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Netzwoche 14/2017

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28 Web Projects Ihr

28 Web Projects Ihr Webprojekt in der Netzwoche Haben Sie eine Website umgesetzt, ein Redesign vorgenommen oder neue Technologien implementiert? Informieren Sie die Redaktion per E-Mail an desk@netzmedien.ch – mit etwas Glück stellen wir Ihr Webprojekt vor. Wir brauchen folgende Angaben: URL, Datum der Aufschaltung, Kontaktperson, beteiligte Unternehmen (Auftraggeber, Auftragnehmer) und die genutzten Technologien. Wir freuen uns auf Ihre Eingaben! Autor: Oliver Schneider NEUE WEBSITES www.omniphon.ch Mikrokassette, ¼-Zoll-Tonband oder Mini-Disc. Verwirrend gross ist die Vielfalt der heute noch verwendeten oder längst vergessenen Tonträger. Wer solche Aufnahmen besitzt und für die digitale Zukunft archivieren will, steht oft vor dem Problem, ein passendes Lesegerät zu finden. Dem verspricht Omniphon.ch Abhilfe. Musikexperte und Tonmeister Albrecht Gasteiner, Betreiber der Website, verfügt über ein Angebot an Audio geräten «in gepflegtem Zustand», mit denen sich historische Aufnahmen digitalisieren lassen. Eine Liste der unterstützten Tonträger kann online eingesehen werden. Darunter sind sowohl ältere, analoge Formate wie «Reel-to-reel»-Tonbänder wie auch digitale Exoten wie die Digital Compact Cassette von Philips. Auftraggeber: Albrecht Gasteiner, Omniphon Auftragnehmer und Partner: Tobias Scheuring, Ringring; 555 Systems Technologie: Contao Online seit: August 2017 https://mmgoodlife.ch Ein Branchenverzeichnis für den Sport-, Wellness- und Eventbereich will die Website Mr. & Mrs. Goodlife bieten. Nutzer können dort eine Freizeitaktivität und die gewünschte Region angeben. Die Ergebnisse bekommen sie als Liste oder auf einer Karte angezeigt. Zudem lassen sich verschiedene Kategorien durchsuchen. Ziel der Betreiber ist nach eigenen Angaben, dass Interessierte ein Angebot direkt buchen und anschliessend auf der Site auch bewerten können. So soll die Hürde gesenkt werden, sich für eine sportliche Aktivität zu entscheiden. Ein Blog mit Vorschlägen und Informationen zu Gesundheit und Trainingsmethoden rundet die Website ab. Der Dienst steht bislang nur in der Deutschschweiz zur Verfügung, die anderen Sprachregionen sollen folgen. Auftraggeber: Roger Ballmer, Vitakult Auftragnehmer: Sky-Web Technologien: Wordpress, Woo-Commerce Online seit: August 2017 www.repfinder.ch Wer ein Produkt reparieren lassen will, dem verspricht Repfinder.ch, den Kontakt mit Reparatur-Talenten herzustellen. Nach der Registrierung auf der Website können Nutzer einen Reparatur-Auftrag eröffnen. Dabei sollten sie beschreiben, um welches Produkt es sich handelt und welcher Defekt vorliegt. Wer sich als Reparatur-Talent mit einem Spezialgebiet auf der Website anmeldet, erhält Reparatur-Anfragen und kann Offerten abgeben. Die Zahlung erfolgt nach Angabe der Seitenbetreiber direkt über Repfinder.ch nach erfolgreicher Reparatur. Per öffentlichem und privatem Chat können Auftraggeber und Dienstleister kommunizieren. Nutzer können sich zwischen verschiedenen Angeboten entscheiden und nach der Reparatur Bewertungen abgeben. Auftraggeber: Tradoris Auftragnehmer und Partner: Prodevcon, Stripe, Cyon.ch Technologie: Wordpress Online seit: Juni 2017 14 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Web Fachbeitrag 29 Digitalisieren oder was? Immer mehr Kontaktpunkte zu Kunden werden digitalisiert – weil es der Markt so will, weil es Kosten spart, weil es neue Geschäftsmöglichkeiten schafft. Wie aber eine neue Studie aus der Tourismusbranche zeigt, können die digitalen Angebote oft nicht alle Kundenbedürfnisse befriedigen. Wenn Geschäftsmodelle in die Jahre kommen, heisst das Patentrezept rasch einmal: digitalisieren! Aber wie das mit solchen Rezepten halt meist so ist, sie erzählen nur die halbe Wahrheit. Beispiel Tourismus: Dort lässt sich heute einigermassen mit Fug und Recht fragen, ob es so etwas wie Tourismusbüros (Tourist Offices) morgen überhaupt noch braucht, oder ob der reisende Mensch seine Aufenthalte bald schon nur noch digital plant und organisiert. In diesem Zusammenhang durften wir kürzlich untersuchen, warum Urlauber in der Schweiz Tourismusbüros besuchen, respektive warum sie eher digitale Angebote nutzen. Aus den Ergebnissen lässt sich nun rückschlies sen, in welchen Bereichen die digitalen Angebote (hier vor allem solche im Web) hinter den «analogen» hinterherhinken. Vier Befunde: 1. Das Fehlen des persönlichen Kontakts wird als eines der grossen Handicaps von Websites empfunden. Die synchrone Kommunikation mit einem Menschen braucht zwar etwas Mut, liefert aber viele nützliche Metainformationen. Sie ermöglicht – im günstigen Fall – auch die interaktive und iterative Suche nach der optimalen Lösung, dem optimalen Angebot. 2. Die offiziellen, stramm «durchgestylten» Destinations- Websites werden als zu wenig kundenorientiert Bild: Freepik.com und zu unpersönlich wahrgenommen. Resultat: Die Nutzer bekommen den Eindruck, dass sie hier nur Standardangebote finden können. Das ist natürlich nicht so toll – wo doch heute jeder das Individuelle und Besondere sucht. 3. Hinsichtlich Vertrauenswürdigkeit ziehen Webangebote ebenfalls oft den Kürzeren. Das fängt dort an, wo die Aktualität von Informationen nicht eingeschätzt werden kann. Es geht weiter bei allzu aufdringlichen Werbeformen und -formaten, die den Nutzern suggerieren, sie surften hier auf einem sauber geschrubbten Marketing- und PR-Kanal. Und es endet dort, wo auf der ganzen Site kein einziger Beitrag gezeichnet, also mit Informationen und allenfalls Bild zu seinem Absender ausgestattet ist. 4. Auch wegen mangelnder Bedienbarkeit werden digitale Angebote oft gemieden. Als zu aufwendig, zu kompliziert werden sie dann empfunden. Das ist ja beklagenswerter Weise nichts wirklich Neues. Neu ist hingegen, dass etwa der vielgerühmte Tripadvisor eher ungern genutzt wird. Er gilt als überladen und als zu ineffizient, wenn es darum geht, in der Flut an Inhalten die relevanten zu finden. Was schliessen wir daraus? Wenn digitalisieren, dann aber richtig! Persönlich, sympathisch, glaubwürdig und einfach sollten sie sein, die Angebote. Die Mittel und Wege dazu sind bekannt und vorhanden. Der fehlende persönliche Kontakt liesse sich etwa durch (Video-)Chat-Funktionen abfedern. Es braucht aber schon Menschen auf der anderen Seite der Datenleitung, und gut geschult sollten die auch sein. Für eine bessere Kundenorientierung liessen sich Themen-Subsites oder Blogs einrichten – für Outdoorfreaks etwa, für Kulturfreunde, für Pilzesammler oder schlicht für den Fall, dass es draussen dauerhaft Katzen hagelt. Vertrauenswürdiger wird man durch Transparenz und einen kritischen Blick auf die Werbeformate. Kommentarfunktionen können hier ebenfalls helfen – aber nur, wenn sie richtig bewirtschaftet werden. Auch die Bedienbarkeit und das Nutzererlebnis sind bekanntlich in den Griff zu bekommen – hierüber wurde in dieser Zeitschrift schon reichlich geschrieben. Vieles vom Gesagten lässt sich auf Webangebote aus anderen Branchen anwenden. Über allem aber steht: Kenne deine Kundschaft und verliere sie nie aus den Augen! i DER AUTOR ZUR STUDIE Christopher H. Müller Inhaber und CEO von Die Ergonomen Usability Die Studie zur Nutzung von digitalen und «analogen» Angeboten in der Tourismusbranche ist Teil des Projekts «Tourist Office 3.0». Es wird von 17 Destinationen aus der ganzen Schweiz sowie weiteren Partnern aus Forschung und Wirtschaft unterstützt. Initiiert wurde es von den Firmen Die Ergonomen Usability und Gutundgut. Zusätzlich zur Studie sind Innovations- Workshop und ein Hackathon in Vorbereitung. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 14 / 2017

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