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Netzwoche 13/2018

24 Web Porträt Kaum war

24 Web Porträt Kaum war das Rechenzentrum Ostschweiz eröffnet, da Wie ein IT-Dienstleister den IT-Support abschaffen will Marcus Fleuti und Mike Wäger haben mit der Firma Lexo etwas geschafft, womit sich viele IT-Dienstleister schwertun: den Wandel vom Problembearbeiter zum Lösungsanbieter. Was es dafür brauchte, war technisches Können, einen Riecher für Geschäftsideen und eine grosse Portion Leidenschaft. Autor: Joël Orizet Lexo-CTO Mike Wäger (l.) und Marcus Fleuti, CEO sowie Gründer von Lexo. programmieren, statt wie andere zu gamen», sagt Fleuti. Drei Jahre später verbrachte er seine freien Nachmittage in den St. Galler PC-Geschäften, reparierte dort Rechner und installierte Software. Gratis, nur aus Spass an der Sache. Wäger, ein waschechter Techniker, wollte ebenfalls früh verstehen, was die digitale Welt zusammenhält. «Als Teenager plagten wir uns noch mit DOS 4 herum – da kann man gar nicht anders, als den Dingen auf den Grund zu gehen», sagt er schmunzelnd. Technologien auseinandernehmen, sehen, was dahintersteckt, wie alles zusammenhängt: Das ist es, was ihn heute noch reizt. « Jemand muss ja schliesslich den Laden am Laufen halten. » Marcus Fleuti, CEO, Lexo waren sie schon drin. Marcus Fleuti und Mike Wäger schnappten sich den ersten Platz, installierten dort ihre Server und gingen routiniert ans Werk. Weder besonders aufregend noch unheimlich sei es anfangs gewesen. Eher witzig. Und eben auch Routine. Schliesslich sind die beiden schon lange im Geschäft. Länger als es ihre Firma Lexo gibt. Beide waren 16 Jahre alt, mitten in der Informatikerlehre, als sie ihre ersten gemeinsamen EDV-Projekte für Kunden abwickelten. «Eigentlich wollten wir so unser Sackgeld aufbessern», sagt Fleuti. Doch schnell war klar: Was sie verbindet, ist mehr als Geschäftssinn. Sie teilen dieselbe Pas sion. Und beide wollen Erfindergeist beweisen. IT von der Pike auf gelernt Fleuti, ein tatkräftiger Tüftler, wusste schon immer, wohin es ihn zieht. Als Neunjähriger las er PC-Hefte bis zum Abwinken, wie er sagt. So brachte er sich die Basics bei. «Als ich dann endlich meinen ersten PC bekam, fing ich an zu Aus der Not geboren Nach der Ausbildung hängten beide noch ein Studium an und gingen vorerst getrennte Wege. Fleuti studierte Wirtschaftsinformatik. So konnte er weiterhin programmieren und sich betriebswirtschaftliches Wissen aneignen. «Jemand muss ja schliesslich den Laden am Laufen halten», sagt er und lacht. Wäger studierte Enterprise Computing. Mehr Hardware, mehr Infrastruktur, mehr Mathematik. Um sein Studium zu finanzieren, gründete Fleuti seine Firma. Anfangs arbeitete er mit dem damaligen Elektronikhändler Eschenmoser zusammen, installierte dessen Geräte bei den Kunden. 2006 zog er sein erstes Entwicklermandat an Land. Fleuti war 26. Für ein Zürcher KMU programmierte er eine webbasierte ERP-Lösung, speziell fürs Personalwesen. «Das war für mich der Startschuss für die professionelle Softwareentwicklung», sagt er. Nebenbei machte er weiterhin EDV-Projekte, sprich: Client-/Server-, IT-Security-Installationen- und Support. Zwei Jahre später war er völlig ausgebucht und holte Wäger als CTO an Bord. Neustart mit drei Standbeinen 2010 richteten sie das Unternehmen neu aus. Weg vom IT- Support, lautete die Devise. «Wir wollen Systeme so aufbauen, dass sie so gut wie wartungsfrei funktionieren und es keinen Support mehr braucht», sagt Fleuti. Deswegen fassten sie den Plan, Hard- und Software von Grund auf selbst einzurichten, alle Dienste aufeinander abzustimmen und so viel wie möglich selbst zu entwickeln. Etwa Scripts, Schnittstellen und Monitoring-Lösungen. 13 / 2018 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Web Best of Swiss Apps 25 Der Master of Swiss Apps 2017 gibt Tipps für den bevorstehenden Wettbewerb Bald ist es wieder so weit. Das Rennen um die beste Schweizer App des Jahres beginnt. Was sich seit der Award-Verleihung beim Gewinner des vergangenen Jahres getan hat und was eine Sieger-App ausmacht, verrät Till Könneker vom Master of Swiss Apps 2017 Apps with love. Interview: Oliver Schneider i INFO Die Bewerbungsfrist für die besten Schweizer Apps endet bald Am 10. September endet die Bewerbungsfrist für die Best of Swiss Apps Awards 2018. In diesem Jahr werden Preise in neun Kategorien sowie der Spezialkategorie «Conversational Apps» verliehen. Die Preise gehen jährlich an die besten App-Projekte der Schweiz. Die Award Night findet am 7. November 2018 im Zürcher Aura statt. Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_102007 Welchen Einfluss hatte der Sieg an Best of Swiss Apps 2017 auf Ihr Geschäft? Till Könneker: Der Sieg des Master-Titels ist in erster Linie ein schönes Zeichen für unser Team. Natürlich hat so ein Preis auch immer gewisse Auswirkungen auf die Anzahl Anfragen (Sales) und einen positiven Effekt auf das Image. Durch solche Awards kann sich die Erwartungshaltung von Kunden steigern, aber wir lieben es, wenn Kunden hohe Ansprüche haben, denn nur so können wir die besten Produkte realisieren. Wie hat sich der Preis auf die Motivation in Ihrem Team ausgewirkt? Der Best-of-Swiss-Apps-Anlass ist bei Apps with love ein fixer Teamevent, an dem wir gemeinsam Spass haben, egal ob wir gewinnen oder nicht. Der Gewinn des Master-Titels war aber schon etwas Besonderes. Motiviert sind wir grundsätzlich immer, mit dem Preis auf dem Tisch vielleicht mit ein bisschen mehr Selbstvertrauen. Till Könneker, CCO und Co-Founder von Apps with love. i BEST OF SWISS APPS 2018 Die Kategorien im Überblick Bei der Bestimmung der Kategorien gibt es zum Vorjahr einige Veränderungen. Projekte können in folgenden Ka tegorien eingereicht werden: ▪▪ Innovation ▪▪ Design ▪▪ User Experience (Usability) ▪▪ Functionality ▪▪ Business ▪▪ Campaigns ▪▪ Enterprise ▪▪ Games ▪▪ Mixed-, Augmented-, Virtual Reality Wie war die Resonanz auf den Preis von Kunden, Partnern oder Bekannten? Wir bekommen immer viele Rückmeldungen, Partner und Kunden sind oft genau so stolz, wie wir es sind, und freuen sich mit uns. Werden Sie auch 2018 wieder teilnehmen? Ja, wir werden sehr wahrscheinlich wieder mitmachen. Spezialkategorie 2018: ▪▪ Conversational Apps Zeitplan: 10. September 2018: Eingabeschluss 5. Oktober 2018: Jurytag 22. – 26. Oktober 2018: Leserwahl «Master of Swiss Apps» 7. November 2018: Award Night Weitere Informationen: www.bestofswissapps.ch Was macht eine hervorragende App aus? Für uns bietet eine gute App einen intuitiven Zugang und hat einen klaren Nutzen. Technisch wird immer mehr möglich, gerade was die Vernetzung von Apps untereinander, aber auch die Verschmelzung mit dem Web angeht. Durch Deep Linking, Instant Apps, App Indexing, sowie beispielsweise Integrationen in die Spotlight- Suche – Stichwort iOS only –, kann den Nutzern ein noch einfacherer und intuitiverer Zugang zu den Inhalten und Funktionen geboten werden. Zudem werden Personalisierung und Kontextualisierung von Inhalten immer wich tiger. Welche Tipps geben Sie Unternehmen, um bei Best of Swiss Apps erfolgreich zu sein? Man sollte nur Projekte einreichen, hinter denen man wirklich stehen kann und die in den jeweiligen Best-of-Swiss- Apps-Kategorien eine «Innovation» darstellen. Mehr Tipps und Insights zum Ablauf der Jurierung haben wir im zweiten Teil dieses Blogs beschrieben: http://bit.ly/bosa_2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 13 / 2018

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