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Netzwoche 12/2020

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52 Focus 20 Jahre

52 Focus 20 Jahre Netzwoche Der Schweizer Markt für Rechenzentren spaltet sich Seit 2017 hat sich einiges getan im Schweizer Rechenzentrumsmarkt. Zwar sind nur wenige neue Rechenzentren gebaut worden, doch sind verschiedene in Planung. Einige Namen von Rechenzentrumsbetreibern sind verschwunden. Ausserdem haben Hyperscaler den Schweizer Markt betreten – und das hat Auswirkungen. Autor: Kevin Fischer Der Schweizer Markt für Rechenzentren (RZs) ist weiter gewachsen. Seit 2017 wurden verschiedene neue RZs in Planung genommen oder fertiggestellt. So hat etwa Green Datacenter mit drei Stück am meisten neue RZs in Planung, und Oracle hat sein erstes RZ in der Schweiz errichtet. Doch sind auch einige Namen aus der Liste verschwunden. war dem Unternehmen von Übersee 1,9 Milliarden Euro wert. Zusammen mit dem Unternehmen wechselten auch die entsprechenden RZs in der Schweiz den Besitzer. « Die Leistungsdichte wird sicherlich noch weiter zulegen. » Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch Deltalis und Datahub stellen Betrieb ein Ende 2019 wurde bekannt, dass sich Datahub Networks in Liquidation befindet. Die Gründe für den Konkurs blieben unklar. Gerüchteweise sei es Datahub nicht mehr möglich gewesen, den Zehnjahresvertrag zu finanzieren, den das Unternehmen mit den SBB abgeschlossen hatte. Anderen Spekulationen zufolge ist der Investor Tineo beim Kauf des Datacenters Biel in letzter Sekunde abgesprungen, weil Datahub einen zu hohen Preis für sein Netz verlangt habe. Weshalb Deltalis den Betrieb eingestellt hat, ist ebenfalls unbekannt. Ende 2018 hatte das Unternehmen bestätigt, dass es künftig keine Colocation mehr anbieten werde. Gründe nannte die Geschäftsleitung keine. Neue Namen für bestehende RZs Quickline verkaufte im Frühjahr 2018 seinen Firmenkundenbereich «Quickline Business», um sich auf das Privatkundengeschäft konzentrieren zu können. In der Folge verschaffte sich das nun selbstständige Unternehmen einen neuen Auftritt inklusive neuen Namen, um sich komplett vom früheren Besitzer zu lösen. Anfang September 2018 wurde aus Quickline Business deshalb Tineo. E-Shelter gehörte seit dem Jahr 2015 zur Technologiefirma NTT, genauer zu NTT Com, wie die Firma auf ihrer Website erklärt. Am 1. Juli 2019 gründete NTT den Geschäftsbereich NTT Ltd., um 28 Marken, darunter Rechenzentrumsbetreiber wie E-Shelter, zusammenzuführen. Deswegen tritt E-Shelter unterdessen auch als NTT auf. Symotech und Levantis haben sich Anfang 2017 zusammengeschlossen. Zwischenzeitlich tritt der Verbund unter dem Namen «Levantis» auf. Interoute wurde im Januar 2018 vom US-amerikanischen Cloud- und Netzwerkanbieter GTT Communications aufgekauft. Die erhöhte Reichweite seines Netzwerks Christoph Baumgärtner, CEO, Rechenzentrum Ostschweiz Die Zukunft bringt einen gespaltenen Markt «Die Leistungsdichte wird sicherlich noch weiter zulegen», nimmt Christoph Baumgärtner, CEO von Rechenzentrum Ostschweiz, an. Deshalb werden auch die Leistungsanforderungen künftig eine Herausforderung sein, wie Hans Jörg Rütsche, CEO von Grapin, sagt. Eniwa und IWB rechnen aber damit, dass in Zukunft mehr Wert auf nachhaltige Energie gelegt wird. Gemäss CKW Fiber Services, Green Data Center und IWB wird ausserdem Vernetzung mit hohen Bandbreiten zu verschiedenen Providern von Bedeutung sein. Mit der besseren Vernetzung gehen aber auch Risiken einher. Deshalb wird die Sicherheit eine höhere Rolle spielen: «Die Resilienz der Infrastruktur wird nochmals neu in den Fokus rücken. Je mehr Abhängigkeiten und Vernetzung wir schaffen, desto deutlicher müssen wir uns der Dicke des Sicherheitsnetzes und der Fallback-Szenarien bewusst werden», sagt Dieter Moser, Geschäftsleitungsvorsitzender von CKW Fiber Services. Marco Stadler, Chief Commercial Officer von Green Data Center, sieht aufgrund der Hyperscaler in der Schweiz Veränderungen auf den Schweizer RZ-Markt zukommen. Er geht er davon aus, dass sich der Markt aufsplitten wird: «Es gibt nur einzelne Anbieter, die sowohl die Bedürfnisse der Hyperscaler als auch die der Unternehmenskunden in der Schweiz abdecken können.» Moser von CKW Fiber Services hat in den letzten Jahren bereits ähnliche Beobachtungen gemacht: «Der Markt für Rechenzentrumsdienstleistungen in der Schweiz hat sich segmentiert. Nicht jeder Anbieter ist geeignet für die Anforderungen der Hyperscaler.» 12 / 2020 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

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