Aufrufe
vor 3 Jahren

Netzwoche 13/2017

10 Business Event Neues

10 Business Event Neues Beschaffungswesen – es gibt noch viel zu tun Die IT-Beschaffungskonferenz hat vor allem eines gezeigt: Die Revision des Bundesgesetzes über das öffentliche Beschaffungswesen (BöB) ist eine Mammutaufgabe. Das neue BöB wird kaum vor 2019 in Kraft treten. Autor: Marcel Urech « Es bleibt kompliziert. » Regula Rytz, Nationalrätin, Präsidentin der Grünen Die sechste IT-Beschaffungskonferenz hat am 15. August über 350 Teilnehmer nach Bern gelockt. Das Kernthema der Veranstaltung war die Revision des Bundesgesetzes über das öffentliche Beschaffungswesen (BöB), die der Bundesrat anstrebt. Nationalrätin Regula Rytz hielt das erste Referat. Sie zeigte den Stand der Dinge auf: Der Bundesrat wolle bis spätestens 2019 die WTO-Regeln für Beschaffungen im Schweizer Recht abbilden – bis dahin gebe es noch viel zu tun. Die Präsidentin der Grünen erwartet Diskussionen im Parlament. Etwa über die Ausdehnung der Freihandvergabe und die Lockerung des Öffentlichkeitsprinzips. Das neue Gesetz müsse vor allem den Wettbewerb fördern und der Korruption entgegenwirken, sagte die Nationalrätin. Regula Rytz, Nationalrätin und Präsidentin der Grünen. Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_52764 Was bisher geschah Rytz blickte zurück auf 23 Jahre Schweizer Beschaffungsrecht. Dieses entsprang 1994 dem GATT/WTO-Übereinkommen über das öffentliche Beschaffungswesen (Government Procurement Agreement, GPA) und wurde 2012 revidiert. Das neue Abkommen soll vor allem mehr Transparenz und einen leichteren Marktzugang bringen. 2015 startete die Vernehmlassung – mit 109 Stellungnahmen in 4 Monaten. Das Eidgenössische Finanzdepartment fasste die Ergebnisse 2016 zusammen. Im Februar 2017 verabschiedete der Bundesrat die Botschaft zur BöB- Revision. Sie soll die Beschaffungsordnungen von Bund und Kantonen harmonisieren. Parallel dazu gab es vom Bundesrat eine Botschaft zum revidierten GPA-Abkommen. Wie es nun weitergeht Rytz bewies an der IT-Beschaffungskonferenz Dossierkompetenz. Als ehemaliges Regierungsmitglied der Stadt Bern war sie verantwortlich für rund 1600 Beschaffungen, die das Tiefbauamt der Stadt Bern zwischen 2005 und 2012 tätigte. Es gab unter anderem ein 80-Millionen-Franken- Projekt, das den Umbau des Berner Bahnhofplatzes ermöglichte. Auch für die Erneuerung des geografischen Informationssystems trug sie die politische Verantwortung. 2017 und 2018 laufen die Beratungen im Schweizer Parlament. 2018 oder 2019 sei es möglich, dass ein Referendum gegen das neue Gesetz ergriffen werde. Rytz rechnet darum nicht damit, dass das neue BöB vor 2019 in Kraft tritt. Neues Dialog-Verfahren Die Nationalrätin bezeichnete das Beschaffungsrecht als höchstkomplex, was auch mit der föderalistischen Struktur der Schweiz zu tun habe. «Es bleibt kompliziert», sagte Rytz. Sie ging auf einige geplante Neuerungen ein. Etwa auf das neue Dialog-Instrument: Es soll Ausschreibungen als Dialogprozess beim Bund und neu auch bei Kantonen ermöglichen – im Rahmen offener und selektiver Verfahren. Diese Vorgehensweise eigne sich, wenn das Ziel einer Ausschreibung bekannt sei, nicht aber der Weg zum Ziel. Ausschreiber und Anbieter könnten den Lösungsweg so in einer Vorphase zum Angebot gemeinsam erarbeiten. Details zum Gesetz würden letztlich aber auf Verordnungsstufe geregelt, sagte Rytz. Und was da kommen werde, sei noch völlig unklar. Unter anderem auch der Vergütungsmechanismus bei Nichterhalten eines Zuschlags. IT macht nur kleinen Teil der Beschaffungen aus Laut Pierre Broye, Direktor des Bundesamts für Bau und Logistik, schreibt die öffentliche Hand jährlich Konsumgüter und Dienstleistungen für 40 Milliarden Franken aus. Das seien 6 Prozent des BIP. 15 Prozent der Ausschreibungen mache der Bund, 10 Prozent davon für IT-Beschaffungen. Der Vorschlag des Bundesrats schaffe bessere Rahmenbedingungen, mehr Wettbewerb und Rechtssicherheit. 13 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business Fachbeitrag 11 Den Wirkungskreis von IAM vergrössern Aufgrund des zentralen Einsatzes von IAM-Lösungen ergeben sich Chancen, den Wirkungskreis für die Effizienzsteigerung mittels IT-Operations-Management-Funktionalitäten zu erweitern. Um dabei die Kosten im Griff zu behalten, arbeiten Management und IT eng und effizient zusammen. Mit Identity- und Access-Management-Lösungen (IAM) werden Eintritts-, Austritts- und Mutationsprozesse automatisiert, Berechtigungen strukturiert verwaltet und Systeme konsistent provisioniert. Aufgrund des zentralen Einsatzes von IAM-Lösungen ergeben sich Chancen, den Wirkungskreis für die Effizienzsteigerung mittels IT-Operations- Management-Funktionalitäten zu erweitern. Wo sich klassische IAM-Lösungen hauptsächlich auf die Provisionierung von Benutzerkonten beschränken, bieten moderne Lösungen für den Service Desk, Administratoren und die Mitarbeiter eine vereinfachte Sicht auf Services, Anwendungen und die IT-Infrastruktur. Ziel ist die möglichst effiziente Administration der Systeme im täglichen Betrieb und die Möglichkeit für Mitarbeiter, Konfigura tionsparameter selbstständig und schnell anzupassen. Identity-Lifecycle sinnvoll erweitern Die Provisionierung ist einer von drei Bausteinen, die beim Durchlaufen des Identity-Lifecycles sinnvoll erweitert werden kann. In diesem Baustein werden ausser dem Erzeugen von Nutzerkonten in den UCC-Systemen Rufnummern, UCC-Teams und Umleitungen konfiguriert sowie Rufnummern geändert und nötigenfalls für Nachfolger reserviert. Exchange-Mailboxen werden vollständig konfiguriert. Dem Mitarbeiter können verschiedene Assets (Hard-Tokens, IT-Mittel, Badges, Schlüssel etc.) zugeordnet werden, die im Rahmen des Identity-Lifecycles bis zum Austritt des Mitarbeiters verwaltet werden können. Besitzrechte für Objekte und Aufgaben werden automatisch zugewiesen oder an andere Mitarbeiter übertragen. Der zweite Baustein umfasst die Verwaltung der Services, Anwendungen und der IT-Infrastruktur. ·· Service Desk, Administratoren und Fachbereiche erhalten eine fokussierte Sicht auf Services, Anwendungen und IT-Infrastruktur. ·· Systeme können zentral und umfassend administriert werden. Standards und Konventionen werden eingehalten und Konfigurationsänderungen protokolliert. ·· Das Erkennen und Beheben von Problemen ermöglicht eine erhöhte Verfügbarkeit von Services. Der dritte IAM-Baustein will die IT direkt entlasten. Mittels User-Self-Service-Funktionalitäten werden Aufgaben an ausgesuchte Mitarbeiter und Fachbereiche delegiert. Diese können selbstständig ihr Passwort zurücksetzen und über ein Portal Bestellungen aufgeben, Anträge verwalten und für sie relevante Informationen einsehen. Da die Systeme nicht nur provisioniert, sondern über die IAM-Lösung umfassend verwaltet werden, können allen Nutzern des Self-Service-Portals Konfigurationsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden. Etwa die selbstständige und schnelle Durchführung von Konfigurationsänderungen an UCC-Systemen wie Skype for Business, Luware Team Manager und Luware Presence Assistant; das selbstständige und schnelle Verwalten von E- Mail-Adressen, Umleitungen, Quotas und Mailbox-Berechtigungen sowie das Beantragen von Exchange Equipment-, Shared- und Ressource- Mailboxen; die feingranularere Delegation von Aufgaben an ausgesuchte Mitarbeiter und Fachbereiche und das selbstständiges Erfassen von Abwesenheiten, das automatisch in den Systemen Daten- und Kommunikationsflüsse auf Stellvertreter umleitet und eine standardisierte Abwesenheitsmeldung generiert. Erweiterte Exchange-Provisionierung Equipment-, Shared- und Ressource-Mailboxen, Berechtigungen, Aliase, Sichtbarkeit und Services. Erweiterte UCC-Provisionierung Nummern Zuweisungen, Reservationen, Entzug von Rufnummern. Exchange-Management Verwaltung Berechtigungen, Quota, Stores, E-Mail-Adressen etc. UCC-Management Verwaltung von Nummernblöcken, VIPs, Reservationen, Teams etc. IT-Asset-Management Verwaltung von Hard-Tokens, Badges, IT-Mittel, Schlüssel etc. Management DHCP / DNS-Management Verwaltung von Bereichen, Einträgen, Reservationen etc. Patch-Management-Orchestrierung Automation, Patchlauf-Schemas, Bewilligungen, dynamisches Deployment, Self-Healing etc. Provisionierung IAM DER AUTOR Marc Burkhard Gründer und CEO, ITSENSE Mit Identity- und Access-Management-Lösungen (IAM) werden Eintritts-, Austritts- und Mutationsprozesse automatisiert, Berechtigungen strukturiert verwaltet und Systeme konsistent provisioniert. Assets Zuweisung, Übergabe und Rückgabe von Assets. Self-Service Besitzerrechte (Ownerships) Zuweisung, Übergabe, Entzug von Besitzrechten an Objekten und Aufgaben. Delegated Administration Feingranularere Delegation von Aufgaben an Fachbereiche. UCC-Konfiguration Verwalten von UCC-Konfigurationsparameter. Exchange-Konfiguration Verwalten von Exchange Konfigurationsparameter. Abwesenheiten verwalten Selbstständiges Verwalten von Abwesenheiten. Assets / Besitzrechte verwalten Beantragen von Assets und Verwaltung von Besitzrechten. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 13 / 2017

Archiv