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Netzwoche 12/2020

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72 Focus 20 Jahre

72 Focus 20 Jahre Netzwoche « Wir haben die Anzahl der IT-Auszubildenden mehr als verdreifacht » Der Fachkräftemangel in der Schweizer IT-Branche ist gross und Arbeiten müssen teilweise ins Ausland verlegt werden. Wie SBB Informatik damit umgeht und welche Rolle Weiterbildungen dabei spielen, erklärt Stefano Trentini, Leiter Software Engineering bei SBB Informatik. Interview: Kevin Fischer « Es wäre ganz wichtig, dass der IT-Beruf endlich bei den Frauen an Attraktivität gewinnt. » Stefano Trentini, Leiter Software Engineering, SBB Informatik sehr attraktive Arbeitsbedingungen. Mit unserer agilen Arbeitsweise treffen wir auch die Bedürfnisse selbstständiger, gut ausgebildeter Fachleute. Weil wir unseren Mitarbeitenden schweizweit die interessantesten IT-Projekte anbieten können, ist die Fluktuation auch sehr gering. Das alles reicht aber leider nicht. Durch Nearshoring greifen wir auf einen weiteren Spezialistenmarkt zu und können gleichzeitig die Leistungserbringung besser aufteilen, beziehungsweise skalieren. Weil wir vornehmlich Commodity-Leistungen shoren, bleiben die anspruchsvolleren und im Normalfall spannenderen Tätigkeiten in der Schweiz, was der SBB-IT im «War for Talents» zugutekommt. Das vollständige Interview finden Sie online www.netzwoche.ch SBB Informatik hat einen Softwareauftrag an T-Systems Deutschland vergeben, unter anderem wegen des Fachkräftemangels in der Schweiz. Welche Fachkräfte und Fähigkeiten vermisst SBB Informatik auf dem Schweizer IT-Arbeitsmarkt? Stefano Trentini: Generell kann man sagen, dass alle IT- Kompetenzen rar sind. Besonders gross ist der Mangel an Fachleuten im Bereich neuer Technologien im Java-Umfeld, wie Kafka, Angular, Spring Boot, Docker/Openshift. Auch in den Spezialgebieten wie IT-Security, Applikationsintegration, Test Driven Development, Continuous Integration und Continuous Deployment sind Spezialisten dünn gesät. Wieso fehlt es gerade an diesen Fachkräften? Durch die Digitalisierung ist der Bedarf in allen IT-Gebieten schneller gewachsen als der Markt ausbilden kann. Im Bereich der neusten Technologien spitzt sich die Situation umso mehr zu. Das führt dann dazu, dass Arbeitgeber einen hohen Aufwand betreiben, um die dringend benötigten Spezialisten zu gewinnen. Oft jagen sie sich sogar gegenseitig die besten Leute ab. Wie geht SBB Informatik mit dem Fachkräftemangel um? Wir investieren in die Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeitenden. In den letzten Jahren haben wir die Anzahl der IT-Auszubildenden mehr als verdreifacht. Und wir bieten Welche Massnahmen im Bereich der Weiterbildung hat SBB Informatik getroffen, um dem Mangel an IT-Skills entgegenzuwirken? Wie gesagt investieren wir viel in die Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeitenden. Wir unterstützen einerseits finanziell und andererseits mit Zeit, die wir zur Verfügung stellen. Zudem können unsere Mitarbeitenden einen Teil ihrer Arbeitszeit für innovative Projekte einsetzen. Da werden viele grossartige Ideen von morgen geboren. Gerade in den Bereichen Virtual und Augmented Reality, IoT oder Big Data entstehen so sehr innovative Lösungsansätze, die wir wiederum mit gezielten Finanzspritzen weiterentwickeln. Wie lässt die Verfügbarkeit von IT-Fachkräften in der Schweiz verbessern? In der Gesellschaft und in den Ausbildungsstätten muss sich das leider oft verstaubte Image des Informatikers verändern. Der bleiche Nerd im Keller vor seinem PC entspricht nicht mehr der Realität. Heute sind Informatiker kommunikativ gefordert und haben eine hohe Sozialkompetenz. Sie arbeiten in sehr diversen, interdisziplinären Teams und stehen mit den Benutzern ihrer Anwendungen im regen Austausch. Und ganz wichtig wäre auch, dass der IT-Beruf endlich bei den Frauen an Attraktivität gewinnt. Typische weibliche Fähigkeiten, wie Empathie und Kommunikationsskills, sind ganz besonders gefragt und werden immer wichtiger. Mit der Möglichkeit zur Teilzeitarbeit und zu flexiblen Arbeitszeiten ist der Beruf zudem für Eltern besonders attraktiv. Bei der SBB haben wir etwa ein spezielles Programm, das Müttern nach der Babypause den Wiedereinstieg erleichtert. 12 / 2020 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Focus 20 Jahre Netzwoche 73 MÜLLERS KLEINES ABC V wie Verständlichkeit, textliche Christopher Müller Inhaber und VRP von Die Ergonomen Usability AG. Theorie: Eigentlich ist es ja einfach: Wer sich nicht verständlich ausdrückt, wird halt nicht verstanden. Oder etwas gepflegter: Verständlichkeit ist der Goldstandard jeglicher schriftlicher Kommunikation und muss folglich zuoberst auf jeder Anforderungsliste für funktionale Texte stehen. Realität: Leicht gesagt, doch nun liegt das Content Book für die neue Firmensite auf dem Tisch und irgendwie wird einem beim Lesen leicht unwohl. Passen die Texte zur Zielgruppe? Wenn nein, warum, und wie sage ich’s den Textern? In solchen Fragen hilft das sogenannte Hamburger Verständlichkeitskonzept weiter. Es fusst auf den Forschungen der Herren Tausch und Schulz von Thun aus den 1970er-Jahren und hat sich im deutschen Sprachraum als praxistaugliches Arbeitsmittel etabliert. Das Schöne daran: Es lässt sich rasch verstehen und anwenden – sowohl als Anleitung zum Schreiben als auch zum Beurteilen von Texten. Die Verständlichkeit misst es anhand von nur vier Aspekten: Einfachheit: Sind die Wörter geläufig und anschaulich? Werden nicht vermeidbare Fachbegriffe erklärt? Sind die Sätze kurz und nicht verschachtelt? Gliederung/Ordnung: Ist der Text logisch aufgebaut, hat er einen roten Faden? Wird er sinnvoll durch Absätze, Zwischentitel, Formatierungen etc. strukturiert? Kürze/Prägnanz: Ist der Text genauso lang, wie er sein soll – nicht zu kurz und nicht zu ausschweifend? Anregende Zusätze: Fühle ich mich von klug eingesetzten Einsprengseln wie Wortspielen oder direkter Ansprache «bei der Stange gehalten»? Wie das in der Praxis genau geht, lässt sich etwa im Buch «Sich verständlich ausdrücken» von Langer, Schulz von Thun und Tausch nach lesen. Es liefert nicht nur die Methode, sondern auch das Übungsmaterial, um sie zu erlernen. Fazit: Wer als Kommunikationslaie öfter Feedback zu Texten geben muss, sollte sich eine gescheite Messmethode zulegen. Klar, damit diese reproduzierbare und präzise Resultate liefert, muss schon ein paar Stunden geübt werden. Dafür klappt’s dann auch in der Kommunikation mit der Agentur. Die Kolumne finden Sie auch online www.netzwoche.ch Anzeige Take-off für Überflieger Zeit- und ortsunabhängig studieren an der Fernfachhochschule Schweiz 20 % Präsenzzeit modernstes E-Learning enge fachliche Betreuung MAS Web for Business MAS Business- and IT-Consulting MAS Data Science BSc Informatik BSc Wirtschaftsinformatik Praxisintegriertes Bachelor-Studium Informatik (PiBS) Mehr Informationen unter ffhs.ch www.netzwoche.ch © netzmedien ag 12 / 2020 Zürich | Basel | Bern | Brig

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