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Netzwoche 11/2020

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04 Editorial Fintech ist

04 Editorial Fintech ist nicht gleich Fintech Die Chancen für die Fintech-Branche sind tatsächlich da, doch sie sind ungleich verteilt. Joël Orizet, Redaktor, Netzwoche Die Stimmung in der Schweizer Fintech-Branche ist zwiespältig: Wer sich als neuer Finanzdienstleister, als Bankendigitalisierer oder als Datengoldgräber versteht, sieht sich gut gerüstet. 8 von 10 Fintech-Unternehmen wittern aufgrund der Coronakrise mehr Chancen als Risiken, wie aus einer Umfrage des Verbands Swiss Finance Startups unter seinen Mitgliedern hervorgeht. Weil auch die Banken unter Spardruck geraten, erhoffen sich viele Fintechs neue Aufträge und vor allem Partnerschaften. Optimistisch dürften vor allem die etablierten Fintech-Unternehmen sein – denn für Start-ups im Allgemeinen sieht der Ausblick den Umfrageergebnissen zufolge eher durchzogen aus. Regelrecht düster sieht die Lage im Blockchain-Sektor aus. Im April ging noch die Befürchtung um, das Crypto Valley drohe zum Death Valley zu werden. 80 Prozent der Schweizer Blockchain-Unternehmen rechneten damit, innerhalb von sechs Monaten bankrott zu gehen – dies ergab eine Umfrage des Branchenverbands Swiss Blockchain Federation. Das Problem: Investoren zogen Geld ab – und die staatliche Hilfe liess auf sich warten. Allerdings nicht mehr lange. Wenige Wochen später beschloss der Bundesrat, die Vergabepolitik von Hilfskrediten anzupassen – sodass auch Fintech-Unternehmen eine ergänzende Unterstützung des Bundes und der Kantone bekommen können. Die Entscheidung kam keinen Tag zu früh. Und doch löst sie das Problem nicht im Kern. Denn insbesondere jüngere Fintech-Unternehmen bräuchten in erster Linie keine Kredite, sondern Investitionen, sagt Jörg Gasser, CEO der SBVg, im Interview ab Seite 20. Der Hype um die Blockchain-Technologie hat sich allerdings schon vor Ausbruch der Pandemie abgekühlt, wie Thomas Ankenbrand von der Hochschule Luzern im Interview auf Seite 17 sagt. Eine allfällige Konsolidierung fände also unabhängig von Corona statt. Diese Einschätzung deckt sich mit dem Befund, den Ankenbrand mit den Ergebnissen der diesjährigen «IFZ Fintech Study» kurz vor dem Lockdown präsentierte: Fintechs haben Mühe damit, Kunden zu finden. Einige Unternehmen innerhalb der Branche konnten noch nicht beweisen, dass sie reale Probleme lösen können. Das liegt auch an den jeweiligen Technologien, die mitunter den Beweis schuldig bleiben, einen wirtschaftlichen Mehrwert zu schaffen. Das kann sich nun ändern. Die Chancen für die Fintech-Branche sind tatsächlich da, doch sie sind ungleich verteilt. Nicht nur die knapp finanzierten Unternehmen sind in der Bredouille, sondern auch jene, die sich ausschliesslich vom Prinzip Hoffnung tragen lassen. Denn ohne handfeste Lösung für dringende Probleme wird es auch für Fintechs schwierig, den derzeitigen Digitalisierungsschub mitzunehmen. 11 / 2020 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Inhaltsverzeichnis 05 Live Jörg Gasser, SBVg Seite 20 Interview Thomas Ankenbrand, Hochschule Luzern Seite 09 Auftakt Editorial 04 Inhaltsverzeichnis05 Business Aktuell Swisscom nennt Pannengrund 06 Aktuell Facebook-VR für Unternehmen 06 News07 Umfrage IT-Entscheider stellen die Weichen neu 07 20 Jahre Netzwoche 2010: Die Champions von morgen 08 Nachgefragt Fabrice Boudou, WTO 09 Dossier kompakt Service-Management 10 – 11 Focus Digitalisierung der Finanzbranche 12 – 17 Technology News24 Aktuell Eine Walliser Antivirus-Box für IT-Geräte 24 Kolumne Vertrauen neu definiert: Zero Trust 24 Research ICT-Sicherheit bleibt die Nummer eins 25 Dossier IoT-Plattformen 26 – 29 Service Event Plus30 Impressum30 Wild Card Daniel Liebhart Bald wieder in Form? 31 People Rising Star Toni Fuchs, Everyware 18 Köpfe Die Sesselwechsel in der Schweizer IT-Branche 19 Beyond ICT Thomas Failer, Data Migration International 19 Live Jörg Gasser, SBVg 20 – 21 Web News22 Aktuell Die beliebtesten Programmiersprachen 2020 22 Fachbeitrag Jedem Prototyp seine Bestimmung 23 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 11 / 2020

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