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Netzwoche 12/2016

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30 Technology

30 Technology Titelgeschichte skalieren. Im Petabytebereich greifen Unternehmen dann eher zu Object Storage. Hier gibt es keine verzweigte Dateihierarchie, alle Teile eines Speichers, sogenannte Knoten, bilden gemeinsam einen Speicherpool oder Cluster. Die Technik verspricht einfache und kostengünstige Skalierbarkeit. Praktisch alle Start-ups, welche die Redaktion besuchte, hatten Object Storage in ihre Produkte integriert oder die nötige Schnittstelle zu einem passenden Cloud- Angebot implementiert. Für Michael Tso, CEO von Cloudian, wie für viele andere im Silicon Valley ist Object Storage die Speichertechnik der nächsten Jahre. Insbesondere Amazons Object-Speicher-Technik S3 ist sehr beliebt und entwickelt sich zum De-facto-Standard, wie auch Tso bestätigte: «S3 wird für Amazon so wichtig wie einst das Network File System für Sun Micrososystems.» Moderne Arbeitsmethoden wie Dev-Ops verlangten nach modernen Speicheransätzen wie S3. Daher sei auch das Network-File- System veraltet, meint Tso, auch wenn Cloudians Speicher NFS unterstützen. Ähnlich spricht auch Avinash Lakshman, Gründer und CEO von Hedvig. Die künftigen Anforderungen an das Business benötigten eine neue IT. Die IT-Abteilung müsse rasch auf neue Anforderungen reagieren und Innovation ermöglichen, sagt Lakshman. Deshalb entwickelt das Team von Hedvig ebenfalls Software für Software-Defined Storage. Das Rezept von Hedvig lautet daher: Standard- Server + Hedvigs Storage-Software = Hedvig Distributed Storage Platform. Damit hat das Unternehmen auch in Europa Erfolg. So setzt etwa das schwedische Bergbauunternehmen LKAB auf Hedvigs Lösung. Open IO und das Grid of Apps Eine Stufe weiter als andere Object-Storage-Anbieter scheint Open IO zu sein. Das französische Start-up vereint mit seiner Software verschiedene Storage-Knoten zu einem Cluster. Für die Datenverwaltung setzt Open IO auf ein indirektes Tabellensystem: Dieses zeichnet auf, wo Daten in einem Container abgelegt wurden und wo dieser Container ist. Auch auf welchem Knoten ein Container am besten abgelegt werden sollte, sodass Daten rasch am besten abgerufen, bearbeitet und gespeichert werden können. Dieses Netzwerk an Knoten verwendet kein konstantes Hashing und Rebalancing, um zu «wissen», an welchem Ort sich welche Datei befindet und wie der Cluster ausgelastet ist. Stattdessen setzt Open IO auf Realtime Load Balancing für eine auf Performance getrimmte Datenablage. Ein weiteres Alleintstellungsmerkmal sei das Grid of Apps, wie CEO Laurent Denel erklärte. Beim Grid of Apps können Applikationen direkt im Speicher ausgeführt werden. «Docker ist das neue VMware.» Loris Degioanni (l.), Gründer und CEO von Sysdig, sowie Apurva Davé, Vice President Marketing bei Sysdig, wollen Admins die Arbeit mit Containern erleichtern. Neues für Container Container sind im Silicon Valley der letzte Schrei. Die jüngste Ausgabe der Konferenz Dockercon in Seattle diesen Juni zog 4000 Fachleute in ihren Bann. Start-ups wie Portworx und Sysdig nutzten die Konferenz, um neue Lösungen vorzustellen. Beide Unternehmen wollen die Arbeit mit Containern vereinfachen. Das 2014 gegründete Portworx präsentierte an der Konferenz eine Software, mit deren Hilfe die IT-Abteilung Commodity-x86-Hardware in Speicherumgebungen für Docker-Container wandeln können. Portworx legte bei der Entwicklung Wert darauf, dass die Software einfach zu bedienen sei, denn bisher seien Container nur mit Aufwand einzurichten und zu verwalten gewesen, erklärt Co-Gründer und Technikchef Gou Rao an der IT-Presstour. Die Software soll im Juli auf den Markt kommen. Sysdig-Gründer und CEO Loris Degioanni hatte schon Wireshark ins Leben gerufen. Mit Wireshark können IT-Verantwortliche den Traffic im Netzwerk beobachten. Das Prinzip des Network-Monitoring hat Degioanni auf Container in einer Speicherumgebung übertragen. Über den Datenverkehr im Storage Cluster schliesst die Software-Sysdig-Cloud, wo welche Daten liegen und bildet die zugehörigen Container in einer grafischen Benutzeroberfläche ab. Auf diese Weise sollen Admins rasch Probleme in ihren Speichern entdecken und fehlerhafte Container auf einen Blick erkennen können. Für Degioanni ist heute schon klar: «Docker ist das neue VMware.» Über die Hälfte des Entwicklerteams von Sysdig arbeitet in Europa und Serbien, sagt Degioanni. Er kam während seiner Studienzeit ins Silicon Valley. Für Sysdig ist der Standort San Francisco aber auch ein klarer Standortvorteil. Trends wie Docker boomen. Das passende Ökosystem und die Kunden sind also vorhanden. Für den Standort spricht aber auch ein anderes Argument. Wer gross werden will, muss ins Valley, wie mehrere Gründer sagen. Ori von E8 Storage stammt ursprünglich aus Israel. Das Land investiert stark in Technologie-Start-ups. Dennoch plant Ori, mit seiner Familie ins Silicon Valley ziehen. Nur dort könne sein Unternehmen rasch wachsen. Ähnlich sieht es das Team von Open IO. Das französische Unternehmen wird von Business France unterstützt, ähnlich der Förderagentur für Innovation des Bundes, KTI. Open IO nutzte die Möglichkeit, um im Silicon Valley Fuss zu fassen. Denn, wie Open IOs Co-Gründer Guillaume Dellaporte sagt: «Das Silicon Valley ist das Herz der IT-Welt.» i IT-PRESSTOUR Eine Gruppe europäischer Journalisten ist Ende Juni ins Silicon Valley gereist, um sich die jüngsten Entwicklungen in der IT-Infrastruktur anzusehen. 10 Start-ups präsentierten ihre Entwicklungen und zeigten auf, wohin der Trend bei der Infrastruktur im Rechenzentrum geht. An der Reise, organisiert von IT Presstour, nahmen ein Dutzend IT-Journalisten aus mehreren europäischen Ländern teil. Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode 8891 12 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

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