Aufrufe
vor 2 Monaten

Netzwoche 12/2020

  • Text
  • Entwicklung
  • Markt
  • Zeit
  • Themen
  • Digitale
  • Schweiz
  • Schweizer
  • Netzmedien
  • Unternehmen
  • Netzwoche

lautet: Wo liegen die

lautet: Wo liegen die Möglichkeiten für Europa und die Schweiz? Wir haben hier sehr gute Zulieferer und Nischenplayer, aber keine global grossen IT-Unternehmen – mit Ausnahme von Logitech. Welche Trümpfe hat die Schweizer IT-Branche in der Hand? Wir haben ausgezeichnete Hochschulen, sind innovativ und zuverlässig. Leider ist unser Heimmarkt klein und die Risikobereitschaft ist auf Unternehmer- wie auch auf Investorenseite beschränkt. Es ist sicher nicht unmöglich, in gewissen Bereichen aus der Schweiz heraus Dinge zu entwickeln. Aber es ist natürlich so: Start-up-Unternehmer mit einem tollen Produkt gehen relativ schnell ins Ausland und Richtung Silicon Valley, wenn sie einen grösseren Markt erreichen wollen. Aber man kann das auch anders sehen: Viele sind neidisch auf den Life-Science-Standort Basel und möchten den kopieren. « Man kann das Silicon Valley nicht kopieren. » Andreas Knöpfli, Präsident, Swico 20 People Live Salesforce nutzen, können Sie Ihre Firma zwar relativ flexibel abbilden, aber Sie haben nicht die volle Flexibilität, wie sie eine eigens entwickelte Lösung bietet. Eigenentwicklungen passen sicher besser, allerdings sie sind auch mit Risiken, einer langen Time-to-Market und Abhängigkeiten verbunden. Und vor allem: Die Kosten sind um Faktoren höher, wenn ich eine Lösung nur für mich baue. Das Silicon Valley galt schon vor 20 Jahren als Vorreiter und Erfolgsmodell der ganzen IT. Um was beneiden Sie das Silicon Valley? Ich war 1988/89 in Cupertino bei Tandem Computers tätig. Schon damals war das Silicon Valley extrem innovativ und von vielen anderen Ländern und Regionen in den USA beneidet. Wie oft habe ich schon in verschiedenen Ländern gehört: «Wir wollen wie das Silicon Valley von X werden» – geschafft hat es bisher niemand. Die räumliche Nähe von San Francisco bis Santa Clara, die vielen Investoren und Firmen wie auch Universitäten befruchten sich gegenseitig in optimaler Weise. Aber für Normalbürger ist das Leben in dieser Region unerschwinglich geworden – dafür beneide ich sie nicht. Sollten wir also aufhören, immer das Silicon Valley kopieren zu wollen? Ich sage: Forget it! Kopieren kann man das Silicon Valley nicht. Das Umfeld dort ist einzigartig – und es wird nach wie vor eine wichtige Rolle spielen. Es wird aber andere Hotspots für die IT-Branche geben. Beispielsweise in China, in Finnland oder an anderen Orten in den USA. Dort gibt es auch Cluster mit enorm starken Firmen. Die Frage Die Weltwirtschaft leidet aktuell unter den Folgen der Coronapandemie. Welche Auswirkungen wird das auf die Schweizer IT haben? Kurzfristig ist die ICT in einigen Bereichen ein Krisengewinner. Bandbreiten und VPNs wurden ausgebaut, PCs, Notebooks und Tablets wurden in grossen Stückzahlen beschafft, um die Anforderungen von Homeoffice und Homeschooling abzudecken. Einige Firmen haben dagegen nicht zeitkritische Projekte verschoben oder annulliert und beschränken sich im Survival Mode auf das absolut Notwendigste. Insbesondere Innovationsthemen wie künstliche Intelligenz und das Internet der Dinge sind von diesen Sparmassnahmen tangiert. Welche Chancen bietet die Krise? Es geht im Moment das Bonmot um, Covid-19 sei der beste CIO der Welt. Viele Entscheidungen wurden in den vergangenen Monaten sehr schnell vorweggenommen, und ich bin überzeugt, dass die Digitalisierung und flexiblere Arbeitsformen einen Riesenschub erhalten haben – auch in relativ konservativen Firmen. Viele Manager, mit denen ich Kontakt hatte, sind erstaunt, wie gut das Geschäft aus dem Homeoffice läuft. Letztlich haben diese Veränderungen durchaus auch eine positive Wirkung auf die Umwelt und die Verkehrsbelastung auf den Strassen und im öffentlichen Verkehr. Homeoffice wird auch in Zukunft viel stärker genutzt werden. Allerdings müssen wir aufpassen, dass es nicht vermehrt Spannungen zwischen den Büroarbeitern im Homeoffice und den Angestellten in der Produktion gibt, die nicht zuhause arbeiten können. Wenn Sie einen Wunsch an die Unternehmen der IT-Branche richten könnten. Wie würde dieser lauten? Investiert in die Ausbildung der Mitarbeiter, motiviert mehr Frauen zu Tätigkeiten in der IT und helft älteren Mitarbeitern, mit geeigneten Ausbildungen oder Aufgaben bis zur Pensionierung in der Firma zu bleiben! 12 / 2020 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

XXXXXXXXXXX XXXXXXXXXXXX 21 20 Jahre Netzwoche mla. Medien – auch die Netzmedien – leben davon, dass sie über das berichten können, was draussen in der Welt passiert. Passiert wenig, gibt es auch nicht viel zu schreiben. Auch deshalb lieben wir die ICT-Branche. Weil sie sich insbesondere in den vergangenen 20 Jahren so dynamisch entwickelt hat, dass es immer etwas zu berichten gab – und das dürfte auch noch viele Jahre so bleiben. 20 Jahre – im Kontext der Weltgeschichte ist das nur ein Wimpernschlag, in der ICT-Branche ist es eine Ewigkeit. Auch deshalb, weil der Fortschritt in der Technologie nicht linear, sondern exponenziell verläuft. Auf den folgenden Seiten lesen Sie, welches die Meilensteine in der Informations- und Kommunikationstechnologie der vergangenen 20 Jahre waren und welche Ereignisse die Geschichte der Netzwoche beinflusst haben (Seiten 22 bis 25). Zudem lernen Sie das (fast) vollständige Team der Netzmedien kennen (Seiten 26/27), Sie lesen einen detaillierten Rückblick auf das Jahr 2011 (Seite 28) und über die wichtigsten Schlagzeilen von 2000 bis 2010 (Seite 29), als wir nach Zürich umzogen. Unser langjähriger Autor Philipp Ziegler analysiert in seiner Marktbetrachtung die Geschichte der ICT (Seiten 30/31) und Sie lesen, was unsere Kunden über die Netzwoche sagen (Seiten 32 bis 34). Wir freuen uns mit Ihnen auf die nächsten 20 Jahre! www.netzwoche.ch © netzmedien ag 12 / 2020

Archiv