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Netzwoche 13/2018

28 Technology Aktuell

28 Technology Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH Schweizer ICT-Projekte erhalten Millionenförderung cgr. Das European Research Council hat Förderbeiträge an Jungforscher vergeben. Dieses Jahr wurden 403 Projekte mit den «ERC Starting Grants» gefördert. Unter den unterstützten Projekten sind 19 aus der Schweiz. Darunter befinden sich wiederum 4 Projekte mit ICT-Bezug. Die EU will damit die Spitzenforschung in Europa fördern. Die Fördersumme liegt je Projekt bei bis zu 1,5 Millionen Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren. ▸ Webcode DPF8_102321 Microsoft lanciert Ethereum-Blockchain osc. Microsoft hat eine neue Version seiner Ethereum- Blockchain für Azure vorgestellt. Sie setzt auf den Ansatz Proof-of-Authority und verzichtet deshalb auf das Mining. Die neue Ethereum- Blockchain eigne sich besonders für sogenannte «permissioned Blockchains», schreibt Software Engineer Cody Brown. Diese seien etwa für Firmennetz werke interessant, in denen alle Teilnehmer bekannt seien. Proof-of-Authority sei effizienter als Proof-of- Work, biete aber die gleichen Vorteile wie klassische Blockchains. ▸ Webcode DPF8_101916 Ceva Logistics tritt Blockchain-Partnerschaft bei osc. IBM und Maersk haben ihre Blockchain-Partnerschaft für die Supply Chain ausgeweitet. Die Plattform namens «Tradelens» soll mittels Blockchain-Technologie den globalen Handel sicherer und effizienter machen. Rund 100 globale Handelsunternehmen sollen bereits mitmachen – darunter auch die Baarer Firma Ceva Logistics. Ebenfalls dabei seien verschiedene Hafenbehörden, Schifffahrtslinien, Zollbehörden und Transportunternehmen. ▸ Webcode DPF8_101898 Firmenich und EPFL kreieren Düfte mit KI ych/mla. Der nach Givaudan weltweit zweitgrösste Aromenund Duftstoff-Konzern Firmenich eröffnet in Zusammenarbeit mit der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Lausanne (EPFL) ein digitales Labor. Das neue «D-Lab», das im Innovationspark eingerichtet wurde, widmet sich der Nutzung der künstlichen Intelligenz (KI) und will die Innovation bei der Kreation von Parfums und Aromen des Schweizer Herstellers fördern. Im D-Lab sollen Experten und Duftdesigner von Firmenich mit dem Ökosystem der EPFL zusammenarbeiten. «Durch die Kombination des dynamischen Start-up- Ökosystems der EPFL mit Firmenichs wegweisender Innovation werden wir in der Lage sein, die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse schneller zu nutzen, um massgeschneiderte sensorische Erlebnisse zu schaffen», erklärt Martin Vetterli, Präsident der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne, in einer Pressemitteilung. Neues Kapitel in langjähriger Partnerschaft Mithilfe von KI habe der Genfer Konzern den Ehrgeiz, seine Kreativität für eine noch schnellere und persönlichere Entwicklung seiner Lösungen zu steigern, sagt Gilbert Ghostine, CEO von Firmenich. Und auch Eric Saracchi, CIO von Firmenich und Mitglied des Digital Circle, freut osc. Huawei-CEO Erix Xu hat anlässlich des Arbeitsbesuchs von Bundesrätin Doris Leuthard in China Auskunft über die Pläne des Unternehmens in der Schweiz gegeben. Huawei plant einen kräftigen Ausbau, wie die «Schweiz am Wochenende» berichtet. Der Smartphone-Hersteller und Telko-Ausrüster wolle in Zürich und Lausanne neue Zentren für Forschung und Entwicklung schaffen. Zudem sucht Huawei neue Mitarbeiter zur Vermarktung von Dienstleistungen für Unternehmen in der Schweiz, wie Xu laut Bericht weiter sagte. Der Ausbau sei Teil der globalen Wachstumsstrategie des Unternehmens. Huawei wolle den Konkurrenten Apple und Samsung sowohl im Markt für Endkonsumenten wie für Unternehmen die Ränge ablaufen. Dazu investiere man in diesem Jahr fast 14, im kommenden fast 20 Milliarden Franken. sich, Neuland zu betreten: «Das D-Lab ist die Konvergenz von menschlicher Kreativität und digitalen Technologien zur Steigerung unserer kreativen Kapazitäten.» Die EPFL ist ein langjähriger akademischer Partner von Firmenich. Gilbert Ghostine (l.), CEO von Firmenich, und Prof. Martin Vetterli, Präsident der EPFL. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_101404 Huawei forscht bald in Zürich und Lausanne Abkommen mit ETH und EPFL Die Entscheidung für Zürich und Lausanne sei aufgrund der dortigen technischen Hochschulen gefallen, schreibt die «Schweiz am Wochenende» weiter. Entsprechende Verträge mit ETH und EPFL stünden kurz vor der Unterzeichnung. Wie viele Arbeitsplätze Huawei dadurch in der Schweiz schaffen will, habe Xu nicht verraten. Ein Huawei-Kader sagte nur, der Ausbau werde «massiv» sein. Huawei beschäftige momentan 350 Mitarbeiter in der Schweiz. Ein Schwerpunkt der neuen Forschungszentren werde die «Smart City» sein, heisst es weiter. Da es hierbei nicht nur um die Steuerung und Vernetzung, sondern auch um die Überwachung der Städte gehe, äusserten laut Bericht einige Teilnehmer von Leuthards Delegation Bedenken. Einerseits wegen der Gesichtserkennung von Passanten, andererseits wegen der Gefahr von Spionage durch Huawei-Hardware. CEO Xu habe diese Befürchtungen zurückgewiesen. Die «Schweiz am Wochenende» zitiert ihn mit den Worten: «Wir liefern Swisscom und Sunrise nur die Systeme und wir helfen beim Betrieb – aber die Daten selbst, die bleiben bei Swisscom und Sunrise.» Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_102037 13 / 2018 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Research 29 Herbstzeit – Budgetzeit Der Sommer neigt sich dem Ende entgegen, der Herbst steht vor der Tür. Und in vielen Unternehmen beginnt die Phase der Planung und des Budgetfindungsprozesses für das anstehende Jahr. Die derzeit positive Stimmung der Schweizer Unternehmen und der Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt haben im laufenden Jahr bisher zu deutlich steigenden Ausrüstungsinvestitionen und zunehmenden Konsumausgaben geführt. Das Schweizer Wirtschaftsforschungsinstitut BAK Economics prognostiziert denn auch für das Gesamtjahr 2018 ein kräftiges Wirtschaftswachstum von 2,3 Prozent. Die Schweizer Wirtschaft ist in diesem Jahr weiterhin auf robustem Wachstumskurs. Der Zenit des Aufschwungs ist jedoch mittlerweile erreicht. Im Jahr 2019 sei mit einer Verlangsamung des Schweizer BIP-Wachstums auf 1,5 Prozent zu rechnen, schreiben die Forscher. Hierfür sei vor allem das schwächere internationale Umfeld verantwortlich. Insbesondere die Eurozone verliere bereits wieder klar an Dynamik. Deutliche Zuwachsraten im Schweizer ICT-Markt Auch im ICT-Umfeld legten die Ausgaben und Investitionen der Schweizer Unternehmen im laufenden Jahr im Vergleich zum Vorjahr deutlich zu. Für 2018 rechnen wir auf der Basis unseres Herbst-Updates mit einem Wachstum von 3,5 Prozent (B2B), im vergangenen Jahr lag die Wachstumsrate noch bei 2 Prozent. Auch wenn die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und die Wachstumsraten des ICT-Marktes zumindest im grundsätzlichen Verlauf immer mehr Parallelen aufweisen, so gehen wir davon aus, dass wir auch im kommenden Jahr mit Zuwachsraten von deutlich über 3 Prozent im Schweizer ICT-Markt rechnen können. Über 53 Prozent der im Rahmen unseres Herbst-Updates befragten Unternehmen planen, in den kommenden zwölf Monaten für Projekte und den ICT-Betrieb ihre Budgets aufzustocken. Angetrieben wird das aktuelle Wachstum und die Dynamik des Marktes unter anderem durch Projekte und Investitionen im Bereich der digitalen Transformation. Im Windschatten von Digitalisierungsprojekten oder besser Prozessen hin zum digitalen Unternehmen folgen auch höhere Ausgaben in den Bereichen Beratung, Integration, Analytics, Cloud-Plattformen, Apps, Connectivity, Server und Storage. Und da sind auch weitere, gewichtige Keydriver des Wachstums: So generiert der Big Shift, das heisst die zunehmende Verlagerung der ICT-Operations hin zu externen Dienstleistern, überdurchschnittlichen Zuwachs der Spendings. Wir gehen davon aus, dass 2018 die Ausgaben für den traditionellen Eigenbetrieb der ICT um 6 Prozent sinken, während sie für externe Managed und Cloud- Services um 14 Prozent zulegen werden. Die Form des reinen ICT-Eigenbetriebs ist angezählt, die Kompassnadel zeigt in Richtung externe Services, Richtung Cloud. IT-Sicherheit hat Top-Priorität Einen kräftigen Schub für den Zuwachs an Ausgaben generiert auch die ICT-Security. Für die Verantwortlichen aus der Informatik haben Projekte aus dem Bereich der Sicherheit derzeit Top-Priorität. Diese Ausgaben legen nach wie vor mehr zu als diejenigen anderer ICT-Bereiche. Für 2018 gehen wir davon aus, dass die Security-Spendings der Schweizer Unternehmen um rund 6 Prozent zulegen. Auch wenn die Zukunft nicht in Stein gemeisselt ist und sich die optimistischen Pläne für die kommenden zwölf Monate auf einer von wirtschaftlichen und politischen Faktoren beeinflussten volatilen Basis bewegen, rechnen wir für die ICT-Gesamtmarktentwicklung im Jahr 2019 mit erfreulichen Zuwachsraten. ICT-AUSGABEN VON SCHWEIZER UNTERNEHMEN Welche der folgenden Aussagen kommen aus Ihrer persönlichen Sicht vor dem Hintergrund der derzeitigen Wirtschaftslage am nächsten? Mehrfachantworten möglich, n=79 Die aktuelle Lage wird in den kommenden 12 Monaten: ICT-Ausgaben insgesamt ansteigen lassen (Forcierung Innovationen, Digitalisierung etc.) bezüglich ICT-Investitionen kaum Auswirkungen zeigen (Projekte und Betrieb) ICT-Ausgaben insgesamt bremsen (Projektstop, Verschiebung, Kürzung) 7,6 % 39,2 % 53,2 % Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_103124 Quelle: MSM Research AG DER AUTOR Philipp A. Ziegler Geschäftsführer, MSM Research AG Für 2018 gehen wir davon aus, dass die Security- Spendings der Schweizer Unternehmen um rund 6 Prozent zulegen. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 13 / 2018

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