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Netzwoche 14/2017

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34 Focus Managed

34 Focus Managed Workplace Der Vorteil virtualisierter Arbeitsplätze Ein wichtiges Anliegen von immer mehr Unternehmen ist, dass ihre Mitarbeiter von jedem Ort und zu jeder Zeit auf geschäftsrelevante Anwendungen zugreifen können. Ermöglicht wird dies durch den «Arbeitsplatz aus der Cloud», der neue Herausforderungen stellt und auch neue Möglichkeiten eröffnet. DER AUTOR Pierre Bolle Sales Manager & Member of the Board, Swiss Cloud Computing Dank der zentralen Datenhaltung der Cloud kann in kürzester Zeit ein kompletter Arbeitsplatz automatisiert eingerichtet werden. Es fallen kundenseitig keine Investitionskosten an. Standardisierte Lösungen mit einer ständig wachsenden Anzahl von Programmen, E-Mail- und Backup-Lösungen, Cloud-Speicher sowie Businessanwendungen werden den kundenspezifischen Bedürfnissen entsprechend angepasst. Wird eine Software nicht mehr gebraucht, kann sie jederzeit mit einem Klick entfernt werden, womit auch umgehend die Lizenzkosten entfallen. IT-Verantwortliche und CIOs sollten bei der Wahl des Cloud-Anbieters darauf achten, dass eine standardisierte, aber individuell anpassbare Lösung angestrebt wird, womit eine hohe Stabilität und Flexibilität des Systems garantiert wird. Das Angebot der Cloud-Lösungen sollte in hohem Ausmass skalierbar sein: Die Anzahl Benutzer sowie die genutzten Services können jederzeit durch den Kunden individuell erhöht oder herabgesetzt werden. Flexibler Arbeitsplatz Der Zugriff auf die Anwendungen und Daten funktioniert mit einem Internetanschluss und nahezu jedem Gerät (Laptop, Mobile, Smartphone, Tablet, Thin Clients, PC), jedem Betriebssystem (Windows, MacOS, iOS, Android und Linux) und an jedem Ort. Für die Mitarbeiter ist dies in der Zwischenzeit ein Must-have und nicht mehr ein Nice-to-have geworden. Hohe Mobilität und Agilität, ohne die Datenhoheit abzugeben, werden gewährleistet. Ein Geräteausfall ist nicht mehr so dramatisch, da der Nutzer in der Regel mehrere Geräte besitzt. Gemäss einer Umfrage benötigen mehr als 90 Prozent der Mitarbeiter mindestens zwei verschiedene Geräte zur Erledigung ihrer täglichen Arbeit. Sie können somit über mehrere Wege auf ihre E-Mails, Programme oder Daten zugreifen. Bild: sorbetto / iStock.com Kosten Cloud-Lösungen ermöglichen Kosteneinsparungen, da über das Mobile-Device-Management alle Endgeräte verwaltet werden können. Aufgrund der tiefen Beschaffungsund Wartungskosten spielen die Kosten für die Bereitstellung und den Support eine wichtige Rolle. Die Kosten sollen so variabel und transparent wie nur möglich sein. Konsequenterweise sollen sie nur anfallen, wenn ein Arbeitsplatz bereitgestellt oder eine Support-Dienstleistung auch wirklich genutzt wird, ganz nach dem Prinzip «Payas-you-go». Die monatlichen Kosten pro Mitarbeiter können auf diese Weise budgetiert werden, was vom CFO natürlich sehr begrüsst wird. Man muss weder kostenbezogene Überraschungen noch plötzliche Support-Kosten befürchten. Der Bring-your-own-Device-Ansatz wird von einer wachsenden Anzahl Kunden angewandt. Mitarbeiter setzen ihr eigenes Notebook ein und erhalten dafür eine Vergütung von 150 Franken monatlich. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass die persönlichen Geräte in der Regel sorgfältiger behandelt werden. Systemverwaltung Dadurch, dass die Arbeitsumgebungen standort- und plattformunabhängig durch Cloud-Provider verfügbar gemacht werden, verändern sich die Aufgaben der IT-Verantwortlichen. Sie setzen nicht mehr selbst Lösungen um, sondern managen die Lösungen der Cloud-Provider und profitieren vom hohen Automatisierungsgrad. Die Vor-Ort-Themen für den Systemintegrator bleiben bestehen. Um einen reibungslosen Cloud-Dienst zu beziehen, muss das lokale Netzwerk, die Firewall und die Aktualisierung der Endgeräte, auch mit dem Bezug eines virtuellen Arbeitsplatzes, stets auf dem aktuellen Stand gehalten werden. Aufgrund der langjährigen Beziehung zum Partner soll dieser auch bei einem Bezug von Cloud- Diensten weiterhin für den Kunden der Kontakt seines Vertrauens bleiben. 14 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Focus Managed Workplace 35 Mobil arbeiten im Cloud-Zeitalter Mobile first, Cloud first – immer mehr geht der ICT-Trend in diese Richtung. Firmen und Endanwender wollen überall und jederzeit sicher auf ihre relevanten Daten und Anwendungen zugreifen. Wie kann eine moderne Workplace-as-a- Service-Lösung dieser dynamischen Entwicklung gerecht werden? Bereits in den späten 90er-Jahren gab es erste Desktop-asa-Service-Angebote (DaaS), meist auf der Basis der damals noch jungen Technologie von Citrix. Die Idee von minimal ausgerüsteten PCs, die ihre Anwendungen und Daten aus zentralen Serverfarmen bezogen, schien bestechend. Die Verwaltung der Clients erfolgte zentral, und der Zugriff auf die Anwendungen konnte dank des ICA-Protokolls auch mit verhältnismässig geringer Bandbreite erfolgen. Workplace-as-a-Service mit hybridem Cloud-Ansatz In jüngster Zeit haben sich neue Workplace-as-a-Service- Angebote (WaaS) entwickelt, die darauf abzielen, das Beste aus den beiden Welten Client-/Server- und Remote-Desktop/VDI-Lösungen zu vereinen. Worin unterscheiden sich nun diese beiden Ansätze? Bei den neuen WaaS-Lösungen werden die Office-Applikationen lokal auf dem Client installiert. Somit ist das Arbeiten auch möglich, wenn man nicht online ist, also etwa im Flugzeug. Die Daten werden in einem solchen Szenario lokal auf dem Client gespeichert. Sobald man wieder online ist, erfolgt die Synchronisierung mit dem Cloud-Service. Durch Verschlüsselung der Daten wird die Sicherheit gewährleistet. Geschäftsapplikationen wie etwa ERP-, CRM- und Fachanwendungen werden in einer Public Cloud betrieben. Der Zugriff auf diese Anwendungen und Daten erfolgt je nach Anforderungen mittels der klassischen Client-/Server- Architektur, via Remote-Desktop-Services oder im Application Streaming. Für die zentralen Daten kommt in der Regel ein auf Sharepoint basierter Cloud-Speicher zum Einsatz, der auch das Teilen von Daten mit Geschäftspartnern ausserhalb der Organisation gewährleistet. ist trotz lokal installierter Software kein «Turnschuh-Support» notwendig. Die Verwaltung der Endgeräte basiert dabei auf einem benutzerzentrierten Ansatz, sodass es keine Rolle spielt, ob auf Desktop, Notebook, Tablet oder Smartphone gearbeitet wird. Einsatzbereiche Traditionelle DaaS-Lösungen kommen meist in Umgebungen mit einer hochstandardisierten Softwarelandschaft zum Einsatz. Die Erschliessung von Aussenstandorten ist ein weiterer klassischer Anwendungsfall. Ist ein hoher Grad von Mobilität gefragt, sollen spezielle Peripheriegeräte an die Clients angeschlossen werden oder kommen Unified- Communications-Lösungen mit Video- und VoIP-Telefonie zum Einsatz, stossen die zentralen DaaS-Lösungen oft an ihre Grenzen. Bei den WaaS-Lösungen der neuesten Generation stehen Flexibilität und Mobilität im Vordergrund. Dank der Kombination von lokal installierter Software wie Office, oder Outlook mit zentral aus der Cloud zur Verfügung gestellten Anwendungen kann dem mobilen Arbeitsstil optimal entsprochen werden. Auf der finanziellen Seite werden oft die Client-Hardware sowie die Management- und Support-Services pro Benutzer und Monat pauschal abgerechnet. Dadurch wird der mobile Arbeitsplatz für den heutigen Wissensarbeiter ohne nennenswerte Investitionen Realität. DER AUTOR Thomas Baggenstos Verwaltungsratspräsident, A. Baggenstos & Co. Client-Management Doch wie steht es um die Verwaltung der Client-Infrastruktur? Wie werden Patches verteilt, neue Softwareversionen installiert und die Sicherheit der Clients gewährleistet? Ein Vorteil von DaaS-Lösungen ist in der Regel der geringere Verwaltungsaufwand. Durch die hohe Standardisierung und zentrale Verwaltung gestaltet sich das Management der Clients relativ einfach. Zudem entfällt bei Thin Clients auch die Wartung des Betriebssystems weitgehend. Bei den WaaS-Angeboten wird das Client-Management von einer cloudbasierten Lösung übernommen, mit der die Geräte und Anwendungen zentral verwaltet werden. Somit www.netzwoche.ch © netzmedien ag 14 / 2017

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