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Netzwoche 12/2020

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64 Focus 20 Jahre

64 Focus 20 Jahre Netzwoche « Wir machen nicht alle Storagetrends mit » 1931 startet die Schweizerische Rundspruchgesellschaft – die heutige SRG – erste Radioprogramme. Seither speichert sie Ton- und später auch Bilddokumente. Rund eine Million Stunden an Tondokumenten umfasst das Archiv mittlerweile. Christian Vogg, Leiter Dokumentation und Archive bei SRF, verrät, auf welche Storagetechnologie das SRF-Archiv setzt und wie sich neue Trends auswirken. Interview: René Jaun « Bei gewissen Digitalisierungsprojekten waren wir sehr früh unterwegs, auch im europäischen Vergleich. » Christian Vogg, Leiter Dokumentation und Archive, SRF Wenn ich das Stichwort Radioarchiv höre, denke ich an einen mit Platten und Tonbändern gefüllten Keller. Wie sieht es tatsächlich in Ihrem Archiv aus? Christian Vogg: Teilweise immer noch genauso! Daneben gibt es aber wesentlich kleinere Keller, welche die Gerätschaften der digitalen Archivsysteme beherbergen. Diese sehen nicht so nostalgisch aus, sind aber äusserst effizient in der Nutzung. Wie gross ist die Datenmenge Ihres digitalen Archivs? Video- und Audio-Archivsystem zusammen umfassen rund 5,3 Petabyte, also 5,3 Millionen Gigabyte. Und wie viel ist das in Zeiteinheiten? In digitaler Form haben wir derzeit rund 190 000 Stunden Video und etwa ein Million Stunden Audio (Wort); unsere digitale Musik-Datenbank umfasst etwa 300 000 Stunden Musik und Geräusche. Wir haben auch noch etwa 12 000 Stunden Film im Keller, wovon aber nur ein kleiner Teil als Files vorliegen. Wie viele Personen und Systeme greifen auf die Daten zu? Insgesamt hat das SRF-Archiv rund 3000 registrierte Nutzerinnen und Nutzer, der Grossteil sind Mitarbeitende von SRF und der SRG, zudem greifen etwa zwei Dutzend Produktions- und Transfersysteme darauf zu. Welche Storagetechnologien verwenden Sie derzeit? Die Vorschauvideos und -audios, die beim Recherchieren in unserem Archivsystem FARO abgespielt werden, liegen auf einem Diskspeicher, damit sie unmittelbar gestartet werden können. Für die Langzeitarchivierung verwenden wir einen Tapestorage, aus dem auch die von Redaktoren und Dokumentalisten bestellten Files kommen, genauer gesagt ihre jeweilige Kopie. Dieser Storage umfasst momentan rund 1000 Tapes von IBM Jaguar 3592 Typ JD. Für den Filetransfer ab Tape stehen neun Laufwerke parallel zur Verfügung. Auf einem Tape sind knapp 400 Stunden Video in Broadcast-Qualität (30 GB/Std) gespeichert oder 60 000 Stunden Audio, ebenfalls in Broadcast-Qualität (170 MB/Std). Wie schnell ist dieses Storagesystem? Archivierte Files liegen zusätzlich – nach ihrem Import in den Storage – während mehrerer Tage bis Monate (abhängig vom Versionstyp) zusätzlich auf einem Diskspeicher. Der Export eines Files ab diesem Diskspeicher dauert je nach Grösse nur eine bis ein paar wenige Minuten. Liegt ein benötigtes File dagegen nicht mehr auf dem Diskspeicher, wird es automatisch aus dem Tapespeicher auf den Diskspeicher ausgelesen und von dort exportiert. Beim Transferprozess vom Tape zur Disk ist vor allem zeitaufwändig, das benötigte Tape ins Laufwerk einzuspannen und es dort korrekt zu positionieren. Der reine Datentransfer dagegen geht rasch Lesen Sie weiter auf Seite 66 12 / 2020 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

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