weiterbildungseinrichtung der Migros arbeitet zu diesem Zweck mit dem auf RPA spezialisierten Softwareanbieter Uipath zusammen, wie es in einer Mitteilung heisst. Die Kursteilnehmer sollen lernen, einfache Automatisierungsaufgaben selbstständig durchzuführen und zu berechnen, wie hoch der wirtschaftliche Nutzen bestimmter Automatisierungsprozesse ist. Ebenfalls auf der Lernliste: Tipps und Tricks zur Früherkennung und Vermeidung von Fehlern beim Programmieren und Warten von Robotern. 5 Halbtage für weniger als 2000 Franken Der Kurs richte sich an Mitarbeiter von Unternehmen wie auch an Privatanwender. Die Teilnehmer benötigten solide Kenntnisse im Umgang mit Windows und den gängigen Büro-Anwendungen sowie ein Notebook mit Windows 10, das sie zu den Kursen mitbringen könnten. Der Kurs besteht aus fünf halbtägigen Sitzungen. Am letzten Kurstag bestehe die Möglichkeit, durch eine praktische Prüfung ein RPA-Zertifikat der Klubschule oder die Uipath-Online-Zertifizierung zu erlangen. Der nächste Grundlagenkurs beginnt am 16. August in Bern. Kostenpunkt: 1780 Franken. Weitere Informationen und die Anmeldung finden Interessierte auf der Website der Klubschule. Anwendungsfälle für RPA gibt es mittlerweile in jeder Industrie, von der Aktivierung von Kreditkarten über die Fallbearbeitung bis hin zur Stücklistengenerierung. Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch MÜLLERS KLEINES ABC S wie Sprachassistent Christopher Müller Inhaber und VRP von Die Ergonomen Usability AG Theorie: Ein Sprachassistent ist nichts weiter als eine Software, die gesprochene Sprache erkennt, analysiert, semantisch interpretiert und logisch verarbeitet. Wir reden also von Maschinen, die den Nutzenden zuhören und – je nach Ausprägung – auch mit ihnen sprechen. Etwas enthusiastischer könnte man auch sagen: Sprachassistenten sind die nächste Evolutionsstufe der Mensch-Maschine-Kommunikation – tschüss GUI, hallo VUI. Realität: Zu kaufen gibt’s solche Systeme fürs breite Publikum etwa seit Ende 2011, in Form von Siri auf dem iPhone 4. Danach kamen auch die übrigen Grossen der Branche flugs mit eigenen Lösungen auf den Markt. Mittlerweile hat sich die Technik so prächtig verbreitet, dass die Marktforscher komplett aus dem Häuschen sind. Weltweit soll es laut Juniper Research bis 2023 mehr Sprachassistenten als Menschen geben. Comscore erwartet, dass in den USA schon 2020 die Hälfte aller Suchanfragen im Internet über die Stimme gesteuert wird. Splendid Research berichtet, dass 2018 schon 60 Prozent der Menschen in Deutschland mal einen Sprachassistenten genutzt haben. Nur die Schweiz will hier nicht richtig mitziehen. Kümmerliche 37 Prozent haben hier laut einer Studie von Farner und der Uni Luzern überhaupt schon einen Sprachassistenten genutzt. Woran das wohl liegen mag? Es ist ja nicht so, dass wir uns keine Sprachassistenten leisten könnten. Das Problem liegt – zumindest, was die Deutschschweiz betrifft – wohl eher darin, dass uns die meisten Systeme zum Gebrauch der deutschen Standardsprache nötigen. Die wird oft als Fremdsprache empfunden. Vielen klingt sie gestelzt und nicht wenige fürchten, sie gäben sich der Lächerlichkeit preis, wenn sie öffentlich mit ihrem Handy Schriftdeutsch reden. Fazit: Eine gute User Experience beim Nutzen von Sprachassistenten werden Deutschschweizer(innen) wohl erst haben, wenn sie Dialekt quasseln dürfen. Das wird zwar noch etwas dauern, heisst aber nicht, dass man Sprachsteuerung bei der strategischen Planung vergessen sollte. Die Kolumne finden Sie auch online www.netzwoche.ch 11 / 2019 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Management & Career Nachgefragt 33 So läuft die Talentsuche auf Social Media Stelleninserate in Zeitungen zu platzieren, ist Schnee von gestern. Rekrutierungsprozesse finden mittlerweile zu einem grossen Teil im Internet statt. Auch Social Media gewinnen in diesem Zusammenhang an Bedeutung. Social Recruiting ist jedoch kein Selbstläufer. Autor: Linus Bauer Viele Unternehmen haben die Ausschreibung ihrer offenen Stellen ins Internet verlagert. Digitale Plattformen bieten die Möglichkeit, Inserate mit geringem Kostenaufwand an ein enorm breites Publikum zu bringen. Social-Media-Kanäle eignen sich allerdings nicht nur zur Verbreitung von Stellenanzeigen. Recruiter können auf den Plattformen auch aktiv nach passenden Kandidaten suchen und auf sie zugehen. Jobsuchende erhalten auf Facebook, Linkedin und Co. wiederum einen schnellen ersten Eindruck eines Arbeitgebers. Wettbewerbsvorteil durch Employer Branding und Active Sourcing Social Recruiting lässt sich gemäss Claudia Winkler, CEO von Lionstep, auf zwei Aufgabenbereiche aufteilen: Employer Branding und Active Sourcing. Beim Employer Branding geht es darum, das eigene Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber darzustellen. Active Sourcing umschreibt die gezielte Suche nach potenziellen Arbeitnehmern und deren aktive Ansprache durch Recruiter. Bei erfolgreichem Social Recruiting bauen die beiden Bereiche aufeinander auf. «Wer sich die Zeit nimmt, strukturiert nach passenden Kandidaten zu suchen, und es schafft, die Aufmerksamkeit dieser zu gewinnen, hat einen klaren Wettbewerbsvorteil», erklärt Winkler. Kanäle, die sich für Active Sourcing eignen, gibt es viele. «Prädestiniert sind natürlich die beiden grossen Business-Netzwerke Linkedin und Xing», sagt Sebastian Rahm, Senior Department Manager Digital Unit beim Personalvermittler Hays. Einzelheiten zur Ausbildung und beruflichen Laufbahn von potenziellen Kandidaten sind auf diesen Plattformen öffentlich einsehbar. So biete sich die Möglichkeit, direkt nach passenden Talenten zu recherchieren und auf sie zuzugehen, sagt Rahm. Weiter bieten Xing und Linkedin kostenpflichtige Recruiter-Tools für Active Sourcing. Mit diesen lassen sich interessante Kandidaten systematisch filtern, erklärt Zerrin Azeri, Associate Director bei Robert Half. Mit Facebook und Twitter junge Menschen erreichen Auch eher private Netzwerke wie Facebook oder Twitter lassen sich zur Rekrutierung verwenden. Solche Kanäle eignen sich gut zur Adressierung von jungen Menschen oder im gewerblichen Umfeld, sagt Rahm. Azeri nennt als Anwendungsbeispiel für Facebook die sogenannten Job Ads. Sie bieten die Möglichkeit, eine definierte Zielgruppe ausserhalb der eigenen Bubble zu erreichen. «Social Recruiting ist kein Selbstläufer» Die Adressierung einer sehr engen Zielgruppe sei jedoch wenig sinnvoll, erklärt Azeri weiter. Die Onlineplattformen eignen sich eher für Anzeigen, die sich auf mehrere offene Stellen oder allgemeinere Positionen beziehen. Bezahlte Inserate sind also kein Wundermittel zur Besetzung von Stellen jeglicher Art. Und gerade Personen, die mehrheitlich im Freien arbeiten und seltener Computer brauchen, lassen sich mit Employer Branding und Active Sourcing nur sehr schlecht erreichen, sagt Winkler von Lionstep. Weiter verfügt nicht jede Firma über die Mittel, um Social Recruiting mit Stellenprozenten und Geldbeträgen zu decken. «In kleineren Unternehmen sind die Ressourcen der Personalabteilungen meist begrenzt», sagt Rahm von Hays. Social Recruiting sei kein Selbstläufer und bedürfe eigener Mitarbeiter und einer passenden technischen Infrastruktur. Bei begrenzten Möglichkeiten innerhalb der eigenen Firma besteht die Möglichkeit, Employer Branding und Active Sourcing mit externen Dienstleistern zu betreiben. Trotz der gestiegenen Relevanz von sozialen Medien krempelt Social Recruiting klassische Rekrutierungsprozesse nicht komplett um. «Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es ein persönliches Kennenlernen nicht ersetzt», sagt Azeri von Robert Half. Der direkte Kontakt bleibe auch weiterhin sehr wichtig. Grafik: Macrovector / shutterstock.com « Social Recruiting ersetzt das persönliche Kennenlernen nicht. » Zerrin Azeri, Associate Director, Robert Half www.netzwoche.ch © netzmedien ag 11 / 2019

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