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Netzwoche 13/2016

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26 Technology Aktuell

26 Technology Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH IBM entwickelt künstliche Neuronen gcr. Forscher des IBM Research Center in Rüschlikon haben künstliche Neuronen entwickelt. Diese Neuronen speichern und verarbeiten Daten mithilfe von Phase- Change-Materialien, wie IBM mitteilt. Als Anwendungsbereiche für die künstlichen Neuronen nennt IBM etwa das IoT. Sensoren könnten beispielsweise Wetterdaten für schnellere Wettervorhersagen sammeln und auswerten. ▸ Webcode NqGxs8aM Computer messen sich beim Hacken cgr. Die zum US-Verteidigungsministerium gehörende Defense Advanced Research Projects Agency (Darpa) hat im Rahmen der Sicherheitsmesse Defcon in Las Vegas einen Hacking-Wettkampf zwischen Computern veranstaltet, wie Heise berichtet. Im Wettbewerb sollten Computer selbstständig Sicherheitslücken finden. Das Preisgeld von zwei Millionen US-Dollar ging an das Team Forallsecure aus den USA. ▸ Webcode WYaKo4ih ETH-Zürich-Forscher entwickeln unentzündlichen Akku fpo. Handy-Akkus, die sich entzünden, sollen bald der Vergangenheit angehören. Forscher der ETH Zürich haben einen Lithium-Ionen-Akku entwickelt, der selbst bei sehr hohen Temperaturen nicht entzündlich sein soll. Wie die Hochschule auf ihrer Website schreibt, besteht der Akku im Gegensatz zu herkömmlichen Modellen ausschliesslich aus festem Material. In klassischen Lithium-Ionen-Akkus sowie in den meisten anderen Batterien bewegen sich Ladungen in einem flüssigen oder gelförmigen Elektrolyten zwischen den beiden Elektroden (Plus- und Minuspol). Bei unsachgemässem Aufladen (Überladung) oder in der Sonne kann sich diese Flüssigkeit entzünden, beziehungsweise das Gel aufquellen. Der Trockenakku kann sich auch bei sehr hohen Temperaturen nicht entzünden. Bild: ETH Zürich Funktionieren am besten bei 95 Grad Beim sogenannten Festkörperakku hingegen bestehen nicht nur die Elektroden, sondern auch der dazwischenliegende Elektrolyt aus festen chemischen Verbindungen. Jennifer Rupp, Leiterin der Entwicklung des neuen Akku-Typen und Professorin für elektrochemische Materialien an der ETH Zürich, sagt: «Wir haben in dieser Arbeit erstmals einen ganzen Lithium-Ionen-Akku mit einem festen Lithiumgranat- Elektrolyten und einem festen Minuspol aus einem Oxid hergestellt. Damit haben wir gezeigt, dass es möglich ist, mit Lithiumgranat ganze Batterien zu bauen.» Am besten würden die Akkus derzeit bei etwa 95 Grad funktionieren, sagt Semih Afyon, Professor am Izmir Institute of Technology in der Türkei und ehemaliger Wissenschaftler in Jennifer Rupps Gruppe. Deshalb schlägt er vor, das neue Verfahren in Batterie-Speicherkraftwerken zu nutzen und diese mit Industrieanlagen zu koppeln. Mit der Abwärme aus dem Industrieprozess liesse sich das Speicherkraftwerk bei optimalen Temperaturen betreiben, erklärt Afyon. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode TitSAh49 MÜLLERS KLEINES ABC B wie Blocksatz Christopher Müller Inhaber und CEO von Die Ergonomen Usability AG. Theorie: Blocksatz ist ein Verfahren aus der Typografie, bei dem der Text so gesetzt wird, dass alle Zeilen a) gleich breit sind und b) links wie rechts in der Vertikalen bündig. Das sieht dann – im Gegensatz etwa zu dieser Kolumne hier – artig und aufgeräumt aus. So kennen wir das von Büchern, Zeitungen und Magazinen, so sind wir das gewohnt. Praxis: Leider funktioniert der Blocksatz nur im Print, denn gleiche Zeilenlänge wird durch Anpassen der Wortzwischenräume erreicht. Damit dabei aber keine augenfälligen Löcher entstehen, braucht es eine zuverlässige Worttrennung – und die gibt es fürs Web schlicht noch nicht, zumindest nicht als Standard für alle gängigen Browser. Das freilich hindert coole Webdesigner und sendungsbewusste Auftraggeber nicht daran, ihren Websites Blocksatz aufzunötigen. Man hat ja Stil und Ordnungssinn, und das will man auch in der elek tronischen Kommunikation zeigen. So landen dann Texte im Browser, die aussehen, als hätten die Motten dran rumgefressen – und es scheint, je kürzer die Zeilen, je kleiner der Bildschirm, desto schlimmer der Befall. Solches sieht nicht bloss hässlich aus, sondern ist auch eine Zumutung für alle Nutzer. Eigentlich weiss man es schon lange aus der Leserforschung: Unregelmässige und zu grosse Wortabstände stören die Orientierung des Auges und damit den Lesefluss. Und wohlgemerkt, wir sprechen hier vom Lesen an Bildschirmen, das schon ohne solche Störungen anstrengend genug ist. Fazit: Wer seinen Nutzern (und auf die Dauer auch sich selbst) Gutes tun will, verkneift sich im Web den Blocksatz bis auf Weiteres. Einen Tipp noch zum Schluss: Das Flattern der Zeilen am rechten Rand lässt sich einigermassen im Zaum halten, wenn man kurze Wörter verwendet. Das wiederum gelingt fast automatisch, wenn aktiv formuliert wird, also Verben statt Nomen verwendet werden. Und weil solche Texte an sich schon besser verständlich sind, hat man gleich zwei Motten auf einen Schlag erledigt. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_1577 13 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Research 27 Jeder achte Franken für die Sicherheit Im Schweizer ICT-Security-Markt erreichen die Ausgaben im Businessbereich im laufenden Jahr ein Volumen von knapp 2,2 Milliarden Franken, damit fliesst rund jeder achte Franken des ICT-Gesamtbudgets der Anwender in die Taschen von Security-Anbietern. DER AUTOR ICT-SECURITY-AUSGABEN 2016 Philipp A. Ziegler Geschäftsführer, MSM Research AG Total der ICT-Security-Ausgaben 2016 im Schweizer Markt 2164,5 Millionen Franken (B2B) Total Security-Lösungen Security Appliances (Hardware) Total Services 839,4 Mio. Fr. 38,8 % 320,5 Mio.Fr. 14,8 % 1 004,5 Mio. Fr. 46,4 % 100 % Quelle: MSM Wenn es um die künftige Verteilung der Mittel aus dem Security-Geldtopf geht, werden nicht alle Bereiche gleichermassen profitieren. Im laufenden Jahr sind rund 60 Millionen Franken des ICT-Budgets mehr an die Security-Anbieter geflossen. Das sind 3 Prozent mehr als 2015. Die prozentuale Wachstumsrate sank aber im Vergleich zu den vergangenen Jahren, ein Anzeichen dafür, dass der Spardruck seine Spuren auch bei den Security-Budgets hinterlässt. Trotz allem legen die Ausgaben für die Sicherheit nach wie vor deutlich mehr zu als die Spendings für andere ICT-Bereiche, wie unsere neue Studie zum Schweizer Security-Markt zeigt. Die Zunahme der Schäden durch Cybercrime und böswillige Attacken heizen die Diskussionen und Entscheidungsprozesse an und verschaffen der Aufstockung der Budgets im Bereich der ICT-Security Auftrieb. Cybercrime stellt aus Sicht der Befragten sowohl heute als auch in den kommenden zwei Jahren die massivste Bedrohung dar. Die grösste Zunahme des Sicherheitsrisikos orten die Unternehmen im Bereich der Vernetzung durch das Internet der Dinge (IoT) und der Digitalisierung. Wir gehen davon aus, dass IoT-basierte Sicherheitsverletzungen in den kommenden Jahren stark zunehmen werden. Dies alles trägt dazu bei, bei Diskussionen um Security-Budgets Hürden für die Erhöhung abzubauen, den Spardruck zu entschärfen und geplante Projekte voranzutreiben. Allerdings sind es nicht nur externe Faktoren, sondern auch «weiche» (interne) Faktoren, die heute die Sicherheit eines Unternehmens gefährden und die ICT- und Security- Verantwortlichen beschäftigen. Die grössten Hürden bei der Umsetzung der Sicherheit und Katastrophenvorsorge sind oftmals das mangelnde Risikobewusstsein und die ungenügende Disziplin der Mitarbeiter, wie auch eine fehlende kontinuierliche Unterstützung durch das Management. Die Verantwortlichen sind zudem wiederholt mit Moving Budgets (kurzfristig ändernde Prioritäten bei der Zuteilung der Gelder) oder grundsätzlich zu wenigen Mitteln konfrontiert. Wenn es um die künftige Verteilung der Mittel aus dem Security-Geldtopf geht, werden nicht alle Bereiche gleichermassen profitieren. In den kommenden zwei Jahren werden vor allem die Projektausgaben in den Segmenten Consulting, Audit und Testing Services sowie für Integration und Implementierung zulegen. Bereits heute entfallen 47 Prozent der Security-Budgets auf Dienstleistungen externer Anbieter im Bereich der ICT-Sicherheit. Die Resultate der Studie zeigen, dass eine steigende Anzahl von Unternehmen ihre ICT-Sicherheit künftig in Form von Managed Security Services oder als Dienstleistung aus der Cloud beziehen will. Wir gehen davon aus, dass die Ausgaben für Security-Dienstleistungen bis 2018 insgesamt um deutlich über 5 Prozent wachsen werden. Und basierend auf dieser überdurchschnittlichen Zunahme dürfte bis in zwei Jahren jeder zweite Franken des Budgets für Security auf Services entfallen. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode 4TNmTHhG www.netzwoche.ch © netzmedien ag 13 / 2016

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