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Netzwoche 13/2016

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12 Business Fachbeitrag

12 Business Fachbeitrag Mit Technologie zur Ideengenerierung Wie kann man Technologien im Ideenfindungsprozess nutzen, um neue Perspektiven und Potenziale zu identifizieren? Dieser Artikel beschreibt, wie innovative Gadgets wie Virtual-Reality-Brillen und Motion Controller, die der Spiele-Industrie entspringen, helfen, Ideen für die Anwendung in anderen Bereichen zu finden. DIE AUTORIN Janina Berga Wissenschaftliche Assistentin an der Hochschule für Wirtschaft der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW. Jetzt, mehr denn je, müssen wir über den Tellerrand hinausschauen, aktiv und kreativ werden und interdisziplinär arbeiten Digitalisierung ist das Schlagwort des 21. Jahrhunderts. Wir sind umgeben von Technologie und einer Fülle von digitalen Lösungen für fast jeden Teil unseres Geschäftsund Privatlebens. Unternehmer und Forscher haben die fast unbegrenzten Möglichkeiten der Technologie sowie den Trend zur Diversifizierung erkannt und festgestellt, dass sie diese nutzen können, indem sie über den Tellerrand hinausschauen und wichtige Stakeholder bereits in der Entwicklungsphase miteinbeziehen. Während des letzten Jahrzehnts entwickelten sich die herkömmlichen Geschäftsmodelle stetig weiter und die traditionellen Grenzen zwischen den Branchen begannen zu verschwinden. Technologielösungen sind jetzt noch branchenübergreifender. Unternehmer präsentieren ihre wichtigsten Ideen und Funktionalitäten zum möglichen Produkt, richten eine Entwicklerplattform ein, noch bevor ein marktfähiges Produkt vorhanden ist, und die Community entwickelt innovative Anwendungen. Die Digitalisierung des Bildungsbereichs Auch im Bildungsbereich geht die Digitalisierung weit über die einfache Nutzung von Online-Kollaborationswerkzeugen hinaus. Die Technologie ist buchstäblich dem Schlüsselelement jedes Bildungssystems – den Studierenden – nähergekommen als je zuvor. Gadgets wie die Virtual-Reality-Brille (VR) haben mehr mit Forschung und Lehre zu tun, als man annehmen könnte. Ein Klassenzimmer, ausgestattet mit einem Laptop, einer Oculus- Rift-VR- Brille und dem Gesten-Steuerungsgerät Leap Motion kann zum Think Tank für innovative Ideen werden. Erfahrungen mit derartigen Gadgets können die Kreativität anregen und Ideengenerierungsprozesse initiieren. Auch zukünftige Forschung und Produktentwicklung können vom Einsatz von Technologie im Ideenfindungsprozess profitieren. Die Kombination von Gesten-Steuerungsgeräten und Bewegungssensoren (etwa Myo-Armbinde, Leap-Motion-Sensor) ermöglicht den Benutzern, sich futuristisch und inspiriert zu fühlen, indem sie verschiedene Gadgets mit Handbewegungen steuern oder mit digitalen Umgebungen interagieren können – etwa Bewegen von Objekten auf einem Computerbildschirm mithilfe von Gesten. Dies ist nicht nur eine Spielerei: so kann eine Operation simuliert, Anatomie studiert und können menschliche und tierische Körper analysiert werden. Auch gibt es die Möglichkeit, Gebärdensprache einfach mithilfe von Handgesten zu übersetzen. Die Kombination von verschiedenen Gadgets kann technologische Erfahrungen auf ein völlig neues Niveau heben – indem man die Benutzer interaktiv in die virtuelle Realität eintauchen lässt. Sie gestalten mit «virtuellen Händen», sie komponieren mittels Visualisierung von Tönen, interagieren mit Daten-Dashboards, erforschen verschiedene Produkt- Demos oder machen sogar eine Physiotherapie. Branchenübergreifende Anwendungen Die Möglichkeiten sind endlos – mit Handel, Immobilien und Bildungswesen an vorderster Front erstreckt sich die Liste über Gesundheitsversorgung und Sport bis hin zu kreativen Tätigkeiten. Grundlage ist der Prozess der innovativen Ideengenerierung durch die Verknüpfung von Technologie und methodischem Vorgehen. So können Unternehmer, Studierende und Forscher innovative Konzepte erarbeiten und die bestehenden Forschungsprozesse durch die Verwendung von Gadgets aus der Spielumgebung anreichern, um branchenübergreifende, innovative Anwendungen zu entwickeln. Jetzt, mehr denn je, müssen wir über den Tellerrand hinausschauen, aktiv und kreativ werden und interdisziplinär arbeiten, um das Potenzial der Digitalisierung zu nutzen und neue Technologien zur gezielten Anwendung in andere Bereiche zu lenken. Grundlage ist der Prozess der innovativen Ideengenerierung durch die Verknüpfung von Technologie und methodischem Vorgehen. Bild: Fotolia 13 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business Nachgefragt 13 Com-Ex: Städte der Zukunft sind smart Amsterdam, San Francisco, Barcelona: All diese schillernden Metropolen haben Smart-City-Projekte lanciert. Und die Schweiz? Hierüber informiert die Fachmesse Com-Ex. Weshalb sich ein Besuch lohnt, erklärt Bettina Oberhänsli, Messeleiterin der Com-Ex. Interview: George Sarpong Netzwerkinfrastruktur ist ja nun kein neues Thema. Weshalb sollten Entscheider dennoch Ihre Messe besuchen? Bettina Oberhänsli: Es ist kein neues Thema, aber eines, das sich ständig verändert. Technologien werden weiterentwickelt, neue Produkte kommen auf den Markt. Da ist es für Entscheider wichtig, sich laufend zu informieren und mit den Anbietern in Kontakt zu bleiben. Die Com-Ex bietet dafür die ideale Plattform. In der Sonderschau «Forum Smart Communication» zeigen wir, welche Rolle die Infrastruktur beim Einsatz smarter Technologien spielt. Die Besucher erleben das Thema aus einem anderen Blickwinkel als üblich. Ein wichtiger Aspekt ist zudem das Networking. Man trifft sich, nimmt sich Zeit für Gespräche und knüpft neue Kontakte. Diesbezüglich ist sicher die Branchen-Party am Mittwochabend ein Highlight. « Die Phase, in der sich ein paar Freaks mit der Einführung smarter Lösungen ein Denkmal setzen wollten, ist längst vorbei. » Bettina Oberhänsli, Messeleitung, Kommunikation, Com-Ex Für wen ist die Messe besonders interessant? Die Com-Ex spricht vor allem ein Fachpublikum an. Etwa Betreiber von Kabelnetzen, Datacenter- und LAN-Infrastrukturen sowie Städte, Kommunen und Elektrizitätswerke. Aber auch Fachleute, die sich für die Verwaltung und Überwachung von Kommunikationsnetzwerken oder für Lösungen in den Bereichen Smart Metering, Smart City und FTTx interessieren. Sie haben rund 50 Aussteller für Ihre Messe gewinnen können. Mit wie vielen Fachbesuchern rechnen Sie? Die Com-Ex wird im September zum ersten Mal stattfinden, da ist es schwierig, die Besucherzahlen vorauszusehen. Wir rechnen mit 3000 bis 4000 Besuchern. Die Aussteller sind sehr aktiv, und die Com-Ex ist stark präsent in den Fachmedien, an Veranstaltungen und auch auf Social Media. Inwieweit hat sich das Thema Smart City in der Schweiz über die Hype-Phase hinaus entwickelt? Die Phase, in der sich ein paar Freaks mit der Einführung smarter Lösungen ein Denkmal setzen wollten, ist längst vorbei. Mittlerweile befassen sich alle grösseren Städte mit dem Thema oder haben bereits Lösungen im Einsatz. Aber auch kleinere Städte, Gemeinden oder Gemeindeverbunde sind sehr aktiv. Durch Recherchen und Kontakte im Zusammenhang mit der Sonderschau «Smart Communication» wurde uns erst richtig bewusst, wie weit wir diesbezüglich in der Schweiz schon sind. Verschiedene Städte werden Showcases zum Thema Smart City präsentieren. Welchen sollte sich niemand entgehen lassen? Die Sonderschau zeigt Modelle zum Anfassen rund ums Thema «Switzerland goes smart». Smart Capital Region Bern informiert Besucher, wie ein Plusenergie-Quartier geplant und gebaut wird und welche Überlegungen dahinterstecken. Passend dazu präsentiert die Post ihr Projekt «Smart Living», das demnächst als Prototyp in Biel startet. Die dafür nötige Low-Power-Network-Infrastruktur kommt auch für Smart-Parking-Lösungen zum Einsatz – erklärt anhand des Modells von Lenzburg. Weiter dürfen die Besucher gespannt sein auf ein smartes E-Bike, City Guides und das Gästemanagement der Zukunft, das Luzern bald einführen wird. Intelligente Mülleimer, Modelle akribischer Überwachung von Gletschern und Berghängen oder ein Beispiel smarter Verkehrsstromlenkung werden ebenfalls präsentiert. Wird die Messe neue Impulse auslösen können? Dass wir – der Messeveranstalter – nicht aus der Branche kommen, hat durchaus Vorteile. Wir gehen unbelastet an die Sache heran, bringen neue Ideen ein und setzen uns keine gedanklichen Grenzen. Das Fachwissen, Branchenkontakte und Inputs zu Entwicklungen im Markt erhalten wir vom Messebeirat. Durch den engen Austausch mit den Ausstellern kennen wir deren Erwartungen genau. Wir können jederzeit Anpassungen vornehmen. Als unabhängiger Messeveranstalter sind wir weder einem Messeplatz noch einer Organisation verpflichtet. Das macht die Com- Ex besonders agil und modern. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 13 / 2016

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