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Netzwoche 12/2016

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22 People Live « Der Wille zur Digitali sierung muss von ganz oben, vom Verwaltungsrat her kommen. » Johann Gevers Viele Jungunternehmer beklagen sich, dass in der Schweiz die Bedingungen für Start-ups schlecht seien ... Das stimmt auch, obwohl es sich nach einem Widerspruch anhört. Die Rahmenbedingungen für das Business sind gut, aber nicht für Start-ups. Da habe ich auch böse Überraschungen erlebt. Ich habe das unterschätzt. In Bezug auf die Steuerbelastung nach Finanzierungsrunden? Das auch. Aber auch die Bürokratie ist enorm, mit der wir uns als Start-up herumschlagen müssen. Wenn ein Technologieriese wie Google in die Schweiz kommt, haben die ein Heer von Anwälten, die sich durch den Bürokratie - Dschungel durchschlagen können. Für ein Start-up, für das jeder Franken zählt, ist das eine enorme Belastung, und die Zeit, die man dadurch verliert ist auch kostbar. Aber es gibt zum Glück einige Leute, die das einsehen und versuchen, die Rahmenbedingungen für Start-ups in der Schweiz zu verbessern. Es gibt hier etwa eine Anwaltskanzlei in Zug namens Wenger und Vieli, die oft mit Start-ups arbeiten, oder Ständerat Ruedi Noser von der FDP und andere, die sehen, dass die Schweiz Start-up-freundlicher werden muss, wenn sie mittel- und langfristig als Technologiestandort überleben will. Auch wir von Monetas beteiligen uns an der Initiative, um bessere Bedingungen für Start-ups zu schaffen. Banken Gefahr ge-ubert zu werden? Welche Zukunft sehen Sie für die traditionellen Finanzinstitute? Man kann die neuen Technologien nicht stoppen. Und ich glaube, Banken tun gut daran, sich damit zu befassen und die Chancen darin für sich zu nutzen. Die Finanzindustrie leidet etwa massiv unter den Kosten der Compliance. Eine Studie der Santander-Bank hat berechnet, dass Banken mit Cryptofinanz-Technologien Kosten in Höhe von rund 20 Milliarden Franken sparen könnten. Wichtig ist, dass die Banken jetzt schnell handeln und auf den Zug aufspringen. Denn wer nicht schnell genug ist, wird eines Tages zu den Dinosauriern gehören. ... und die sind ausgestorben. Genau. Wie sieht es mit den Schweizer Grossbanken aus. Sind sie schnell genug? Das ist eine gute Frage. Wir sprechen mit ihnen und sie sind auch begeistert über die neuen Möglichkeiten der Crypto-Finanztechnogien. Aber die Banken klagen selbst darüber, wie schwierig es sei, entsprechende Projekte firmenintern zu lancieren und umzusetzen. Der Wille zur Digitalisierung muss von ganz oben, vom Verwaltungsrat her kommen. Würden Sie wieder ein Start-up in der Schweiz gründen? Wahrscheinlich nicht. Wenn ich gewusst hätte, wie schwierig es werden würde, hätte ich es wahrscheinlich in Singapur gemacht. Aber wir haben uns für die Schweiz entschieden und sind jetzt hier. Wir haben uns bis jetzt durchgekämpft und wir werden auch bleiben. Wenn es uns jetzt noch gelingt, die Bedingungen zu verbessern, dann klappt das schon. Und ich bin auch ein Riesenfan der Schweiz. Die Crypto-Finanzindustrie, in der Sie sich mit Monetas bewegen, hat das Potenzial, die Finanzwelt zu revolutionieren. Laufen nun Wo sehen Sie Ihr Unternehmen in fünf Jahren? Mein erstes Ziel ist, dass wir im zweiten Quartal 2017 im Markt sind, dass Monetas genutzt wird und dass die Menschen, die unsere Plattform verwenden, einen wirklichen Nutzen davon haben. Wir werden auch immer die Privatsphäre und die Souveränität unserer Nutzer wahren. Ich hoffe, dass die Leute einen Wow-Effekt mit uns erleben. Ich bin mir sicher, dass Monetas dann schnell wächst und dass wir der führende Anbieter digitaler Vertragsplattformen sein werden. Wir wollen die Infrastruktur für eine freie und prosperierende Gesellschaft bauen. Das ist unser Ziel. Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode 8926 12 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Web Aktuell 23 Crowdfunding-Plattform für Hilfswerke Marina Ziegerer, Geschäfts führerin der Genossenschaft Zewo, überzeugten die bestehenden Platt formen bisher nicht. cgr. Swisscom, die Dachorganisation der Fundraiser Swissfundraising und die Zertifizierungsstelle Stiftung Zewo haben eine Croudfunding-Plattform ins Leben gerufen. An einem Event im Zürcher Bernhard Theater präsentierten die Organisationen die Plattform namens letshelp.ch. Hohe Anforderungen und Kontrollen Laut Marina Ziegerer, Geschäftsführerin der Genossenschaft Zewo, erfüllen existierende Crowdfunding-Plattformen die Anforderungen der Zertifizierungsstelle nicht. In ihrem Vortrag bemängelte sie vor allem fehlende Kontrollen bei der Auswahl der Projekte auf den Plattformen. Auch seien die Betreiber oft nicht ersichtlich, deren Ziele unbekannt und die Gebühren zu hoch. Letshelp.ch soll in diesen Punkten Abhilfe schaffen. «Sie können darauf setzen, dass nur seriöse Projekte mit Zewo-Zertifizierung auf der Plattform sind», betonte sie. Auch setze die Plattform konsequent auf Transparenz, die Gelder würden direkt überwiesen, und Spender könnten auch anonym bleiben. Die erhobenen Gebühren sollen allein die Kosten für den Betrieb decken. Zudem erschliesse sich für die Hilfswerke ein neuer Kanal zum Fundraising. Denn bisher würden 99 Prozent der Spenden über klassische Kanäle wie Post- und Banküberweisungen gesammelt. Geringerer Aufwand für Hilfswerke Für Hilfsorganisationen verringere sich durch letshelp.ch der Aufwand für Investitionen in neue Technologien. Da Swisscom die Plattform entwickelt habe und auch weiter betreibe, sei die nötige Sicherheit gegeben. Die Qualitätskontrolle der eingereichten Projekte übernehme Zewo. Spender sollen sich daher darauf verlassen können, dass die gelisteten Projekte seriös seien, sagte Ziegerer. Die Plattform steht momentan für alle rund 500 nach Zewo zertifizierten Organisationen offen. Diese können sich mit ihren Projekten schon jetzt registrieren. In einem weiteren Schritt will sich letshelp.ch auch für andere in der Schweiz aktiven Hilfsorganisationen öffnen. Diese müssen jedoch die Auflagen von Zewo erfüllen. Diese bestehen aus 21 Punkten. Zewo wolle streng prüfen, ob all diese Anforderungen eingehalten werden, sagte Ziegerer. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode 8840 WWW.NETZWOCHE.CH Den Atlas der Schweiz online erleben gcr. Das Institut für Kartografie und Geoinformation (IKG) der ETH Zürich hat eine Onlineversion des Atlas der Schweiz erstellt. Das Projekt setzte das IKG in Zusammenarbeit mit den Bundesämtern für Landestopografie, für Statistik und für Umwelt sowie mit 70 weiteren Institutionen um, wie es in einer Mitteilung der ETH heisst. Nach den letzten Ausgaben des Atlas auf CD und DVD in den Jahren 2004 und 2010 sei dies nun die erste kostenlose Onlineversion des Kartenwerks. ▸ Webcode 8710 Ringier vereint Deindeal und My-Store tjo. Deindeal hat sich mit My-Store zusammengeschlossen. Ringier hatte letztes Jahr die Mehrheitsbeteiligung an My-Store übernommen und angekündigt, die E-Commerce- Plattform mit seiner Tochtergesellschaft Deindeal zusammenzuführen. Der bisherige Deindeal-CEO Benoit Henry übernehme die Leitung des fusionierten Unternehmens. Der Deindeal-Standort in Zürich wie auch My-Stores Standort in Genf blieben bestehen. ▸ Webcode 8750 i BEST OF SWISS APPS Apps erfolgreich einreichen gsa. Die Erfolgschancen einer Teilnahme am Best of Swiss Apps Award steigen bei einer guten Vorbereitung. Im Folgenden ein Leitfaden, wie Apps eingereicht werden sollten: 1. Informationen zuhanden der Jury Eine sehr kurze und dafür präzise Beschreibung der wichtigsten Eigenschaften und Besonderheiten der App hilft der Jury, die Vorzüge schneller und besser zu erkennen. Diese Informationen können mittels Infowebsite, PDF oder Video mitgeliefert werden. 2. Die richtige Wahl der Kategorien Die Kategorien orientieren sich an Skills. Die richtige Auswahl der zum App-Projekt passenden Kategorie hilft, die Erfolgschancen zu optimieren. Infos zu den Kategorien gibt es auf der Website www.bestofswissapps.ch. 3. Nominierung zur Wahl des «Master of Swiss Apps» Die punktemässig im Jurierungsprozess erfolgreichsten Apps werden zur «Master of Swiss Apps»-Wahl nominiert. Punkte geben in den Kategorien eine Shortlist-Platzierung sowie natürlich Bronze-, Silber- und Gold-Gewinne. 4. Öffentlich wirksame Infos über die Apps Die «öffentlichen Angaben» werden im Erfolgsfall auf der Website, bei den Medienpartnern und am Anlass publiziert. Deshalb sollten sie dementsprechend ausgewählt und formuliert werden. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 12 / 2016

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