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Netzwoche 12/2016

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24 Web Fachbeitrag

24 Web Fachbeitrag Rezepte gegen das Altern im Web Websites sind nach fünf, sechs Jahren reif für das Redesign – das scheint ein Naturgesetz zu sein. Aber ist das wirklich so? Mit ein paar intelligenten Massnahmen lassen sich sie sich deutlich länger am Leben halten. Das spart Zeit und Kosten und schont erst noch die Nerven der Nutzer. DER AUTOR Christopher Müller Inhaber und CEO, Die Ergonomen, Usability Warum eigentlich werden Websites im Schnitt nach fünf bis sechs Jahren einem teuren Redesign unterzogen? Klar, dafür gibt es technische Gründe: ein verwaistes CMS etwa, neue Browser oder nette Gadgets – Stichwort mobile Nutzung. Interessanter aber sind die Einflüsse, denen die Site während des Betriebs ausgesetzt ist. Ein wichtiger ist schlicht, dass sie wächst. Neues wird raufgeladen, Altes nicht entfernt. Kommt hinzu, dass dieses Wachstum kaum geordnet abläuft. Oft stürmen just nach Abschluss der Konzeptphase die Anspruchsträger aus allen Winkeln der Firma herbei mit vielen genialen Ideen, die sie auch noch zu verwirklichen gedenken. Der arme Webmaster kann dann nicht viel anders, als eine Verteidigungslinie nach der anderen aufzugeben. Was bleibt ihm anderes übrig, wenn die Wünsche aus der Teppichetage kommen? Das rüttelt natürlich an den Fundamenten der guten Usability, also an Struktur, Nutzererlebnis, Konsistenz und so weiter. Die Site verkommt zu einem ungestalten Koloss, der bald nicht mehr zu bändigen ist. Voilà, das nächste Redesign ist fällig, und der Reigen beginnt von vorn. Liesse sich die Lebenserwartung schon nur um ein bis zwei Jahre verlängern, würden massiv Kosten gespart und die Nerven der Nutzer geschont. Die wollen – vorausgesetzt, die Usability stimmt – ohnehin, dass alles möglichst lange so bleibt, wie es ist. Das gilt besonders im E-Commerce. Man sollte sich jedenfalls keine Illusionen machen, was die Wirkung von «neuem, frischem Design» auf die Konversionsrate anbelangt. Wer es nicht glaubt, schaue sich die boomenden Webshops an – gerade die Speerspitze des Webdesigns sind die ja nicht. Die Lebenserwartung verlängern, aber wie? Vorausdenken lohnt sich. Es sollte bereits in der Kreationsphase vertieft darüber nachgedacht werden, wie die Site aufgebaut werden muss, damit sie flexibel genug für ein langes Leben ist. Es gilt etwa, das Layout und die Navigation so anzulegen, dass sie später an geänderte Bedürfnisse angepasst werden können. Es braucht ein Pflichtenheft für den Webmaster, das ihm eine wirksame Handhabe (sprich: Kompetenzen) gegen organisches Wachstum gibt. Weniger ist mehr. Es gehört nur ins Netz, was sich auch dafür eignet, womit sich online wirklich Geschäfte machen lassen oder was die Firma wirkungsvoll positioniert. Das zu entscheiden ist Aufgabe einer unabhängigen Instanz, die frei von internen Zwängen und Abhängigkeiten prüft. Wichtig ist, dass der Content im rechten Licht, im korrekten Kontext und nutzerfreundlich präsentiert wird. Bild: iStock Geduld hilft. Häufig ist es gar nicht nötig, dass jede neue Information raschestmöglich im Web landet. Wichtiger ist, dass die Dinge im rechten Licht, im korrekten Kontext und in nutzerfreundlicher Art präsentiert werden. Zeitdruck führt oft dazu, dass die Nutzer mit Unausgegorenem konfrontiert werden. Das lässt die Absprungraten steigen und den Druck von «oben» für schnelle Hacks wachsen, die der Site meist nicht gut bekommen. Das Internet ist kein Sonderfall. Websites sollen Teil eines Multikanal-Konzepts sein. Damit dies im Alltag gelebt wird, braucht es jemanden, der alle Kontaktpunkte zur Kundschaft im Auge behält. Der achtet darauf, dass die Botschaften und Interaktionen über die am besten geeigneten Kanäle laufen. Das verhindert, dass Geld ins Web fliesst, das besser in Drucksachen, Kundendienst oder Mailings investiert worden wäre. So bleibt die Site frei von Inhalten, die sich nicht web- und empfängergerecht nutzen lassen. Und die Usability? Neu Hinzugekommenes soll von Fachleuten daraufhin geprüft werden, ob es Brüche im Bedienkonzept verursacht, ob es verständlich und nachvollziehbar ist. Solche Checks zeigen, wo die Site steht und wo durchdachte Regenerationsmassnahmen dazu führen, dass Qualität und Wirkung länger erhalten bleiben. 12 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Web Projects 25 Ihr Webprojekt in der Netzwoche Haben Sie eine Website umgesetzt, ein Redesign vorgenommen oder neue Technologien implementiert? Informieren Sie die Redaktion per E-Mail an desk@netzmedien.ch – mit etwas Glück stellen wir Ihr Webprojekt vor. Wir brauchen folgende Angaben: URL, Datum der Aufschaltung, Kontaktperson, beteiligte Unternehmen (Auftraggeber, Auftragnehmer) und die genutzten Technologien. Wir freuen uns auf Ihre Eingaben! Autor: Gianna Crivelli NEUE WEBSITES www.guider.ch gcr. Mit Guider hat der «Beobachter» eine neue digitale Beratungsplattform lanciert. Diese bietet Informationen aus «geprüften und verlässlichen» Quellen, die kontinuierlich aktualisiert werden. User können etwa Merkblätter, Musterbriefe, Checklisten und Vertragsvorlagen einsehen, die ihnen behilflich sein sollen. Zudem können sie ein Dossier ihres aktuellen Falls erstellen. Die Plattform deckt Themenbereiche wie Familie, Arbeit, Bildung, Wohnen, Staat, Finanzen und Konsum ab. Bei komplizierteren Sachlagen helfen Fachexperten des «Beobachter» weiter. Termine können Nutzer direkt über die Plattform vereinbaren. Mit Guider hat der «Beobachter» sein bestehendes Beratungszentrum weiterentwickelt. Interessierte können die Plattform während sieben Tagen kostenlos testen. www.swiss.ch gcr. Die Fluggesellschaft Swiss hat die Kernfunktionen ihrer Website überarbeitet. Mithilfe einer Screenreader-Software sollen Blinde oder Menschen mit körperlichen Einschränkungen auf Swiss.com Flüge buchen und umbuchen sowie für Flüge einchecken können. Durch die Software sei es einfacher, mit der Tastatur durch die Website zu navigieren. Der Teil der Website, den Swiss barrierefrei gestaltete, entspricht laut Swiss dem AA-Standard der Web Content Accessibility Guidelines 2.0. Diese Richtlinien sind Empfehlungen des World Wide Web Consortiums (W3C) für eine barrierefreie Gestaltung von Websites. Swiss realisierte das Projekt gemeinsam mit der Stiftung «Zugang für alle». Bis Ende 2016 will Swiss die gesamte Website anpassen. www.wwimmo.ch gcr. Der Anbieter von Softwarelösungen für die Immobilienbewirtschaftung W&W Immo Informatik hat seine Website neu gelauncht. W&W arbeitete bei der Umsetzung mit Weidmannpartner für die Redaktion, Neidhart Grafik für die visuelle Gestaltung und Internezzo für die Webprogrammierung zusammen. Die User können nach dem Relaunch mit einem Haupt- und Metamenü einfacher durch die Website navigieren. Passenderweise ist jede Seite nun mit einer leer stehenden Immobilie als Hintergrundbild versehen. Im News- und Event-Bereich baute W&W zusätzliche Module ein, damit sich User einfach für Kurse und Veranstaltungen anmelden können. Zudem können Nutzer Angebote jetzt online bestellen. Die ganze Seite ist responsive und kann auf allen Endgeräten genutzt werden. Auftraggeber: Ringier Axel Springer Schweiz AG, Beobachter Auftragnehmer / Partner: Canoo, Basel / Wabion, Olten Technologien: AngularJS, Node.js, SASS, Bootstrap, PostgreSQL, GSA mit CouchDB Online seit: Mai 2016 Auftraggeber: Swiss International Air Lines, Kloten Auftragnehmer: Swiss International Air Lines, Kloten, Stiftung «Zugang für alle» Technologien: CMS, JavaScript, HTML Online seit: April 2016 Auftraggeber: W&W Immo Informatik, Affoltern Auftragnehmer: Weidmannpartner, Zürich, Neidhart Grafik, Bern, Internezzo, Rotkeuz Technologien: TYPO 3, JavaScript, PHP, MySQL, HTML5, CSS3, MediaQueries Online seit: April 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 12 / 2016

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