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Netzwoche 12/2016

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38 Management & Career

38 Management & Career Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH Cisco bildet IT-Security- Spezialisten aus gsa. Cisco hat ein Förderprogramm für IT-Security-Fachkräfte aufgelegt. Der Netzwerkspezialist will nach eigenen Angaben 10 Millionen US-Dollar in Schulungs programme, Trainings und Zertifizierungen investieren. Cisco begründet seine Massnahmen mit Untersuchungen, wonach in drei Jahren weltweit rund zwei Millionen Fachkräfte im Bereich Sicherheit fehlen sollen. Das Unternehmen will das Programm mit ausgewählten Cisco Authorized Learning Partner durchführen. ▸ Webcode 8620 Microsoft kauft Linkedin für 26 Milliarden US-Dollar mur. Microsoft kauft Linkedin für 26,2 Milliarden US-Dollar. Linkedin werde seine «Marke, Kultur und Unabhängigkeit» behalten, schreibt Microsoft in einer Medienmitteilung. Jeff Weiner bleibt Linkedin- CEO und berichtet direkt an Microsoft-CEO Satya Nadella. Microsoft erwähnt in seiner Mitteilung die neue Mobile- App von Linkedin und die Übernahme von Lynda.com. Laut Microsoft soll die Übernahme Ende des Jahres abgeschlossen sein. ▸ Webcode 8595 Luzern gibt Gas für mehr IT-Fachkräfte cgr. Der Regierungsrat des Kantons Luzern will eine neue Informatikmittelschule errichten. Laut Vorschlag des Regierungsrats soll die Schule bis zum 1. August 2017 eingerichtet werden, wie die Luzerner Zeitung berichtet. Die vierjährige Informatikmittelschule soll dem Fach- und Wirtschaftsmittelschulzentrum Luzern angegliedert werden. Dort werden die Schüler im kaufmännischen und allgemeinbildenden Bereich ausgebildet. Die ICT-Ausbildung erfolge im Berufsbildungszentrum in Sursee. ▸ Webcode 8861 Was junge IT-Fachkräfte wünschen gsa. Die Nachfrage nach MINT-Fachkräften (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) in der Schweiz hat sich in den vergangenen sechs Jahrzehnten gemäss Bundesamt für Statistik verzehnfacht. Dabei übersteigt die Nachfrage das Angebot. Es herrscht ein Mangel an MINT- Fachpersonen, wie die HSLU und die Berner Fachhochschule mitteilen. Die beiden Schulen untersuchten die Erwartungen von Schweizer MINT-Fachkräften der sogenannten Generationen Y (Jahrgänge 1982 bis 1999) und X (Jahrgänge 1965 bis 1981). 36 Prozent der befragten Personen wollen laut der Studie «Employing the New Generation» ihre Arbeitgeber innerhalb der nächsten zwölf Monate verlassen. Damit fällt die Kündigungsbereitschaft der MINT-Fachkräfte beträchtlich höher aus als die von Erwerbstätigen in anderen Berufszweigen. Ein Grund sei die unterschiedliche Auffassung bezüglich der Mitbestimmung zwischen den Generationen X und Y und den älteren Kollegen. Fünf Faktoren wichtig Die Generationen X und Y orientieren sich bei der Stellensuche im Wesentlichen an fünf Faktoren. Der mit Abstand wichtigste ist der Jobinhalt (genannt von über 80 Prozent der Befragten). Bevorzugt werden abwechslungsreiche, technisch komplexe und innovative Fach- und Projektaufgaben. Wichtig seien zudem Informationen zu den Entwicklungsmöglichkeiten, zum Team und zu flexiblen Arbeitszeitmodellen. Erst an fünfter Stelle wird der Lohn genannt. Die Faktoren Arbeitsplatzsicherheit, Branche und Kultur werden deutlich seltener genannt, nur von rund einem Drittel der Befragten. Nur für eine verschwindend geringe Minderheit ist der Ruf des Unternehmens (Employer of Choice beziehungsweise Marktführer) relevant. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode 8647 Schweizer wollen digitale Angebote für Weiterbildungen cgr. Die Fernfachhochschule Schweiz hat in Zusammenarbeit mit den Marktforschern von GfK eine Studie zum digitalen Lernen in der Schweiz vorgelegt. Laut den Studienautoren verlangen Schweizer immer stärker nach digitalen Kanälen für das Lernen. In einer Online-Erhebung befragten die Marktforscher rund 500 Personen im Alter zwischen 18 und 44 Jahren in der Schweiz. Die bevorzugten Studienmodelle der Befragten sind «berufsbegleitende Präsenzhoch-Angebote» mit zwei Stunden Unterricht pro Woche und «E-Hochschulen», wo ausser einem Selbststudium online auch zwei Tage RAHMENBEDINGUNGEN Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit Sie sich für ein berufsbegleitendes Studium entscheiden? Arbeitgeber unterstützt Studium (zeitlich/finanziell) Lernzeiten können flexibel eingeteilt werden Einkommen/Arbeitspensum bleiben praktisch unverändert Ausserhalb des Unterrichts kein grosser Zeitaufwand Unterrichtstage auf ein Minimum beschränkt 28% 33% 41% 50% 66% Quelle: FFHS/GfK 2016 Präsenz unterricht eingeschlossen sind. Beide Modelle erreichten eine Zustimmung von etwas mehr als 40 Prozent. Nur 6 Prozent der Befragten favorisierten das klassische Modell einer «Vollzeit-Präsenzhochschule». Vereinbarkeit als wichtigster Punkt 80 Prozent der Befragten zeigten Interesse an einer Weiterbildung. Diese müsse jedoch mit Beruf und Familie vereinbar sein. Daher würden zunehmend digitale Angebote eingefordert. Mit E-Learning und ähnlichen Angeboten liessen sich Lernzeiten und -orte individuell gestalten, heisst es weiter. Bei der Entscheidung für eine Weiterbildung wünschen sich zwei Drittel der Befragten auch eine Unterstützung durch den Arbeitgeber. Diese könne sowohl finanzieller Natur sein wie auch über die Arbeitszeit erfolgen. Eine flexible Einteilung der Lernzeiten wünschte sich jede zweite befragte Person. Bei der Frage, ob die Personen für die Weiterbildung bereit wären, das Arbeitspensum zu reduzieren, stimmten deutlich mehr Frauen als Männer zu. Im Schnitt waren nur 55 Prozent dazu bereit, um 20 oder weniger Prozent zu reduzieren. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode 8597 12 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Management & Career Nachgefragt 39 «Online wollen wir noch präsenter sein» Fachkräfte im ICT-Bereich fehlen auch in der Region St. Gallen-Bodensee. Um dem entgegenzuwirken, haben sich St. Galler IT-Unternehmen zusammengeschlossen und die Initiative «IT St. Gallen rockt!» gegründet. Hermann Arnold, Präsident des Trägervereins IT St. Gallen, spricht über die Wirkung der Initiative und künftige Projekte. Interview: Gianna Crivelli « Wir konnten die Mitgliederzahl seit der Gründung der Ini tiative mehr als verdoppeln. » Hermann Arnold, Präsident Verein IT St. Gallen Der Erfolg ist ausserdem durch die vielen Aufrufe unserer Website und unserer Jobplattform spürbar. Seit der Einführung der Jobplattform im November 2015 etwa konnten wir bis Mai 2016 über 12 000 Klicks verzeichnen. Auch Mitgliedsunternehmen konnten die Klicks auf ihre Stellenprofile verbessern. Der IT-Anbieter GUS Schweiz kann sich einerseits über mehr Klicks und auch direkt über mehr Bewerbungen erfreuen, um nur ein Beispiel zu nennen. Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode 8871 Wenn Sie auf die bisherigen zweieinhalb Jahre «IT St. Gallen rockt!» zurückblicken, wie schätzen Sie den Erfolg der Initiative ein? Hermann Arnold: Unternehmen und Bildungsinstitutionen zeigen ein sehr grosses Interesse an der Initiative «IT St. Gallen rockt!». Alle Beteiligten engagieren sich, den Arbeitsstandort und die Wirtschaftsregion St. Gallen zu stärken. Die Jobplattform itrockt.ch/jobs wird immer mehr zur Anlaufstelle für ICT-Mitarbeitende, die nach Jobs in der Region suchen. Die Plattform zeigt, dass viele interessante und chancenreiche Jobs in und um St. Gallen geschaffen werden. Wir konnten die Wahrnehmung für den ICT-Standort St. Gallen-Bodensee bei Fachkräften steigern. Zudem wurden wir auch ausserhalb der Region St. Gallen- Bodensee auf unsere Initiative angesprochen, etwa an den Informatiktagen Zürich. Gibt es konkrete Zahlen zum Erfolg der Kampagne? Wir konnten die Mitgliederzahl seit der Gründung der Initiative mehr als verdoppeln. Angefangen hatten wir 2013 mit 26 Mitgliedern. Seit Anfang 2015 konnten wir bereits 13 neue Mitglieder dazugewinnen. Der Verein zählt 64 Mitglieder, davon sind 45 Mitgliedsunternehmen, 11 Bildungspartner und 7 Netzwerkpartner (Stand Mai 2016). Konnten Sie von Synergien oder etwa einer Zusammenarbeit mit anderen Regionen profitieren? In einzelnen Themen und Bereichen gab es eine Zusammenarbeit mit Partnern in der Ostschweiz wie etwa mit der Industrie- und Handelskammer St. Gallen-Appenzell zum Thema «ICT Offensive». Wir wissen, dass ein aktiver Austausch sehr wichtig ist, um für unsere Mitglieder merkliche Nutzen und Mehrwerte zu stiften und spürbar mitzuwirken. Andere Regionen nehmen uns wahr und schauen genau, was wir machen. Selbstverständlich ist dies auch umgekehrt der Fall. Wir informieren uns laufend über Aktuelles. Einige unserer Mitgliedsunternehmen haben einen Standort in Zürich und waren deshalb Teil der Informatiktage Zürich 2016. Unser Fokus ist aber die Stärkung der Region St. Gallen- Bodensee. Was werden die nächsten Projekte und Ziele sein, gibt es schon eine Agenda? Wir werden dieses Jahr mit gezielten Kommunikationsund Werbemassnahmen sowie Veranstaltungen einen noch nachhaltigeren Nutzen erzeugen. Wir haben einen Lastwagen, der mit unserem Logo durch die Schweiz fährt. Anzeigen sind auf Bildschirmen in Bussen überregional aufgeschaltet. Online werden wir noch präsenter sein mit Werbeanzeigen auf Facebook, Google, Linkedin und Xing. Social Media setzen wir aktiv ein. Stellenanzeigen von Mitgliedsunternehmen werden ausser auf den gängigen Social-Media-Kanälen zusätzlich über Xing direkt getweetet. Langfristig werden wir mit weiteren Kampagnen das Ziel der Wirtschaftsregion, den Standort als Kompetenzzentrum für die Digitalisierung der Wirtschaft zu positionieren, mitgestalten. So können wir unsere Mitglieder und Partner dabei unterstützen, am ICT- Standort St. Gallen-Bodensee unternehmerisch erfolgreich zu sein. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 12 / 2016

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