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Netzwoche 13/2016

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Bild: iStock FOCUS BUSINESS-SOFTWARE Die Zukunft der Business-Software gsa. Ende August findet wieder die Topsoft statt. An der Messe für Business-Software zeigen mehrere hundert Anbieter Produkte für den Betrieb eines Unternehmens: ERP, CRM, BI, E-Commerce und vieles mehr. Und alles an einem Ort. Wer ein ERP-System sucht, wird also rasch fündig. Doch Vorsicht: Die Auswahl der richtigen Software gleicht oft einem Hindernisparcours mit vielen Stolperfallen! Welche das sind und wie man diese umgeht, erklärt Roman Mühleisen, Business-Software-Berater beim Consulting-Spezialisten Isycon. Vor Kurzem noch ein Hype ist die Cloud heute ein gewöhnliches Bezugsmodell für Software. Dies zeigen auch die Marktdaten. «In vielerlei Hinsicht war 2015 das Jahr, in dem die Cloud massentauglich wurde», sagte etwa Jeremy Duke, Gründer und Chief Analyst des Marktforschungsinstituts Synergy Research Group. Insbesondere die Bereiche IaaS und PaaS konnten im vergangenen Jahr zulegen. Doch wie steht es um die Cloud-Adoption im Bereich der Business-Software? Auch hier wächst der Bezug von IT über die Cloud. Woher dieser Trend kommt und was dies für die Zukunft der Business-Software und somit für Unternehmen bedeutet, erklärt Joachim Schreiner, Senior Vice President für die DACH-Region bei Salesforce. Braucht es es in Zukunft überhaupt noch Business-Software? Diese Frage diskutiert Urs Prantl, Geschäftsführer von KMU-Mentor, in seinem Fachbeitrag. Übrigens: Wer sich an der Diskussion beteiligen will, kann dies an der nächsten Ausgabe von «focus on future» am 26. September in Baden tun. 13 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Focus Business-Software 37 Stolperfallen bei der Business-Software- Evaluation Die Evaluation von ERP-Systemen oder Business-Software ist für den Grossteil der Unternehmen ein Projekt, das nicht zum Daily Business gehört. Umso wichtiger ist es darum, Stolperfallen bei der Evaluation zu verhindern, um eine erfolgreiche Softwareeinführung zu ermöglichen. Einige Beispiele werden im Folgenden aufgeführt. DER AUTOR Roman Mühleisen Business Software Berater, Isycon Die reinen Auflistungen von Referenzen der Softwareanbieter werden oft überschätzt. Soll-Prozesse versus Funktionen «Wir suchen eine Software, die unsere Prozesse optimal abbildet.» Mit diesem Leitsatz starten viele Evaluationen von Business-Software. Die Soll-Prozesse werden dann detailliert visualisiert und als Anforderungsdokumentation für die Ausschreibung verwendet. Die Problematik bei diesem Vorgehen ist, dass die Prozesse eines Unternehmens meist stark auf der Funktionalität der bisherigen Software aufgebaut sind, die technologisch oft schon mehrere Generationen alt ist. In der Folge fallen Systeme mit anderen, aber nicht weniger interessanten Lösungsansätzen bei der Evaluation oftmals frühzeitig aus dem Rennen. Anstelle fixer Soll-Prozesse sollten deshalb die Anforderungen als funktionale Kriterien im Pflichtenheft definiert werden. Hierbei kann ein externer Berater hilfreich sein, der die Lösungswege unterschiedlicher Business-Software kennt. Evaluationstools Am Markt bestehen mehrere auf Datenbanken basierende Tools zur Evaluation von Business-Software. Diese sind ein wertvolles Mittel im Evaluationsprozess, allerdings nur wenn sie unter dem richtigen Aspekt eingesetzt werden. So eignen sich Evaluationstools für die Shortlist, also eine erste Eingrenzung der am Markt verfügbaren Produkte auf die für die Ausschreibung interessanten Produkte, nicht aber für einen finalen Systementscheid. Workshop Die Durchführung eines Workshops mit dem Anbieter der favorisierten Software ist bei ERP-Systemen zwingend. Entscheidend ist dabei, dass dieser durch das vorgesehene Projektteam des Anbieters durchgeführt wird, da neben der Funktionalität und der Prozessabdeckung auch die «Chemie» zwischen Kunde und Anbieter wichtig ist. um den finalen Systementscheid der Evaluation zu verifizieren. Wichtig ist dabei, dass Referenzen angefragt werden, bei denen das gleiche Projektteam tätig war. Grundsätzlich kann gesagt werden, dass die von Referenzen benannten Probleme mit hoher Wahrscheinlichkeit auch bei der eigenen Einführung zu Herausforderungen werden. Verträge Am Ende der Evaluation besteht beim Kunden meist eine Phase der Euphorie, hat man doch in einem Ausscheidungsverfahren schliesslich die optimale Software gefunden. Dabei wird die Definition der Bedingungen für die nachfolgende Einführung oft vernachlässigt. Doch einseitig ausgelegte Verträge können Problemfälle verschärfen und bis zum Projektabbruch führen, was letztlich für alle Parteien ein Desaster ist. Anbieter gehen etwa vermehrt dazu über, in den AGBs eine Wartungspflicht auch bei On-Premise-Software aufzunehmen. Kündigt ein Kunde irgendwann den Wartungsvertrag, erlischt in dem Falle trotz vollständig erworbener Lizenzen die Nutzungsberechtigung. Eine weitere Stolperfalle hinsichtlich der Verträge ist die unklare Definition der Kosten. So werden etwa vermehrt Leistungspauschalen angeboten. Was auf den ersten Blick interessant erscheint, stellt aber ein Risiko dar, denn oft bestehen unterschiedliche Vorstellungen zwischen Kunde und Anbieter, was in diesen enthalten ist. Je klarer die Verträge definiert sind, umso einfacher können Konflikte geklärt und der Fokus wieder auf die operativen Aspekte der Einführung konzentriert werden. Bild: Fotolia Referenzen Die reinen Auflistungen von Referenzen der Softwareanbieter werden oft überschätzt. Denn auf den ersten Blick ähnliche Unternehmen, etwa aus der gleichen Branche, können völlig andere Anforderungen an eine Business- Software haben. Effektive Referenzabklärungen, telefonisch oder vor Ort, sind hingegen ein wesentlicher Punkt, www.netzwoche.ch © netzmedien ag 13 / 2016

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